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Bildungsbeteiligung und –förderung von Kindern und Jugendlichen mit Sinti und Roma-Hintergrund

Referent: Alexander Diepold, 29. Oktober 2020 | 10.00 – 16.00 Uhr | Jüdische Gemeinde Hagen | Potthofstr. 16 | 58095 Hagen — Begleitprogramm zur Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“, 9. Oktober – 1. November 2020 im Kunstquartier Hagen

Alexander Diepold ist Gründer und Geschäftsführer der Madhouse gGmbH in München, ein Jugendhilfeträger mit dem Schwerpunkt der Arbeit auf Familien mit Sinti und Roma-Hintergrund. Seit Juli 2019 ist er zudem Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung.

In dem Fachkräfte-Workshop geht es um den Themenkomplex Bildungsbeteiligung und -förderung von Kindern und Jugendlichen aus Sinti- und Roma-Communities. Das Ziel dieser Fortbildung ist es, dass Fachkräfte sich für dieses essentielle, aber oft vernachlässigte Thema sensibilisieren und bestenfalls erste Ideen und Konzepte entwickeln, wie man die Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Sinti und Roma-Communities im Bildungssystem stärken und unterstützen kann. Es werden auch die Roma-Bildungsmediator*innen des Kommuna- len Integrationszentrums teilnehmen und ihre Praxiserfahrungen in den Workshop einbringen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Workshops:

 Eine Einführung in die allgemeine Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Sinti- oder Roma-Hintergrund

  •   Die besonderen Herausforderungen der Bildungsförderung bei neuzugewanderten Roma aus Südosteuropa
  •   Die anhaltende Diskriminierung von Sinti und Roma im Bildungssystem
  •   Best practice: das Roma-Schulmediator*innenprogramm – eine Erfolgsgeschichte?
  •   Eine offene Fragerunde für die Fachkräfte

Für Fachkräfte aus dem Bildungsbereich, insbesondere Lehrer*innen, Erzieher*innen und Schulsozialarbeiter*innenDie maximale Teilnehmer*innenzahl ist aufgrund der Corona- Schutzverordnung auf 20 Personen begrenzt. Wir bitten daher um eine Anmeldung zur Veranstaltung bis zum 26.10.2020. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung bei: Björn Bauernfeind | Telefon: 02331 207 3963 E-Mail: bjoern.bauernfeind@stadt-hagen.de

NS-Verfolgte nach der Befreiung: Ausgrenzungserfahrungen und Neubeginn — Roma und Sinti

KZ‑Gedenkstätte Neuengamme , Jean-Dolidier-Weg 75 , 21039 Hamburg

30. Oktober 2020, 11.30–13.30 Panel IV: Roma und Sinti.
Moderation: Karola Fings
Yvonne Robel: Erfahrung(en) des Neubeginns? Hamburger Sinti und Roma in der frühen Nachkriegszeit
Laura Hankeln: Polizeilicher Einfluss auf die baden-württembergische Praxis der
Entschädigung von Sinti und Roma

Im Rahmen der Tagung „NS-Verfolgte nach der Befreiung: Ausgrenzungserfahrungen und Neubeginn“ vom 29. Oktober 2020, 13.00 Uhr – 30. Oktober 2020, 14.00 Uhr werden am zweiten diese Vorträge gehalten.

Teilnahme

Aufgrund der aktuellen Abstands- und Hygienemaßnahmen stehen nur begrenzt Plätze für eine persönliche Teilnahme vor Ort zur Verfügung. Es wird eine Online-Teilnahme per Livestream mit der Möglichkeit angeboten, Fragen via Chatfunktion zu stellen. Die Online- Teilnahme ist kostenlos. Persönliche und Online-Teilnahme sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Bitte geben Sie bei der Anmeldung die gewünschte Form der Teilnahme an.
Kosten für eine Teilnahme vor Ort: 50 Euro, ermäßigt 30 Euro (inkl. Verpflegung).
Anmeldung bis zum 15. Oktober 2020 bei Amina Edzards, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Tel. 040/428 131 522, E-Mail: amina.edzards@gedenkstaetten.hamburg.de

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Netzwerk Sinti, Roma und Kirchen

Geschlossene Fachtagung; Tagungsnr. 32/2020, 02.11.2020 15:00 – 04.11.2020 14:00; Ort steht noch nicht fest

Das bundesweite Netzwerk Sinti und Roma und Kirchen hat die Zusammenarbeit von Landeskirchen und Landesverbänden der Sinti und Roma, wie auch mit anderen Selbstorganisationen der Roma und Sinti in Deutschland zum Ziel. Grund für diese Vernetzung ist die bleibend tiefsitzende, gesellschaftlich kaum befragte Diskriminierung von Sinti und Roma. Dem will sich Kirche entgegenstellen und damit Vertrauen für eine gemeinsame gesellschaftlich relevante Antidiskriminierungsarbeit bilden, die von dem Glauben an die Ebenbildlichkeit Gottes jedes Menschen inspiriert und getragen ist. Dazu bedarf es selbstkritischer Reflexion und gemeinsamen Handelns. Religiöse Bindungen der Beteiligten und deren Bedeutungen für das gemeinsame Handeln und Nachdenken sollen Themen dieser Netzwerktagung sein.

Dr. Christian Staffa, Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche
Telefon (030) 203 55 – 411; Orga-Team (030) 203 55 – 0
E-Mail eazb@eaberlin.de

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Deportationen im Nationalsozialismus – Quellen und Forschung | Online-Konferenz, 2.-4. November 2020

Online/Berlin | 2. November 2020 12:45 – 4.November 18:30.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden etwa drei Millionen Jüdinnen und Juden, die Hälfte der Opfer des Holocaust, aus dem Deutschen Reich, den besetzten Gebieten und den mit Deutschland verbündeten Staaten in Ghettos, Lager und Vernichtungsstätten deportiert. Zudem deportierten Polizei und SS Zehntausende Sinteze und Sinti sowie Romnja und Roma vor allem in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, wo die meisten von ihnen ermordet wurden. Deportationen waren ein zentrales Strukturelement nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Der Fokus der Tagung richtet sich zum einen auf die verschiedenen Quellen, ihre Erkenntnispotentiale und (digitale) Erschließungsweisen sowie zum anderen auf neue (systematisierende und vergleichende) Forschungsfragen und -ansätze.

Veranstaltungsort

Die Konferenz wird als eine Zoom-Videokonferenz ausgerichtet (https://zoom.us). Die Einwahldaten werden registrierten Teilnehmer*innen kurz vor der Konferenz zur Verfügung gestellt.

Arbeitssprache

Die Arbeitssprache der Konferenz ist Englisch. Vorträge werden in englischer und deutscher Sprache mit einer Übersetzung vom Deutschen ins Englische und Englischen ins Deutsche präsentiert. Die Teilnehmer* innen können in Zoom ihren Audiokanal entsprechend auswählen. Die Diskussionen werden simultanübersetzt, eine Ausnahme bilden parallel stattfindende Panels, die mit »[Diskussion nur auf Englisch]« überschrieben sind.

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Bleib stark – Ein literarischer Abend mit Gitta Martl

Veranstaltungsreihe Unsere Menschen erzählen am Mittwoch, den 4. November 2020 um 18:30 Uhr im Kulturhaus RomnoKher, B7, 16 | 68159 Mannheim

Die Autorin liest aufgrund der Corona-Situation online vor Live-Publikum.
Die Lesung ist außerdem im Livestream erlebbar.

Die Schriftstellerin, Bürgerrechtlerin und Künstlerin Rosa Gitta Martl liest aus ihrem Buch „Bleib stark“. Martl lässt ihre ermordeten Großeltern wieder lebendig werden, ihre Eltern, die sich als Überlebende der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen in den Wirren des Kriegsendes auf der Flucht in einem Wald begegneten. In einer detailreichen und farbigen Erzählung schildert Rosa Gitta Martl unprätentiös ihr eigenes Leben, Freud und Leid, das Festhaltenwollen an Kultur und Sprache der Vorfahren, die anhaltende Diskriminierung durch den Staat nach der Barbarei des Nazi-Regimes.
Ihr bürgerrechtliches Engagement und ihr literarisches Werk trugen Martl bedeutende Auszeichnungen ein, zuletzt 2019 den Roma-Literaturpreis des österreichischen PEN.

„Unsere Menschen“ – so nennen die Angehörigen der deutschen nationalen Minderheit der Sinti ihre Familien und in erweitertem Sinne all die Menschen, mit denen sie ihre Sprache, das Romanes in seinen vielen Varianten, teilen. Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 18. November mit dem Bürgerrechtler Daniel Strauß im Kulturhaus RomnoKher statt.

Diese Lesung ist eine Kooperation mit der Mannheimer Abendakademie.

Wir bitten um Voranmeldung per E-Mail unter info[at]sinti-roma.com oder telefonisch unter 0621 911091 00.

Während der Veranstaltung gilt unser Hygienekonzept aufgrund der COVID-19-Pandemie.
Mit dem Besuch unserer Veranstaltung erklären Sie sich mit Film- und Fotoaufnahmen einverstanden. Sollte dies nicht erwünscht sein, bitte vorab darauf hinweisen.

Verband Deutscher Sinti und Roma e.V.
Landesverband Baden-Württemberg

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Antiziganismus in Baden-Württemberg

Online-Podiumsdiskussion mit Gästen aus der Politik und dem Landesverband deutscher Sinti und Roma.

Donnerstag, 5. November 2020 19.00 Uhr

Diskussion: Wie kann das Land Baden-Württemberg Rassismen und Diskriminierungen gegenüber Sinti und Roma in Bildung und Gesellschaft Einhalt gebieten?

Das Grußwort spricht Professor Dr. Hans-Werner Huneke, Rektor der Hochschule, und Professorin Dr. Bettina Degner stellt die Arbeitsstelle Antiziganismusprävention kurz vor. Im Anschluss nehmen die folgenden Personen an der Diskussion teil: Gökay Akbulut MdB (DIE LINKE), Manfred Kern MdL (Bündnis 90 – DIE GRÜNEN), Stefan Fulst-Blei MdL (SPD), Nico Weinmann MdL (FDP), Anja Boto (CDU) und Daniel Strauß (Vorsitzender, Verband dt. Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg). Die Moderation übernehmen Johannah Illgner und Max Wetterauer.

Die Veranstaltung wird von dem TRANSFER TOGETHER-Teilprojekt Antiziganismusprävention sowie der gleichnamigen Arbeitsstelle organisiert und von der Metropolregion Rhein-Neckar gefördert.

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Hintergrund
„TRANSFER TOGETHER – Bildungsinnovationen in der Metropolregion Rhein-Neckar“ ist ein gemeinsames Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Ziel des Vorhabens ist der strukturierte Ausbau des Transfers von forschungsbasierten Bildungsinnovationen aus der Hochschule in außerschulische Bereiche der Region und die Förderung des bidirektionalen Wissenstransfers zwischen Hochschule, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Von 2018 bis 2022 wird das Projekt von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ unterstützt.

Geschichte und Gegenwart von Sinti*zze und Rom*nja

Freitag – 06.11.2020, 15:00 – 17:00 Uhr

Wer sind »Sinti*zze und Rom*nja« eigentlich? Was ist »Antiziganismus«? Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?In diesem Vortrag mit anschließendem Austausch wollen wir grundlegende Kenntnisse über die Geschichte und Gegenwart von Sinti*zze und Rom*nja vermitteln.

Im Nationalsozialismus wurden Sinti*zze und Rom*nja systematisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen, nach rassistischen Kriterien erfasst und in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Dem nationalsozialistischen Völkermord fielen europaweit ca. 500.000 Sinti*zze und Rom*nja zum Opfer. Eine Anerkennung dieser Verbrechen seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft blieb nach Kriegsende lange Zeit aus.

Erst die Bürgerrechtsbewegung der Sinti*zze und Rom*nja konnte die offizielle Anerkennung des Völkermordes erreichen und ein öffentliches Bewusstsein für den fortgesetzten Rassismus und die daraus entstehende Diskriminierung erwirken.

Dieser Online-Vortrag findet im Rahmen der Workshopreihe gegen Antiziganismus statt und ist offen für Alle

Anmeldung unter: bpoc.leipzig@gmail.com

Supported durch die Kritischen Einführungswochen Leipzig, Rumano Sumnal und dem Bildungsforum gegen Antiziganismus

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Spiel Zigeunistan

Fr, 13. November 2020 – 19:30, Glockenhaus Lüneburg, Glockenstraße 9, 21335 Lüneburg, Get together ab 18:30 Uhr

SPIEL ZIGEUNISTAN wird präsentiert vom Theater am Strom (Hamburg).
Das Stück basiert auf Gesprächen der Autorin Christiane Richers mit den Wilhelmsburger Sinti Wolkly und Latscho Weiss. Deren Alltag ist geprägt von Ausgrenzung, Schulversagen, Angstträumen – aber auch von Engagement, musikalischer Hochbegabung und dem Streben nach Anerkennung.

Christiane Richers (Text) und Kako Weiss (Saxophon) vermitteln einen Eindruck von den Traumatisierungen, die aus dem Porajmos – dem Nazi-Völkermord an den Sinti und Roma – und der anhaltenden Diskriminierung dieser Minderheit resultieren. Ihr Theaterstück ist ein Plädoyer für Respekt und Akzeptanz in unserer Gesellschaft.

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Museum und Schule | Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart

Donnerstag, 26. November 2020, 14.00 – 17.30 Uhr, Online-Fortbildung

Eine gemeinsame Veranstaltung der Bayerischen Museumsakademie und des Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung.; Zielgruppen: Mitarbeitende in Museen und in der Kunst- und Kulturvermittlung, Lehrkräfte aller Schularten, Studierende, Zertifizierungskurs

Die Minderheit der Sinti und Roma lebt seit dem Mittelalter in Europa und ist doch bis heute Benachteiligung, Diskriminierung und rassistischer Bedrohung ausgesetzt. Während des Nationalsozialismus kulminierte ihre Verfolgung in einem Völkermord mit Hunderttausenden von Opfern. Bei der Online-Veranstaltung sollen sowohl die Geschichte in schulischer Perspektive als auch die gegenwärtige Situation in den Blick genommen und der Umgang mit rassistischer Feindschaft und Ressentiments gegen Sinti und Roma auch in Bayern diskutiert werden.

Die Veranstaltung findet über die Software Zoom statt. Sie erhalten den Link für die Teilnahme am Online-Seminar per Mail vor dem Veranstaltungstermin.

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Seminar zu Antiziganismus

27. bis 28.11.2020, DJH Jugendherberge Halle, Große Steinstraße 60, 06108 Halle (Saale); Kosten 10 Euro

Halle (Saale). Das Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt veranstaltet in Kooperation mit der .lkj) Sachsen-Anhalt vom 27. bis 28. November 2020 die Weiterbildung „Antiziganismus“. Das zweitägige Seminar soll helfen, Antiziganismus als Form von Rassismus zu erkennen sowie diesem pädagogisch begegnen zu können. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Der Anmeldeschluss ist am 27. Oktober 2020.

Als eine spezielle Form des Rassismus bezeichnet Antiziganismus die diskriminierende Abneigung bis hin zur Feindschaft gegenüber Menschen der Personengruppen der Sinti und Roma (gegendert: Sinti*zze und Rom*nja). In Europa greifen die Bevölkerungsgruppen der Sinti*zze und Rom*nja auf eine über 600-jährige Geschichte zurück, welche geprägt ist von der diskriminierenden Fremdbezeichnung „Zigeuner“. So wurden sie über Jahrhunderte marginalisiert, ausgegrenzt und verfolgt, was im Völkermord (Porajmos) während des Nationalsozialismus gipfelte.

Heute sind Sinti*zze und Rom*nja eine in der Bundesrepublik anerkannte nationale Minderheit. Wenngleich auch die Geschichte des Antiziganismus bis in die Gegenwart verläuft und sich europaweit wieder immer öfter auch durch offene Gewalt äußert.

Die Fortbildung geht der (Entstehungs-)Geschichte des Antiziganismus in Europa nach und untersucht die „Zigeunerbilder“ in ihren Funktionen und Auswirkungen, besonders auf von Antiziganismus betroffene Menschen. Anhand deren werden praktische Angebote zur pädagogischen Vermittlung gemacht.

Die inhaltlichen Grundlagen thematisieren:

Rom*nja-Sprache und -Geschichte seit 1300 bis zur Gegenwart
Verfolgungsgeschichte, der Rom*nja-Holocaust (Porajmos), insbesondere aus Sicht von Überlebenden und der Widerstandsbewegung
Vorstellung des Methoden- und Praxishandbuchs des Projekts „Dikhen Amen“
Forumtheater: Einen antiziganistischen Vorfall sichtbar machen
Anmeldungen sind bis zum 27. Oktober 2020 per Mail oder telefonisch unter 0391.520 931 84 möglich. Alle Informationen sind hier zu finden.

Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V.
c/o Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt
Schönebecker Straße 82-84
39104 Magdeburg
Fon: 0391.520 937 31
Mail: schsn-nhltntzwrk-crgd
Web: www.netzwerk-courage.de

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Bleiberecht! Über das Recht zu bleiben angesichts der Aktualität von Antiziganismus und Ausgrenzung gegenüber Rom*nija auf dem Balkan

15.12.2020, 19:00 – 21:00 Uhr, Pavillon Hannover, Lister Meile 4, 30159 Hannover

Im Rahmen der Ausstellung „Signum Mortis“ wird am 15.12.2020, 19 Uhr das ‚Roma Center Göttingen‘ zur aktuellen Situation von Rom*nija sowohl auf dem Balkan als auch hier referieren. Anhand exemplarischer Lebensrealitäten werden anhaltende antiziganistische Diskriminierungen aufgezeigt.

Kämpfe ums Bleiberecht derer, denen die Zuflucht nach Deutschland gelang, werden angesichts der Aktualität der Ausgrenzung sowie der fortdauernden Ignoranz gegenüber dieser Form der Diskriminierung im Mittelpunkt stehen.

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Vergangene Veranstaltungen

Bundeskongress Stark gegen Antiziganismus – Engagiert auf der lokalen Ebene!

23.10.2020, 14:00 bis 23.10.2020, 19:00,  Jugendgästehaus Hauptbahnhof, Lehrter Straße 68, 10557 Berlin

Am 23. Oktober lädt das Bildungsforum gegen Antiziganismus zu seinem diesjährigen Bundeskongress ein. Dabei wird uns die Frage beschäftigen, wie das Engagement gegen Antiziganismus im ländlichen Raum ausgebaut und gestärkt werden kann. In den letzten Jahren wurden vielversprechende Schritte unternommen, um Antiziganismus als gesamtgesellschaftlichem Problem angemessen zu begegnen. Die Bundesregierung berief eine unabhängige Kommission, die momentan Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung von Antiziganismus erarbeitet. Zudem wurde die Förderung von Initiativen und Projekten, die sich gegen diese spezifische Form des Rassismus engagieren, durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fest verankert. Um die Arbeit gegen Antiziganismus weiter auszubauen ist es auch von Bedeutung, Initiativen fernab großer Städte und Ballungsräume zu stärken und zu vernetzen.

PROGRAMM

14.00 Uhr Ankommen, Begrüßung von Romani Rose / Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und RomaGrußwort von Sandra Viehbeck / Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (angefragt)
14.40 Uhr Inhaltlicher Impulsvortrag
Emran Elmazi / Leiter des Bildungsforums gegen Antiziganismus und Referatsleiter im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
15.00 Uhr Podiumsdiskussion: „Antiziganismus auf der lokalen Ebene begegnen – Herausforderungen, Bedarfe und Perspektiven“ mit
– Merdjan Jakupov / Amaro Drom
– Anja Reuss / Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
– Gjulner Sejdi / Romano Sumnal
– Nancy Strauss / Verein Deutscher Sinti Minden, Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!
16.45 Uhr Stark gegen Antiziganismus – Einblicke in die Projektarbeit
Workshops mit
– EmpoR – Empowerment für Roma / Carmen e.V. – Düsseldorf
– Historisch-politisches Lernen in der Post-Migrationsgesellschaft: Sensibilisierung für Rassismus gegen
Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart / Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. – Berlin
– KogA »Kompetenzstelle gegen Antiziganismus« / Stiftung niedersächsische Gedenkstätten – Celle
– Modellprojekt zur Sensibilisierung von Medienschaffenden für Antiziganismus / Amaro Foro e.V. – Berlin
– Remember – Erinnerung muss gelebt werden / NDC-Saar – Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. – Saarbrücken
– Roma in Society. Reloaded / Roma Center e.V. – Göttingen (angefragt)
– WIR SIND HIER! Bildungsprogramm gegen Antiziganismus / RomaTrial e.V. – Berlin
18.00 UhrResümee und Ausblick
Moderation Breschkai Ferhad / Bildungsforum gegen Antiziganismus

Der Kongress findet als Präsenzveranstaltung unter Wahrung der Hygiene- und Sicherheitsregeln statt. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, daher ist eine Anmeldungen bis zum 11. Oktober 2020 erforderlich. Schreiben Sie bitte an: berlin@sintiundroma.de. Es fallen keine Gebühren für die Tagung an. Die Reisekosten werden von den Teilnehmenden selbst getragen. Weitere Informationen zum Programm folgen bald.

Anmeldeschluss: 11.10.2020, 23:45

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Lokale Initiative und NS-Rassenpolitik Der Weg in den Völkermord — VERSCHOBEN

22. Oktober 2020 | 19.00 Uhr Foyer im Kunstquartier Hagen Museumsplatz 1 | 58095 Hagen

Aufgrund der dynamischen Entwicklung des Infektionsgeschehens wurde vom Veranstalter beschlossen, die Veranstaltung zu verschieben.

Vortrag von Dr. Karola Fings, Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar der Universität Heidelberg — Begleitprogramm zur Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“, 9. Oktober – 1. November 2020 im Kunstquartier Hagen

Für deutsche Sinti und Roma ist das Konzentrations- und Ver- nichtungslager Auschwitz-Birkenau der zentrale Erinnerungsort an den Völkermord. Auch aus Hagen wurden Kinder, Frauen und Männer im Jahr 1943 dorthin deportiert und ermordet. Während der Völkermord nach Jahrzehnten des Verdrängens und Verleug- nens mit dem 2012 in Berlin eingeweihten Denkmal stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt wurde, ist die Aufarbeitung seiner Vorgeschichte in vielen Städten nach wie vor ein „blinder Fleck“. Dabei waren es seit 1933 immer wieder lokale Initiativen, die die Radikalisierung der NS-Rassenpolitik vorantrieben. Auch wird erst in dieser Perspektive erkennbar, wer die Menschen wa- ren, die verfolgt und ermordet wurden. Am Beispiel verschiedener Städte – vor allem aus dem Rheinland und Westfalen – beleuchtet der Vortrag, wie lokale Akteure die Gruppe der Sinti und Roma stigmatisierten, erfassten und aus dem gesellschaftlichen Leben isolierten, und damit Wegbereiter des Völkermordes wurden.

Dr. Karola Fings ist Historikerin und leitet seit Juli 2020 das Projekt „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“ an der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Veröffentlichungen u. a.: zus. mit Ulrich F. Opfermann (Hrsg.), NS-Zigeunerverfolgung im Rhein- land und in Westfalen. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung, Paderborn u.a. 2012; Sinti und Roma. Geschichte einer Minder- heit, 2. Aufl., München 2019; Kuratorin von „Voices of the Victims“ (Zeugnisse von Sinti und Roma aus der Zeit der Verfolgung aus 20 Ländern Europas, erschienen 2019), in: https://www.romarchi- ve.eu/de/voices-of-the-victims/.

Die maximale Besucher*innenzahl ist aufgrund der Corona- Schutzverordnung auf 70 Personen begrenzt. Wir bitten daher um eine Anmeldung zur Veranstaltung bis zum 19.10.2020. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung bei: Anja Kuhlmann | Telefon: 02331 207 2740 E-Mail: anja.kuhlmann@stadt-hagen.de

Antiziganismus im Fußball und in Fan-Kulturen

17.10.2020 von 13.00 bis 15.00 Uhr; Onlinevortrag

Gemeinsam mit Ballspiel.vereint und der Nordstadtliga, Referent Pavel Brunssen.

Fans rufen „Zick, Zack, Zigeunerpack!“, beschimpfen den anderen Verein und seine Fans als „Zigeuner“. Bei allem Engagement gegen Diskriminierung von Fans, Vereinen und Verbänden sind dies nach wie vor alltägliche Phänomene in und um die Stadien. Die Sensibilisierung und Wahrnehmung für antiziganistische Vorfälle ist äußerst gering – eine Problematisierung bleibt zumeist aus. Dabei ist Antiziganismus ein weit verbreitetes Ressentiment: 2006 gaben in einer Repräsentativumfrage des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mehr als drei Viertel der befragten Sinti und Roma an, schon häufiger diskriminiert worden zu sein.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 stimmen mehr als die Hälfte der Deutschen antiziganistischen Aussagen zu. Pavel Brunssen thematisiert in diesem Vortrag, wie Antiziganismus in und um die Fußballstadien auftritt und wahrgenommen wird, welche Funktion Antiziganismus in der Gesellschaft innehat und welche Spezifik des Antiziganismus es im Kontext Fußball gibt.

Pavel Brunssen promoviert am Department of Germanic Languages and Literatures der University of Michigan. Seine Forschungsschwerpunkte sind Antiziganismus, Antisemitismus, und Fußballfankulturen. Zu diesen Themen veröffentlichte Pavel in verschiedenen Sammelbänden, Magazinen sowie Zeitungen und hielt Vorträge auf internationalen Konferenzen. Von 2012 bis 2017 war er Herausgeber und Chefredakteur von „Transparent‘, einem Magazin für Fußball und Fankultur.

Im September 2017 veröffentlichte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sein Gutachten zum
Film „Nellys Abenteuer“ welches Teil des Anstoßes einer öffentlichen Debatte über Antiziganismus im Film war.

Der Vortrag wird live aus dem BVB-Lernzentrum über die Plattform „Zoom“ gestreamt.
Einwahllink nach Anmeldung unter: termine@bvb-lernzentrum.de

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Film: „Roma: Bürger zweiter Klasse?“

Mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema Antiziganismus am 12. Oktober 2020 | 19.00 – 21.30 Uhr Kulturzentrum Pelmke Hagen Pelmkestr. 14 | 58089 Hagen — Begleitprogramm zur Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ 9. Oktober – 1. November 2020 im Kunstquartier Hagen

Der Dokumentarfilm zeigt die strukturellen Mechanismen und vielfältigen Dimensionen des Antiziganismus in Europa auf und beleuchtet das Versagen und die Verantwortung von staatlichen Institutionen. Warum begegnen viele Menschen gerade dieser Minderheit mit so viel Ressentiment und Misstrauen? Die Filme- macher gehen in ganz Europa der Frage nach, weshalb sich Kli- schees und Vorurteile gegen Sinti und Roma bis heute hartnäckig halten. Politische Fehlentscheidungen, Populismus und Rassis- mus – die Geschichte der Sinti und Roma steht symptomatisch für ein Problem, das ganz Europa betrifft.
Länge des Films: ca. 90 Min.

Im Anschluss an den Film wird es eine Podiumsdiskussion zum Themenkomplex Antiziganismus und Rassismus gegen Sinti und Roma geben, an der Drita Jakupi und Dotschy Reinhardt teil- nehmen. Drita Jakupi ist eine albanische Romni (Ashkali), die von 2017 bis 2018 als Projektkoordinatorin für die Stiftung Denkmal der ermordeten Juden Europas tätig war. Sie zeichnete hier für das Sinti und Roma- Denkmal mit der Konferenz EveryDay is RomaDay verantwortlich. 2018 war sie Projektleiterin für die Stadt Dortmund und hat das Konzept Haus europäischer Roma im Ruhrgebiet ent- worfen. Seit 2019 arbeitet Drita Jakupi als systemische Familien- und Traumatherapeutin für das Jugendamt Duisburg-Ruhrort.

Dotschy Reinhardt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Doku- mentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Sie engagiert sich seit Jahren gegen die Diskriminie- rung von Sinti und Roma und tritt für die Gleichberechtigung der Minderheit ein. Zudem ist Dotschy Reinhardt als erfolgreiche Musikerin mit vier veröffentlichten Alben und Autorin zweier Bücher seit Jahren ein fester Teil der deutschen Kulturlandschaft. Mit„Gypsy. Die Geschichte einer großen Sinti-Familie“ debütierte sie 2008 als Autorin, 2014 erschien ihr zweites Buch„Everybody ́s Gypsy“, welches sich mit dem Einfluss der vermeintlichen Gypsy- Stereotype auf die Popkultur befasst.

Die maximale Besucher*innenzahl ist aufgrund der Corona- Schutzverordnung auf 40 Personen begrenzt. Wir bitten daher um eine Anmeldung zur Veranstaltung bis zum 08.10.2020. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung bei: Björn Bauernfeind | Telefon: 02331 207 3963 E-Mail: bjoern.bauernfeind@stadt-hagen.de

Online-Schulung: „Antiziganismus erkennen und begegnen“

10.10.2020
Ein mehrtägiges Angebot der Landeszentrale für politische Bildung und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Eine Anmeldung ist notwendig.

In der digitalen Weiterbildungsmaßnahme für pädagogische Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Jugend- und Bildungsarbeit setzen sich die Teilnehmenden mit Rassismus und institutioneller Diskriminierung im Allgemeinen, Antiziganismus im Besonderen sowie der eigenen Berufsrolle auseinander. Organisiert und durchgeführt wird das Angebot von der Landeszentrale für politische Bildung und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Ziel ist es, im eigenen beruflichen und privaten Alltag Diskriminierungen von Sinti*ze und Rom*nja erkennen und ihnen kompetent und sicher begegnen zu können. Im Mittelpunkt steht zum einen die Vertiefung einer selbstreflexiven und diskriminierungssensiblen pädagogischen Haltung, zum anderen werden die Teilnehmenden ermutigt, Ideen und Konzepte zu entwickeln, um Antiziganismusprävention in die eigene pädagogische Arbeit thematisch zu integrieren.

Hierfür wechseln sich digitale Präsenzphasen und Selbstlernphasen ab. Die Reihe startet am Samstag, 10. Oktober 2020. Eine Teilnahme an allen Seminaren und Workshops sowie die eigenständige Vorbereitung auf die Blockveranstaltungen werden vorausgesetzt. Alle Personen erhalten nach ihrer erfolgreichen Teilnahme ein Zertifikat.

Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Eine Anmeldung per E-Mail an Regina Bossert, Leiterin der LpB-Außenstelle Heidelberg, ist notwendig (regina.bossert@lpb.bwl.de). Ihre Ansprechpartnerin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist Dinah Wiestler (TRANSFER TOGETHER).

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Gekonnt handeln – gegen Antiziganismus

Methoden- und Reflexionsseminar zur kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus, 08.10.2020, von 13:00 bis 17:00

Sie sind in der politischen Bildung aktiv? Sie beschäftigen sich in Ihrem Arbeitskontext (auch) mit Antiziganismus? Und Sie sind auf der Suche nach einem fachlichen Diskurs, wie zu dem Thema gearbeitet werden kann und welche erprobten Methoden eine vertiefte Auseinandersetzung ermöglichen? Dann bewerben Sie sich für unser Online-Seminar!

Im Mittelpunkt dieses Methoden- und Reflexionsseminar stehen die in der Handreichung „Gekonnt handeln: Kritische Auseinandersetzung mit Antiziganismus“ (2020) veröffentlichten Aktivitäten – ein ‚Best Of‘ der von Praktikerinnen und Praktikern erfolgreich eingesetzten Methoden. Leitend wird dabei die Frage sein: Wie kann ich wann mit ihnen arbeiten. Diskutiert und erprobt werden soll aber auch, wie sich ausgewählte Methoden für die Arbeit im digitalen Raum umsetzen lassen.

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der schulischen und außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung sowie aus pädagogisch arbeitenden Projekten, Vereinen, Verbänden, Initiativen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antiziganismus

Die Zugangsdaten zu einer Online-Plattform werden mit der Bestätigung der Anmeldung übermittelt.
Veranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung

Nähere Infos und Anmeldung

Aktiv gegen Antiziganismus

06.10.2020, 16 – 19.30 Uhr,  online

Workshops Phase I 16:15 Uhr
„Lasst uns sprechen… über Vorurteile!“
Deutsche Sinti und Roma sind die größte anerkannte nationale Minderheit in Europa. Und doch werden sie weiterhin fast überall ausgegrenzt, diskriminiert oder sogar verfolgt. In diesem Workshop wollen wir uns mit Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Sinti und Roma beschäftigen. Dabei lernen wir mehr über die Geschichte und die Gegenwart dieser Ausgrenzung und erfahren etwas darüber, wie Vorurteile funktionieren, was Diskriminierung und Ausgrenzung bedeuten und was das alles mit uns selbst zu tun hat. Wichtig ist dabei, Fragen offen zu stellen und zu diskutieren. Dabei lernen wir gemeinsam, unseren Blickwinkel zu verändern, Vorurteile abzubauen und uns gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen, und, wie gesellschaftliche Teilhabe von Sinti und Roma aussehen kann. Darüber sprecht Ihr mit zwei jungen Roma.

Ajriz Bekirovski und Advija Bekirovska, Amaro Drom e.V., Berlin

„Jenseits eines Vorurteils“
Anti-. Anti- was?“ – fragende Blicke…. Das zeigt: Wir wissen noch zu wenig über die Diskriminierungsform Antiziganismus. Die meisten Menschen kennen zwar den Begriff nicht, wohl aber stereotype Darstellungen, die Teil von Antiziganismus sind. In diesem Workshop wird es um Information, spielerische Aneignung des Themas, und schließlich um ein Argumentationstraining anhand von Beispielen für typische Bilder gehen – die Ihr auch gerne selber „mitbringen“ könnt.

Julian Harm und Judith Pendzialek, Arbeitsstelle Antiziganismusprävention, Päd. Hochschule Heidelberg

Workshops Phase II 18:00 Uhr
„Ausgrenzung damals – Ausgrenzung heute“
Petra Rosenberg liest aus den Erinnerungen ihres Vaters Otto Rosenberg, der im Alter von 16 Jahren nach Auschwitz deportiert wurde und als einziger von elf Geschwistern überlebte. Danach habt Ihr die Möglichkeit für den Austausch von Argumenten und Erfahrungen im Umgang mit aktuellen und Jahrhunderte alten Vorurteilen und Anfeindungen gegenüber Sinti und Roma.

Petra Rosenberg, Landesverband Deutscher Sinti und Roma e.V., Berlin

Antiziganismus in Film und Fernsehen
Durch Film und Fernsehen werden häufig antiziganistische Stereotype reproduziert. In manchen Filmen ist dies offensichtlich, in anderen Fällen braucht es fundiertes Wissen über tradierte Vorurteile, um die filmische Struktur zu durchschauen. Mittlerweile gibt es jedoch auch positive Gegenbeispiele, bei denen Minderheitsangehörige selbst über die Darstellung von Sinti und Roma in Filmen entschieden. So entstehen nicht nur Filme über, sondern auch von Sinti und Roma. Dieser Workshop beschäftigt sich mit verschiedenen Darstellungen von Sinti und Roma in Film und Fernsehen, hinterfragt häufig verwendete filmische Mittel und Rollen und setzt den reproduzierten Stereotypen differenzierte filmische Bearbeitungen entgegen.

Carmen Marschall-Strauss, Elisabeth Simon und Tobias von Borcke, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Berlin

Plattform: Zoom

Max. Teilnehmenden-Zahl: pro Workshop 20 Personen

Anmeldeschluss: 05.10.2020

Nähere Infos., auch zur Anmeldung

Romanes ist nicht Rumänisch

Wissenswertes und Handlungsempfehlungen für die soziale Arbeit mit Rom*nja

30. September 2020 14:00 Uhr – 30. September 2020 17:00 Uhr; Online-Seminar via Zoom

Bei der Diskussion um Einwanderung aus Südosteuropa stehen Rom*nja häufig besonders im Fokus. Welche Geschichte steckt hinter ihrem Weg nach Deutschland – vor allem aus dem Herkunftsland Rumänien? Das Online-Seminar gewährt einen Einblick in die soziale Situation in Rumänien, aber auch einen kurzen historischen Überblick zu den Roma in Südosteuropa im Allgemeinen und in Rumänien im Speziellen. Kritisch hinterfragt werden sollen Anknüpfungspunkte und Lösungsstrategien im Herkunftsland sowie die Rolle Europas und seiner Förderpolitik in der Region.

Hauptschwerpunkt des Vortrags und der anschließenden Fragerunde bildet jedoch der Blick auf die Situation in Deutschland: Mit dem Ziel der Orientierung und Differenzierung bietet das Online-Seminar Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen, Kommunalpolitiker*innen und anderen Fachpersonen hilfreiches Backgroundwissen im Umgang mit der Zielgruppe an die Hand und stellt rassismuskritische Empowermentarbeit als Lösungsansatz vor.

Referent Merfin Demir ist Gründer und Landesgeschäftsführer von Terno Drom e.V. Sein Arbeitsschwerpunkt ist rassismuskritische Empowermentarbeit mit jungen Rom*nja und ihren Familien. Für die Studie zu Rassismuserfahrungen von Rom*nja und Sinti*zze im Auftrag der Unabhängigen Kommission Antiziganismus ist er als freier Mitarbeiter der Alice Salomon Hochschule tätig.

Die Teilnahme erfolgt via Zoom; eine E-Mail mit Ihren persönlichen Zugangsdaten erhalten Sie rechtzeitig vor Seminarbeginn.

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RomArchive – Das Digitale Archiv der Sinti und Roma

RomnoKher Mannheim, B7 16, 68159 Mannheim, Vortrag von André Raatzsch, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, macht Künste, Kulturen und Geschichte der Sinti und Roma sichtbar und veranschaulicht ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte. Durch von Sinti und Roma selbst erzählte Gegengeschichten schafft RomArchive auch eine im Internet international zugängliche, verlässliche Wissensquelle, die dem verbreiteten Antiziganismus mit Fakten begegnet.

Rom Archive wurde 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt und befindet sich in der Trägerschaft des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Der Vortrag stellt die unterschiedlichen Archivbereiche vor und skizziert die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, vor denen RomArchive steht.

Dieser Abend ist Teil der Veranstaltungsreihe „Du sollst Dir ein Bild machen! Über Völkermord, Erinnerung und Widerstand“, die in Kooperation mit zeitraumexit  von 17. September bis 10. Oktober 2020 durchgeführt wird, in Zusammenarbeit mit OFF//Foto Festival und als Teil der einander.Aktionstage 2020

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Bundeskongress Stark gegen Antiziganismus – Engagiert auf der lokalen Ebene!

23.10.2020, 14:00 bis 23.10.2020, 19:00, Jugendgästehaus Hauptbahnhof, Lehrter Straße 68, 10557 Berlin

Am 23. Oktober lädt das Bildungsforum gegen Antiziganismus zu seinem diesjährigen Bundeskongress ein. Dabei wird uns die Frage beschäftigen, wie das Engagement gegen Antiziganismus im ländlichen Raum ausgebaut und gestärkt werden kann. In den letzten Jahren wurden vielversprechende Schritte unternommen, um Antiziganismus als gesamtgesellschaftlichem Problem angemessen zu begegnen. Die Bundesregierung berief eine unabhängige Kommission, die momentan Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung von Antiziganismus erarbeitet. Zudem wurde die Förderung von Initiativen und Projekten, die sich gegen diese spezifische Form des Rassismus engagieren, durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fest verankert. Um die Arbeit gegen Antiziganismus weiter auszubauen ist es auch von Bedeutung, Initiativen fernab großer Städte und Ballungsräume zu stärken und zu vernetzen.

Denn auch in kleineren Städten und im ländlichen Raum führen antiziganistische Vorurteile zu Ausgrenzung und Diskriminierung. Zivilgesellschaftliche Träger und Akteur_innen sehen sich hier mit anderen Herausforderungen und Strukturen konfrontiert, die ein kontinuierliches Engagement gegen Antiziganismus erschweren und andere Handlungsweisen erfordern als in Ballungsgebieten und Großstädten. Zudem fehlt bisher ein systematisches Monitoring, das einen Überblick über Dimensionen, Formen und Mechanismen antiziganistischer Diskriminierung und Gewalt gibt. Gerade im Hinblick auf das allgemeine Erstarken rechtspopulistischer Tendenzen braucht es neben einer kontinuierlichen Dokumentation antiziganistischer Vorfälle eine starke Sichtbarkeit und Vernetzung aktiver Personen und Initiativen. Daher möchten wir im Rahmen des Bundeskongresses die Möglichkeit schaffen, miteinander in Kontakt zu treten und sich über Möglichkeiten auszutauschen, Antiziganismus auch im ländlichen Raum effektiv entgegenzutreten.

Der Kongress findet als Präsenzveranstaltung unter Wahrung der Hygiene- und Sicherheitsregeln statt. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, daher ist eine Anmeldungen bis zum 11. Oktober 2020 erforderlich. Schreiben Sie bitte an: berlin@sintiundroma.de. Es fallen keine Gebühren für die Tagung an. Die Reisekosten werden von den Teilnehmenden selbst getragen. Weitere Informationen zum Programm folgen bald.

Der Bundeskongress »Stark gegen Antiziganismus« wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Interner Link»Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Anmeldeschluss: 11.10.2020, 23:45

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Verleihung des Kultur- und Ehrenpreises der Sinti und Roma 2020 an Ingeborg Geddert und Magdalena Guttenberger.

21. September @ 19:0020:00, Schwörsaal im Waaghaus, Marienplatz 28, 88212  Ravensburg,

Seit 2014 vergibt der VDSR-BW den Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma für besondere Verdienste in den Bereichen Kultur, Bildung und Bürgerrechte. Mit dem Staatsvertrag in Baden-Württemberg erfahren Sinti und Roma Anerkennung auf Augenhöhe. Doch Sinti und Roma sind auch immer noch „die am stärksten diskriminierte Minderheit Europas“ (Ministerpräsident Winfried Kretschmann). Das Engagement für Sinti und Roma, für ihre gleichberechtigte Teilhabe in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur, bleibt eine unverzichtbare Aufgabe. Dieses Engagement, sowohl von Menschen mit als auch ohne Romani-Background, will der VDSR-BW mit diesem Preis auf besondere Weise öffentlich würdigen. Die Preisverleihung findet immer am Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung von Sinti und Roma auf dem Territorium des heutigen Deutschland (20. September 1407 in Hildesheim) statt. Die Preisträgerinnen und Preisträger unseres Kultur- und Ehrenpreises kommen nicht nur aus dem Südwesten, sondern haben sich in ganz Deutschland und Europa für die Minderheit eingesetzt.

Am 21. September, werden in Ravensburg die Preisträgerinnen im Bereich Bildung ausgezeichnet, Ingeborg Geddert und Magdalena Guttenberger.

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Verleihung des Kultur- und Ehrenpreises der Sinti und Roma 2020 an Soraya Post

20. September 2020 um 17:00 bis 18:00 Uhr in RomnoKher Mannheim, B7 16, 68159 Mannheim.

Der VDSR-BW  den diesjährigen Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma an die Romani-Bürgerrechtsaktivistin, Feministin, Politikerin und das ehemalige Mitglied des Europäischen Parlaments, Frau Soraya Post aus Schweden.

Um Voranmeldung per E-Mail unter info@sinti-roma.com oder telefonisch unter 0621 911091 00 wird gebeten.

Während der Veranstaltung gilt das Hygienekonzept aufgrund der COVID-19-Pandemie.

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„Gott hat mit mir etwas vorgehabt!“ Erinnerungen einer Deutschen Sinteza – Ein Abend für Zilli Schmidt

Film und Lesung mit der Schauspielerin Carmen Yasemin Zehentmeier, 18. September, 19:00 – 21:00 Uhr, RomnoKher Mannheim, B7 16 , 68159 Mannheim

Die Sintezza Zilli Schmidt wurde 1924 in Thüringen geboren und lebt heute in Mannheim. Im nationalsozialistischen Deutschland überlebte sie das Vernichtungslager Auschwitz, wo fast ihre gesamte Familie ermordet wurde. Aus dem Konzentrationslager Ravensbrück gelang ihr im Februar 1945 die Flucht. Sie ist heute eine der Letzten, die als Erwachsene den Völkermord an den Sinti und Roma Europas überlebt hat und davon Zeugnis ablegen kann. Vor wenigen Monaten erschienen ihre Lebenserinnerungen „Gott hat mit mir etwas vorgehabt!“ Erinnerungen einer Deutschen Sinteza in der Buchreihe der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Auf Gesprächen mit Zilli Schmidt beruht der für die Buchpremiere entstandene Film „… die bringen nur die Verbrecher weg“ von Hamze Bytyci, eine Koproduktion von RomaTrial und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Dieser Abend ist Teil der Veranstaltungsreihe „Du sollst Dir ein Bild machen! Über Völkermord, Erinnerung und Widerstand“, die in Kooperation mit zeitraumexit  von 17. September bis 10. Oktober 2020 durchgeführt wird, in Zusammenarbeit mit OFF//Foto Festival und als Teil der einander.Aktionstage 2020.

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Antiziganismus und Fremdenfeindlichkeit

Donnerstag, 17. September, um 17:00 Uhr, Informationsveranstaltung, Stadthaus in Bergen

Angehörige der Roma leben seit langem in Bergen, viele von ihnen pendeln zwischen Bergen und Rumänien. Die Experten Silvano Franz (Verein Europäischer Roma Deutschland e.V.) und Deniz Petrovic (Amaro Drom e.V.) berichten zu unterschiedlichen Fragestellungen, wie: Wer sind Roma? Welche Geschichte haben sie? Welche Rolle spielt die Geschichte für das heutige Zusammenleben zwischen Roma und Nicht-Roma? Wie kann Integration gelingen?

Aufgrund der geltenden Abstandregelungen müssen sich alle Teilnehmer im Vorfeld anmelden. Anmeldungen nimmt Leyla Ferman per E-Mail (leyla.ferman@bergen-online.de) oder Telefon (05051- 479-81) bis Dienstag, 15. September entgegen.

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

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Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

In Kooperation mit dem Caritasverband Remscheid e.V. lädt der Verein Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V. recht herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit der deutschen Sinti und Roma“ am 11. September um 12.00 Uhr in die Gedenk- und Bildungsstätte. Ähnlich wie bei den vom Verein Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V. in der Vergangenheit gezeigten Wanderausstellungen, haben wir auch diesmal Recherchen zu der in der Ausstellung thematisierten, von den Nationalsozialisten verfolgten Opfergruppe in Remscheid und Umgebung betrieben. Erste Ergebnisse präsentieren wir in unserer Ausstellung „Ausgegrenzt- Ausgeliefert -Ausgelöscht“.

Zur Eröffnung wird neben Vertretern des Caritasverbandes Remscheid und unseres Vereins auch Roman Franz das Wort ergreifen:, der Vorsitzende des LV Deutscher Sinti und Roma NRW, Leiter der sozialen Beratungsstelle und Vorstandsmitglied im Zentralrat sowie im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Dr. Stephan Stracke, Historiker, Verein zur Erforschung der Sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.

Die Schriftstellerin und Erzählerin Bluma Meinhardt, gebürtige Remscheiderin, wird neben ihren musikalischen Beiträgen mit der Band „Romeny Jag“  ebenfalls zu den Gästen sprechen. Ihr Vater musste in Auschwitz mithelfen, die Gaskammern zu bauen, wo seine Mutter mit sieben Kindern ermordet wurden. Seine kleinste Schwester Melitta war erst zwei Tage alt.

Im Anschluss an die Eröffnung wird gegen 13.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung angeboten (gemäß der geltenden Coronarichtlinie). Wir bitten, einen Mund-Nasenschutz zu tragen, den Sie nach der Begleitung zu Ihrem Sitzplatz an Ort und Stelle während der Veranstaltung abnehmen können. Bitte lassen Sie uns per Mail an info@gub-pferdestall.de„>info@gub-pferdestall.de  bis zum 31. August wissen, ob und mit wie vielen Personen Sie an der feierlichen Eröffnung teilnehmen möchten.

Auf der Website des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma heißt es u.a.: „Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurden die NS-Verbrechen an Roma und Sinti über Jahrzehnte hinweg beschwiegen und die Überlebenden erneut ausgegrenzt und ins Abseits gedrängt. Dem Engagement der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es zu verdanken, dass sich daran etwas geändert hat. Mit aufsehenerregenden Aktionen wie etwa dem Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1980 verschafften sich die in der Bürgerrechtsbewegung Engagierten Gehör. 1982 erkannte Helmut Schmidt als erster deutscher Spitzenpolitiker den rassistisch motivierten Völkermord an Sinti und Roma als solchen an… Der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es gelungen, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten. Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ersten Mal Thema einer eigenen Ausstellung: Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und weniger bekannte Ereignisse. Die Ausstellung leistet damit einen wertvollen Beitrag zur überfälligen Beschäftigung mit diesem Kapitel deutscher und europäischer Zeitgeschichte. In Anbetracht eines bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und der schwierigen Lage von Sinti und Roma in vielen Ländern Europas handelt es sich um die historische Einbettung eines sehr aktuellen Themas. Das Eintreten für Gleichberechtigung und Menschenrechte, von dem die Ausstellung berichtet, ist bis heute notwendig.“

Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall e.V. Remscheid, Martin-Luther-Straße 61, 42853 Remscheid

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Latcho Dives – das 1. Leipziger Kulturfestival der Roma und Sinti: Über die Rolle der Roma und Sinti im Kampf gegen Rassismus

Podiumsdiskussion im Ariowitsch-Haus (Saal), Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig

Am Mittwoch, den 9. September, 19 Uhr diskutieren Sonja Kosche, Romaaktivistin aus Berlin, der Geschäftsführer von Amaro Drom e.V., Merdjan Jakupov und Gjulner Sejdi, der Vorsitzende des Romano Sumnal e.V. Leipzig im Ariowitsch-Haus über die Rolle der Roma und Sinti im Kampf gegen Rassismus. Es wird insbesondere um den Beschluss des Bundestags aus dem vergangenen Jahr gehen, eine Antiziganismuskomission einzurichten.

Was konnte der Beschluss bis heute bewirken? Wo steht der Freistaat Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern im Kampf gegen den Rassismus? Diese Fragen betreffen das tagtägliche Leben von Roma und Sinti in Sachsen, die in dieser Podiumsdiskussion verständlich gemacht werden sollen.

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1. Leipziger Kulturfestival der Roma und Sinti . Dokumentarfilm: Der zerbrochene Klang

8.9.2020, 19 Uhr, Cinémathèque Leipzig in der naTo; Karl-Liebknecht-Straße 46, 04275 Leipzig

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebten jüdische und Roma-Musikerfamilien in Bassarabien/Südosteuropa zusammen, heirateten untereinander und musizierten gemeinsam. Diese jüdischen Klezmer- und Roma-Lautar-Musiker*innen formten eine einzigartige Musikkultur, die durch den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Siebzig Jahre später begeben sich 14 international bekannte Musiker*innen aus aller Welt auf eine Reise in diese Vergangenheit. Doch was als musikalische Suche nach dem zerbrochenen Klang beginnt, führt völlig unerwartet zu einer sehr schmerzlichen Erforschung der eigenen Identität und ihrer Stellung als Jüd*innen und Roma inner- und außerhalb Europas.

Zu Gast: Regisseurin Yvonne Andrä

Tickets können online gekauft oder reserviert werden: https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservierte Tickets müssen bis 20 Minuten vor Filmbeginn abgeholt werden. Besucher*innen mit Gutscheinen reservieren bitte ebenfalls online. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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Eberstädter Projekttage gegen Antiziganismus 2020

Montag 31. August 2020 – Montag 26. Oktober 2020 Haus der Vielfalt, Jugendzentrum Go In, Kirnbergerstraße 12, 64297 Darmstadt

Auch in diesem Herbst stellt das Eberstädter Bündnis gegen Antiziganismus wie in den beiden Vorjahren 2018 und 2019 wieder verschiedene Veranstaltungen im Darmstädter Süden auf die Beine: Zu den Eberstädter Projekttagen gegen Antiziganismus 2020 möchte der Verband deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen herzlich einladen.

Die Veranstalter werden versuchen, die Veranstaltungen unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregelungen, die die Corona-Zeit erforderlich machen, in analoger Form durchzuführen. Je nach Situation werden sie die Veranstaltungen alternativ in digitaler Form durchführen oder verschieben bzw. absagen. Auch sollen einige Veranstaltungen gegebenenfalls zusätzlich auf Video aufgezeichnet und übertragen werden.

Mo, 31. August 2020, 18 Uhr: Antiziganismus – Bedeutung für Pädagogik und Schule. Vortrag mit Dr. Markus End und Elisa Schmidt. Offen für alle Interessierten aus Eberstadt und Umgebung.

Di, 1. September 2020, 9 bis 17 Uhr: Multiplikator*innen-Workshop zu Alltagsrassismus, insbesondere Antiziganismus mit Dr. Markus End und Elisa Schmidt. Der Workshop richtet sich an Fachkräfte in der pädagogischen Arbeit, insbesondere SozialpädagogInnen, ErzieherInnen und Lehrkräfte an Schulen und in der Kinder- und Jugendarbeit.

Fr, 25. September 2020, 14 Uhr: Vorstellung des Berufsbildungsprojekt des Fördervereins Roma e.V. Frankfurt. Vortrag von Silke Huropp. Offen für alle Interessierten aus Eberstadt und Umgebung, insbesondere Fachkräfte der pädagogischen Arbeit.

Mo, 26. Oktober 2020, 18 Uhr: Offener Abend und Eröffnung der mobilen Ausstellung des Landesverbandes „Der Weg der Sinti und Roma“ im Jugendzentrum Go-In. Die Ausstellung soll dort bis zum 8. November gezeigt werden.

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WEBINAR – ANTIZIGANISMUS – VERSTEHEN UND ENTGEGENWIRKEN

DIENSTAG, 25. AUGUST 2020, 14:00 BIS 16:30 UHR
ZOOM-WEBINAR – SIE ERHALTEN DEN LINK NACH ANMELDUNG

Roma und Sinti sind eine stark von Diskriminierung betroffene Bevölkerungsgruppe in Deutschland und Europa. Ablehnende Einstellungen und Ressentiments sowie offene Diskriminierung und Verfolgung sind weitverbreitet und schränken Teilhabe- und Lebenschancen der Menschen erheblich ein. Im Rahmen des Webinars wird die Geschichte des Antiziganismus sowie folgende Fragestellungen thematisiert:
Von Toleranz zur Anerkennung: Was genau ist „Anerkennung“?
Wieso soll man nicht mehr „Zigeuner“ sagen? Diskussion über Sprachsensibilität und politischer Korrektheit.
Wie achtsam sind wir in unserer Sprache und unseren Handlungen?
Wie sensitiv gehen wir mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur um?
Anschließend besteht die Möglichkeit für individuelle Rückfragen.
REFERENTIN: Mara Stone (Beratung, Coaching, Supervision)

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Verband deutscher Sinti & Roma – Landesverband Hessen: Film-Vorführung: Kampf um Anerkennung

Vortragsreihe des Verbandes deutscher Sinti & Roma –Landesverband Hessen am 21.08.2020 um 18:30 Uhr im Hoaschter Treff, Wald-Amorbacher-Straße 2 64747 Breuberg Neustadt

„Der Film thematisiert die politische Organisierung der deutschen Sinti und Roma seit 1979 und greift im Gespräch mit damaligen Akteurinnen und Akteuren wichtige Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit aus den letzten vier Jahrzehnten auf. Dazu gehören insbesondere die landesweite Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche und die Errichtung des Mahnmals für die deportierten Sinti und Roma in Wiesbaden Anfang der 90er Jahre.“

Aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus und entsprechender amtlicher Verordnungen kann die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden! Zur Einhaltung der Hygienevorschriften ist die Teilnehmer*innen-Zahl auf 20 Personen beschränkt! Bei Absage findet die Film-Vorführung ggf. als Webinar online statt. Die Veranstaltung wird zudem gefilmt und später online abrufbar sein.

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Feindseligkeiten gegen Roma und Sinti — Antiziganismus in Hamburg, Deutschland und Europa nach 1989

19.08.20, VHS-Zentrum Nord, Poppenhusenstraße 12, 22305 Hamburg (Barmbek), 6,- €, 6 – 8 Teilnehmende; Eine Kooperation mit dem Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V.,

Kursleitender Marko D. Knudsen bei der VHS seit 2018, seit 30 Jahren aktiver Roma Menschen- und Bürgerrechtler. Seit über 20 Jahre Mitglied des Vorstandes der Roma und Cinti Union e.V..
Gründer der Antiziganismusforschung (Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung e.V.) und Autor der kompletten Geschichte der Roma und Sinti.
Vorsitzender des Bildungsvereins der Roma zu Hamburg e.V..
Tätig als Schulsozialpädagoge für das ReBBZ Hamburg und Roma und Sinti Beauftragter.
Mitglied des Integrationsbeirates der Freien und Hansestadt Hamburg.

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»… die sind alle verbrannt worden.« – Erinnern an die Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau 1944

2. August, 21:00 – 22:00, Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, 10557 Berlin

Am 2. August 2020 jährt sich die »Liquidation des Zigeunerfamilienlagers« in Auschwitz-Birkenau zum 76. Mal. SS-Angehörige ermordeten in der Nacht auf den 3. August 1944 die über 4.000 verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern – zumeist als arbeitsunfähig eingestufte Frauen, Kinder und ältere Menschen.

PROGRAMM

Begrüßung
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Erinnerungssplitter
Sieben Passagen aus Zeitzeugenberichten zum 2. August 1944

Gegenwartssplitter
Drei Passagen aus aktuellen Meldungen zur Situation von Sinti und Roma in Europa

Musikalische Umrahmung
Yasin Kiran, Serkan Kaynarcali, Bekir Karaoglan

Lichtinstallation
Philipp Geist

Rezitation
Gedicht »Auschwitz« auf Deutsch, Englisch und Romanès

Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, am Brunnen des Denkmals Blumen niederzulegen. Bitte bringen auch Sie eine mit! Herzlichen Dank.

Die Anmeldung ist auf der Website der Stiftung Denkmal bis zum 01. August möglich.

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Virtuellen Gedenkveranstaltung anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma

Veranstaltungsort: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Więźniów Oświęcimia 20, 32-603 Oswiecim

Website der virtuellen Gedenkveranstaltung am 2. August 2020

Eine international hochrangige, virtuelle Gedenkveranstaltung für die 500.000 ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzten Europa steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Aktivitäten anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma am 2. August.

An diesem Tag erinnern wir an die letzten 4.300 Sinti und Roma, die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vor 76 Jahren – trotz ihres erbitterten Widerstands – von der SS ermordet wurden. Erst vor fünf Jahren wurde der 2. August vom Europäischen Parlament als Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma anerkannt.

Aufgrund der weltweiten Covid-19-Pandemie mussten der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Verband der Roma in Polen in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau die schwierige Entscheidung für ein virtuelles Gedenken treffen, da nur eine kleine Kranzniederlegung mit begrenzter Beteiligung in der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau stattfinden kann.

Ab dem 20. Juli 2020 wird die neue Website https://www.roma-sinti-holocaust-memorial-day.eu/ mit einem breiten Informationsangebot zum Thema verfügbar sein und die mehrsprachige Gedenkveranstaltung am 2. August 2020 einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich machen. Durch das virtuelle Gedenken wird darüber hinaus eine hohe Sichtbarkeit der lokalen Gedenkveranstaltungen in ganz Europa ermöglicht.

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Antiziganismus: Dem Rassismus gegen Sinti und Roma in Schule und Gesellschaft begegnen

Thomas Höhne und Roberto Paskowski

14.07.2020, 14:00-16:00 Uhr

Obwohl Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland leben, zeichnen sich die Einstellungen ihnen gegenüber oft durch Unwissenheit und teilweise offen geäußerte Ablehnung aus. Die spezifische Form des Rassismus gegenüber Sinti und Roma wird als Antiziganismus bezeichnet, dessen Geschichte von Vertreibungen und Entrechtung gekennzeichnet ist. Im Nationalsozialismus wurde der Antiziganismus zum Völkermord radikalisiert. Auch nach 1945 wurde die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma gesellschaftlich und institutionell fortgeführt. Aktuell zeigen sich die tradierten Ressentiments und Stereotype vor allem in der medialen Berichterstattung über die Arbeitsmigration aus Osteuropa.
Im Vortrag werden wir die Geschichte des Antiziganismus und seine Erscheinungsformen und Funktionen in der Gegenwart beleuchten. Wir wollen gemeinsam diskutieren wie dem Antiziganismus in Gesellschaft und Schule begegnet werden kann.

Roberto Paskowski ist Vorsitzender des Sinti Kultur- und Bildungsvereins Ingolstadt und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma in Bayern. Er ist seit Jahren in der Bürgerrechtsarbeit aktiv. Neben der Antidiskriminierungsarbeit bilden die Erinnerungsarbeit und die Soziale Beratung weitere Arbeitsschwerpunkte.
Thomas Höhne ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im bayerischen Landesverband. Er arbeitet dort als Bildungsreferent mit den Schwerpunkten „Bildungsarbeit gegen Antiziganismus“ und „Erinnerungspädagogik“. Zusammen mit Roberto Paskowski führt er Fortbildungen und Workshops für Lehrkräfte und Multiplikator*innen sowie Projekte zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland durch.

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„Zum Umgang der westdeutschen Justiz mit an der Roma-Minderheit begangenen NS-Verbrechen nach 1945. Das Sammelverfahren zum “Zigeunerkomplex” (1958-1970)

368. Montagslesung am 13. Juli 2020 von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr liest Dr. Ulrich Opfermann seinen Beitrag zu der Schrift „Zigeuner im Europa der Frühen Neuzeit” (Wien 2019) vor dem Büchereigebäude, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen, für die Eröffnung eines Quartierszentrums / Bürgerhauses mit städtischer Medienausleihe:

„Zum Umgang der westdeutschen Justiz mit an der Roma-Minderheit begangenen NS-Verbrechen nach 1945. Das Sammelverfahren zum “Zigeunerkomplex” (1958-1970) Es handelt sich um  einen Sachtext, der aus einem Gutachten resultiert, das Dr. Ulrich Opfermann für die Unabhängige Kommission Antiziganismus beim Bundesinnenministerium schrieb, und der – das Gutachten erweiternd, im kommenden Jahr als Buch erscheinen wird. Vorgestellt wird das Verfahren über einige exemplarische Textstellen, die auf die Akteure und den Verlauf eingehen.

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STEREOTYPE IM LANGZEITNARRATIV: KONTINUITÄTEN DES ANTIZIGANISMUS

Online-Podiumsdiskussion über Antiziganismus in der BRD und der DDR und seine heutige Aktualität anlässlich der Veröffentlichung des 7. Bandes der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ mit dem Schwerpunkt „Kontinuitäten“ am 09. Juli 2020 | 19:00 – 21:00 Uhr

Gäste:
Laura Hankeln | Historikerin Universität Heidelberg
Dr. Katharina Lenski | Historikerin, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Anja Reuss | Zentralrat der Sinti und Roma Deutschland
Moderation: Dr. Daniel Geschke | IDZ

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung bis zum 08.07.2020 an: veranstaltung(at)idz-jena.de erforderlich. Sie erhalten dann den Zugangslink. Die Veranstaltung findet statt ab 10 Teilnehmende. Die Teilnehmendenanzahl ist begrenzt.

Antiziganismus und die Verfolgung von Sinti und Roma in Hessen

03.07.2020 um 18:30 Uhr; Hoaschter Treff, Wald-Amorbacher-Straße 2, 64747 Breuberg Hainstadt

Vortragsreihe des Verbandes deutscher Sinti & Roma- Landesverband Hessen. Organisiert von der Jugendwerkstätten Odenwald e.V. Projekt „Lebensraum Kopfsteinpflaster – Wenn Unterschiedlichkeit verbindet“

In seinem Vortrag wird der Marburger Historiker Dr. Udo Engbring-Romang die lange Geschichte der Ausgrenzungen und Verfolgungen der Sinti und Roma darstellen. Kontinuitäten der Diskriminierungen der letzten 100 Jahre, der nationalsozialistische Völkermord und die Auseinandersetzungen über die Wirkungen und Nachwirkungen werden thematisiert. Grundlage der Ausgrenzungen, Diskriminierung und Verfolgungen war und ist der Antiziganismus, mit dem immer wieder Vorurteile, Stereotype und Ressentiments erstellt werden.
Dr. Udo Engbring-Romang ist Autor einer Reihe von Ausstellungen und Publikationen zum Thema, zuletzt: „Der Weg der Sinti und Roma. Wie ‚Zigeuner‘-Bilder und Vorurteile einen Völkermord möglich machen können.“ Marburg 2019

Hinweis:

Aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus und entsprechender amtlicher Verordnungen kann die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden! Zur Einhaltung der Hygienevorschriften ist die Teilnehmer*innen-Zahl auf 20 Personen beschränkt! Bei Absage findet der Vortrag als Webinar online statt. Die Veranstaltung wird zudem gefilmt und später online abrufbar sein.

Es laden ein: Sinti & Roma Hessen und JWO

Der Eintritt ist frei! Alle Interessenten sind herzlich willkommen!

Eine Anmeldung ist erforderlich und kann direkt im Büro erfolgen oder unter: Tel. 06165 – 4929956; Mail: lebensraum.kopfsteinpflaster@gmx.de

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Sinti und Roma im Konzentrationslager Dachau

Digitaler Live-Rundgang am  25.06.2020  | 16:00—17:00 Uhr. Die Live-Übertragung startet kurz vor 16 Uhr direkt auf unserer Facebookseite. Der Rundgang kann auch ohne Facebook-Konto angesehen werden.

Ab 1938 wurden Sinti und Roma in größerer Zahl in das KZ Dachau verschleppt. Hier standen sie in der Hierarchie der Häftlingsgesellschaft oft sehr weit unten und wurden beispielsweise besonders harten Arbeitskommandos zugeteilt. Der Rundgang von Steffen Jost, Leiter der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau, beleuchtet insbesondere das Schicksal von zwei großen Transporten, die am 24./25. Juni 1938 und am 28. Juni 1939 im KZ Dachau ankamen. Anhand von zahlreichen biografischen Beispielen, wird so am historischen Ort die Geschichte einer lange vergessenen Opfergruppe erzählt.

Unsere Digitalen Live-Rundgänge auf Facebook:

Obwohl die KZ-Gedenkstätte Dachau noch teilweise geschlossen bleibt und Rundgänge für Besuchergruppen derzeit nicht stattfinden können, gibt es die Gelegenheit, einen Blick auf das Gelände und seine Geschichte zu werfen. Bei Live-Rundgängen auf Facebook stellen wir in 45 Minuten ausgewählte Aspekte der KZ- und Gedenkstättengeschichte vor. Wir freuen uns auf zahlreiches Interesse und natürlich ganz besonders auf Kommentare und Fragen, die wir gleich live beantworten werden.

Die Teilnahme ist kostenlos und es gibt unbegrenzte Plätze.

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Webinar-Reihe „Rassismus und Diskriminierung“: Antiziganismus

Das Webinar findet am 25. Juni 2020 vom 17:00 bis 20:00 Uhr statt und beinhaltet folgenden Themen:

Teil 2. Antiziganismus (Referent: Mihael Ritter, Vorsitzender des Vereins Sinti und Roma Köln e.V.);
Teil 3. Antisemitismus (Referentin: Margarita Puris, Sozialpädagogin des Begegnungszentrums Porz der Synagogen-Gemeinde Köln)

Moderation: Lale Konuk, Kölner Verbund der Migrantenorganisationen (KVMO) e.V.

Das Webinar wird wieder im WebEx organisiert, sodass eine Anmeldung unter info@solibund.de bis 23.06.2020 erforderlich ist.

Veranstalter: Solibund e.V., Projekts samo.fa, Köln

Nähere Infos

Die Situation von Rom*nja in Zeiten von Corona

Bildungsstätte Anne Frank, Dienstag, 23. Juni, 18:30 – 20 Uhr.

Am 23.06. berichtet Romeo Franz beim 9. TuesdayTalk über die Situation von Rom*nja und Sinti*zze in Zeiten von Corona und Antiziganismus in Deutschland und Europa. Romeo Franz ist Europaabgeordneter für die Grünen, setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Sinti und Roma ein und engagiert sich gegen Antiziganismus. Die Corona-Pandemie verschärft die Situation von Sinti*zze und Rom*nja, besonders in Südost-Europa. Dort leben viele Angehörige der Minderheit in abgesonderten Vierteln unter ohnehin schwierigen ökonomischen und hygienischen Bedingungen. Während der Pandemie wurden diese Viertel teilweise abgeriegelt, wodurch sich die Missstände noch verschärften. Mit Romeo Franz sprechen wir über die gesellschaftlichen Ursachen des Antiziganismus und seine Folgen, die mitunter tödlich sind.

Die TuesdayTalks der Bildungsstätte
Die digitalen Talks laufen auf YouTube und werden moderiert von Adrian Oeser (Hessischer Rundfunk). Teilnehmer*innen können Fragen stellen und miteinander in den Austausch treten.

Zur Facebook Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/2827381794152487/
Als Stream auf YouTube:
https://youtu.be/VcNPS0-G5NE

„Antiziganismus“ – Blinder Fleck in Bezug auf Diskriminierung

6. Juni 2020 um 19:00 – 21:00, Online

Das Phänomen des Antiziganismus reicht weit bis in die Geschichte zurück. Im Nationalsozialismus wurden Menschen, die als „Zigeuner“ kategorisiert wurden, in Konzentrationslager deportiert und dort vernichtet. Stigmatisierungen, Homogenisierung sowie Gewalt sind für viele Sinti*zze und Rom*nja auch heute noch alltäglich. Laut polizeilicher Kriminalstatistik haben antiziganistische Straftaten in den letzten Jahren zugenommen und die Dunkelziffern scheinen weit höher – auch weil antiziganistische Straftaten erst seit 2017 gesondert erfasst werde. Vor allem im öffentlichen Raum wird immer noch wenig über Verfolgung und Ausgrenzung von Sinti*zze und Rom*nja gesprochen. Viele verstehen nicht einmal, was hinter den konstruierten Feindbildern oder gar dem Begriff des Antiziganismus steckt.

Gemeinsam mit Hamze Bytyci von RomaTrial, Markus End, Antiziganismusforscher und dem Bildungsforum gegen Antiziganismus wollen wir uns mit dieser Form der Diskriminierung auseinandersetzen. Welche Ideologie steckt dahinter, welche sozialen Auswirkungen hat Antiziganismus auf Betroffene? Welche Präventionsmaßnahmen und Bildungsangebote gibt es eigentlich? Dazu wollen wir aber auch die aktuelle Situation um COVID-19 nutzen, um darüber zu sprechen, mit welchen Restriktionen beispielsweise Rom*nja gerade in unterschiedlichen Regionen Osteuropas zu kämpfen haben. Denn ihre Siedlungen werden teilweise abgeriegelt und erhalten schlechten oder gar keinen Zugang zu medizinischen und hygienischen Maßnahmen. Hinzu kommt dass sie dafür verantwortlich gemacht werden, das Virus in eben diese Länder eingebracht und verbreitet zu haben.

*** Die Veranstaltung findet im Rahmen Digitales Festival Offenes Neukölln 2020 statt und wird aufgrund der momentanen Lage zu Covid-19 gestreamt. Unter folgendem Link geht es zum Livestream: https://www.youtube.com/watch?v=rmUE7pYv1fw ***

Gäste:
Uta Schleiermacher – taz-Journalistin (Moderation)
Dr. Markus End – Antiziganismusforscher an der TU Berlin
Hamze Bytyci – RomaTrial
N.N. – Bildungsforum gegen Antiziganismus

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Polizei und Antiziganismus: Staatliche Stigmatisierung von Sinti und Roma

04.06.2020, 18:00 – 20:00 Uhr, Vortrag von Anja Reuss vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Für Sinti und Roma gehören Anfeindungen zum Alltag. Auch bei Ermittlungsbehörden stehen sie bis heute unter Generalverdacht: Es steht zu befürchten, dass die Polizei in unterschiedlichen Bundesländern rechtswidrig Daten zu ethnischer Herkunft erhebt und veröffentlicht. In Pressemitteilungen der Polizei tauchen immer wieder Hinweise auf die ethnische Herkunft auf, vor allem bei Tatverdächtigen, seltener bei Opfern oder Zeug*innen. Die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma ist immer wieder gegen die diskriminierenden Praktiken der Polizei und ihrer fortgesetzten Sondererfassung vorgegangen. Aktuell auch in einem Fall in Berlin. Die Berliner Polizei hat in der Kriminalstatistik 2017 den Hinweis auf die Minderheitenzugehörigkeit veröffentlicht. Dass es rechtswidrig ist, wenn die Polizei die zugrunde liegenden Daten tatsächlich erhebt, ist unstreitig. Auch bei den Ermittlungen zu dem Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter 2007 lassen sich antiziganistische Muster in der Polizeiarbeit erkennen. Über zwei Jahre jagten die Ermittler ein Phantom aus dem „Zigeunermilieu“. Erst 2011 konnte der Mord dem NSU zugeordnet werden.
Warum ist es so gefährlich, ethnische Herkunft in Polizeidatenbanken zu erfassen? Wie tief sind antiziganistische Vorstellungen in der Polizei verhaftet und was für Konsequenzen hat es, sie in Berichterstattung zu erwähnen? Wann darf die Polizei überhaupt Daten zu ethnischer Zugehörigkeit erheben? Und wann tut sie es vielleicht trotz Verbots? Und mit welchen Methoden erhebt die Polizei die ethnische Herkunft?

Anja Reuss ist Politische Referentin des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der politischen Interessenvertretung der deutschen Sinti und Roma mit Sitz in Heidelberg. Als Dachverband setzt sich der Zentralrat auf nationaler und internationaler Ebene für eine gleichberechtigte Teilhabe von Sinti und Roma in Politik und Gesellschaft sowie für die Auseinandersetzung mit und Bekämpfung von Antiziganismus ein. Auf nationaler und internationaler Ebene arbeitet Anja Reuss schwerpunktmäßig zur vertiefenden Auseinandersetzung mit Antiziganismus und beschäftigt sich mit Datenerhebungen, NSU, Polizei, Racial Profiling, Hasskriminalität und Hate Speech. Sie hat an der HU Berlin Geschichte und Erziehungswissenschaft studiert. Als Historikerin forschte und publizierte sie zu NS-Verbrechen, Erinnerungspolitik, Migration und Minderheiten. 2015 erschien ihre Studie zu den Kontinuitäten der Stigmatisierung von Sinti und Roma in Deutschland nach 1945.

Der Vortrag findet online über Zoom statt. Du findest die Zugangsdaten und die Möglichkeit, Dich in die Teilnahmeliste einzutragen, in unserem WueCampus-Raum: https://go.uniwue.de/gsik-teilnahme

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Abtransport. Die erste Deportation deutscher Sinti und Roma ins besetzte Polen im Mai 1940

16. Mai 2020, 17 Uhr; Eine Gesprächsrunde zum 80. Jahrestag der Maideportationen von Sinti und Roma 1940

Am 16.Mai ist der 80. Jahrestag der Deportationen an Sinti und Roma 1940 – die „Generalprobe zum Völkermord“. Die geplante Gedenkfeier findet virtuell am 16-Mai um 17 Uhr statt. Für Rückfragen stehen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, sowie der VDSR-BW Ihnen gerne zur Verfügung:

  • Jana Mechelhoff-Herezi, Leiterin, Erinnerung an Sinti und Roma, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
  • Sabine Mücke, Direktorin, Museum Humpis-Quartier, Ravensburg
  • Uwe Neumärker, Direktor, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
  • Dr. Frank Reuter, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Forschungsstelle Antiziganismus, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender, Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Einschalten unter dem Youtube Kanal: RomnoKher

„Zigeuner“: Diskriminiert, romantisiert, verachtet, verfolgt

12. Mai, 20.15 Uhr

Antiziganismus in Freiburg
Vortrag von Heiko Haumann; Theatersaal der VHS, Rotteckring 12, 79098 Freiburg

Die Minderheiten der Sinti und Roma sind seit dem 15. Jahrhundert immer wieder in der Freiburger Stadtgeschichte präsent. Auf dem Reichstag von 1497/98, der in Freiburg stattfand, wurden die »Zigeuner« als innerer Feind ausgemacht, der sogar für das Osmanische Reich spionieren würde. Diese antiziganistische Verschwörungsvorstellung setzte sich in Freiburg wie anderswo bis zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und zu gegenwärtigen Diskriminierungsformen fort. Im Vortrag wird – nicht zuletzt an biografischen Beispielen und mit einem Schwerpunkt auf dem »Dritten Reich« – die Geschichte der Vorurteile und der Verfolgung, aber auch die Perspektive der Betroffenen dargestellt.
Heiko Haumann ist Mitherausgeber der dreibändigen »Geschichte der Stadt Freiburg« und arbeitet als Historiker neben vielem anderen zur Geschichte der Sinti und Roma im 20. Jahrhundert.

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Die Mobilisierung des Antiziganismus in der Migrationspolitik

Freitag, 24. April 2020, 10:00 Uhr, Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln

Gesellschaftskritische Perspektiven auf das „Roma sein“ im urbanen Alltag
Die Mobilisierung des Antiziganismus in der Migrationspolitik – DozentIn: Wolf-Dietrich Bukow, Merfin Demir, Dr. Karin Cudak, Sylvia Löffler

Bis heute ist Antiziganismus nicht nur ein Bestandteil eines rassistischen Dispositivs im politischen Raum, sondern auch ein fester Bestandteil des in der Mitte der Gesellschaft verankerten bürgerlichen Selbstverständnisses. Er hat sich besonders seit der jüngsten Einwanderung aus Südosteuropa entwickelt. Seitdem sind Newcomer zunehmend unwillkommen und es erscheint vielen opportun, gegen „unwillkommene“ Einwanderung vorzugehen. Und dies gilt insbesondere gegenüber Roma, die europaweit diskriminiert werden. In dem Workshop soll die Situation in drei ausgewählten Städten (Köln, Mannheim, Kiel) von lokalen Expert*innen ausgelotet und anschließend zusammen mit Vertreter*innen aus der engagierten Zivilgesellschaft diskutiert werden. Das Ziel ist, Strategien zu entwickeln, um den Antiziganismus gemeinsam in einem Bündnis von betroffenen Newcomern, lokalen Akteuren und engagierten Kommunen zurückzudrängen.

Anmeldung erforderlich

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Lesung: Wieder gut gemacht? Die Geschichte der Wiedergutmachung

23.04.2020, 19:00 – 21:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Die Terrorherrschaft der Nazis hat zu millionenfachem Unrecht geführt. Verfolgte aus fast allen Ländern Europas, wenn sie denn überlebten, hatten oft lebenslange schwerste körperliche und seelische Beeinträchtigungen zu ertragen. Wer davon verschont blieb, sah seine wirtschaftliche Existenz vernichtet oder sein Vermögen entzogen.

Wie ist die Bundesrepublik mit den Opfern und Geschädigten der Naziherrschaft umgegangen? Gab es für alle oder wenigstens die meisten Betroffenen eine „Wiedergutmachung“ (wenn eine solche überhaupt möglich sein kann)? Oder wurde zumindest versucht, angemessenen Ersatz für sämtliche erlittene Schäden zu leisten? Neben diesen Fragen werden exemplarisch einige Entschädigungsfälle vorgestellt.

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ROMADAY-Parade

Mittwoch, 8. April 2020, 15:00 – 17:30 Uhr, Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg 10557 Berlin

Anlässlich des Internationalen Tags der Roma am 8. April 2020 lädt das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas zur ROMADAY-Parade ein: Lasst uns gemeinsam die Anfänge der weltweiten Emanzipations- und Bürgerrechtsbewegung von Roma und Sinti feiern und an den ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 erinnern!

Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage ist es umso mehr an der Zeit, deutliche Forderungen nach Sicherheit, Freiheit und Gleichberechtigung von Sinti, Roma und allen rassistisch diskriminierten Menschen zu stellen. Auch 75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft werden Sinti und Roma in Deutschland weiterhin wegen ihrer Herkunft angegriffen und umgebracht. Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau im Februar 2020 ist der bisherige tragische Höhepunkt in einer Kette von Verfolgung und Gewalt.

Angriffe auf Menschen sind auch Angriffe auf Demokratie! Unsere Antwort ist ROMADAY! Am 8. April 2020 gehen wir gemeinsam auf die Straße: Beginn ist um 15 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, anschließend findet ein Umzug zum Maxim Gorki Theater statt mit Halt am Brandenburger Tor um 16 Uhr statt.

Es sprechen unter anderem: Anita Awosusi, Bürgerrechtlerin und Autorin, Idil Nuna Baydar, Comedienne und Schauspielerin, Meral El, Geschäftsführerin der Neuen Deutschen Organisationen, Željko Jovanović, Direktor des Open Society Roma Initiatives Office, Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Daniel Strauß, Bundesarbeitsgemeinschaft RomnoKher.

Moderation: Petra Rosenberg, Ferat Koçak

Musik: Com Chor Berlin (People of Colour Community Chor), DJ Gypsyrobot, Rájko Band (traditionsreiche ungarische Csárdás-Band)

15:00 Kundgebung am Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas
16:00 Halt am Brandenburger Tor
16:30 Umzug zum Maxim Gorki Theater

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UNSERE MENSCHEN ERZÄHLEN mit Jovica Arvanitelli

8. April,  17:00 – 18:30, RomnoKher Mannheim, B7 16, 68159 Mannheim

„Unsere Menschen“ – so nennen die Angehörigen der deutschen nationalen Minderheit der Sinti ihre Familien und in erweitertem Sinne all die Menschen, mit denen sie ihre Sprache, das Romanes in seinen vielen Varianten, teilen. Das Zuhause der Sprache verbindet Sinti und Roma. Diese Reihe widmet sich der Erzählkunst auf Romanes: großer Literatur und kleinen Geschichten, Fiktionalem und dem eigenen Erleben. Immer wieder werden Liebeserklärungen an das Romanes zu hören sein. Aber die Reihe ist auch eine Einladung zur Begegnung. Gedichtet, übersetzt und erzählt wird auch auf Deutsch, der Heimatsprache vieler, deren Muttersprache Romanes ist.

„Die Fäden meines Lebens“ – Jovica Arvanitelli setzt anlässlich des internationalen Roma Day am 8. April die Reihe „Unsere Menschen erzählen“ fort.

Jovica Arvanitelli wurde 1980 in Gnjilane/Kosovo geboren. Der heute 39-Jährige flüchtete 1990 mit seinen Eltern aus dem Kosovo vor dem Krieg. Der gelernte Schneider ist Referent des VDSR-BW in der Beratungsstelle für gleichberechtigte Teilhabe, die Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma ebenso wie Institutionen des öffentlichen Lebens betreut. Themen sind dabei Hilfe bei sozialen Angelegenheiten, Fragen zum Aufenthaltsstatus oder Weiterbildung für Berater*innen. Darüber hinaus engagiert Jovica Arvanitelli sich in berufsbildenden Projekten in Erstaufnahmezentren für Flüchtlinge und für „Rückkehrer*innen“ in Serbien. Hier lernt er etwa Menschen an Nähmaschinen an oder führt in Geschäftsführungsfragen ein. Von 2006 bis 2015 war Jovica Arvanitelli Vorstandsmitglied des VDSR-BW, derzeit ist er Mitglied im Rat für die Angelegenheiten deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg, der beim Staatsministerium in Stuttgart angesiedelt ist.

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30.03. – 14.04.2020 GENOZID AN ROM*NIJA IN DER UKRAINE 1941 – 1944

Eröffnung: 30. März 2020, 19.00 Uhr. CLB Berlin, Aufbau Haus am Moritzplatz, 10969 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Sa, 13.30-18.30 Uhr.

Veranstaltung am 30. März:

  • Mikhail Tyaglyy, Ukrainisches Holocaust-Forschungszentrum, Kiew: Genozid an Rom*nija in der Ukraine.
  • Romani Phen Archiv: Antiziganismus in Deutschland (Video).
  • Sonja Kosche (Netzaktivistin ): Ostfront: Rechtsextreme Vernetzungen zwischen Deutschland und der Ukraine.
  • Anja Reuss (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma): Aktuelle Situation der Rom*nja in der Ukraine.

Während des Zweiten Weltkrieges haben die deutschen Besatzer in der Ukraine weit über 10.000 Rom*nija ermordet. Doch im Gedächtnis von Deutschen wie Ukrainer*innen ist dieser Völkermord kaum verankert. Mangels schriftlicher Überlieferungen droht die Erinnerung daran, jedenfalls aus der Opferperspektive, verloren zu gehen.

Im Jahr 2018 hat ein internationales Projekt, bestehend aus deutschen und ukrainischen Teilnehmer*innen, Dutzende von Zeitzeug*innen in der Ukraine getroffen. Die Überlebenden sprachen vom Leid, das ihnen widerfuhr, aber auch vom Widerstand, den sie oder ihre Angehörigen leisteten. Sie berichteten von Zusammenarbeit mit dem Feind, aber auch von Solidarität durch ihre Nachbar*innen.

Die Ausstellung gibt die zentralen Aussagen der Interviews mit den Zeitzeug*innen wieder, ergänzt durch Informationen zum Verlauf des Genozids, zur (verzögerten) Aufarbeitung, aber auch zur heutigen Situation der Rom*nja in der Ukraine und in Deutschland.

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Drei Tage im März – Vom Schlachthof nach Auschwitz

Dokumentarisches Musiktheater, 25. März 2020, 11 Uhr (ermäßigte Schülervorstellung) und 20 Uhr. Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstraße 51, 28215 Bremen
Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr kehrt das Musiktheaterstück, das die Deportation von 275 Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof nach Auschwitz-Birkenau im März 1943 thematisiert, für zwei Aufführungen auf die Kesselhallen-Bühne zurück. Von Dardo Balke (Musik) und Ralf Lorenzen (Text). Mit Rolf Becker, Romano Hanstein, Sissi Zängerle, Dardo Balke Ensemble und dem Chor der Oberschule Findorff.
Für Schulklassen wird eine inhaltliche Vor- oder Nachbereitung angeboten.
Veranstalter: Netzwerk Zukunftsgestaltung und seelische Gesundheit in Kooperation mit dem Landesverband deutscher Sinti und Roma sowie dem Kulturzentrum Schlachthof

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Gesprächsrunde über den Umgang mit Antiziganismus

Montag, 23.03.2020, 18 Uhr, Fanprojekt Trier, Sankt-Mergener-Straße 1, 54292 Trier

Oswald Marschall, Sinto und erfolgreicher Amateurboxer erzählt über den immer noch vorhandenen Rassismus und die Diskriminierungen gegenüber Roma und Sinti sowie über ihre lange Verfolgungs- und Leidensgeschichte in den Zeiten des Völkermordes. Wir freuen uns auf eine spannende Gesprächsrunde mit ihm in den Räumlichkeiten des Fanprojektes.

Zur Person:
Oswald Marschall ist seit 1963 im deutschen Amateurboxsport aktiv und 1971 zum ersten Mal deutscher Nationalstaffelboxer. 1974 nahm er im deutschen Nationalteam an der Europameisterschaft in Kiew teil.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn gründete er den Boxclub Minden e.V. in seiner Heimatstadt, um durch Sportangebote, Ausstellungen, Bildungsangebote und Hausaufgabenhilfe dazu beitragen, das Selbstbewusstsein junger Sinti und Roma zu stärken und die Mehrheitsgesellschaft für die Anliegen von Sinti und Roma zu sensibilisieren.
In vielen bundesweiten Veranstaltungen gelingt es Oswald Marschall den immer noch vorhandenen Rassismus und die Diskriminierung gegenüber Roma und Sinti Jugendlichen näher zu bringen und sie hierfür zu sensibilisieren.

Nähere Infoshttps://fanprojekt-trier.de/?p=1597

Sinti und Roma im KZ Dachau

22. März 2020 13 Uhr, KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstraße 87, 85221 Dachau; Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau
Erst die Arbeit der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in den 1980er Jahren brachte das Thema Verfolgung und Vernich­ tung ins Bewusstsein der Gesellschaft. Im Rundgang soll ein Bogen gespannt werden von der frühen Verfolgung im „Dritten Reich“, über die Deportationen in Konzentrationslager wie Dach­ au, bis hin zum Kampf um die Anerkennung dieser Verfolgung. Dabei war die KZ-Gedenkstätte Dachau selbst Schauplatz dieser Auseinandersetzungen, so etwa beim Hungerstreik der Bürger­ rechtsbewegung 1980 oder bei der „Roma-Zuflucht“ 1993.
Steffen Jost, Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau
Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis 12.45 Uhr, Kosten: 4 Euro, Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

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Internationaler Tag gegen Rassismus — Antiziganismus in Freiburg

Samstag, 21. März ab 15.00 Uhr,  Haus der Begegnung Habichtweg 48 und Bretterbude in Landwasser, Böcklerstraße 5, 79110 Freiburg

2019 wurden Vorfälle von Diskriminierung, Beleidigung sowie Gewalt in Freiburg plus Umgebung gesammelt und zu einer Studie verarbeitet. Der Roma/Sinti Diskriminierungsbericht 2019 wird vor-­ und zur Diskussion gestellt.

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Zwischen Allianz und Konkurrenz: Minderheiten und ihre Repräsentation in einer pluralen Demokratie

19.03.2020, 18:30 – 20:45 Uhr, Hochschule für Jüdische Studien, Landfriedstraße 12, 69117 Heidelberg

Die Bundesregierung wirbt für den Rechtsstaat und das Versprechen einer pluralen Demokratie. Doch vor allem dort, wo selbstbewusste Minderheiten ihr Recht auf Gleichheit und Freiheit einfordern, kommen diese Versprechen an ihre Grenzen. Debatten um die Rechtssicherheit, gleichberechtigte Teilhabe und Zugehörigkeit von Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, sowie Forderungen nach dem Abbau struktureller und symbolischer Ungleichheiten sind zentrale Herausforderungen unserer postmigrantisch geprägten Bundesrepublik. Wie können gesellschaftliche Minderheitenpositionen erfolgreich Einfluss auf demokratische Prozesse nehmen? Inwieweit können abgrenzende Identitätspolitiken ein Erfolgsmodell sein? Wann braucht es Allianzen, um Ungleichheit und Diskriminierung abzubauen? Nach einem Impulsvortrag des Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, werden Vertreter*innen der drei bundesweiten Kompetenznetzwerke Antiziganismus, antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus über diese Fragen sprechen, den Istzustand kritisch reflektieren, aktuelle Herausforderungen diskutieren und gemeinsam mit dem Publikum Zukunftsperspektiven entwickeln.

In Kooperation mit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, teilseiend e.V. und dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

Der Eintritt ist frei.

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Antiziganismus

18.03.2020, 16:00 – 18:00, Mediathek gegen Rassismus, Tiergartenstr. 9, 57072 Siegen, NRW

Veranstalter: Kommunales Integrationszentrum Kreis Siegen-Wittgenstein, Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V.

In diesem Workshop wird der Begriff Antiziganismus näher erklärt, sowie seine Auswirkungen auf die Ethnie der Roma, aber auch auf die gesamte Gesellschaft. Die Teilnehmenden können sich mit diesem Begriff auseinandersetzen – historisch aktuell. In Interaktion mit den Teilnehmenden werden Lösungsvorschläge gesucht und ebenso von der Referentin vorgeschlagen.
Die Referentin des Workshops, Ismeta Stojkovic, ist seit einem Jahrzehnt engagiert im Bereich der Integration der Roma, sowie in Selbstorganisationen. Diese Erfahrungen wird sie in dem Workshop mit Ihnen teilen und in einen Austausch mit Ihnen kommen. Ismeta Stojkovic lebt und arbeitet in Köln, leitet einen Bildungsförderprojekt an mehreren Grundschulen im rechtsrheinischen Köln.
Veranstalter: Kommunales Integrationszentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein in Kooperation mit dem Verein für Soziale Arbeit und Kultur e. V., Mediathek gegen Rassismus.

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Romeo Franz: Buchvorstellung „Mare Manuscha. Innenansichten aus Leben und Kultur der Sinti & Roma“

18. März, 17:00 – 18:30 Uhr, RomnoKher Mannheim, B7 1668159 Mannheim

Kunst und Kultur von Sinti und Roma spielten in der Öffentlichkeit lange Zeit keine Rolle. Inzwischen melden sich aber immer mehr jüngere Künstlerinnen und Künstler mit Sinti- oder Roma-Hintergrund selbstbewusst zu Wort. In diesem Buch werden Kunstschaffende aus verschiedenen Generationen, die aus unterschiedlichen europäischen Ländern stammen, vorgestellt. 
Dem Band liegen intensiv geführte Gespräche mit Künstlern und Künstlerinnen aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Theater, Musik und Literatur vor. Die Herausgeber trafen ihre Gesprächspartner an verschiedenen Orten. In den Gesprächen geht es um das Verwurzeltsein in der eigenen Familiengeschichte, um individuelle und kollektive Strategien im Umgang mit der Mehrheitsgesellschaft, um Erfolge und Niederlagen, um Wirklichkeiten und Utopien in Kunst und Politik. In all diesen biografischen Streifzügen kommen die prägenden Themen Geschichte, Migration, Identität, Heimat, Tradition und Modernität zur Sprache. Romeo Franz und Cornelia Wilß treffen dabei als gemeinsam Interviewende mit ihren jeweiligen kulturellen Bezügen aufeinander – daraus erwächst ein Spannungsfeld, das Gemeinsames und Trennendes zum Thema machen kann. Zugrunde liegt allen Begegnungen die kritische Auseinandersetzung mit kultureller und sozialer Diskriminierung einer Minderheits- in einer Mehrheitsgesellschaft. In ihrer Gesamtheit bieten die Texte überraschende Momentaufnahmen. Sie entlarven gewohnte Seh- und Deutungsmuster der Mehrheitsgesellschaft als Stereotype und Klischees. Fortgesetzter kultureller und sozialer Ausgrenzung und tief verankertem Rassismus gegen Sinti und Roma entgegenzuwirken ist ein Anliegen des Buches.

In „Mare Manuscha“ werden vorgestellt:

 Nicoleta Bitu, Hamze Bytyci, Manolito Mario Franz, Romeo Gitano, Dejan Jovanovic, Hristo Kyuchukov, Ilona Lagrene, Reinhold Lagrene, Valérie Leray, Roger Moreno, Nedjo Osman, Riccardo M Sahiti, Imrich Tomáš, Alfred Ullrich

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Zur Erinnerung an die Deportation der Münchner Sinti und Roma am 13. März 1943

Gedenkveranstaltung am Freitag 13.03.2020 ab 15.00 Uhr, NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München; Veranstalter Arbeitsgruppe „Gedenken an die aus München deportierten Sinti und Roma“

Die Münchner Polizei ließ am 13. März 1943 131 Sinti und Roma aus Mün- chen und Umgebung in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportie- ren. Am 8. März 1943 begannen die Verhaftungen der Sinti- und Romafami- lien, die im Polizeigefängnis in der Ettstraße festgesetzt wurden. Nur wenige dieser Frauen, Männer und Kinder überlebten das sogenannte Zigeunerlager in Auschwitz-Birkenau. Am 13. März 2020 gedenkt die Landeshauptstadt München der Opfer dieses Völkermords. Um 15 Uhr erinnert eine öffentliche Namenlesung am Platz der Opfer des Nationalsozialismus an die deportier- ten Sinti und Roma. Das NS-Dokumentationszentrum bietet um 17 Uhr Rund- gänge durch die Dauerausstellung an. Ab 19 Uhr findet die Gedenkveranstal- tung im Auditorium statt. Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung steht das Thema Umgang mit Antiziganismus aus historischer Perspektive bis in die Gegenwart. Der Politikwissenschaftler Markus End hält den Gastvortrag.

Der Gedenktag wird von einer Arbeitsgruppe konzipiert, der das Kulturre- ferat der LHM, das Stadtarchiv, NS-Dokumentationszentrum, die Fachstelle für Demokratie, Drom Sinti und Roma, Stattreisen e.V., die KZ-Gedenkstätte Dachau, die Lagergemeinschaft Dachau, Madhouse gemeinnützige GmbH, der Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V., das Polizeipräsidium München und die Seelsorge für Ethnische Minderheiten der Erzdiözese München und Freising angehören.

Antiziganismus in Vergangenheit und heute – Runder Tisch, Vortrag und Diskussion

Freitag, 13. März 2020, 19:30 Uhr, Salmen Herbolzheim, Hauptstraße 141, 79336 Herbolzheim im Breisgau

Bündnis 90/DIE GRÜNEN laden ein:

* Vortrag von Dislo Benjamin Harter, Mitglied des Landesmigrationsbeirats Baden-Württemberg, Mitbegründer der Initiative SintiRomaPride und Integrationsbeirat für Sinti und Roma in Offenburg.

* Expertise von Historiker Reinhold Hämmerle zur Deportierung der Herbolzheimer Sinti-Familie Spindler.

Infostand von Aufstehen gegen Rassismus Offenburg.

Der Abend wird moderiert von Gemeinderat Philipp Weingardt.

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Hornhaut auf der Seele. Die Geschichte zur Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen

Do, 12. März 2020, 18 Uhr, Georg-Büchner-Saal

Ausstellungseröffnung am 12. März 2020, 18 Uhr, Georg-Büchner-Saal, Wilhelm-Seipp-Str. 4, 64521 Groß-Gerau

Die vom Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, herausgegebene Ausstellung „Hornhaut auf der Seele“ zeigt auf rund 50 Tafeln die Jahrhunderte dauernde Diskriminierung und Verfolgung der Sinti und Roma auch in Hessen, die während des Nationalsozialismus in einem Völkermord mündete.

Viel zu oft wird über den Rassismus und die Verfolgung an den Sinti und Roma geschwiegen. Viel zu oft wird Antiziganismus bagatellisiert oder erst gar nicht als Rassismus und Diskriminierung verstanden. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus soll das Thema aufgegriffen und erste Anstöße gegeben werden, ein Bewusstsein darüber zu entwickeln.

Landrat Thomas Will eröffnet die Ausstellung gemeinsam mit dem Autor der Ausstellung, Dr. Udo Engbring-Romang. Nach einem Einblick in die Hintergründe und die Präsentation ausgewählter Tafeln wird es im Anschluss eine Führung geben.

Die Ausstellung wird gezeigt im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus und ist im Foyer des Landratsamts zu sehen vom:

09. März bis 03. April 2020, zwischen 08 und 18 Uhr.

Bitte melden Sie sich für die Teilnahme an der Eröffnung der Ausstellung bis zum 06. März 2020

online an unter www.kreisgg.de/veranstaltungen

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Was ist Antiziganismus?

Donnerstag, 12. März 2020 – 18:30 Uhr, Café KoZ,  Mertonstraße 26, 60325 Frankfurt am Main

Antiziganismus ist bis heute ein gesellschaftlich unterbelichtetes Phänomen. Gleichzeitig muss er nach wie vor als wirkmächtiges Gewaltverhältnis verstanden werden, auch in Deutschland: Regelmäßig kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf Rom*nja, Sinti*ze oder Menschen, die dafür gehalten werden, institutionelle Diskriminierung ist für Betroffene Alltag, in der Öffentlichkeit werden rassistische Diskurse zu ‚Armutszuwanderung‘ oder ‚Asyltourismus‘ ausgetragen.

Der Vortrag wird einen Ansatz zur Analyse des Antiziganismus vorstellen und im Anschluss einen Überblick über gegenwärtige Ausprägungen und Erscheinungsformen in Deutschland gegeben.

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Schattenleben. Der Ort der Roma in Europa

Mittwoch, 11. März 2020, 19 Uhr, Haus der Kirche, Markgrafenstr. 7, 33602 Bielefeld; Vortrag von Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal

Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von Asozialen – dies sind nur einige der Zuschreibungen, mit denen die Romavölker Europas in den letzten 600 Jahren ausgegrenzt wurden. Wie es möglich wurde, dass jahrhundertealter Hass in einem Spannungsverhältnis von Faszination und Verachtung sich bis heute halten konnte, wird Klaus-Michael Bogdal in seinem Vortrag im europäischen Vergleich aufzeigen.

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Dokumentarfilm „Ceija Stojka. Porträt einer Romni“

Anlässlich des Internationalen Frauentages zeigt Rom e.V.  am 9.März um 19.30 Uhr im roten Salon des Rom e.V. den Dokumentarfilm „Ceija Stojka. Porträt einer Romni“ von Karin Berger. RomBuK – Bildung und Kultur im Rom e.V. Venloer Wall 17, 50672 Köln

Vor dem Filmbeginn wird es eine kurze Einführung zur Person Ceija Stojka geben. Ceija Stojka ist eine bedeutende Künstlerin, Schriftstellerin und Aktivistin. Sie ist österreichische Romni, die den Porrajmos, den NS-Völkermord an Rom_nja und Sinti_ze, überlebte. In den 80er Jahren beginnt sie als eine der ersten aus der Community über das Erlebte im NS zu sprechen. Ihre Erinnerungen hält sie in Autobiografien sowie in ihrer Kunst fest. 2013 verstarb sie in Wien.

Der Film dokumentiert das Leben Ceija Stojkas, ihr eindrucksvolles künstlerisches Schaffen und ihren wichtigen Aktivismus. Zudem thematisiert der Dokumentarfilm die nationalsozialistischen Verbrechen an Rom_nja und Sinti_ze sowie die anhaltende Diskriminierung nach 1945 in Österreich, welcher die Minderheit weiterhin ausgesetzt war.

Der Eintritt ist frei.

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Gedenken an die NS-Opfer der Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland

8. März 2020, 15 Uhr, Kulturzentrum Schlachthof Vorplatz, Findorffstraße 51, 28215 Bremen

Veranstalter: Arbeitskreis ›Erinnern an den März 1943‹, Bremer Sinti-Verein e.V.

275 Sinti und Roma wurden vom 8.–10. März 1943 aus ganz Nordwestdeutschland im Bremer Schlachthof zusammengetrieben, um sie anschließend über den Bahnhof nach Auschwitz-Birkenau zu deportieren.
Seit 1995 erinnert eine Gedenktafel am heutigen Kulturzentrum Schlachthof an dieses Verbrechen. Dort gedenken die Sinti und Roma sowie ihre Freunde jedes Jahr den Opfern. Auch in diesem Jahr werden Jugendliche die Namen der Deportierten verlesen. Es spricht Hermann Ernst, Vorsitzender des Bremer Sinti-Verein e.V.

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Die NS-Verfolgung der Sinti-Familie Petrus Matthäus Dickel

Vortrag von Dr. Hans Hesse zum Schicksal des Sinto Julius Dickel, der einen der Haupttäter anzeigte.

6. März 2020, 18 Uhr, Theater im Volkshaus, Hans-Böckler-Straße 9, 28217 Bremen
›Am 8.3.1943 erschienen gegen 8 Uhr 30 an unserem Wohnwagen zwei Schutzpolizeibeamte und erklärten uns, dass wir fest-genommen seien. (…) Nachdem alle Zigeuner an der Wache eingetroffen waren, wurden wir mit einem Sonderwagen der Straßenbahn zum Schlachthof in Findorff gefahren und dort in einer leerstehenden Halle untergebracht.‹ So erinnerte sich der damals 16-jährige Julius Dickel an den Tag, an dem seine Familie nach Auschwitz deportiert wurde.
Rund zweieinhalb Jahre später, am 6. August 1945 kehrte Julius Dickel, nunmehr 19-jährig, nach Bremen zurück, von der siebenköpfigen Familie hatte nur er die NS-Verfolgung überlebt. Resigniert verließ er Bremen: ›Ich lebte hier in Bremen ganz allein, hatte hier niemanden mehr von meiner Familie‹.
Im Mai 1961 erstattete Julius Dickel gegen einen der Haupttäter, den Kripo-Beamten Wilhelm Mündtrath, Anzeige wegen Beihilfe zum Mord.
Veranstalter: Arbeitskreis ›Erinnern an den März 1943‹, Theater im Volkshaus

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Den Schicksalen der Opfer gewidmet

5. März 2020, 18 Uhr, Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen
Veranstalter: Historische Gesellschaft, Bremer Gesellschaft für Vorgeschichte, Vereinigung für Bremer Kirchengeschichte

Ein ›Erinnerungsbuch‹ für die in der NS-Zeit in Bremen
verfolgten Sinti und Roma
Im März 1943 wurden auf dem Bremer Schlachthof ca. 275 Sinti und Roma aus Bremen, Bremerhaven und dem Weser- Ems-Gebiet zunächst gesammelt und dann zu drei Transporten zusammengestellt in das ›Zigeunerfamilienlager‹ in Auschwitz- Birkenau B IIe deportiert. In Bremen befand sich zu diesem Zeitpunkt die Zentrale der NS-Verfolgung der Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland. Von hier aus erfolgte die Organisation und Durchführung des Völkermords an dieser Minderheit.
Die Namen der Opfer sind nur anhand verschiedener Quellen rekonstruierbar, eine Deportationsliste ist nicht überliefert. Über ihre Schicksale ist dagegen so gut wie nichts bekannt. Diese Lücke will das geplante ›Erinnerungsbuch‹ schließen, das in dem Vortrag von Dr. Hans Hesse erläutert und vorgestellt wird.

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„Die wollen nicht lernen“ – Die Wahrnehmung von Sinti und Roma als Problem an Schulen

04.03.2020, 9-16 Uhr, Zentrum für Lehrerbildung, Gottlieb-Daimler-Straße 49, 67663 Kaiserslautern

Im Rahmen der Tagung „Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung im Kontext Schule“  findet ein Workshop unter diesem Titel statt mit den Referentinnen: Nadine Küßner und Dinah Wiestler (PH Heidelberg, Arbeitsstelle Antiziganismusprävention)

„Die wollen nicht lernen“ ist ein gängiges Vorurteil an deutschen Schulen. Hierbei überlagern sich über Jahrhunderte tradierte antiziganistische Stereotype und reale Probleme. Wie ist diese Gemengelage zu analysieren oder zu verstehen und wie kann jenseits der Sanktionsspirale reagiert werden? Mit diesen Fragen wollen wir uns in der Veranstaltung auseinandersetzen.

Die Anmeldung ist bis 10.02.2020 hier möglich. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Die Tagung ist in Rheinland-Pfalz und Hessen als „dem dienstlichen Interesse dienend“ anerkannt.

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Sinti und Roma im KZ Dachau – 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

2. März 2020, 19.30 Uhr, KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstraße 87, 85221 Dachau

PODIUMSGESPRÄCH ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Die Stigmatisierung von Sinti und Roma setzte sich auch nach dem Ende der NS-Herrschaft fort. Als Minderheit erlebten sie weiter rassistische Ausgrenzung, Benachteiligung in vielen gesellschaftlichen Bereichen und die Weigerung, ihre NS-Verfol­ gung als Völkermord anzuerkennen. 1980 machten 12 deutsche Sinti, unter ihnen KZ-Überlebende, und eine Sozialarbeiterin, die nicht zur Minderheit gehört, mit einem Hungerstreik in der KZ-Gedenkstätte Dachau auf diese Situation aufmerksam. Auf­ nahme fanden sie beim Streik in der Versöhnungskirche. Dieser gehört zu den wichtigen Ereignissen in der Anfangsphase der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die 1985 zur Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus durch den Deutschen Bundestag führte. 1993 suchten vor Bürgerkrieg und Antiziganismus im zerfallenden Jugoslawien geflohene Roma Zuflucht in der KZ-Gedenkstätte Dachau, unterstützt von Mitarbeitenden der Versöhnungskirche. Bis zu 400 Menschen waren es, die so ihre Abschiebung verhindern wollten und über Wochen im Umfeld der Kirche lagerten. Letztlich musste ein Großteil von ihnen in ihre Heimat zurückkehren. Der 40. Jahrestag des Hungerstreiks ist Anlass, mit Beteiligten von damals ins Gespräch zu kommen, aber auch einen Blick auf die derzeitige Situation der Minderheit in Deutschland zu richten. Erich Schneeberger, stellvertretender Vorsitzender des Doku­ mentations­ und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma und Vorsitzender des Landesverbands Bayern im Verband Deutscher Sinti und Roma, führt zur Eröffnung in die Ausstellung ein.
Podium: Uta Horstmann (Sozialarbeiterin, Teilnehmerin am Hunger- streik 1980), Peter Klentzan (Diakon der Versöhnungskirche zur Zeit der „Roma-Zuflucht“ 1993) und Alexander Diepold (Sinto, Ge- schäftsführer des Sozialprojekts „Madhouse“ in München)
Kooperation: KZ-Gedenkstätte Dachau

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Bürgerdialog – Gemeinsam aktiv gegen Antiziganismus

21. und 22. Februar 2020, Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund
Veranstalter: Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT), Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Stadt Dortmund; zweitägige Kooperationsveranstaltung

In Kooperation mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Stadt Dortmund soll erarbeitet werden, welche Unterstützung zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antiziganismus braucht und wie hierbei der Bürgerdialog als eine mögliche Methode helfen kann.
Dafür werden zuerst die Möglichkeiten und Herausforderungen des Konzepts des Bürgerdialogs näher beleuchtet, um anschließend praktisch zu erarbeiten, wie Bürgerdialoge zu ganz konkreten Themenbereichen des Engagements gegen Antiziganismus erfolgreich funktionieren können. Gemeinsam wollen wir Lösungsansätze entwickeln:
Wie können wir Vorbehalten, Stereotypen oder gar Ablehnungsgefühlen begegnen?
Welche Rolle kann hierbei speziell der Bürgerdialog als Beteiligungs- und Diskussionsformat für Großgruppen spielen?
Wie kann diese Methode sinnvoll in der ehrenamtlich-zivilgesellschaftlichen Arbeit gegen Antiziganismus eingesetzt werden?

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter/-innen der Minderheit, ehrenamtlich engagierte Bürger/-innen aus Initiativen, Projekten, Verbänden, Vereinen und Bündnissen. Auch Vertreter/-innen aus Politik und Wissenschaft, Verwaltung und den Kommunen sind herzlich eingeladen, um gemeinsam neue Ansätze gegen Antiziganismus zu entwickeln. Explizit laden wir auch solche Engagierte ein, die die Thematik bisher noch nicht für ihr Projekt oder ihren Verein entdeckt haben.

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„Unsere Menschen erzählen“ mit Gitta Martl

19. Februar, 17:00 – 18:30, RomnoKher Mannheim, B7 16, 68159 Mannheim

Gitta Martl stellt in der Reihe „Unsere Menschen erzählen“ ihr Buch „Bleib stark“ vor.
Rosa Gitta Martls Texte kreisen vordergründig um die eigene Familie. Und doch beziehen sie die Welt ein, die gesellschaftlichen Verhältnisse in Vergangenheit und Gegenwart. Das geht auch gar nicht anders, ist die Autorin doch Angehörige einer lange verfolgten Minderheit, der Sinti, die vor über 500 Jahren in Österreich Fuß fassten. Nur ein einziger Sinto, eine einzige Sintezza von zehn überlebten hierzulande den Völkermord. Martl lässt ihre ermordeten Großeltern wieder lebendig werden, auch wenn ihr Bild blass bleiben muss, ihre Eltern, die sich als ausgemergelte Überlebende der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen in den Wirren des Kriegsendes auf der Flucht in einem Wald begegneten. In einer detailreichen und farbigen Erzählung schildert Rosa Gitta Martl unprätentiös ihr eigenes Leben, Freud und Leid, das Festhaltenwollen an Kultur und Sprache der Vorfahren, die anhaltende Diskriminierung durch den Staat nach der Barbarei des Nazi-Regimes.

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Genozid an Rom*nija in der Ukraine 1941–1944

28.1.2020 bis 28.2.2020 im Foyer Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Werktags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, bitte kurz vorher bei der Verwaltung melden ( 030 20165520)

Ausstellung zu einem ignorierten Völkermord
Während des zweiten Weltkriegs wurden die Rom*nija Opfer eines von den Nazis geplanten Völkermords. Die Aufarbeitung und Erinnerung an diese systematische Auslöschung, bei der mindestens eine sechsstellige Zahl von Menschen ermordet wurden, wird in den verschiedenen Ländern nach jahrzehntelangem Verdrängen unterschiedlich gehandhabt.

Das Bildungswerk für Friedensarbeit der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstInnen e.V. widmet sich schwerpunktmäßig der Erinnerungsarbeit an den Holocaust in Osteuropa. Seit 2015 beteiligt sich das Bildungswerk für Friedensarbeit an der Aufgabe, den Genozid gemeinsam mit den Überlebenden bzw. ihren Angehörigen in das Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaften zu bringen; denn diese ignorieren das Thema weitgehend – im Gegensatz zu den Rom*njia selbst. Die Ausstellung Genozid an Rom*nija in der Ukraine 1941–1944 will dazu beitragen, dies zu ändern. Denn mit dem Wissen um diesen Völkermord und die begangenen Verbrechen wird auch klar, wie wichtig auch heute ein aktives Engagement gegen Antiziganismus ist.

Im Zweiten Weltkrieg haben die deutschen Besatzer in der Ukraine weit über 10.000 Rom*nija ermordet. Doch dieser Völkermord ist im Gedächtnis von Deutschen wie Ukrainer*innen kaum verankert. Mangels schriftlicher Überlieferungen droht die Erinnerung daran – jedenfalls die aus der Opferperspektive – verloren zu gehen. Um dies zu verhindern hat im Jahr 2018 ein internationales Projekt aus deutschen und ukrainischen Teilnehmer*innen Dutzende Zeitzeug*innen in der Ukraine getroffen. Die Überlebenden sprachen vom Leid, das ihnen widerfuhr aber auch vom Widerstand, den sie oder ihre Angehörigen leisteten. Sie berichteten von Kollaboration aber auch vom gemeinsamen Widerstand und erlebter Solidarität und durch ihre Nachbar*innen.

Dafür befragen die Projekt-Teilnehmenden Zeitzeug*innen und Expert*innen und besichtigen die Tatorte. Wir erfuhren viel vom Leid der Überlebenden, aber auch über Widerstand und Solidarität. Wir organisieren Bildungsreisen für Jugendliche bzw. Menschen, die in NGOs aktiv sind, jeweils aus Deutschland und den Partnerländern, darunter Rom*nija und Nicht-Rom*nija.

Die Ausstellung vereinbart historische Überblickstexte zum Völkermord, seiner Aufarbeitung und zum Thema Antiziganismus sowie die persönlichen Erinnerungen von Zeitzeug*innen und Berichte von Expert*innen. Diese Module ergänzen einander – die Überblickstexte liefern den Rahmen für das Verständnis der Zeitzeugen-Erinnerungen; andererseits können die Zeitzeugen-Erinnerungen als (leichter lesbarer) Einstieg und Konkretisierung der Überblickstexte dienen. Dies dient als Angebot an Leser, die nicht alle 20 Tafeln durcharbeiten.

Dargestellt wird neben dem historischen Hintergrund auch die heutige Situation der Roma-Gemeinden, und die Art und Weise wie an den Genozid heute erinnert wird.

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Aus der Mitte der Gesellschaft: Antiziganistische Ausgrenzung und Gewalt in Deutschland seit der Vereinigung

Im Rahmen der Tagung des Zeithistorischen Arbeitskreises Extreme Rechte: Kontinuitäten rechter Gewalt. Ideologien – Praktiken – Wirkungen hält Markus End diesen Vortrag. Donnerstag 13. Februar 2020, 14.00-16.00 Uhr, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Bibliothek, Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung: Die Anzahl der Plätze ist aus Kapazitätsgründen begrenzt. Verbindliche Anmeldung per formloser E-Mail erbeten an Tobias Rischk: rischk@zzf-potsdam.de

DIE ZWEITE SCHULD – ZUR KONTINUITÄT DES ANTIZIGANISMUS NACH DEM NATIONALSOZIALISMUS

05. Februar, 18.30 Uhr, Café KoZ, Mertonstraße 26-28, 60325 Frankfurt am Main

Vortrag mit Rinaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Sinti und Roma in Hessen

Der Vortrag fokussiert die Geschichte und Gegenwart des Antiziganismus und thematisiert die Folgen und Wirkungen für Betroffene. Der Völkermord an den europäischen Sinti und Roma markiert hierbei den schrecklichen Tiefpunkt einer jahrhundertealten Geschichte der Stigmatisierung, Ausgrenzung und Verfolgung. Doch auch nach den nationalsozialistischen Verbrechen wirken antiziganistische Strukturen auf allen gesellschaftlichen Ebenen fort und prägen die Lebensrealitäten der Betroffenen.

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Sinti und Roma – Aus der Mitte der Gesellschaft

Eröffnung der neu gestalteten Dauerausstellung
Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 30. Januar 2020, 17.00 Uhr
Öffnungszeiten der Dauerausstellung:
dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
freitags bis sonntags von 11.00 bis 13.00 Uhr montags und feiertags geschlossen

Frank-Loebsches-Haus, Kaufhausgasse 9, 76829 Landau
Als Wohnhaus des Urgroßvaters von Anne Frank ist die Nutzung des Frank-Loebschen-Hauses der Begegnung, Kommunikation und Verständigung gewidmet.
Neben der ständigen Ausstellung über die Geschichte der Juden in Landau ist seit 1992 dort die Dokumentation über Sinti und Roma in der Pfalz zu sehen. Diese Ausstellung ist neu entwickelt worden und wird auch im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus der Öffentlichkeit vorgestellt.
Veranstaltende: Stadt Landau in der Pfalz, Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz

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Antiziganismus — Herausforderung für Schule und Gemeinde

30. 01. 2020 9:30 – 16:30 Uhr, Religionspädagogisches Institut (RPI) der EKKW und EKHN, Rudolf-Bultmann-Straße 4, 35039 Marburg

Angehörige der Minderheit Sinti und Roma leben bereits seit über 600 Jahren im deutschsprachigen Raum. Unter der diskriminierenden Fremdbezeichnung „Zigeuner“ sind sie über viele Jahrhunderte an den Rand der Gesellschaft gedrängt und verfolgt worden, bis hin zum Völkermord an ca. 500 000 Menschen im Nationalsozialismus. Auch nach dem Ende des zweiten Weltkriegs endete die Ausgrenzung nicht.
Heute sind Sinti und Roma in der Bundesrepublik eine anerkannte nationale Minderheit. Sie stehen unter besonderem staatlichen Schutz. Gleichwohl werden Sinti und Roma in unserer Gesellschaft weiterhin diskriminiert und benachteiligt.

Der Studientag geht einerseits der Frage des Antiziganismus nach, der Entstehung und Entwicklung der „Zigeunerbilder“ und ihre Funktionen und Auswirkungen. Andererseits nehmen wir praktische Überlegungen für Schule und Gemeinde in den Blick und machen pädagogische Vermittlungsangebote.

Die Zielgruppen des Fachtags sind Religionslehrer*innen, Gemeindepfarrer*innen, Schulseelsorger*innen, Bildungsbeauftrage, Berater*innen im Themenfeld und weitere Interessierte.
Die Veranstaltung ist nach dem Hessischen Lehrerbildungsgesetz akkreditiert.

Anmeldung bitte bis 20. Januar 2020 unter: info@rpi-ekkw-ekhn.de;

Teilnahmebeitrag: 12 Euro Euro

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FÜR DIE DEUTSCHEN SINTI UND ROMA WAR DER KRIEG 1945 NICHT ZU ENDE

Donnerstag, 30. Januar 2020, 19:00 Uhr, Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München

Zeitzeugengespräch anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2020. Der Sinto Oswald Marschall wird über die Verfolgungs- und Leidensgeschichte seines Volkes in Zeiten des Genozids erzählen. Moderation: Eberhard Schulz.

Die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ lädt den erfolgreichen Amateurboxer, der zahlreiche Kämpfe in der deutschen Nationalstaffel bestritt, zu einem Dialog ein, in deren Mittelpunkt er auch über seine Familien- und Lebensgeschichte berichtet.
Einer der Dialogschwerpunkte liegt auf der aktuellen Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrung der über 600 Jahre in Deutschland lebenden Sinti und Roma.

Die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“, 2004 in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau gegründet, bringt sich seither mit klugen und kreativen Aktionen und Projekten im Fußball und in der Zivilgesellschaft ein. Dieses Engagement ist begründet in der Aufforderung der überlebenden Häftlinge, dass  Auschwitz und Dachau „Nie wieder“ sei.

Im Rahmen der 16. Kampagne „!Nie wieder – Erinnerungstages im deutschen Fußball“ versteht sich diese Veranstaltung als eine unbedingte Einmischung gegen den aktuell wachsenden Antiziganismus in Deutschland und Europa.

Eine Veranstaltung der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“, dem Fanprojekt München und Bellevue di Monaco.

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25 Jahre Attentat in Oberwart

30. 01. 2020, 18:30 Uhr, AK Oberwart, Lehargasse 5, 7400 Oberwart, Österreich

Der 5. Februar 1995 ist als Tag des Terrors in die ös­ter­rei­chi­sche Geschichte ein­ge­gan­gen. Zum ers­ten Mal in der Zwei­ten Republik wa­ren vier Men­schen – Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon – mit Hin­weis auf ihre Herkunft und Zu­gehörig­keit ermordet wor­den. Die österreichi­schen Roma, die erst kurz davor als österreichi­sche Volksgruppe an­erkannt wor­den waren, rückten schlag­artig ins Licht der Öffent­lich­keit. In den Wochen und Mo­naten nach dem Attentat konn­te man den Eindruck ge­winnen, das Ereignis habe die Republik, ins­beson­dere Politik und Medien ver­ändert. 25 Jahre später stellt sich die Frage, wie nach­hal­tig jener Ruck war, der damals durch die Gesell­schaft ge­gan­gen ist.

Es diskutieren: Ludwig Horvath (Bewohner der Romasiedlung), die da­mali­gen Jour­nalis­ten Walter Reiss, Erich Schneller und Peter Sitar so­wie LAbg. Bgm. Georg Rosner (ÖVP, Volks­gruppen­beirat der Roma), NR Mag. Christian Drobits (SPÖ) und LAbg. Wolfgang Spitzmüller (Die Grünen)

Moderation: Mag. Silke Rois & Andreas Lehner
Eine Veranstaltung der AK-Bücherei Oberwart und der VHS Roma

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„ERIAC meets Djelem Djelem“

29. Januar 2020, 18:00 – 20:00 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58, 44147 Dortmund

The European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) wurde 2017 in Berlin gegründet und entspringt einer Initiative des Europarats, der Open Society Foundation und einer Allianz von Sinti- und Romaorganisationen aus ganz Europa. Das ERIAC existiert, um das Selbstbewusstsein der Roma und Sinti zu stärken und negative Vorurteile in der Mehrheitsbevölkerung mit den Mitteln von Kunst, Kultur, Geschichtswissenschaft und Medien zu überwinden.

Djelem Djelem – das Roma-Kulturfestival in Dortmund wurde 2014 von der AWO ins Leben gerufen, als das Thema Zuwanderung aus Südosteuropa bundesweit überwiegend negativ diskutiert wurde. Dem sollte ein deutliches Gegengewicht gegenübergestellt werden, das die Ressourcen der Zugewanderten sichtbar macht. Das Festival Djelem Djelem leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Es wächst von Jahr zu Jahr und wird mittlerweile von einem großen Bündnis von Organisationen aus ganz NRW organisiert.

Der Internationale Kultur und Sport Verein der Roma „Carmen e.V.“ repräsentiert die große, überwiegend aus Ex-Jugoslawien stammende Roma-Community, die in den 1960er Jahren als Arbeitsmigrant*innen nach Düsseldorf gekommen sind. Carmen e.V. ist aktiv zum Thema der gesellschaftlichen Teilhabe der Roma und im Kampf gegen Antiziganismus, Rassismus und Diskriminierung in NRW und ganz Deutschland. Kulturveranstaltungen und -projekte bilden einen zentralen Teil der Aktivitäten des Vereins.

Nach einem Einführungsvortrag von Gilda Horvath über ERIAC, diskutieren Sami Dzemailovski, Carmen e.V., Ricarda Erdmann, AWO Dortmund, und Gilda Horvath über die Wirkung von Kulturfestivals, -projekten und -institutionen als Teil von Strategien, um Antiziganismus zu bekämpfen und neue Narrative für Respekt und gleichberechtigte Teilhabe von Roma und Sinti in Deutschland und Europa zu schaffen.
Die Diskussion wird von Christoph Leucht, Hildegard Lagrenne Stiftung moderiert.

Veranstalter: Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Dortmund

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„Was ich schon immer mal über Sinti und Roma wissen wollte“

Mittwoch, 29. Januar 2020, 19.05 Uhr, Haus des Erinnerns – Für Demokratie und Akzeptanz, Flachsmarktstraße 36, 55116 Mainz

Offenes Podiumsgespräch mit Oswald Marschall. Der ehemalige Boxer und heute stellvertretende Vorsitzende des Dokumentations- und Kulturzen- trums der Sinti und Roma stellt sich in einem of- fenen Gespräch den Fragen des Publikums, ohne selbst lange Vorträge zu halten.
Veranstaltende: FC Ente Bagdad in Kooperation mit dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz

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Vom Vorurteil zum Neorassismus: Mechanismen, Effekte und Interventionen gegen institutionellen Antiziganismus

VORTRAG VON TOBIAS NEUBURGER; VERANSTALTUNG IM AKZISEHAUS, 29. JANUAR 2020, 19:00, Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

Das Machtverhältnis, das heute vielfach mit dem Begriff Antiziganismus bezeichnet wird, verweist auf eine jahrhundertealte Geschichte. Doch dies sollte nicht dazu verleiten, diesen als einen „ewigen“ Hass zu begreifen. Antiziganistische Diskurse waren im Verlauf ihrer Geschichte vielfältigen Wandlungen und Metamorphosen unterworfen. Ausgehend von einer kurzen Skizze der Geschichte des Antiziganismus legt der Vortrag einen Schwerpunkt auf jüngere Entwicklungen und insbesondere auf Mechanismen und Effekte von institutionellen Ausprägungen dieses Rassismus. Abschließend werden Möglichkeiten und Grenzen von Interventionsstrategien diskutiert. Der Eintritt ist frei.

Tobias Neuburger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover und Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover. Er promoviert mit einer kulturhistorischen Arbeit am Institut für Geschichtswissenschaften und
Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck.

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Anerkennung jetzt! Podiumsgespräch mit Überlebenden und Fachleuten

29.01.2020, 18:00 – 20:00 Uhr, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84. Aufgang 2, 3. OG 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz veranstalten das Dokumentations- und Kulturzentrum und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma im Bildungsforum gegen Antiziganismus am 29. Januar 2020 um 18h ein Podiumsgespräch „Anerkennung jetzt!“ mit Überlebenden der na- tionalsozialistischen Verfolgung aus der Gruppe der Sinti und Roma. Überlebende der NS-Verfolgung berichten aus eigener Perspektive, was das Leben während und nach der Festsetzung für sie persönlich bedeutete und welche Nachwirkungen ihre Verfolgungsgeschichte bis heute hat. Schwerpunktmäßig wird über die aktuell bestehen- den Lücken in der Wiedergutmachungspraxis der Bundesrepublik informiert.

Begrüßung: Romani Rose, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Berichte der Überlebenden der NS-Verfolgung: Frieda Daniels, Gertrud Wimmert, Helene Daidoni, Werner Friedrich

Podiumsgespräch: Manfred Schmitz-Berg, Richter a.D. am OLG Düsseldorf, Prof. Dr. Constantin Goschler, Ruhr-Universität Bochum, Rüdiger Mahlo, Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Dr. Dina von Sponeck, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Moderation: Dr. Frank Reuter, Forschungsstelle Antiziganismus, Heidelberg

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Der Festsetzungserlass und seine Folgen

Ort: BILDUNGSFORUM GEGEN ANTIZIGANISMUS, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma im Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße) Podiumsgespräch mit Überlebenden der NS-Verfolgung

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz veranstalten das Dokumentations- und Kulturzentrum und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma im Bildungsforum gegen Antiziganismus am 29. Januar 2020 um 18 Uhr ein Podiumsgespräch mit Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung aus der Gruppe der Sinti und Roma.

Mit dem Festsetzungserlass Himmlers vom Oktober 1939, war es Sinti und Roma im Gebiet des deutschen Reiches verboten, sich von dem Ort, an dem sie sich zum Zeitpunkt der Erfassung befanden, zu entfernen. Die sogenannte Festsetzung hatte eine rassenpolitische Zielsetzung, die auf die Vorbereitung der späteren Deportationen und letztlichen physischen Vernichtung abzielte. Die mit einer Festschreibung verbundenen massiven psychischen Belastungen verursachten potentiell schwerwiegende gesundheitliche Nachwirkungen, auch auf die nachfolgenden Generationen.

Nach der Begrüßung (Romani Rose) und einem Grußwort mit Einführung in das Thema (Prof. Dr. Goschler, Uni Bochum, angefragt) und dem Impulsvortrag über offene Fragen der Entschädigung (Dina von Sponeck) werden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus ihrer Perspektive berichten, was das Leben unter Festsetzung für sie persönlich bedeutete und welche Nachwirkungen ihre Verfolgungsgeschichte bis heute hat. Anschließend werden Fragen beantwortet. Moderation: Dr. Karola Fings (angefragt)

Für diese Veranstaltung bitten wir bis zum 22.01.19 um Anmeldung unter berlin@sintiundroma.de

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Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte.

Dienstag, 28. Januar 2020, 19.00 Uhr, Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz, Flachsmarktstraße 36, 55116 Mainz

Als „Zigeuner“ beschimpft, verfolgt, von den Nazis ermordet und ausgegrenzt bis heute: ZDF-History blickt in der Dokumentation „Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte“ anhand bewegender Lebens- läufe auf die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland.
Vor 75 Jahren leisteten sie im sogenannten „Zigeunerlager“ von Auschwitz Widerstand gegen ihre drohende Vernichtung. Sie konnten sie auf- schieben, aber nicht verhindern. In der Nacht zum 3. August 1944 wurden fast 3.000 Sinti und Roma in den dortigen Gaskammern ermordet.
Die Dokumentation widmet sich nicht nur der Ver- folgungsgeschichte im NS-Regime, sondern zeigt auch, wie Sinti und Roma nach dem Krieg für Ent- schädigung und Anerkennung kämpften, und dass Antiziganismus noch immer weit verbreitet ist.
Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir zur Diskussion mit Annette von der Heyde, Redakteurin in der ZDF Redaktion Zeitgeschichte und Autorin zahlreicher Dokumentationen, und Hans Berkessel, Historiker und Pädagoge, ein.
Veranstaltende: Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Mainz in Kooperation mit dem ZDF

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Holocaust Gedenktag in Dreieich

Montag, 27. Januar, um 19 Uhr im Bürgerhaus Dreieich, Fichtestraße 50, 63303 Dreieich

Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt und Bürgermeister Martin Burlon Gedenkworte sprechen – ebenso wie Nur Kizilok. Die Moderation übernimmt Marie Sophie Adeoso (Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt). Reden halten neben dem katholischen Pfarrer Erik Wehner auch Vertreter des Jüdischen Museums und von Sinti-Roma-Pride. Ehrengast ist Zeitzeugin Rita Vowe aus Berlin, Tochter des Boxers Johann Rukeli Trollmann, der als Sinti Opfer der Nazis wurde.

Wichtig ist für Nur Kizilok, dass Schüler der weiterführenden Schulen in Dreieich ihre Gedanken und Gefühle zum Holocaust vortragen. Zu sehen ist auch ein Ausschnitt aus dem Film „Die Wunderkinder“ von Marcus O. Rosenmüller, der den ermordeten jüdischen Kindern gewidmet ist. „Larissas Lied“ aus dem Film, vorgetragen vom Chor der Musikschule unter Martin Winkler, wird sich durch die Veranstaltung ziehen. Nach einem Friedensgebet und einer Gedenkminute besteht die Möglichkeit zur Begegnung im Foyer.

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GEDENKEN AM DENKMAL FÜR DIE IM NATIONALSOZIALISMUS ERMORDETEN SINTI UND ROMA EUROPAS anlässlich des Internationalen Holocaust Gedenktages 2020

27. Januar 2020 um 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas
(Simsonweg, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor), 10557 Berlin
Anlässlich des Internationalen Gedenktags an die Opfer des Holocaust und des 75. Jahrestages der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, laden das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas herzlich ein, gemeinsam an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma Europas zu erinnern.
Es besteht die Möglichkeit Blumen niederzulegen.
Es sprechen: Rita Prigmore, Überlebende des Holocaust
Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin
Michael Roth, Staatsminister für Europa
Petra Rosenberg Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg

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GEDENKTAG DES HOLOCAUST – PORRAJMOS: VERFOLGUNG UND VERNICHTUNG DER SINTI UND ROMA

25. Januar 09:00-13:00 Uhr, Festsaal der Gemeinde Bozen, Gumergasse 7, 39100 Bozen, Südtirol, Italien

Die Gemeinschaft der Sinti und Roma ist seit Jahrhunderten die zahlenmäßig stärkste Minderheit in Europa. Und trotzdem weiß die Gesellschaft nur sehr wenig über sie.

Über lange Zeit wurden stereotypisierte, rassistische Zuschreibungen und Legenden über sie verbreitet, die ein verfälschtes Bild prägten und immer noch prägen. Und dieses Bild beeinflusst die politischen Spielräume und die Umsetzung (oder Nicht-Umsetzung) von Unterstützungsmöglichkeiten.

Der Tag der Erinnerung ist notwendig und auch deshalb festgelegt worden, um Verfolgung und Gräueltaten nicht vergessen zu lassen.

Am 25. Januar werden verschiedene Dozenten und Historiker Einblicke in die Geschichte des Zweiten Weltkrieg geben, und berichten, was geschehen ist und warum dies möglich war.

PROGRAMM

09:00 – ERÖFFNUNG UND BEGRÜSSUNG MIT Radames Gabrielli – Präsident Nevo Drom, Renzo Caramaschi – Bürgermeister, Yuri Andriollo – Stadtrat für Sozialpolitik und Kultur der Gemeinde Bozen

09:40 – DER VERGESSENE VÖLKERMORD AN 500.000 SINTI UND ROMA – ANTIZIGANISMUS: EINE DER STÄRKSTEN FORMEN VON RASSISMUS IN EUROPA, Franz Romeo – Abgeordneter des Europäischen Parlaments

10:15 – SINTI DIE AUS BOZEN UND AUSCHWITZ – BIRKENAU DEPORTIERT WURDEN, UND DIE NACHT DES 2. AUGUST DER SINTI UND ROM IN AUSCHWITZ – BIRKENAU. Luca Bravi – Historiker, Mitglied des wissenschaftlichen Komitees für das virtuelle Museum Memors – Porrajmos

10:50 – SINTI UND ROMA IM WIDERSTAND Guido Margheri – Präsident ANPI Alto Adige Südtirol

11:25 – ANTIZIGANISMUS IN DER VERGANGENHEIT UND IM GEGENWART Eva Rizzin – Forscher, Politikwissenschaftlerin

12:00 – 13:00 – GRUSSWORTE MIT BUFFET UND ABSCHLUSS DER VERANSTALTUNG

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Gedenken an NS-Opfer: Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung

24. Januar @ 17:0018:30, RomnoKher Mannheim, B7 1668159 Mannheim, Kaminzimmer

Eröffnung der Ausstellung „Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas 1933-1945“ des NS-Dokumentationszentrums München
Grußwort Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender, Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Christoph Wilker, Autor, Kurator der Ausstellung, Geschichtsforscher, im Gespräch mit Dr. Tim Müller, Wissenschaftlicher Leiter, Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Christoph Wilker stellt sein Buch „Und wieder war ich gerettet. Wie Alex Ebstein die Konzentrationslager Auschwitz, Sachsenhausen und Flossenbürg überlebte und zu einem erfüllten Leben fand“ vor und führt in die Ausstellung „Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas 1933-1945“ ein.

Die Ausstellung „Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas 1933-1945“ ist bis zum 16.02.2020 im Kulturhaus RomnoKher zu sehen.

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10-18 Uhr
Samstag 10-18 Uhr
Sonntag 12-18 Uhr

Freitags geschlossen

Diese Buchvorstellung bildet den Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe im RomnoKher – „Offenes Feuer – Geschichte, Gesellschaft, Politik“.
Der Titel spielt mit dem ikonographisch überlieferten antiziganistischen Klischee, um es bürgerschaftlich zu wenden – das Gespräch am Feuer als Ausdruck der republikanischen Kommunikation, unser Kaminzimmer als Ort der zivilgesellschaftlichen Diskussion aller Teilnehmer auf Augenhöhe. Vor allem stehen Fragen der Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Sinti und Roma im Mittelpunkt – von der lokalen bis zur europäischen Dimension. Aber die Reihe bietet auch ein Forum für die Geschichte und aktuellen Herausforderungen anderer Minderheiten.

Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband-Baden-Württemberg (VDSR-BW) führt diese Reihe in Kooperation mit dem MARCHIVUM durch.

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Haben wir ein Journalismusproblem? – Das Bild von Sinti und Roma in den Medien

23.01.2020, 19:00 – 20:30 Uhr, ALEX Offener Kanal Berlin
Rudolfstraße 1-8 (Eingang Ecke Ehrenbergstraße), 10245 Berlin-Friedrichshain

In einer gemeinsamen Abendveranstaltung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und der Neuen deutschen Medienmacher*innen diskutieren Expert*innen, darunter Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats), Ferda Ataman (NdM-Vorsitzende, Journalistin), der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch und Andrea Wierich (Amaro Foro) am 23. Januar 2020 die immer wieder auftauchenden antiziganistischen Vorurteile in der deutschen Berichterstattung. Moderiert wird die Diskussion von Mohamed Amjahid, Journalist und Autor des Buches „Unter Weißen“.

Die Ablehnung von Sinti*ze und Rom*nja ist weiterhin gesellschaftliche Realität und wird durch eine antiziganistische mediale Berichterstattung weiter verstärkt: So stellte eine Studie bereits 2016 fest, dass die deutschen Medien regelmäßig Vorurteile gegen Sinti*ze und Rom*nja verbreiten und reproduzieren. Nach wie vor sind Sinti*ze und Rom*nja mit reißerischer, latent bis offen rassistischer und herabwürdigender Berichterstattung konfrontiert. Ob Print, Online, Funk oder Fernsehen – die andauernde Wiederholung antiziganistischer Vorurteile in der mediale Darstellung beeinflusst den Ton in der gesellschaftlichen wie auch politischen Debatte immens und jahrhundertealte Klischees etablieren sich zum „normalen“ Bild über Sinti*ze und Rom*nja. Sozialstaatsmissbrauch, „Horrorhäuser“, inklusive Ratten und Dreck, Müllberge, barfüßige Kinder, Frauen in langen Röcken und Clankriminalität gehören zum Standardreperoire in der Darstellung der Minderheit in den Medien. Ein normales Leben können oder wollen die Medien über Sinti*ze und Rom*nja nicht zeigen, nur eines im kriminellen und devianten Abseits der Gesellschaft. Warum ist das so?

Gemeinsam nehmen unsere Expert*innen eine Bestandaufnahme vor, diskutieren aktuelle Beispiele aus der Berichterstattung (und davon gibt es wahrlich genug!) und stellen Forderungen: Nach mehr Differenzierung, mehr Sensibilität – und einem lange überfälligen Verzicht auf tradierte Stereotype und Rassismen.

Um Anmeldung wird gebeten: Eventim Link

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Und eisig weht der kalte Wind

Donnerstag, 23. Januar 2020, 19.00 Uhr, Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Flachsmarktstraße 36, 55116 Mainz
„Und eisig weht der kalte Wind“ erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte der Sinti-Familie Weiss-Laubinger. Im Mittelpunkt steht die deutsche Sintiza „Sichla“ Weiss, die im Alter von 14 Jahren von den Nationalsozialisten zusammen mit all ihren Angehörigen von Hamburg aus
nach Polen in die Konzentrationslager verschleppt wurde.
Ricardo Lenzi Laubinger berichtet aus dem Leben des 14-jährigen Mädchens, das seine Mutter war. Sie verlor ihre Eltern, ihre sieben Geschwister, ihre Großeltern, Tanten und Onkels sowie die meisten ihrer Cousinen und Cousins, die alle von den Nazis ermordet wurden.
Sichla Weiss war fast 20 Jahre alt, als sie endlich von den Alliierten befreit wurde. Sie hatte 59 fürchterliche und grauenvolle Monate Haft in verschiedenen Konzentrationslagern überlebt, ihre gesamte Familie und mehr als 60 weitere Angehörige verloren. Aber die Diskriminierung sollte auch nach dem Krieg weitergehen.
Veranstaltende: Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz in Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz und der Sinti-Union Hessen e. V.

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Abseits im eigenen Land – Sinti und Roma-Sportler

Ausstellung von Andrzej Bojarski
Öffnungszeiten:
21. und 22. Januar 2020 von 15.00 bis 20.00 Uhr 23. und 24. Januar von 18.00 bis 20.00 Uhr
25. Januar von 14.30 bis 20.00 Uhr
28. und 29. Januar von 15.00 bis 20.00 Uhr Ort:
Fanhaus Mainz, Weisenauer Straße 15, 55131 Mainz

Wie die Historie zeigt, sind Diskriminierung und Ausgrenzung auch im Sport ein wichtiges Thema. Mit dieser Thematik befasst sich Andrzej Bojarskis Ausstellung unter besonderer Berücksichtigung der Sinti- und Roma-Sportler.

Veranstalter: FC Ente Bagdad

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Auf Spurensuche

Sonntag, 19. Januar 2020, 17:30 Uhr

Polen 2019; Regie: Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V., Deutschland

Cine k GbR, Bahnhofstraße 11, 26122 Oldenburg

Wir freuen uns, die Filmemacher*innen für ein anschließendes Gespräch bei uns begrüßen zu dürfen.

Nachkommen vieler Sintis aus dem Nordwesten haben sich auf Spurensuche begeben und die Orte der NS-Verbrechen aufgesucht. Von Jever über Oldenburg ging es via Sachsenhausen nach Auschwitz. Insbesondere für die jüngste Generation war dies eine emotionale Reise an die Orte des Leids Ihrer Familien. Unterwegs spielte die Gegenwart eine deutlich größere Rolle als erwartet, denn es scheint als sei der Antiziganismus noch lange nicht überwunden

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Studentischer Winterkongress: Antiziganismus in Hochschule und Gesellschaft

17. Januar 2020 @ 17:00 – 19. Januar 2020 @ 16:00
Als Teil der Kampagne never again! – Gemeinsam gegen autoritäre und faschistische Tendenzen veranstaltet der Ausschuss politische Bildung des fzs in diesem Jahr den studentsichen Winterkongress zum Thema Antiziganismus.

In der Woche davor und in der Woche danach [vom 13.1.-27.1.] ruft der fzs dazu auf dezentral die Aktionstage never again durchzuführen. Mehr Infos zur Kampagne gibt es hier.

Geplantes Tagungsprogramm mit Ablaufplan

Freitag
bis 17.00 Uhr Anreise
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr Begrüßung, Kennenlernen und Vorstellung des Programms
20.00 Uhr Input I: Einführung Geschichte und verschiedene Dimensionen des Antiziganismus

Samstag
bis 09.15 Uhr Frühstück, danach gemeinsame Fahrt in das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
10.00 Uhr Führung durch die Ausstellung des Dokumentationszentrums
12. – 12.30 Pause
12.30 Uhr Input II: Historie und Lebensrealität der Sinti und Roma

14.00 Uhr Mittagessen
15:00 Uhr Workshopphase Ia: Praxis Uni/Lehrer*innenbildung
Workshopphase Ib: Praxis Stadt
Workshopphase Ic: Praxis Gesamtgesellschaft
19.00 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Podiumsdiskussion/-gespräch: Antiziganismus an der Uni – Wie bekämpfen?

Sonntag
8.00 Uhr Frühstück
9.30 Uhr Input IV: Antiziganismus in der Nachkriegszeit und bis heute [und Neue Rechte?]
11.15 Uhr Workshopphase IIa: Vernetzung, wie geht es weiter
Workshopphase IIb: Ideologie der Volksgemeinschaft
Workshopphase IIc: Situation in Europa
Workshopphase IId: Sexismus und Antiziganismus
13.00 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Abschlussrunde mit Seminarevaluation
Nachmittags Stadtrundgang mir allen die Lust haben

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Einführung in die Kritik des Antiziganismus

Vortrag von Markus End, 17. Januar 2020 von 19:30 bis 21:00, Große Mantelgasse 2, 69117 Heidelberg

Antiziganismus ist bis heute ein wissenschaftlich wie gesellschaftlich unterbelichtetes Phänomen. Gleichzeitig muss er nach wie vor als wirkmächtiges Gewaltverhältnis verstanden werden, auch in Deutschland:
Regelmäßig kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf Rom*nja, Sinti*ze oder Menschen, die dafür gehalten werden, institutionelle Diskriminierung ist für Betroffene Alltag, in der Öffentlichkeit werden rassistische Diskurse zu ‚Armutszuwanderung‘ oder ‚Asyltourismus‘ ausgetragen.
Der Vortrag wird einen Ansatz zur Analyse des Antiziganismus vorstellen und im Anschluss einen Überblick über gegenwärtige Ausprägungen und Erscheinungsformen in Deutschland gegeben.

Das Referat für Politische Bildung lädt in Kooperation mit dem fzs zum Vortrag, der auch Teil des gleichzeitig stattfindenden Studentischer Winterkongress: Antiziganismus in der Hochschule ist, ein.

Ausstellungseröffnung: “Sinti & Roma – Eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung”

14. Januar 2020 um 18.00 Uhr, CAP3 Hörsaal 1 der Uni Kiel, Westring 385, 24118 Kiel

Wer sind eigentlich Sinti und Roma? Dies ist eine der Leitfragen, welche den Ausgangspunkt für eine Ausstellung zum Thema Antiziganismus bereiteten, die am 14. Januar 2020 um 18 Uhr an der Uni Kiel eröffnet wird und noch bis zum 31. Januar zu sehen ist. Gezeigt werden 14 Infopanels, die Kultur, Holocaust und Kampf gegen Diskriminierung und um Rechte und Anerkennung seit 1945 behandeln. Ausstellungsort ist der CAP3 Hörsaal 1 im Westring 385 in Kiel.

Anstoss dazu war nach Angaben der Veranstalter, das Antiziganismus ein oftmals übersehenes Problem in unserer Gesellschaft ist. Bis heute würden Sinti und Roma diskriminiert, wobei das meistens unter dem Radar der Mehrheit läuft. Dem Kampf gegen Antiziganismus soll deshalb eine Bühne gegeben werden, als Teil der laufenden “Never again”-Aktionstage.

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Kritische Theorie des Antiziganismus

09.01.2020 19:00, International Psychoanalytic University, Stromstraße 2, 10555 Berlin. Die Veranstaltung findet im Hörsaal 1, (Haus 2), 3. Etage statt.

Zur Urgeschichte der Zigeunerfeindschaft und zur Psychoanalyse des geschichtlich Unheimlichen
Vortrag und Diskussion mit Nico Bobka

Im Vortrag soll zumindest angedeutet werden, dass der Antiziganismus nicht in der wie verzerrt auch immer wahrgenommenen Lebensrealität der Sinti oder Roma wurzelt. Im Anschluss an Franz Maciejewskis psychoanalytische Überlegungen soll der Antiziganismus auf den Begriff gebracht werden: als ein Antiziganismus ohne Sinti oder Roma – nicht jedoch ohne Zigeuner. Der Begriff des Zigeuners kann kritischer Theorie daher nicht etwa Anlass sprachpolitischer Interventionen sein, sondern gilt ihr vielmehr als Einstieg zu einer zu reflektierenden Urgeschichte des Antiziganismus; einer Urgeschichte der Gattung, die noch in jeder individuellen Entwicklung wiederholt wird. So wird sich herausstellen, dass der Zigeuner kein Konstrukt ist, sondern vielmehr Produkt des Zivilisationsprozesses, das sich im Unbewussten der Subjekte niedergeschlagen hat. Der Zigeuner wäre somit der Deckname für in die Außenwelt projizierte, dem Bewusstsein verborgene, tabuisierte und verleugnete Selbstanteile der Antiziganer; und der Antiziganismus wäre der niemals endende Versuch, am Objekt der Projektion die eigenen zivilisatorischen Zurichtungen nachzuahmen und zu vollenden.

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Bürgerdialog – Gemeinsam aktiv gegen Antiziganismus

21.02.2020 bis 22.02.2020, Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund

Die Polarisierung der öffentlichen Debatten bedroht zunehmend den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Lebenswirklichkeiten haben sich voneinander entfernt und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und ins Gespräch zu kommen, wird geringer. Welchen Beitrag kann hierbei der „Bürgerdialog“ als Format für Begegnung und die praxisorientierte Lösung von gesellschaftlich kontroversen und komplexen Fragestellungen und Herausforderungen leisten? Wie kann diese Methode sinnvoll in der ehrenamtlich-zivilgesellschaftlichen Arbeit gegen Antiziganismus eingesetzt werden?

In Kooperation mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Stadt Dortmund möchten wir gemeinsam mit Ihnen erarbeiten, welche Unterstützung zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antiziganismus braucht und wie hierbei der Bürgerdialog als eine mögliche Methode helfen kann.

Dafür werden zuerst die Möglichkeiten und Herausforderungen des Konzepts des Bürgerdialogs näher beleuchtet, um anschließend praktisch zu erarbeiten, wie Bürgerdialoge zu ganz konkreten Themenbereichen des Engagements gegen Antiziganismus erfolgreich funktionieren können. Gemeinsam wollen wir Lösungsansätze entwickeln: Wie können wir Vorbehalten, Stereotypen oder gar Ablehnungsgefühlen begegnen? Welche Rolle kann hierbei speziell der Bürgerdialog als Beteiligungs- und Diskussionsformat für Großgruppen spielen?

Die Veranstaltung soll Raum bieten für den praxisorientierten Austausch und die Vernetzung von Initiativen und Projekten, die bereits aktiv gegen Antiziganismus in unserer Gesellschaft vorgehen. Gleichzeitig soll sie Anstoß geben für alle ehrenamtlich-zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekte, sich gezielt mit Antiziganismus in ihrem Arbeitsfeld auseinanderzusetzen. Gemeinsam wird auch den folgenden Fragestellungen nachgegangen:
Wie kann das Ziel erreicht werden, die Argumentationsfähigkeit und Entwicklung gemeinsamer Positionen beim Thema „Aktiv gegen Antiziganismus“ zu stärken? Welche Möglichkeiten gibt es, miteinander ins Gespräch zu kommen, um Veränderungen gemeinsam umzusetzen? Wie können Politik und Kommunen einbezogen werden?

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter/-innen der Minderheit, ehrenamtlich engagierte Bürger/-innen aus Initiativen, Projekten, Verbänden, Vereinen und Bündnissen. Auch Vertreter/-innen aus Politik und Wissenschaft, Verwaltung und den Kommunen sind herzlich eingeladen, um gemeinsam neue Ansätze gegen Antiziganismus zu entwickeln. Explizit laden wir auch solche Engagierte ein, die die Thematik bisher noch nicht für ihr Projekt oder ihren Verein entdeckt haben.

Veranstalter: Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT), Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Stadt Dortmund

Anmeldung: Teilnahmegebühr: kostenfrei. Alle Gäste werden darum gebeten, ihre Reisekosten selbst zu tragen.

Für weit anreisende Teilnehmende steht ein begrenztes Zimmerkontingent zur Verfügung. Bitte teilen Sie uns bei Anmeldung mit, ob Sie für den 21.02.2020 eine Übernachtung benötigen. Die Kosten hierfür übernehmen die Veranstalter. Eine kostenfreie Stornierung Ihres Zimmers ist nur bis zum 09.01.2020, 16 Uhr möglich. Sollten aufgrund einer selbstverschuldeten Absage oder Nichtanreise zu einem späteren Zeitpunkt Stornokosten anfallen, müssen wir Ihnen diese leider in voller Höhe in Rechnung stellen.

Anmeldung siehe

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Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen am 19. Dezember 2019

19.12.2019, 10:30 – 11:30 Uhr, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg; 10:15 Uhr: Treffpunkt am Neuen Museum, gemeinsamer Gang zur Station Z

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erinnert in der Gedenkstätte Sachsenhausen am zentralen Gedenkort Station Z mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma. Der Zentralrat nimmt mit einer Delegation von 40 Personen teil, darunter Holocaustüberlebende und Vorstände seiner Landes- und Mitgliedsverbände.

Vor 77 Jahren, am 16. Dezember 1942, unterzeichnete Himmler den sogenannten „Auschwitz-Erlass“, der die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anordnete – unter ihnen 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Insgesamt wurden im besetzten Europa mehrere Hunderttausend Sinti und Roma in Konzentrationslagern oder durch Einsatzgruppen der SS ermordet. Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren mehr als 1.000 Sinti und Roma inhaftiert.

Begrüßung: Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ansprache: Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma

Kranzniederlegung

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen

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Roma und Sinti — Einführung , Geschichte, Gegenwart und die Entstehung von Vorurteilen

Donnerstag, 19. Dezember 2019 von 19:00 Uhr Haus der Jugend, Museumstraße 7, 72764 Reutlingen

Wann und warum sind Roma und Sinti nach Europa geflüchtet? Und wie kommt es, dass es so hartnäckige Vorurteile gibt? Der Kurs führt in die Geschichte ein, beleuchtet Hintergründe der Roma und Sinti in Hamburg und thematisiert transgenerationelle Traumatisierungen.
Was hat es mit dem Zigeunerbegriff auf sich? Und wie kann ich Antiziganismus, die Feindschaft gegenüber Roma, verstehen, erkennen und richtig begegnen?

Vortrag & Filmvorführung von und mit Marko D. Knudsen – Vorsitzender des Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V. und des Europäischen Zentrum für Antiziganismusforschung e.V.

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Antiziganismus als Bildungsproblem

17.12.19, 16:00 Uhr, Uni-Bremen, Raum 3009|GW2, Universität Bremen, Bibliothekstraße 1, 28359 Bremen

Ringvorlesung: Bildung – Macht – Neue Autoriäten – Pädagogische Fragen einer gefährdeten Demokratie mit Prof. Dr. Astrid Messerschmidt

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77 Jahre Auschwitz-Erlass: Das Fortleben des Antiziganismus

16.12.2019, 18:30 – 20:45 Uhr, Trift 20, 29221 Celle

Am 16. Dezember 2019 jährt sich mit dem sogenannten Auschwitz-Erlass der zentrale Erlass des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma zum 77. Mal. Ausgehend von der staatlich organisierten Vernichtung verdeutlicht der Vortrag die Kontinuitäten und Brüche der Diskriminierung von Sinti und Roma in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Auch heute sind stereotype Vorstellungen von „Zigeunern“ in der gesamten Gesellschaft weit verbreitet. Wie aber kommt es, dass viele Menschen das Vorurteil immer wieder neu für sich entdecken und glauben, dass ihre Erfahrung diese Vorurteile bestätigen? Der Vortrag bietet eine Einführung in die jüngere Geschichte des Antiziganismus und in die Wirkungsweise von Vorurteilen und lädt zur Diskussion ein.

Kursgebühr 10,00 € VHS Celle

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Antiziganismus im 20. Jahrhundert

Im Rahmen des Nachwuchs-Workshop der AG Landesgeschichte im VHD vom 12.-14. Dezember 2019 im Tagungszentrum Hohenheim, Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart, bildet am Samstag, 14. Dezember 2019 das Thema Antiziganismus im 20. Jahrhundert den Schwerpunkt.

Moderation: Anna Valeska Strugalla M.A.
11:00 Uhr: Die Verfolgung von Sinti und Roma in Magdeburg unter nationalsozialistischer Herrschaft
Verena Meier, Heidelberg
11:45 Uhr: Antiziganistische (Dis-)Kontinuitäten im baden-württembergischen Verwaltungsapparat nach 1945
Laura Hankeln M.A., Heidelberg

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Roma-Integration und Antiziganismus in Osteuropa. Die misslungene Roma-Dekade

Donnerstag, 12. Dezember von 13:15 Uhr bis 14:45 Uhr: Raum 2/N105 (Zentrales Hörsaalgebäude), Reichenhainer Straße 90, 09126 Chemnitz

Der Vortrag geht auf die kulturellen Besonderheiten der Roma ein, die die Integrationsarbeit mit den ghettoisierten Roma- Gemeinschaften erschweren. Es werden auch die Vorurteile gegenüber den Roma aufgegriffen sowie positive und negative Erfahrungen aus den humanitären Initiativen unter den ärmsten Roma-Familien geschildert.

Kalina Shtereva hat Germanistik an der Universität Veliko Tarnovo studiert. Sie arbeitet seit 2001 am Institut für Germanistik und Niederlandistik und promoviert im Bereich der Semiotik, Semantik und Translationswissenschaft. Im Zeitraum 2008 – 2015 arbeitete sie ehrenamtlich als Dolmetscherin beim bulgarischen Roten Kreuz und bei einigen deutschen humanitären Organisationen. Sie arbeitete zudem bei verschiedenen Roma-Projekten mit.

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Sinti im frühneuzeitlichen Militär- und Policeydienst. Quellen und Überlieferungsbildung

Mittwoch, 11.12.2019, h 18.30-20.00, Institut für Geschichte an der Universität Wien, Hörsaal 30, Universitätsring 1, Wien

Im Rahmen der Veranstaltung präsentiert Stephan Steiner das neu erschienene und von ihm herausgegebene Themenheft der Frühneuzeit-Info, das sich „‚Zigeunern’ im Europa der Frühen Neuzeit” widmet. Es versammelt Beiträge, die sich ganz auf bislang unerschlossene Quellen stützen, und deckt einen breiten geographischen Raum ab.

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2. Abend der Menschenrechte

 19:30 bis 21:00 Uhr, Fontäne Kulturzentrum e.V., Wredestr. 6, 67059 Ludwigshafen

Anlässlich des Tages der Menschenrechte findet dieses Jahr der 2. Abend der Menschenrechte statt.

Auch 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kommt es weltweit leider zu Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung, Unterdrückung, Misshandlungen und Folter. An diesem Abend soll an die Verbrechen erinnert und eine Auseinandersetzung mit der Thematik ermöglicht werden.

Redner: Chana Dischereit (Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband BW), Amnon Seelig (Jüdische Gemeinde Mannheim)

Moderation: Christiane Ludwig

Vorträge + anschließendes Podiumsgespräch zu: Antiziganismus, Antisemitismus, Frauenrechte in der Türkei

Anmeldungen mit Personenzahl unter: fontaenekulturzentrum@gmail.com

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Bilder aus einem inneren Ausland. Sinti-Familienbiografien

Dienstag 10. Dez. 2019 18:30 Uhr, Sigmund Freud Privatuniversität, Freudplatz 1, 1020 Wien, Raum: 1002

In den 1920/30er Jahren in der Umgebungsgesellschaft angekommen, dann dort zum Objekt völkischer Abschaumfantasien gemacht: Wo standen die Überlebenden 1945? Wie ging es weiter? Es entsteht die Frage, woher die Menschen die Kraft, die Ressourcen entwickelten, vom Nullpunkt wieder auf die Beine zu kommen und noch wieder neu ihr Leben zu gestalten. Eine Text-Bild-Darstellung und anschließend ein Gespräch.

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ANTIZIGANISMUS ERKENNEN UND ENTGEGENTRETEN

Di, 10. Dezember 2019, 14:00-17:00, Anmeldung erforderlich bis 28.11.2019, wienXtra-institut für freizeitpädagogik, Albertgasse 35/Hof, Seminarraum 2 – 1.Stock, 1080 Wien

Roma und Romnja bilden die größte ethnische Minderheit
in Europa und sind die bis heute noch am meisten verfolgte
und diskriminierte Gruppe. Trotz der Anerkennung als österreichische Volksgruppe im Jahr 1993 ist das stereotype Bild von Roma noch sehr weit verbreitet. In Jugendeinrichtungen und Offener Jugendarbeit in Wien sind darum nicht nur ein Grundwissen über die Herkunft, Geschichte und Lebensrealität der Roma in Europa erforderlich, sondern auch Ansätze und Strategien um Antiziganismus, eine spezifische Form von Rassismus, zu erkennen und diesem aktiv entgegenzutreten.

Dieser interaktive Workshop soll nicht nur informieren,
sondern auch sensibilisieren. Wir dekonstruieren Vorurteile
und Stereotype. Die Vortragenden sind Angehörige der
Roma-Community in Wien und setzen sich seit Jahren für
die Rechte der Roma in ganz Europa ein.

Referent_in: BA Irina Elena Spataru, Trainerin für Menschenrechtsbildung und Aktivistin / Samuel Mago, Schriftsteller und Aktivist

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Festival of Romani Film: Spielfilm GENESIS

So., 8.12., 20.00 Uhr, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

Der erfolgreiche ungarische Roma-Regisseur Árpád Bogdán, Preisträger bei AKE DIKHEA? 2018 für seinen Film GHETTO BALBOA, verarbeitet in seinem Spielfilm GENESIS (So., 8.12., 20.00 Uhr) die rassistische Mordserie an Roma in Ungarn aus dem Jahr 2009. Gezeigt wird darin eine dramatische Darstellung von Sünde, Katharsis, Wiedergeburt und dem plötzlichen Ende der Kindheit eines Roma-Jungen.

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LASS UNS REDEN … über Antiziganismus!

Freitag, 06.12.2019,15:00 Uhr – Sonntag, 8.12.2019, 15:00 Uhr,Bildungszentrum Kirkel, Am Tannenwald 1, 66459 Kirkel

Vom 6. bis 8. Dezember findet im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel das fünfte und vorerst letzte Forum statt. Dieses Jahr soll es um Schnittstellen und Intersektionalität von Antiziganismus/Gadjé-Rassismus und anderen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gehen.
Das Forum bietet wie immer darüberhinaus Raum zum Austausch verschiedener Menschen und Gruppen.

Es richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahre und junge Erwachsene. Mittels Vorträgen und Workshops wird das Themenfeld Antiziganismus/Gadjé-Rassismus bearbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus münden in die Ausgestaltung des Projektes.

Dabei soll das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch verschiedener Erfahrungen nicht zu kurz kommen.

Anmeldung

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Festival of Romani Film: Spielfilm FLOAT LIKE A BUTTERFLY

Fr., 6.12., 20.30 Uhr, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

Im Film der kanadischen Regisseurin Carmel Winters spielt eine junge Frau die zentrale Rolle. Die Gender-umgekehrte Version des Klassikers „Billy Elliot“ ist eine kraftvolle und zeitgemäße Geschichte über den Kampf der 15-jährigen Frances um Freiheit, Zugehörigkeit und das Recht auf Gegenwehr.

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Filmvorführung und Diskussion über Auswirkungen des Antiziganismus

Fr 06.12. 18:00–20:00, Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin

Die Sinti und Roma gehören seit Jahrhunderten zu Deutschland. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes fasst Einstellungen zu Sinti und Roma wie folgt zusammen: „Bei keiner anderen Gruppe zeigt sich ein so durchgängig deutliches Bild der Ablehnung“. Die Dokumentation des Bayerischen Rundfunks „Was haben wir gegen Sinti und Roma?“ führt in das Thema des Antiziganismus ein.

Im Anschluss diskutieren über die Auswirkungen des Antiziganismus in Berlin: Georgi Ivanov von Amaro Foro e.V., Stanislawa Paulus, Referentin im Referat Demokratieförderung und Prävention bei der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung und Sara Spring von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienst e.V.

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Festival of Romani Film: „Wir leben noch“ – Eröffnungsabend am 5. Dezember

Do., 5.12., 18.00 Uhr, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin 

Neben Dr. Klaus Lederer wird auch der niederländische Holocaust-Überlebende und Blumenkönig Zoni Weisz am Eröffnungsabend anwesend sein. Weisz hat während des Nationalsozialismus seine Eltern und Geschwister verloren. Nach dem Krieg wurde er einer der führenden Floristen in Europa und arbeitete unter anderem für die niederländische Königsfamilie. 2011 hielt er als erster Vertreter der Sinti und Roma anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eine Rede vor dem Deutschen Bundestag.

In MEMORY BOXES (Do., 5.12., 18.00 Uhr) erzählt der Florist über den Umgang mit seiner Traumatisierung durch den NS-Völkermord. Der animierte Kurzfilm entstand unter der Regie von Hamze Bytyçi, dem Künstlerischen Leiter des Festivals, und feiert bei AKE DIKHEA? seine Weltpremiere. Anschließend findet ein Zeitzeugengespräch zwischen der Historikerin Jana Mechelhoff-Herezi und Zoni Weisz statt.

Darüber hinaus wird am gleichen Abend der zweite animierte Kurzfilm … DIE BRINGEN NUR DIE VERBRECHER WEG (18.00 Uhr) über die Auschwitz-Überlebende Zilli Reichmann uraufgeführt.

Anschließend an das Eröffnungsprogramm präsentiert AKE DIKHEA? den Spielfilm SEULE A MON MARRIAGE (20.00 Uhr) von Marta Bergman. Darin kämpft Pamela, eine junge Romni aus Rumänien und alleinerziehende Mutter, für das Recht auf Selbstbestimmung und eine bessere Zukunft für ihre Tochter.

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Vortrag mit Film: „NS-Völkermord an Sinti/Roma in Baden und Württemberg“

Freitag, 29. November, 19.30 Uhr : „NS-Völkermord an Sinti/Roma in Baden und Württemberg“

Film von Manuel Werner im JUGI – Kinder- und Jugendzentrum Weingarten, Bugginger Straße 42, 79114 Freiburg
Dieser Vortrag schildert die NS-Verfolgung und den Völkermord an Sinti und Roma. Im Vordergrund stehen hierbei Schicksale von Kindern und Jugendlichen, vor allem aus Baden und Württemberg.
Eine Veranstaltung des Roma Büros Freiburg.

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Die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma – eine Wirkungsgeschichte

28. November, 19 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Dr. Udo Engbring-Romang (Marburg)

Sinti und Roma waren spätestens seit 1935 als angebliche „Fremdrasse“ von der NS-Verfolgungspolitik betroffen, gleichzeitig auch Opfer des traditionellen Antiziganismus, der sie als „Nichtsesshafte“ und „Arbeitsscheuen“ stigmatisierte. Dieser Ausgrenzungsmechanismus wirkte nicht zuletzt bei Behörden, wie auch in den Entschädigungsverfahren nach 1945 weiter.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ – 11.-28. November 2019 in der Katharinenkirche/Hauptwache

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„Möglichst freiwillig“ — Dokumentarfilm

26.11.2019, 19:00 – 21:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Zijush ist 13 Jahre alt, als er Deutschland verlässt. Er muss mit den Eltern und seiner Schwester zurück in die mazedonische Hauptstadt Skopje. Seine Freunde und Freundinnen in Bremerhaven wollen das nicht akzeptieren. Weil Zijush in Mazedonien noch nicht wieder in die Schule geht, rufen sie ihn an – und holen ihn per Smartphone zurück in den Unterricht.

Wir zeigen den Dokumentarfilm „Möglichst freiwillig“, der Zijush nach Skopje folgt und seine Lehrerin beim Besuch in der mazedonischen Hauptstadt begleitet.  Nach der Filmvorführung wird es Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Filmemacherin Allegra Schneider und einer Romni geben, die aus eigener Erfahrung vom problematischen Konstrukt der »sicheren Herkunftsstaaten« berichten kann. Außerdem am Gespräch teilnimmt Mia Lindemann vom Asylarbeitskreis Heidelberg.

Es steht eine mobile Induktionshöranlage für hörbeeinträchtigte Menschen zur Verfügung

In Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit und der Behindertenbeauftragten der Stadt Heidelberg sowie der Heidelberger Partnerschaft für Demokratie

Nähere Infos; Eintritt frei

Sinti und Roma – Verfolgt, verschwiegen, vergessen

26.11.2019 19:00 Uhr, Bauhütte Südliche Friedrichstadt, Friedrichstraße 18 / 19, 10969 Berlin
Veranstaltungsreihe verfolgt, verschwiegen, vergessen
Unterrepräsentierte Opfer nationalsozialistischen Terrors

Die jahrhundertelange Diskriminierung und Marginalisierung von Sinti und Roma mündete im Porajmos, dem von den Nationalsozialisten initiierten systematischen Mord an hunderttausenden als »Zigeuner« stigmatisierten Menschen. Vieles am Porajmos ist bis heute unerforscht. Eine Folge davon ist die nur unzureichende vergangenheitspolitische Aufarbeitung des Genozids, die ein angemessenes Erinnern unmöglich macht und den wenigen Überlebenden und deren Nachkommen eine gerechte Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus verwehrt.
Eine akzentuierte Forschung, die die Geschichte der Minderheit und deren Marginalisierung von ihrem Tiefpunkt im NS aus erzählt, verkennt die Kontinuitäten und Traditionen antiromaistischer Diskriminierung in Deutschland. Sie missachtet, dass immer wieder Impulse zur Ausgrenzung von einfachen Leuten ausgingen, die nicht unbedingt vom Nationalsozialismus überzeugt waren.

In der Veranstaltung sollen die vielfältigen Motive und Dynamiken der Repression gegenüber Sinti und Roma in der Wechselseitigkeit von lokaler und staatlicher Politik am Beispiel Sachsens diskutiert werden. Der Fokus liegt hierbei auf den Ermessens- und Handlungsspielräumen lokaler und regionaler Akteuren und Akteurinnen in sächsischen Kommunen.
Anhand eines interaktiven Quellenvergleichs von staatlichen bzw. national- sozialistischen, regionalen und kommunalpolitischen Maßnahmen soll der Deutung widersprochen werden, die die Diskriminierung der Sinti und Roma als genuin nationalsozialistisches Phänomen benennt und somit deren Ursprung und deren bis heute reichenden Kontinuitäten unkenntlich macht.

Referent: Alexander Rode

Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten.
verfolgt-verschwiegen-vergessen@riseup.net

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Vortrag mit Film „Die NS-Rassenforscherin Eva Justin und die ‚Zigeunergutachten'“

Donnerstag, 21. November 19.30 Uhr, JUGI Kinder- und Jugendzentrum Weingarten, Bugginger Straße 42, 79114 Freiburg

Ute Bales hat die Tätigkeit der Rassenforscherin Eva Justin in der „Rassenhygienischen Forschungsstelle im Reichsgesundheitsamt“ im Zusammenhang mit dem Völkermord an den Sinti und Roma zu dem Buch „Bitten der Vögel im Winter“ verarbeitet und wird daraus lesen.
Eine Veranstaltung des Roma Büro Freiburg.

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Antiziganismus in der Sozialen Arbeit

Fachtagung am 21.11.2019, 09:30 – 17:00 Uhr in der Frankfurt University of Applied Sciences, Gebäude 4 – Raum 111/112, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt am Main

Vorträge von

Markus End: Zur Gegenwart des Antiziganismus in Deutschland

Kenan Emini und Sandra Goerend: Flucht und Migration von Roma aus Osteuropa. Rechtliche und gesellschaftliche Verschärfungen der letzten Jahrzehnte

Christine Bast und Jovica Avanitelli: Antiziganismus erkennen – Bildungsperspektiven schaffen. Kommunale Beratung und Sensibilisierung zum Thema Antiziganismus

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„Kinder im KZ“ – Eine Annäherung an Kindheiten während der Katastrophe

Montag 18. November 18 Uhr Ausstellungseröffnung Im JUGI – Kinder- und Jugendzentrum Weingarten, Bugginger Str. 42, 79114 Freiburg

Mit dem ersten gemeinsamen Projekt einer jüdischen Gemeinde in Freiburg und dem Roma Büro soll der Blick auf das gemeinsame Schicksal der Kinder beider Minderheiten in der NS-Zeit gelenkt werden.
Öffnungszeiten von 17-19 Uhr jeweils Mo – Fr vom 18.11 bis 29.11.
Für Schulklassen und Jugendgruppen können Führungen mit Gesprächsrunden auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden.
Kontakt per E-Mail an: roma.buero.freiburg@t-online.de oder vorstand@gescher-freiburg.de

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Ausstellungseröffnung „Kinder im KZ“ – Eine Annäherung an Kindheiten während der Katastrophe

Montag 18. November 18 Uhr im JUGI – Kinder- und Jugendzentrum Weingarten, Bugginger Straße 42, 79114 Freiburg im Breisgau

Mit dem ersten gemeinsamen Projekt einer jüdischen Gemeinde in Freiburg und dem Roma Büro soll der Blick auf das gemeinsame Schicksal der Kinder beider Minderheiten in der NS-Zeit gelenkt werden.
Öffnungszeiten von 17-19 Uhr jeweils Mo – Fr vom 18.11 bis 29.11.
Für Schulklassen und Jugendgruppen können Führungen mit Gesprächsrunden auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden.
Kontakt per E-Mal an: roma.buero.freiburg@t-online.de oder vorstand@gescher-freiburg.de

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Ausstellung und Diskussion: Buchprojekt Mare Manuscha

14.11.2019, 19 Uhr, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Mainzer Landstraße 293, 60326 Frankfurt am Main

Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten veranstaltet am 14.11.2019 eine Ausstellung zu dem Buchprojekt Mare Manuscha mit dem Thema des heutigen Antiziganismus.

Feindseligkeit, stereotype Wahrnehmung und Vorurteile werden wach, wenn von „Zigeunern“ gesprochen wird. Diese Ressentiments existieren seit Jahrhunderten und werden als Antiziganismus bezeichnet. Begleitend zu der Ausstellung „Mare Manuscha“ wird das Thema gemeinsam mit den Buchherausgebenden Cornelia Wilß und Romeo Franz sowie Kunstschaffenden, die der Minderheit der Roma und der Sinti angehören, beleuchtet. Die Gäste des Podiums tragen auf ganz eigene Weise zur Überwindung von Antiziganismus bei: Sie haben ein Selbstbewusstsein entwickelt, das emanzipatorische Wirkung entfaltet.

Es wird eine vielstimmige Diskussion mit künstlerischem Programm geben.

Referent_innen werden sein:
Joachim Brenner (Leiter des Fördervereins Roma e.V.),
Alexander Paul Englert (Fotograf),
Romeo Franz (Buchherausgeber und Abgeordneter des Europäischen Parlaments)
Romeo Gitano (Rapper, Sänger, Entertainer),
Ilona Lagrene (Bürgerrechtlerin und Autorin),
Duo aus dem Philharmonischen Verein der Sinti und Roma Frankfurt am Main e.V. unter künstlerischer Leitung von Riccardo M Sahiti (Dirigent)
Die Moderation übernehmen:
Armin von Ungern-Sternberg (Amtsleiter AmkA) und Cornelia Wilß (Buchherausgeberin und Journalistin)

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Antisemitismus und Antiziganismus: Sind die alten Dämonen zurück?

Mittwoch, den 13. November 2019 19:00 – 21:00, Universität Luxemburg, Campus Belval, Maison du Savoir
Auditoire 3.510

Antisemitismus und Diskriminierungen insgesamt sind wieder auf dem Vormarsch. Als einer der Gründe gilt die Verunsicherung in der Gesellschaft, die nicht zuletzt durch wachsende soziale Ungleichheiten auseinanderdriftet.

Auf Einladung der Rotary Clubs Esch – Bassin minier und Esch-sur-Alzette sowie des Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C2DH) referiert Georges Santer, Präsident der IHRA und ehemaliger Luxemburger Botschafter u.a. in Berlin, Paris, Peking und Wien, über eine der gefährlichsten Entwicklungen unserer Zeit.

Einführung durch C2DH-Direktor Prof. Dr. Andreas Fickers.

Anmeldung erbeten bis 11. November an rcebm.events@fortytwo.lu

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Antiziganismus: Handeln statt Zuschauen!

13.11.2019 / 10:00 UHR, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Im Rahmen der Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sind vielversprechende Konzepte in den Bereichen Antiziganismus-Prävention und Empowerment entwickelt und erprobt worden. Basierend auf den Ergebnissen laden wir Organisationen und Engagierte aus dem Themenfeld dazu ein, gemeinsam bisherige Erfahrungen auszutauschen und Ansätze und Ziele für die zukünftige Arbeit gegen Antiziganismus zu definieren.

Vorschläge für die Darstellung eigener Konzepte sind im Programmablauf willkommen und werden unter berlin@sintiundroma.de ab jetzt gerne entgegengenommen!

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»Glück ohne Macht« – Kritik des Antiziganismus

Montag, 11. November 2019 von 19:00 bis 21:00, @ Anna & Arthur, Katzenstr. 2, 21335 Lüneburg

Tobias Neuburger (Universität Hannover) beleuchtet in dem Vortrag Analogien, Unterschiede und Vermittlungen zwischen Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus.
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Veranstalter*innen: AK Unbehagen in der Struktur

Abendforum „Erinnern für die Zukunft“: Gedenkveranstaltung für die Opfer des Völkermordes an Roma und Sinti

08.11.2019, 17:00 – 19:00 Uhr, Evangelische Akademie zu Berlin, Charlottenstraße 53/54, 10117 Berlin

Am 2. August 2019 jährte sich die Ermordung der 4.300 verbliebenen Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau zum 75sten Mal. 500.000 Sinti und Roma sind im nationalsozialistisch besetzten Europa durch die Vernichtung in den Konzentrationslagern, durch Zwangsarbeit und Erschießungen der brutalen Verfolgung zum Opfer gefallen. Drei Generationen danach erfahren Sinti und Roma immer noch Ausgrenzung und Diskriminierung in allen relevanten Lebensbereichen. Anlässlich des 75. Jahrestages erinnert der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. zusammen mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung an die Verfolgung und Ermordung und richten den Blick auch auf aktuelle Kämpfe für eine Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Überlebenden und ihrer Familien.

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Fachforum Kompetent gegen Antiziganismus. Teilhabe und Empowerment

Dienstag, 5. November 2019, Congress Union Celle, Thaerplatz 1, 29221 Celle
Wie kann historisch-politische Bildung wirkungsvoll zum Abbau antiziganistischer Diskriminierung beitragen? Und wie kann sie an der Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe von Sinti und Roma mitwirken?
Das Modellprojekt Kompetent gegen Antiziganismus (KogA) hat in den ver- gangenen Jahren eine Vielzahl an Multiplikator_innen aus unterschiedlichen Berufsfeldern adressiert. Unser Ansatz: Wissen vermitteln, für Machtverhältnisse sensibilisieren und Handlungsstrategien gegen Antiziganismus entwickeln.
Gemeinsam wollen wir im Rahmen des Fachforums Kompetent gegen Antiziganismus – Teilhabe und Empowerment den Blick nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft richten: Was sind vielversprechende Ansätze und Good Practices der antiziganismuskritischen Bildungs- und Beratungsarbeit sowie des Empowerments? Wo liegen neue Arbeitsfelder und unbearbeitete Leerstellen?

Das gesamte Programm ist hier einzusehen.

„Sinti und Roma und die aktuelle Kriminalitätspolitik“ Zur Kritik an der Erfassung von Sinti und Roma im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) in Berlin

04.11.2019, 14:00 – 16:00 Uhr, DokuZ Sinti und Roma Berlin, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84.2, 3. OG (Zugang über Oranienstraße), 10969 Berlin

Thomas Fischer, ehemaliger Vorsitzender Richter des 2. Strafsenats am Bundesgerichtshof, wird in seinem Vortrag „Ethnische Minderheiten als Objekt von Kriminalitätspolitik – zur neuen ‚Bekämpfung‘ von Sinti und Roma“ seine Einschätzung zur Berliner Polizeilichen Kriminalstatistik abgeben.

In seiner Einführung wird Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, einen „Überblick über das Verhältnis von bundesdeutschen Polizeibehörden und der nationalen Minderheit der Sinti und Roma nach 1945“ geben.

Das Fachgespräch wird moderiert von Dr. Maria Scharlau, Expertin für Polizei und Menschenrechte bei amnesty international.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen bei der Ausgestaltung der neuen Polizeiaufgabengesetze und der alten Traditionen polizeilicher Sondererfassung von Sinti und Roma ist der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma der Auffassung, daß hier ein struktureller Antiziganismus nach wie vor wirksam ist, durch den Sinti und Roma allein aufgrund ihrer Abstammung pauschal mit Kriminalität in Verbindung gebracht werden. Eine solche nach wie vor offenbar bestehende Polizeipraxis verstößt gegen die grundlegenden rechtsstaatlichen Prinzipien und schadet dem Vertrauen in unsere Demokratie, so Romani Rose. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebenssituation der Minderheit. Vor allen Dingen aber hat eine solche Praxis direkte negative Auswirkungen auf die Angehörigen der Minderheit.

Wir wären für eine Anmeldung zur Veranstaltung dankbar: marius.luedicke@sintiundroma.de

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„Wie bitte? Ein Roma-Schnitzel?!“ – Sensibilisierungsworkshop gegen Antiziganismus

Sensibilisierungsworkshop gegen Antiziganismus für Multiplikator*innen und pädagogische Fachkräfte in Charlottenburg-Wilmersdorf; 1. November 2019, 13 – 17 Uhr, Ulme35, Ulmenallee 35, 14050 Berlin

Sinti und Roma leben in Deutschland seit über 600 Jahren. Dennoch werden sie immer noch als fremd wahrgenommen und häufig benachteiligt – 81% der deutschen Sinti und Roma berichteten in einer Umfrage über persönliche Diskriminierungserfahrungen. Und obwohl 95% der Minderheitenangehörigen die Selbstbezeichnung Sinti und Roma verwendet, gibt es kaum eine Menükarte, die ohne den „Roma“-Schnitzel auskommt. Vor allem die Zuwanderung von Roma aus dem EU-Ausland ließ in den letzten Jahren alte antiziganistische Ressentiments wieder aufleben.

Auch Multiplikator*innen und pädagogische Fachkräfte in Berlin werden vor zahlreiche Herausforderungen gestellt: Neben Sprachbarrieren erschweren auch Unsicherheit bezüglich des Hintergrunds oder möglicher kulturellen Unterschiede von Roma-Jugendlichen den Alltag in Jugend-, Sport und Freizeiteinrichtungen. Darauf reagiert unser Workshopangebot.

Der Workshop besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil sensibilisieren die Referent*innen für den strukturellen Antiziganismus, der immer noch zur Benachteiligung von Sinti und Roma in verschiedenen Lebensbereichen führt. Im zweiten Teil wird Grundwissen über die Geschichte und Gegenwart von Roma und Sinti in Deutschland und Europa vermittelt. Im dritten Teil beantworten die Referent*innen offene Fragen und bieten Praxisbeispiele für die Lösung konkreter Situationen an.

Methodisch beinhalten die Workshops kurze Input-Einheiten, sensibilisierende Antirassismus- Übungen, kurze Videos, ein Quiz und Diskussionen mit Vertreter*innen der Minderheit.

RomaTrial e.V. I Weydingerstr. 14-16 I 10178 Berlin
Carla Eickeler I carla.eickeler@romatrial.org I +49 (0)157 89 489 717

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Erinnerung und Solidarität: Luigi Toscanos Foto-Installation „Gegen das Vergessen“ in Wien

31.10.2019, 19:00 – 21:00 Uhr, Kinosaal des Kulturhauses Karlstorbahnhof, Im Karlstor 1, 69117  Heidelberg

Der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano porträtiert Holocaust-Überlebende. Sein Projekt „Gegen das Vergessen“ war schon in New York, Washington DC, Kiew und Berlin zu sehen. Im Frühjahr 2019 wurde die öffentliche Ausstellung jedoch in Wien mehrfach beschädigt und mit rechten Symbolen und Parolen beschmiert.

Aus diesem Anlass diskutieren Luigi Toscano, der Wiener Ausstellungs-Initiator Peter Schwarz vom psychozialen Zentrum ESRA, eine Vertreter*in der Muslimischen Jugend Österreich, der Fachreferent für Antisemitismus im Staatsministerium Baden-Württemberg, Jan Wysocki, und Romani Rose über Erinnerungskultur und Solidarität in Zeiten des Rechtsrucks in Europa. Zum Einstieg wird eine Filmdokumentation der Ereignisse in Wien gezeigt.

In Kooperation mit dem Kulturhaus Karlstorbahnhof Eintritt frei

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INACH Jahreskonferenz „Antigypsyism and Online Hate Speech“

 30. Oktober 2019,  09:00 – 16:00 Uhr

Hassrede gegen Sinti und Roma, Beleidigungen, Dehumanisierung und Verhetzung sind im Internet leider an der Tagesordnung. Da Antiziganismus oftmals sozial akzeptiert wird, ist dieses Phänomen jedoch schwer zu bekämpfen. Die diesjährige Konferenz des International Network Against Cyber Hate (INACH) zum Thema „Antigypsyism and Online Hate Speech“ am 30. Oktober 2019 in Prag soll helfen, das Ausmaß von Antiziganismus im Internet zu bestimmen und die Beziehung zwischen Online- und Offline-Hass gegen Sinti und Roma zu untersuchen. Internationale Expertinnen und Experten werden zudem den politischen Einfluss internationaler Institutionen und Möglichkeiten einer effektiven Bekämpfung von Antiziganismus im Internet diskutieren.

Anmeldung:
Eine Registrierung ist bis zum 30.09.2019 über das INACH Sekretariat möglich: secretariat@inach.net, Telefon: +31-20-6927266. Der Eintritt ist frei. Kontakt für Rückfragen: secretariat@inach.net

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Verwaltet und verwertet — Die fiskalische Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 18:15 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1Casino-Gebäude, Raum 1.812

Im Rahmen der Deportation von Sinti und Roma in die nationalsozialistischen Konzentrationslager griffen die Behörden auf deren Vermögenswerte zu. Die Betroffenen durften nur wenige Wäsche- und Kleidungsstücke sowie einen »Mundvorrat« an Lebensmitteln mitnehmen. Es wurden Vermögensverzeichnisse angelegt, alle auffindbaren Werte beschlagnahmt und zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen. Die Mitarbeiter der Reichsfinanzverwaltung verwerteten das gesamte Gut durch Verkauf oder öffentliche Versteigerung. Der Vortrag widmet sich insbesondere dem Vorgehen der Behörden. Wer waren die beteiligten Akteure und Profiteure? Gab es Unterschiede oder Gemeinsamkeiten im Vergleich zur fiskalischen Verfolgung anderer Gruppen?

Dr. des. Josephine Ulbricht ist Historikerin und Mitarbeiterin der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig. 2020 erscheint ihre Dissertation unter dem Titel Das Vermögen der »Reichsfeinde«. Staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland.

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Antiziganismus, Populismus und extreme Rechte in Deutschland und Europa

Fachtagung, Dienstag, 29.10.19, 9.30 bis 14 Uhr, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Antiziganismus ist als spezifische Form des Rassismus tief im Denken und Handeln der Mehrheitsgesellschaft verankert und keineswegs nur am rechten „Rand“ anzutreffen. Sich gezielt mit dem Antiziganismus von rechts zu beschäftigen ist dennoch sinnvoll, geht doch von rechten Kräften eine besondere Gefahr aus. So trägt populistische Hetze zur allgemeinen gesellschaftlichen Enthemmung bei, während von der extremen Rechten immer wieder Gewalt gegen Sinti und Roma oder andere als ‚Zigeuner‘ stigmatisierte Menschen ausgeübt wird.

Im Rahmen unserer Fachtagung wollen wir über Erscheinungsformen des Antiziganismus in der populistischen und extremen Rechten in verschiedenen europäischen Ländern ins Gespräch kommen und Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen rechten Spektren und der Mehrheitsgesellschaft in den Blick nehmen. Auch die speziellen Dynamiken, die im Zusammenhang mit diesen Themen im Internet festzustellen sind, werden thematisiert.

Mit Beiträgen von: Bernard Rorke, Magdalena Marsovszky, Lara Schultz, Hans-Peter Killguss und Sonja Kosche.

Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenfrei, für die Fachtagung am 29.10. wird unter berlin@sintiundroma.de um eine Anmeldung bis zum 23.10. gebeten.

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Ausflug zum Kulturzentrum Romnokher in Mannheim

26. Oktober, 10:00 – 18:00 Uhr; Treffpunkt: Bahnhof Darmstadt-Eberstadt

Im Rahmen der Projekttage im Stadtteil. Veranstaltet vom Eberstädter Bündnis gegen Antiziganismus. Gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie leben!

Jugendliche ab 14 Jahren, gemeinsam mit Jugendlichen und Mitgliedern der AG Kinder und Jugend sowie Interessierten aus dem Stadtteil WORKSHOP ZU ALLTAGSDISKRIMINIERUNG – Ziel des Workshops ist nicht nur, Grundwissen zu vermitteln, sondern auch Vorurteile abzubauen und einen diskriminierungsfreien Umgang zu erlernen.

Kulturzentrum Romnokher, B7 16 , Mannheim, 68159 Deutschland
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Antisemitismus und Antiziganismus als beständige Krisenideologien der Arbeitsgesellschaft

Freitag, 25. Oktober 2019, 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln — Vortrag von Elisabeth Böttcher

Die ‚Inhalte‘ von Antisemitismus und Antiziganismus weisen in unterschiedliche Richtungen: antisemitische Phantasmen leben von Bildern, in denen die ‚Juden‘ – bzw. in Gestalt eines ’neuen Antisemitismus‘ der ‚jüdische Staat‘ (vgl. Kurz 2009) – mit den abstrakten Seiten des Kapitalismus (Geld, Finanzkapital, etc) assoziiert werden und ihnen eine Macht zur Weltverschwörung zugesprochen wird. Antiziganistische Phantasmen hingegen identifizieren in dem ‚Zigeuner‘ den ‚Asozialen‘ schlechthin, der selbst arbeitsscheu von dem Arbeitslohn der anderen schmarotzt. Trotz der unterschiedlichen ‚Inhalte‘ und Richtungen ist Antiziganismus und Antisemitismus gemeinsam, dass sie im und mit dem Kapitalismus entstanden sind, sich in das bürgerliche Subjekt eingeschrieben haben und in Krisenzusammenhängen aktiviert und verstärkt werden können. Die Zusammenhänge zwischen Krisendynamik, Antisemitismus und Antiziganismus unter Einbeziehung der Veränderungen und Verschiebungen innerhalb der antisemitischen bzw. antitiziganistischen Phantasmen unter dem Eindruck der aktuellen Krisenerscheinungen, die auf die ‚innere Schranke‘ des Kapitalismus verweisen, werden Thema des Vortrags sein.

Veranstaltet vom Bündnis gegen Antisemitismus Köln, dem AStA der Universität zu Köln und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Köln. Unterstützt durch die Amadeu Antonio Stiftung.

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Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte 2019 – Sinti und Roma: Der nationalsozialistische Völkermord in historischer und gesellschaftspolitischer Perspektive

Freitag, 25. Oktober / Samstag, 26. Oktober 2019; Beginn: Freitag, 13.00 Uhr / Ende: Samstag, 12.30 Uhr. Tagungsort: Max-Mannheimer-Haus, Studienzentrum und Internationales Jugendgästehaus, Roßwachtstraße 15, 85221 Dachau

Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentlich weithin sichtbare Anerkennung, als 2012 in Berlin das zentrale Denkmal für diese Opfergruppe geschaffen wurde. Noch bis weit in die 1970er Jahre war die Behauptung gang und gäbe, die Verfolgung der Minderheit und selbst die Deportationen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau seien keine rassenpolitisch motivierten Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes gewesen.

Dachau ist in Bezug auf den Völkermord und seine Nachgeschichte ein zentraler Ort: Ab 1938 waren große Gruppen von Sinti und Roma im Konzentrationslager inhaftiert und insbesondere den Medizinverbrechen ausgesetzt. In der KZ-Gedenkstätte fand 1980 ein Hungerstreik statt, der wie die im Jahr zuvor von der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen durchgeführte Gedenkkundgebung zu einer Wende in der Wahrnehmung des Völkermordes beitrug. Aufmerksamkeit erregte schließlich 1993 der Protest gegen die staatliche Abschiebung von Roma, dessen Schauplatz erneut die KZ-Gedenkstätte Dachau war.

Das Dachauer Symposium wendet sich der Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit zu. Gefragt wird ferner nach den Kontinuitäten und Brüchen nach 1945. Antiziganistische Einstellungen haben nicht nur das Leben der Überlebenden und deren Nachkommen überschattet, sondern erschweren bis heute auch die Bildungsarbeit. Welche Bedeutung die Aufarbeitung des Völkermordes für den Kampf um eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe der Minderheit in Deutschland hatte und hat, sind zentrale Fragen, um die es beim Symposium ebenfalls gehen wird.

Es laden herzlich ein:

■ Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau

■ Michael Waldhäuser, Max-Mannheimer-Haus, Dachau

■ Karola Fings, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (Wissenschaftliche Leitung)

■ Sybille Steinbacher, Goethe-Universität Frankfurt am Main/Fritz Bauer Institut (Projektleitung)

Veranstalterin: Stadt Dachau, Amt für Kultur, Tourismus und Zeitgeschichte

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Oktober 2019 über die Homepage des Max-Manheimer-Hauses an: www.mmsz-dachau.de

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Vom Aktionsplan zum Landesprogramm: Die Weiterentwicklung des Aktionsplans zur Einbeziehung ausländischer Roma in Berlin

Fachtagung am Donnerstag, 24. Oktober 2019, 16.00 bis 19.00 Uhr, Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin

Seit 2013 gibt es in Berlin den Aktionsplan zur Einbeziehung ausländischer Roma. Ziele sind der Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten für diese Bevölkerungsgruppe, der Schutz vor Ausbeutung, aber auch der Kampf gegen Antiziganismus. Im Auftrag der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat Minor den Aktionsplan evaluiert und Empfehlungen formuliert. Die Empfehlungen werden vorgestellt und diskutiert.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung sowie der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales statt.

Programm
Vortrag: Antiziganismus in Bildung und Formen der Bekämpfung
Prof. Dr. Hristo Kyuchukov (Prof. für allgemeine Linguistik und interkulturelle Bildung)
anschließend: Fragen
Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Aktionsplans Roma in Berlin
Dr. Anne von Oswald und Medina Maksuti (Evaluation Aktionsplan Roma, Minor Wissenschaft)
anschließend: Fragen
Podiumsdiskussion: Bekämpfung von Antiziganismus in Berlin Es diskutieren:
Elke Breitenbach (Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales)
Emran Elmazi (Projektleitung Bildungsforum gegen Antiziganismus)
Georgi Ivanov (Koordination der Anlaufstelle “Nevo Drom”)
Anna Hanf (Projektleitung Nostel)
Sabina Salimovska (Schulmediatorin, RAA Berlin)
Moderation der Diskussion: Christoph Leucht

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Melden Sie sich bitte online an.

SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? / Kurzfilmprogramm

23.10.2019 um 20:00, bi’bakino, Prinzenallee 59, 13359 Berlin

Was sind Klischees und was ist Realität, wenn es um Roma geht? Kommen Filme über Roma ohne Stereotype aus? Die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? beschäftigt sich mit den Folgen der Bildwelt und der Narrative, die jahrhundertelang über und nicht mit Roma geformt wurden. Seit tausend Jahren gehören Roma zu Europa und gestalten die Kulturen und Gesellschaften mit – und trotzdem werden sie noch immer als fremd und nicht dazugehörig wahrgenommen. Der Antiziganismus macht blind gegenüber einer vielfältigen, komplexen Realität: Hintergründe zu den Fluchtursachen für Roma aus den Balkanländern werden oft ausgeklammert; die Unverzichtbarkeit von Arbeitsmigration in einer zunehmend alternden Gesellschaft ignoriert. Um diese einseitige Sichtweise zu ändern, lädt die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? zum genauen Hinschauen und zur Diskussion ein.

Die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? startet mit einer Kurzfilmreise quer durch Europa: Der Spielfilm MULO (Linda McDonald Cairns, UK 2018, 27 Min.) zeigt den Überlebenskampf von Roma aus Rumänien und Bulgarien, die unter der Londoner Stadtautobahn hausen. In dem Dokumentarfilm SEARCHING FOR THE TRAVELLING PEOPLE (Rich Matthews, UK 2017, 33 Min.) besucht der Schriftsteller Damian James Le Bas britische Roma und Travellers, die die erste BBC-Radiosendung über Roma im Jahr 1964 gestalteten. JOŽKA (Hamze Bytyçi, CZ/DE 2016, 26 Min.) ist ein Filmportrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker, der für ein würdiges Gedenken an Roma-Holocaust-Opfer in Tschechien kämpft.

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„Deutschland rechts außen“ – Vortrag und Diskussion mit Matthias Quent

Montag, 21.10.2019, 19:00 Uhr, Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin

Kurz vor der Landtagswahl in Thüringen hat das Bildungsforum gegen Antiziganismus Matthias Quent eingeladen, sein Buch „Deutschland rechts außen“ vorzustellen und darüber ins Gespräch zu kommen. In dem kürzlich erschienenen Band analysiert der Rechtsextremismusforscher kenntnis- und faktenreich, wie Rechtsradikale seit Jahrzenten daran arbeiten, die Gesellschaft und die Politik zu verändern. Dadurch wächst der Hass, und Medien, Wissenschaft und die Zivilgesellschaft geraten unter Druck.

Auch Sinti und Roma sind immer wieder Opfer von rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hetzkampagnen. Die Diskussion über die von Matthias Quent vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen gegen Rechtsextremismus und -populismus kann also auch wichtige Impulse zur Arbeit gegen Antiziganismus geben.

Zum Buch:

Reaktionäre Parteien verzeichnen wachsenden Zulauf – und sie gewinnen sogar Wahlen. Der Hass wächst, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft geraten unter Druck. Doch der Rechtsruck ist kein zufälliges Phänomen – im Gegenteil: Die Rechtsradikalen arbeiten seit Jahrzehnten daran, ihre Pläne umzusetzen, aber Gesellschaft und Politik blieben tatenlos. Wie es dazu kam und warum dennoch Hoffnung besteht, analysiert Matthias Quent. Der junge Rechtsextremismusforscher deckt faktenreich die Strategien und Ziele der Rechten auf, gibt Handlungsempfehlungen für den alltäglichen und politischen Umgang mit ihnen und zeigt, dass sich eine starke Demokratie nicht von rechten Populisten jagen lassen darf, sondern sie am besten rechts liegen lässt.

ZUM AUTOR
Matthias Quent studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und University of Leicester (England). Er promovierte über die Zusammenhänge und Dynamiken der individuellen, gruppalen und gesellschaftlichen Einflüsse auf die Radikalisierung des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Er war Sachverständiger für Untersuchungsausschüsse des Thüringer Landtags (2012 & 2017), des Deutschen Bundestags (2016) sowie im sächsischen Landtag (2017) und für die Stadt München. 2012 erhielt Quent den Nachwuchspreis des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus/ Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf und 2016 den Preis für Zivilcourage der Stadt Jena. Quent ist u.a. Mitglied im Institut für Protest- und Bewegungsforschung, im Vorstand von Mobit e.V. sowie im Lenkungsausschuss der Online Civil Courage Initiative (OCCI) Deutschland. Seit August 2016 leitet Quent das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena.

Eine Veranstaltung des Bildungsforums gegen Antiziganismus in Kooperation mit dem Buchladen zur schwankenden Weltkugel

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Die Literatur von Sinti und Roma – in Deutschland und in der Welt

19. Oktober 2019, 10:30 Uhr – 11:30 Uhr, Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B81), Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

Diskussion: Wie ist die aktuelle Situation der Literatur von Sinti und Roma?

In Kooperation mit der International Romani Writers‘ Association wird im Rahmen des Auftritts des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma auf der Frankfurter Buchmesse am 19. Oktober eine Podiumsdiskussion im „Weltempfang“ stattfinden. Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Beate Eder-Jordan, die Leiterin des Drava-Verlags Erika Hornbogner und der Roma-Schriftsteller Ruždija Sejdović werden über „Die Literatur von Sinti und Roma – in Deutschland und in der Welt“ diskutieren.

Beate Eder-Jordan ist als Universitätsassistentin für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck und befasst sich seit ihrem Studium mit der vielfältigen Literatur und Kultur der Sinti und Roma. In ihrem 1993 erschienenen Buch „Geboren bin ich vor Jahrtausenden… Bilderwelten in der Literatur der Roma und Sinti“ untersucht sie Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Literatur von Roma-Autoren verschiedener Länder. Eder-Jordan gehört heute zu den wenigen Experten auf dem Gebiet der internationalen Roma-Literatur und hat zu dieser Thematik bereits zahlreiche Konferenzen und Lesungen organisiert sowie Vorträge gehalten.

Erika Hornbogner leitet seit 2016 den in Klagenfurt ansässigen Drava-Verlag, der sich seit fast 35 Jahren als Schnittpunkt von Sprachen und Kulturen versteht und v.a. viele Bücher in der Originalsprache veröffentlicht, darunter auch Roma-Märchen sowie literarische Werke von Roma-Autoren wie Ilija Jovanović, Mišo Nikolić, Mariella Mehr oder Jovan Nikolić. Im Verlagsprogramm finden sich aber auch (populär-)wissenschaftliche Werke zu den Themenbereichen Migration, Minderheiten und Mehrsprachigkeit in Österreich, Slowenien und anderswo. Außerdem gibt der Verlag sog. Bücher gegen das Vergessen heraus. Das sind Bücher, in denen Kärntner SlowenInnen ihre Erinnerungen an die traumatische Zeit der NS-Verfolgung und des Widerstandes dagegen zu Papier gebracht haben.

Ein weiterer Podiumsteilnehmer ist Ruždija Sejdović. Der 1966 in Montenegro geborene Roma ist Schriftsteller, Dramaturg und Übersetzer. Sein erster Gedichtband erschien 1988 auf Romanes und Serbokroatisch. 1989 kam er nach Deutschland und ist seitdem im Rom e.V. Köln aktiv, für den er eine Bibliothek aufgebaut hat. Zusammen mit Jovan Nikolić hat er ein vielbeachtetes Theaterstück verfasst: »Kosovo mon amour«. Die Tragikomödie handelt vom Schicksal einer Roma-Familie, die 1999 aus dem Kosovo nach Westeuropa flüchten will. Das Stück wurde in Mülheim an der Ruhr uraufgeführt und bereits in verschiedene Sprachen übersetzt.

Jahrhundertelang wurden Sinti und Roma als Fremde verfolgt und vernichtet. Im deutschsprachigen Raum bewirkte dies ein langes literarisches Schweigen, das erst jüngst mit autobiographischen Texten, vor allem über Holocaust-Erfahrungen, beendet wurde. Osteuropäische Autoren schaffen hingegen vielfach fiktionale Literatur. Welchen Stellenwert hat diese Literatur? Welche Potentiale?

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XII. Internationales Symposion Sondersprachenforschung Berlin: Rotwelsch in der deutschen Literatur. Vorstellung eines Forschungsprojekts

17. bis 20. Oktober 2019, TU-Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
In Kooperation mit dem Fachgebiet Allgemeine Linguistik
der Technischen Universität Berlin / Institut für Sprache und Kommunikation

„Code-Knacker. Enthüllungsschriften und andere Versuche der Dekodierung von Geheimsprachen“

Vortrag von Benedikt Wolf mit antziganismuskritischer Ausrichtung. Anmeldungen bitte spätestens bis zum 25. September per E-Mail an die IGS (kontakt@igdd.org)

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Menschenwürde: Medienpolitik und künstlerische Aneignung

17.10.2019, 19:00 – 21:00 Uhr, Cafeteria der VHS Heidelberg, Bergheimer Str. 76, 69115 Heidelberg

Anlässlich des diesjährigen 70. Geburtstages des Grundgesetzes laden das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und die VHS Heidelberg zur Diskussion über menschenwürdige Medienberichterstattung und künstlerischer Auseinandersetzung mit den Themen Menschenrechte und Grundgesetz ein.

Im Rahmen der Abendveranstaltung wird André Raatzsch vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma einen Impulsvortrag zu Medienpolitik mit Bildbeispielen unter anderem aus dem neuen „RomArchive – das digitale Archiv der Sinti und Roma“ halten. Danach findet eine Podiumsdiskussion mit den zwei Künstler*innen Alfred Ullrich und Ute Jürß sowie Dörthe Domzig, vom Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg statt. Sowohl Alfred Ullrich als auch Ute Jürß setzen sich in ihren Arbeiten mit dem Grundgesetz auseinander.

In Kooperation mit der Volkshochschule Heidelberg und dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

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Zentralrat Deutscher Sinti und Roma auf der Frankfurter Buchmesse

16.10.2019 – 20.10.2019, Messe Frankfurt GmbH, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

Neben etlichen Buchvorstellungen und Autorengesprächen (Jovan Nikolić, Janko Lauenberger, Nizaqete Bislimi, Zoni Weisz, Beate Eder-Jordan, Ruždija Sejdović u.a.) findet in Kooperation mit der International Romani Writers‘ Association am 19. Oktober eine Podiumsdiskussion im „Weltempfang“ statt. Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Beate Eder-Jordan, die Leiterin des Drava-Verlags Erika Hornbogner und der Roma-Schriftsteller Ruždija Sejdović werden über „Die Literatur von Sinti und Roma – in Deutschland und in der Welt“ diskutieren.

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Antiziganismus – Eine Einführung

Mittwoch, 9 Oktober, 2019 – 16:00, Humboldt-Universität Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Vortrag mit Amaro Foro – Kritische Orientierungswochen an der HU. -=- Mit solchen Leuten wollen wir nichts zu tun haben. Gehen Sie, oder wir rufen die Polizei!“ Solche Äußerungen sind für viele der in Berlin lebenden Rom*nja auch heute noch eine bittere Realität. Die Bandbreite der Diskriminierungserfahrungen besonders von nichtdeutschen Rom*nja ist groß und erschwert ihre gesellschaftliche Teilhabe massiv. Auf der Veranstaltung stellt Amaro Foro typische Erscheinungsformen von Antiziganismus in Berlin vor, aus dem deutschlandweit einzigartigen Projekt DOSTA – Dokumentationsstelle Antiziganismus.”

Eröffnung der Ausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im Stadtarchiv Saarbrücken

08.10.2019, 18:00 – 20:00 Uhr,Stadtarchiv Saarbrücken, Deutschherrnstraße 1, 66117 Saarbrücken
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma,spricht bei der Eröffnung über die Hintergründe zur Entstehung der Ausstellung. Er hat als treibende Persönlichkeit die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma im politischen Leben der Bundesrepublik etabliert.

Das Stadtarchiv Saarbrücken lädt zusammen mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Saarland e.V., zur Sonderausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“.

Uwe Conradt, designierter Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken, sowie Diana Bastian, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Saarland, eröffnen am Dienstag, 8. Oktober, die Ausstellung.

Fotografien aus fünf Jahrzehnten

Die Ausstellung zeigt die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damals „Zentral-Komitee der Sinti West-Deutschlands“ genannten Sinti-Verbands im Jahr 1971 bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse der Bürgerrechtsarbeit.

Vom 9. Oktober bis 28. November ist die Ausstellung im Saarbrücker Stadtarchiv für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

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Romane Romnja: »Der böse Traum«

08.10.2019, 19:00 – 21:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2,
69117 Heidelberg

Sinti und Roma-Frauen erleben alltägliche Ablehnung und Ausgrenzung, insbesondere in den existenziellen Lebensbereichen wie Gesundheitsversorgung, Wohnraum, Bildung und in der Identitätsdokumentation.Die Initiative Romane Romnja tritt gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma-Frauen innerhalb und außerhalb der Minderheit ein. Bei der Veranstaltung im Dokumenta-tionszentrum stellt sich das Projekt mit einer Szenischen Lesung zur Kurzprosa »Der böse Traum« der Initiatorin Gordana Herold vor. Im Anschluss findet eine Gesprächsrunde zur Situation von Sinti und Roma-Frauen im besetzten Europa 1939 -1945 sowie zur Akzeptanz von Sinti und Roma-Frauen in der Gegenwart statt.

Die Veranstaltung wird mit Live-Musik begleitet.

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Rom*nja in Bulgarien und Deutschland – zwischen Armut, Diskriminierung und Widerstand

Mo, 7.10.2019 – 16:00- 19:30 Uhr im Bennohaus Münster, Bennostraße 5, 48155 Münster

Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben Studierende des Fachbereich Sozialwesens der FH Münster im März 2019 in Stolipinovo, Plovidiv zu Armut und Diskriminierung von Rom*nja und damit verbunden zu transnationalem Familienleben geforscht. Die ausgewerteten Ergebnisse werden hier präsentiert.

In Kooperation mit der Gesellschaft für bedrohte Völker und dem Roma Center Göttingen e.V., dem Roma Antidiscrimination Network wird es im Anschluss an die Präsentationen einen Workshop zu folgenden Fragen geben: Wie ist die politische Situation von Rom*nja in Bulgarien? Unter welchen strukturellen Bedingungen leben sie? Und welchen Widerstand leisten bulgarische Rom*nja?

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Fortbildung: Vergessene Kosmopoliten: Das Schicksal europäischer Zirkusleute während des Nationalsozialismus

Freitag, 04.10.2019 und Samstag, 05.10.2019, PH Burgenland, 7000 Eisenstadt, Thomas Alva Edison Straße 1, Österreich; Anmeldeschluss: 15. September 2019

Eine Fortbildung an der PH Burgenland in Kooperation mit der Universität Helsinki und _erinnern.at_. Die Fortbildung richtet sich an Lehrpersonen, Studierende und interessierte. Reisekosten und Unterkunft werden teilweise übernommen.

Zirkusse als Schutzräume?

Zusammen mit den Seminarteilnehmern wollen die SeminarleiterInnen erarbeiten, warum gerade Zirkusse Räume darstellten, die in nachweisbaren Fällen auch Dritten gegenüber Schutz vor nationalsozialistischer Verfolgung boten. Gleichzeitig waren vor allem Zirkusfamilien mit jüdischen, jenischen und/oder Sinti und Roma Hintergrund von Verfolgung betroffen. Das Seminar will daher auch auf vergessene Opfergruppen im Nationalsozialismus erinnern und erörtern, warum Zirkusleute als Opfer des Nationalsozialismus bislang kaum Beachtung gefunden haben.

Theaterpädagogik & Performance der Projektgruppe „Zirkus im Nationalsozialismus“

Zudem beabsichtigen die Seminarleitenden, neue pädagogische Wege in der politischen Bildungsarbeit zu diskutieren: Über das Zusammenspiel von Forschung und artistischen Aktionen, wie Performance Acts/Stage Storytelling, sollen alternative Möglichkeiten in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit aufgezeigt werden.

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Aktualität und Geschichte des Antiziganismus

24.09.2019 19 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

„Das soziale Phänomen des Antiziganismus stellt in der Geschichte und bis in die Gegenwart ein massives gesellschaftliches Problem in Europa und darüber hinaus dar. Täglich sind Menschen von antiziganistischen Diskriminierungsstrukturen und Gewalthandlungen betroffen, Stigmatisierung und Ausgrenzung werden durch antiziganistische Ideologie legitimiert.“

Markus End, Diplom Politologe, ist Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover und hat an der Universität Bielefeld promoviert. Seit 2016 ist er Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. 2014 erschien seine „Studie zu Antiziganismus in den Medien“, ein Thema, das seitdem nicht an Aktualität verloren hat. Im Bereich „Bilderpolitik“ des RomArchive beschäftigt er sich mit Fragen von Blickregimes, photographischen Traditionslinien und der Materialität antiziganistischer Bilder. In verschiedenen Projekten arbeitet er darüberhinaus zu Fragen antiziganismuskritischer Bildungsarbeit.

Eine Veranstaltung des Forum für Interkulturellen Dialog e.V. in Kooperation mit „Hessische Landeszentrale für politische Bildung“ und „Gegen Vergessen-Für Demokratie e.V. Rhein-Main“

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Vortrag und Diskussion zur Bildungssituation von Sinti und Roma in Deutschland

23. September um 16:00 – 19:00, 16:00 – 19:00 Uhr, Haus der Vielfalt, Kirnbergstr. 12, 64297 Darmstadt-Eberstadt,

Vortrag von Prof. Albert Scherr zur Bildungssituation von Sinti und Roma in Deutschland. Im Anschluss gemeinsame Podiumsdiskussion mit Rinaldo Strauß und Fatima Stieb vom Landesverband Deutscher Sinti und Roma Hessen und Prof. Albert Scherr.

Im Rahmen der Projekttage im Stadtteil. Veranstaltet vom Eberstädter Bündnis gegen Antiziganismus. Gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie leben!

Djelem Djelem 2019 — Das 6. Dortmunder Roma Kulturfestival; Workshop „Kennen – Erkennen – Anerkennen“

12.–20. September 2019. 20. September, 09.00–12.00 Uhr und 14.00–17.00 Uhr, Theater im Depot, Immermannstraße 29:  Workshop für Fachkräfte der pädagogischen und sozialen Arbeit.

Roma sind die am stärksten von Diskriminierung betroffene Bevölkerungsgruppe in Europa. Ablehnende Einstellungen und Ressentiments sowie offene Diskriminierung und Verfolgung sind weit verbreitet und schränken Teilhabe- und Lebenschancen erheblich ein. Auch dass der nationalsozialistische Völkermord an Sinti und Roma kaum bekannt ist und unzureichend aufgearbeitet wird, weist auf eine mangelnde Anerkennung der größten Minderheit Europas im gesamtgesellschaftlichen Kontext hin. Der Workshop lädt zur persönlichen Auseinandersetzung mit Vorurteilen, Selbst- und Fremdbildern sowie Zugehörigkeitskonstruktionen ein. Mithilfe des Handlungskonzepts ‚Gewaltfreie Kommunikation‘ wollen wir erkunden:

  • ·  Wie eine offene Haltung entstehen kann, die neugierig auf Unbekanntes ist …
  • ·  Wie diese Haltung gesellschaftliche Realität werden könnte …
  • ·  Was Selbstliebe mit Wertschätzung anderer zu tun hat …
  • ·  Was den Teilnehmer*innen sonst noch auf der Seele liegt … Referentin: Mara Stone

    Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.
    Beide Workshops behandeln die gleichen Inhalte. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung zu einem der Workshops unter j.wenzel@awo-dortmund.de

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Romno Power Festival Ulm: Strategien gegen Antiziganismus – Herausforderungen für Europa

20.SEPTEMBER 2019, 15:00 Uhr, Studio der Sparkasse, Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm
Diskussionsveranstaltung mit Romeo Franz / Mitglied des Europäischen Parlaments und Daniel Strauß / Vorstandsvorsitzender des VDSR BW

18:00 Uhr Verleihung des Kultur- und Ehrenpreises der Sinti und Roma
mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (angefragt) und Daniel Strauß, Vorstandsvorstizender VDSR BW
Auszeichnung der Preisträger des „Open Danube“ Wettbewerbs der Europäischen Donau-Akademie
Musik von Bobby Guttenberger Trio

„Das Kind auf der Liste“ mit Annette Leo und Peter Waschinsky

Freitag, 20.09.2019 20:00 Uhr, Japanischer Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Willy Blum war sechzehn Jahre alt, als er in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, nur weil er als Sinto geboren worden war. Über Willy Blum und seine Familie wusste man bisher nichts. Sein Name stand auf einer Transportliste nach Ausschwitz. Getippt wurde die Liste in der Häftlingsschreibstube des KZ Buchenwald: Zwei Seiten mit den Namen von 200 Kindern und Jugendlichen. Der letzte Name, „Zweig, St.“ ist durchgestrichen und bekannt aus den Verfilmungen bzw. dem Buch „Nackt unter Wölfen“, geschrieben von Bruno Apitz.

„Blum, Willy“ wurde bisher nie erwähnt. Er wuchs auf in einer Sinti-Familie, die mit einer Marionettenbühne durch das Land zog und ihre Vorstellungen präsentierten und auch in Dresden zu Hause war.
Die Autorin Annette Leo hat sich auf die Suche begeben, um die Lebensgeschichte des Willy Blum und seiner Familie – eine Marionettenspielerfamilie seit mehreren Generationen – zu erzählen.

Der Puppenspieler Peter Waschinsky wird einige Lebensausschnitte der Familie Blum sowie Alltagsszenen von Wandermarionettenspielern vorführen.

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Vernissage zur Fotoausstellung des „RomaRising“-Archivs von Chad Wyatt

20.09.2019, 19:00 – 21:00 Uhr,  im Foyer derVolkshochschule Heidelberg, Bergheimer Str. 76, 69115 Heidelberg

Chad Evans Wyatt ist kommerzieller Fotograf aus Washington D. C. Für einen Fotoauftrag reiste er 2001 nach Tschechien und war schockiert über die Art und Weise, wie dort Roma in den Medien dargestellt werden. Wyatt, der in den USA als Sohn eines Afroamerikaners zur Zeit der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung aufwuchs, wollte diesen rassistischen, stereotypen Bildern etwas entgegenstellen und startete das Fotoprojekt »RomaRising«. Die Ausstellung zeigt 22 ausgewählte Porträtfotografien von Sinti und Roma aus Chad Wyatts »RomaRising«-Archiv und ist bis zum 25.10.2010 zu sehen. Die feierliche Eröffnung am 20.9.2019 findet im Beisein von Chad Wyatt und im Rahmen der »Langen Nacht der Volkshochschulen« statt.

In Kooperation mit der Volkshochschule Heidelberg

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5. Heidelberger Literaturherbst — Ursula Krechel: „Geisterbahn“

19.09.2019, 19:00 – 21:00 Uhr, DAI Heidelberg, Sofienstraße 12, 69115 Heidelberg

Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen dieses Romans, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie, vielfach ausgezeichnet und gefeiert, mit »Shanghai fern von wo« und »Landgericht« begonnen hat. »Geisterbahn« erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Fami-lie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.

Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Frank Reuter (Universität Heidelberg, Forschungsstelle Antiziganismus).

Veranstaltungsort: DAI, Bibliothek, Sofienstraße 12, Heidelberg
Eintritt 8€ / ermäßigt 5€ / DAI-Mitglieder 4€

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Die letzten Zeugen des HOLOCAUST berichten

Sonntag, 15. September 2019 von 16 bis 19 Uhr, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7 Saal Korn‘s 1. Stock
Veranstaltet vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. in Kooperation mit ver.di Mittelfranken

Am 84. Jahrestag der Verkündung der rassistischen „Nürnberger Gesetze“ berichten vier Zeitzeugen aus Mittelfranken von ihren nationalsozialistischen Verfolgungen.
Die Sintezza Eva Franz, geb. 1940, überlebte als Kind das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau sowie die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Bel- sen. Ihre Mutter, drei ihrer Großeltern und weitere Familienmitglieder wurden ermordet.
Klara Gorlatschowa, geboren 1938, entstammt einer jüdischen Familie. Sie überlebte als Kind das von den Häftlingen als „Todesschlinge“ bezeichnete KZ Petschora im deutsch besetzten Teil der Sowjetunion. Ihr Vater und ihre Groß- mutter wurden in dem Lager ermordet.
Der Sinto Siegfried Heilig, geboren 1934, überlebte mit seiner Familie versteckt bei Bauern in Brandenburg. Seine Großmutter und weitere Verwandte wurden in Auschwitz-Birkenau ermordet.
Fritz Pilz, geboren 1928, galt als „Halbjude“ und musste Zwangsarbeit im KZ Miltitz verrichten. Seine Mutter wurde in Auschwitz-Birkenau ermordet.
Grußworte:
Jo-Achim Hamburger
Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg
Erich Schneeberger
Vorsitzender des Landesverbandes deutscher Sinti und Roma in Bayern Moderation: Birgit Mair, ISFBB e.V.
Musikalische Umrahmung: Eilin Herrmann (Cello)
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DJELEM DJELEM 6. DORTMUNDER ROMA KULTURFESTIVAL VOM DEPOT BIS ZUM NORDMARKT

Zum 6. Mal bringt das Festival „Djelem Djelem“ Alteingesessene und Neuzugewanderte zusammen. Die vielfaltigen Roma-Kulturen werden in Musik, Theater, Film und Tanz erlebbar gemacht, Diskussionen regen zum Meinungsaustausch an. Das Festival „Djelem Djelem“ mit über 30 beteiligten Partnern setzt ein deutliches Zeichen gegen jahrhundertealte Vorurteile, gegen Antiziganismus und neu belebte Feindbilder. Es wirbt für ein unverkrampftes Miteinander und den kulturellen Austausch. Inzwischen ist das Festival auch jenseits der Dortmunder Nordstadt zu einer festen kulturellen Größe in Dortmund und dem gesamten Ruhrgebiet aufgestiegen – ein Zeichen für eine beherzte Willkommenskultur.

Programm:

DO 12.09. Familienfest | Nordmarkt
FR 13.09. Talk im DKH goes Helmholtz-Gymnasium | Helmholtz-Gymnasium
SA 14.09. Theaterstück „Playhood Theater“ | Theater im Depot
SA 14.09. Kinder- / Jugendtanzpräsentationen | Friedensplatz
SO 15.09. Ausstellungseröffnung „Roman Wedding“ | Depot
SO 15.09. Film „Just The Wind“ | sweetSixteen Kino
MO 16.09. Lesung und Diskussion „Innenansichten aus Leben und Kultur der Sinti & Roma“ | Auslandsgesellschaft NRW
DI 17.09. Lesung „Die Morgendämmerung der Worte“ | Literaturhaus
MI 18.09. Theaterstück „Heroes“ | Theater im Depot
DO 19.09. Vortrag | Dietrich Keuning Haus
FR 20.09. Workshops für Fachkräfte | Theater im Depot
FR 20.09. Konzert Rafael Cortes | NN

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Bildungsreise zum Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg

7. September um 10:00 – 18:00, Treffpunkt: Bahnhof Darmstadt-Eberstadt, 64297 Darmstadt

Für Erwachsene als Fortbildung zu Antiziganismus, gemeinsam mit den Mitgliedern der AG Kinder und Jugend Eberstadt und Interessierten aus dem Stadtteil AUSSTELLUNGSBESICHTIGUNG UND WORKSHOP mit Geschichtskoffer in der Dauerausstellung, die den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma dokumentiert.

Im Rahmen der Projekttage im Stadtteil. Veranstaltet vom Eberstädter Bündnis gegen Antiziganismus. Gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie leben!

Ausstellung zum Völkermord ab September im Kieler Landtag

Montag, 26.08.2019 bis Sonntag, 29.09.2019, Landeshaus, Plenarsaal, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel

Öffnungszeiten: Die Ausstellung kann vom 4. bis zum 29. September 2019 täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis mit.

Am 3. September findet im Kieler Landeshaus die Eröffnung der Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ – Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung [Infos zur Ausstellung] statt. Die Ausstellung wird dort bis zum 29. September zu sehen sein.

Mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes hat das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg die Ausstellung erarbeitet. Sie zeigt den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma auf: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa.

Der menschenverachtenden Perspektive der Täter werden Zeugnisse der Opfer gegenübergestellt. Historische Familienfotos von Sinti und Roma geben Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und lassen sie als Individuen hervortreten. Die Ausstellung macht die zerstörten Lebenswege hinter den abstrakten Dokumenten der bürokratisch organisierten Vernichtung sichtbar.

Behandelt wird auch die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Es war die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die die ideologischen und personellen Kontinuitäten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte gemacht hat. Am Ende der Ausstellung steht ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti- und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989.

Die Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, mit ihren mobilen Geräten Videos zu einzelnen Themen abzurufen, unter anderem Berichte von Überlebenden des Völkermords. Besuchen Sie auch das begleitende Webportal zur Ausstellung.

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Begegnungsreihe Sinti und Roma in Europa

31. August, 18:00 – 22:00 Uhr, RomnoKher Mannheim, B7 16, 68159 Mannheim

Freuen Sie sich auf einen besonderen Abend und gehen Sie mit uns auf eine Reise durch die kulturelle Welt der Sinti und Roma. Durch die Darbietungen, Erzählungen und kulinarischen Spezialitäten möchten wir alle fünf Sinne aktivieren. Hören, Riechen und Schmecken, Sehen und Fühlen.

Welchem Land werden wir uns in der dritten Veranstaltung der Begegnungsreihe widmen? Nähere Informationen folgen in Kürze.

Zurückliegende Veranstaltungen der Begegnungsreihe:

1. Roma in Griechenland

2. Roma in Spanien

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Projektwochen zu Antiziganismus 2019: FILMVORFÜHRUNG DES BÜRGERRECHTSFILMS „Kampf um Anerkennung“

am Di. 27. August um 19 Uhr, Haus am Maiberg, Akademie für politische und soziale Bildung, Ernst-Ludwig-Straße 19, 64646 Heppenheim
Der Dokumentarfilm „Kampf um Anerkennung“ dokumentiert die
politische Organisierung und Bürgerrechtsarbeit der deutschen
Sinti und Roma seit 1979. Im Anschluss Gesprächsrunde mit
den Filmredakteuren Rinaldo Strauß und Malte Clausen vom
Landesverband.

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Projektwochen zu Antiziganismus 2019: Der Weg der Sinti und Roma – Ausstellungseröffnung

19.08.2019|17:30 – 06.09.2019|19:00, ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG am Mo. 19. August um 17:30, Haus am Maiberg, Akademie für politische und soziale Bildung, Ernst-Ludwig-Straße 19, 64646 Heppenheim
Vortrag und Führung durch den Marburger Historiker und Autoren der Ausstellung Dr. Udo Engbring-Romang

Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Hessen zeigt vom 16. August bis 6. September 2019 die Ausstellung
„Der Weg der Sinti und Roma“ in Kooperation mit der Regionalstelle Süd des Demokratiezentrums Hessen im Haus am Maiberg
in Heppenheim. Thema ist die kontinuierliche Ausgrenzung und Verfolgung von Sinti und Roma seit ihrer Ankunft im deutschsprachigen Raum vor über 600 Jahren.
Neben dem Völkermord im Nationalsozialismus behandelt die Ausstellung auch die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma.

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Jahres-Tagung der Gypsy Lore Society und Romani Studies

Einstieg mit dreisprachige Begrüßung, in Romanes, Isländisch und Englisch, Konferenzsprache Englisch. Das Programm der Konferenz: vier Lesungen parallel, 4-5 hintereinander bis zur jeweils nächsten Pause. Ca. 80 Kurzvorträge von jeweils 20-30 min, dazu an jedem der drei Tage eine 3/4stündige Plenarvorlesung.

 

Antifa-Café: Antiziganismus in Hagen

Di. 6. August 2019, offen ab 18:00 Uhr, Vortrag ab 19:00 Uhr, Trotz Allem (Witten), Wideystrasse 44, 58452 Witten

Keine andere „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ ist so verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert wie der Antiziganismus. Obwohl Sinti und Roma die zahlenmäßig zweitgrößte Opferkategorie des Nationalsozialismus war, wurde sie lange nicht anerkannt. Erst 2012 wurde das erste Denkmal in Berlin eingeweiht, das schon seit 1992 genehmigt war. In diesem Vortrag geht es aber nicht um die Verfolgung im Nationalsozialismus, sondern um einen aktuellen Bericht über die verschiedenen Ausformungen des Antiziganismus in Hagen. Es werden rechtswidrige Vorenthaltungen von Leistungen des Jobcenters, rassistische Kontrollen, Facebookäußerungen und die unrühmliche Hagener Lokalpresse thematisiert und aufgezeigt, wie präsent der Antiziganismus institutionell verankert ist. Doch es ist nicht alles schlecht. Auch Gegenbewegungen innerhalb der städtischen Administration melden sich zu Wort und versuchen das Leben der Betroffenen zu verbessern. Darauf lässt sich aufbauen.

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»Das war unsere Endstation …« – Erinnern an die Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau 1944

2. August 2019, 21 Uhr, Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, 10557 Berlin

Am 2. August 2019 jährt sich die »Liquidation des Zigeunerfamilienlagers « in Auschwitz-Birkenau zum 75. Mal. SS-Angehörige ermordeten in der Nacht auf den 3. August 1944 die über 4.000 verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern – zumeist als arbeitsunfähig eingestufte Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Begrüßung / Moderation
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Reden
Gesine Schwan, Präsidentin der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform, Berlin
Zoni Weisz, Überlebender

Musik
Riah May Knight und Lindy Larsson

Künstlerischer Beitrag
Delaine Le Bas und Philipp Geist

Rezitation
Gedicht »Auschwitz« auf Deutsch, Englisch und Romanes: Damian J. Le Bas, Riah May Knight und Lindy Larsson

Lesung
Estera Stan aus Zilli Reichmanns Erinnerungen »Ich wollte leben!«

Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, am Brunnen des Denkmals Blumen niederzulegen. Bitte bringen auch Sie eine mit! Herzlichen Dank.

Um Anmeldung bis 1. August 2019 unter veranstaltungen [at] stiftung-denkmal.de oder Tel. 030-26 39 43-0 wird gebeten. Eintritt frei!

Veranstalter: RomaTrial, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

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Kundgebung: 75. Jahrestag der „Liquidation“ des „Zigeunerlagers“ Auschwitz

Kundgebung am 2.8.2019 um 18.00 Uhr, Braubachstraße 18-22, ehemaliges Stadtgesundheitsamt, Frankfurt am Main
Der Förderverein Roma lädt anlässlich des 75. Jahrestages der „Liquidation“ des „Zigeunerlagers“ Auschwitz zu einer Kundgebung am 2.8.2019 um 18.00 Uhr in die Braubachstraße 18-22, Geschäftsstelle des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, ehemaliges Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main ein.

In einem unvergleichbaren Akt wurden am 2.8.1944 mehr als 2800 Roma und Sinti bei der Auflösung des „Zigeunerlagers“ Auschwitz ermordet. Diese Aktion bildete gleichsam die Spitze der Erfassung, Verfolgung und Vernichtung der Roma und Sinti während des Nationalsozialismus. Bereits in den 30er Jahren wurden in enger Kooperation zwischen dem „rassehygienischen Institut“ des Reichssicherheitshauptamtes, verschiedenen Kriminalämtern sowie städtischen und kirchlichen Einrichtungen alle Roma und Sinti in Deutschland erfasst, vermessen, in Lagern inhaftiert und schließlich in Vernichtungslager deportiert. Etwa eine halbe Million Roma und Sinti wurden ermordet.

Eva Justin und Robert Ritter waren als maßgebliche „NS-Rasseforscher“ verantwortlich für den Völkermord an über 20.000 deutschen Roma und Sinti. Trotz ihrer Verbrechen wurden sie nicht strafrechtlich belangt und nach 1945 von der Stadt Frankfurt im Sozial- und Gesundheitsamt in leitenden Positionen beschäftigt. Eva Justin hatte im Rahmen ihrer Tätigkeit und im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main erneut mit Roma und Sinti zu tun.

Der jahrelange Protest der Roma-Union Frankfurt, des Förderverein Roma und vieler UnterstützerInnen ermöglichte am 27.1.2000 die Anbringung einer Gedenktafel am Stadtgesundheitsamt, dem ehemaligen Tätigkeitsfeld von Ritter und Justin. Die Tafel, die ausschließlich von Spendengeldern finanziert wurde, erinnert an die begangenen Verbrechen, bezeichnet die Täter und klagt die Verantwortung gegenüber Roma und Sinti auch nach 1945 ein.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Vernichtungsaktion von Roma und Sinti im KZ-Auschwitz weist der Förderverein Roma auf die ungebrochene Fortsetzung der Diskriminierung und die immer stärker werdende rassistische Gewalt gegenüber der Minderheit hin.

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Internationale Gedenkfeier am 2. August 2019 in Auschwitz-Birkenau

Am 02.08.2019, 11:00 – 13:00 Uhr im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, Więźniów Oświęcimia 20, 32-603 Oswiecim

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma werden unter der Leitung von Romani Rose mit einer Delegation von 50 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpersonen, an dem Internationalen Sinti und Roma-Gedenktag am 2. August in Auschwitz teilnehmen. Der Gedenktag am 2. August wird vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit dem Verband der Roma in Polen und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau vorbereitet. Neben den Überlebenden nehmen zahlreiche Vorstände der Landes- und Mitgliedsverbände des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an dem Gedenkakt teil.

Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas nach Auschwitz. Nahezu alle fanden dort den Tod. Am 2. August 1944 wurden die im Lagerabschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau verbliebenen 2.900 Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Ein vorangegangener Versuch, 6.000 Sinti und Roma in die Gaskammern zu bringen, scheiterte am 16. Mai 1944 an dem Widerstand der Häftlinge. In den darauf folgenden Wochen wurden 3.000 der an dem Aufstand beteiligten Häftlinge bei Selektionen von den SS-Ärzten als „noch arbeitsfähig“ eingestuft und zur Sklavenarbeit in andere Konzentrationslager im Reichsgebiet verschleppt, nach Buchenwald, Mauthausen, Ravensbrück, Sachsenhausen und Dachau. Zurück in Auschwitz blieben 4.200-4.300 Sinti und Roma, überwiegend Kinder, deren Mütter und alte Menschen. Die SS brachte sie in der Nacht vom 2. auf den 3. August in die Gaskammern und verbrannte die Leichen in einer Grube neben dem Krematorium V.

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Die Roma und der Holocaust: Darstellung, Erinnerung und kollektives Gedächtnis

KRAKAU (POLEN) 1. – 2. AUGUST 2019

Die Pädagogische Universität Krakau veranstaltet eine internationale Konferenz zum Thema „Die Roma und der Holocaust: Darstellung, Erinnerung und kollektives Gedächtnis”. Die Konferenz gedenkt des Warschauer Aufstandes und der 500 000 Sinti und Roma, die während des Zweiten Weltkrieges im nazibesetzten Europa ermordet wurden.

Bei einer Gedenkfeier im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz wird Jeroen Schokkenbroek, Europaratsdirektor für Antidiskriminierung, vor den anwesenden Teilnehmern und Holocaust-Überlebenden sprechen und dabei die Bemühungen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung des zunehmenden Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus darlegen.

Kontakt: Panos Kakaviatos, Tel. +33 3 90 21 50 27

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Gedenkveranstaltung „Wir wollen nicht, dass Willy Blum vergessen wird“

01. August 2019, 18 Uhr, BILDUNGSFORUM GEGEN ANTIZIGANISMUS, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

Am 02. August 1944, vor 75 Jahren, ermordeten SS-Leute die verbliebenen Sinti und Roma des sog. „Zigeuner-Familienlagers“ in Auschwitz-Birkenau.

Im gleichen Jahr wird auch der Sinto Willy Blum, zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt, erneut nach Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet. Sein Schicksal und das seiner Familie versuchte die Historikerin und Autorin Annette Leo anhand von Akten und Erzählungen zu rekonstruieren. Sie veröffentlichte die Lebensgeschichte(n) unter dem Namen „Das Kind auf der Liste“.

Mit dem Titel spielt sie darauf an, dass von Willy Blum alleine ein Name auf der Liste blieb, neben dem durchgestrichenen Namen von Stefan Jerzy Zweig, dessen Geschichte durch Bruno Apitz’ Roman „Nackt unter Wölfen“ weltberühmt wurde. Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie wurde dagegen nahezu vergessen oder verdrängt – wie von vielen ermordeten und verfolgten Sinti und Roma.

In dem Jugendtheaterprojekt „Das Kind auf der Liste“ des Tak Theaters versuchen sich die jungen Schauspielerinnen dem Menschen Willy Blum und seinem Schicksal anzunähern – mit dokumentarischen und fiktiven Elementen sowie Verbindungen zu ihren eigenen Lebensrealitäten.

Nach einem kurzen Input zum Leben von Willy Blum und einem Video-Ausschnitt aus dem Theaterstück findet ein Gespräch zu Fragen der Rekonstruktion von und Annäherungen an Biographien statt, zu Erinnerungskultur und -politik und deren Bedeutung in der Gegenwart.

Genauere Informationen auf der Homepage www.gegen-antiziganismus.de .

In Kooperation mit dem tak theater und Amaro Foro.

 

Straße der Wirklichkeit — Künstlerführung & Gespräch

Mi 17.07.2019, 17:00 Uhr. Die Führung und das Gespräch werden auf Englisch stattfinden. GALERIE KAIDIKHAS, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84 I Aufgang 2 (Ecke Oranienstr. / Stallschreiberstr.), 10969 Berlin

Sinti und Roma sind nicht nur die größte Minderheit Europas, sondern auch die am häufigsten diskriminierte. Emanuel Barica hat sich als Künstler aus der Minderheit zunächst mit Straßenkunst durchgeschlagen, aber durch seine Kunst einen Weg gefunden, Armut und Ausgrenzung zu trotzen.
Wir laden herzlich ein zu einer Künstlerführung durch die Ausstellung Straße der Wirklichkeit, bevor im Anschluss ein Kurzvortrag zu Antiziganismus und ein Gespräch mit Emanuel Barica folgen werden.

Die Veranstaltung wird durchgeführt von der Galerie Kai Dikhas, die zeitgenössische Kunst von Sinti und Roma zeigt, und dem Bildungsforum gegen Antiziganismus, welches als Teil des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma sowohl Antiziganismusprävention bezogen auf die Mehrheitsgesellschaft als auch Empowerment von Sinti und Roma als Ziel verfolgt.

Eintritt frei

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Antiziganismus in Tübingen — Input und Vorträge

10.07.2019 19:30, Ludwig-Uhland-Institut (LUI), Tübingen, Burgsteige 11 (Schloss), 72070 Tübingen. Veranstaltet von der jungen Geschichtswerkstatt Tübingen.

„Antiziganismus“ ist (sehr kurz gesagt) die Feindseligkeit gegenüber Roma und Sinti. Die nationale Minderheit der Sinti und Roma ist in Deutschland und Europa anhaltend von Diskriminierung und Verfolgung betroffen.

Unsere Referenten werden jeweils kurze Inputvorträge von 20-30 Minuten halten. Anschließend gibt es Zeit für Fragen und Austausch in der offenen Runde. Mit dabei sind Ulrich Hägele, Kulturwissenschaftler, der sich u.a. intensiv mit visuellen Stereotypen von sogenannten „ZigeunerInnen“ auseinandergesetzt hat, sowie Lucius Teidelbaum, der als Journalist zur extremen Rechten arbeitet und sich dabei auch mit rechten Diskursen und Aktivitäten beim Thema „Antiziganismus“ beschäftigt.

Ort:Zeit: 10. Juli 2019 um 19.30 Uhr
Eintritt kostenfrei.
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Vortrag: Sinti und Roma – Zwei Völker, Gestern und Heute

Der Vortrag wird am 10. Juli am Campus Essen stattfinden. Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA), Universität Duisburg Essen, Universitätsstraße 2, 45141 Essen

Der ehrenamtlich gegen Antiziganismus engagierte Referent Mihael Ritter hält einen Vortrag zu dem Bezug von Sinti und Roma zu Indien, der Ankunft in Europa, die Geschehnisse danach bis heute und womit Sinti und Roma in der Gegenwart konfrontiert sind. Dabei wird er auch auf die indirekte Diskriminierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma durch die Behörden eingehen. Gleichzeitig wird er auch Aufmerksam darauf lenken, dass es sich um zwei eigenständige Völker handelt.

Nähere Infos zum genauen Raum bitte erfragen 

Ausstellung: Sinti in der Frühen Neuzeit – Akzeptanz, Dissens und Kooperation

Sonderausstellung vom 9. Juli 2019 bis 18. November 2019 im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Öffnungszeiten
Di 9.30 – 19.45 Uhr
Mi, Do, Fr 9.30 – 16.30 Uhr
Sa, So 11.00 – 16.30 Uhr

Vom 9. Juli bis zum 18. November 2019 zeigt das Dokumentations- und Kulturzentrum die Ausstellung „Sinti in der Frühen Neuzeit – Akzeptanz, Dissens und Kooperation“. Die Ausstellung wurde vom Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma erarbeitet und erstmals anlässlich der Kulturtage der Sinti und Roma 2019 vom 25. Juni bis 5. Juli im Heidelberger Rathaus gezeigt.

Ab dem 9. Juli gibt die Ausstellung nun in den Räumlichkeiten des Dokumentationszentrum Einblicke in die bis heute kaum bekannte Geschichte der Sinti und Roma in der Frühen Neuzeit. Obwohl diese historische Phase entscheidend ist, um die Geschichte der Minderheit zu verstehen, wurde sie auch in der Geschichtswissenschaft nur selten thematisiert. Ohne eine Auseinandersetzung mit den aus dieser Zeit vorhandenen Quellen bleiben Vorstellungen über Sinti und Roma im Dunkel der Geschichte und lassen Platz für mythische Narrative und die Fortschreibung einer Darstellung, die auf stereotypen Bildern beruht.

In einer Zeit, in der antiziganistische Klischees in Europa an Zuspruch gewinnen, kommt der Beschäftigung mit der Frühgeschichte der Minderheit eine besondere politische Bedeutung zu. Schließlich basiert Antiziganismus auf der Stigmatisierung der Minderheit als fremde und außenstehende Gruppe. Der Blick auf die Frühe Neuzeit zeigt dagegen die über Jahrhunderte gewachsenen und immer wieder aktualisierten Verbindungen zwischen Minderheit und Mehrheit. Die Ausstellung blickt auf einen vier Jahrhunderte umfassenden Zeitraum, von der Ankunft der Sinti Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert. Ungeachtet ausgesprochen widriger Umstände fanden die Neuankömmlinge in dieser Zeit eine Heimat und etablierten sich als fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft.

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„Die wollen nicht lernen.“ Zur Wahrnehmung von Sinti und Roma als Problem in Schulen

08. Juli 2019, 14:00 – 16:00, Pädagogische Hochschule Heidelberg (Zeppelinstraße 3, 69120 Heidelberg), Raum 107

„Die wollen nicht lernen“ ist ein gängiges Vorurteil gegenüber Sinti und Roma an deutschen Schulen. Hierbei überlagern sich über Jahrhunderte tradierte antiziganistische Stereotype und reale Probleme. Wie ist diese Gemengelage zu analysieren oder zu verstehen und wie kann jenseits der Sanktionsspirale reagiert werden? Mit diesen Fragen wollen wir uns in dieser Veranstaltung auseinandersetzen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Pädagogischen Hochschule Heidelberg statt.

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Überwindung von Antiziganismus 20 Jahre Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg

Veranstalter:Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen Baden-Württemberg, Veranstaltungsort: Haus der Begegnung
Grüner Hof 7, 89073 Ulm

Im Rahmen des Fachtages spricht Prof. Gert Weisskirchen zum Thema „Überwindung von Antiziganismus“.
Der Tag wird musikalisch umrahmt vom Sinti-Trio „Die Drahtzieher“ aus Ravensburg.

Mitwirkende: Prof. Gert Weisskirchen, Daniel Strauß, Prälatin Gabriele Wulz

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Vortrag und Konzert: Erfahrungen mit Antiziganismus

Am 3. Juli wird der Referent El Rubito de Granada in der Uni Duisburg Essen (Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA), Universität Duisburg Essen, Universitätsstraße 2, 45141 Essen von der Geschichte und Kultur seiner Ethnie erzählen, wobei auch die verschiedene Verfolgungen erwähnt werden. Dieses ergänzt er mit eigenen Erfahrungen, wobei er auch vom Verhältnis der Musik seiner Ethnie und anderer Musik erzählt. Zum Schluss wird er auf der Gitarre eine musikalische Rundreise von verschiedenen Sinti und Romagruppen spielen, wobei ein Schwerpunkt auf Flamenco liegen wird. Der Vortrag wird am Campus Duisburg stattfinden.

El Rubito de Granada wurde 1963 als Sohn von einem „deutschen“ Sinto und einer „spanischen“ Zincailli geboren. Sehr früh hat er in der Familie Flamencogitarre gelernt und mit 13 angefangen als Berufsmusiker zu arbeiten. Seitdem wurde er ständig damit konfrontiert, dass er auf der Bühne als Musiker gefragt ist, aber abseits der Bühne wegen seiner Ethnie gemieden und diskriminiert wird.
Deswegen setzt er sich nun auch als Bürgerrechtler gegen Antiziganismus ein.

Vortrag + Fragerunde: etwa eine Stunde
Konzert: etwa eine Stunde

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Fachvortrag: „Wie wird Fremdheit gemacht?“

Mittwoch, 26.06.2019 16:30 Uhr – 18:30 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2,
69117 Heidelberg

Seit Jahrhunderten fungiert der „Zigeuner“ als Verkörperung des Fremden und damit zugleich als Gegenbild für die eigenen Identitätskonstruktionen der Mehrheitsgesellschaft. Der Historiker Frank Reuter, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus, demonstriert in seinem Vortrag an unterschiedlichen Bildquellen von der Frühen Neuzeit bis heute, wie „Zigeuner“ visuell erzeugt werden und erläutert die zugrundeliegenden Stigmatisierungsmuster. Der Vortrag zeigt damit, wie bildliche Darstellungen entscheidend zum Fortbestehen von verzerrten oder eindimensionalen Wahrnehmungsmustern über die Minderheit der Sinti und Roma beigetragen haben und beitragen.

In einem zweiten Vortrag spricht André Raatzsch, Referatsleiter Dokumentation im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, darüber, wie gegenüber solchen Zerrbildern eine ethisch verantwortungsbewusste und sozialengagierte Nutzung des Mediums Fotografie möglich ist. An Bildbeispielen untersucht er, wie Fotos auf Titelseiten von Zeitungen, Magazinen oder Büchern im Kontext bestimmter Wahrnehmungsmuster wirken und überhaupt erst Sinn ergeben. Er fragt vor dem Hintergrund dieser Analyse und anhand von Beispielen alternativer fotografischer Praxis unter anderem aus dem neuen „RomArchive – das digitale Archiv der Sinti und Roma“: Wie kann Fotografie zu einer Form sozialer Wahrnehmung beitragen, die der Komplexität gesellschaftlicher Sachverhalte gerecht wird? Und welche medienpolitischen Konsequenzen ergeben sich daraus?
Nach den Vorträgen gibt es Raum für Fragen und Diskussion aus dem Publikum.

Der Eintritt ist frei.

In Kooperation mit der kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Heidelberg steht bei der Veranstaltung eine mobile Induktionshöranlage für hörbeeinträchtigte Menschen sowie ein Gebärdendolmetscher zur Verfügung.

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Stadtrundgang: Zur Geschichte der Heidelberger Sinti

Dienstag, 25.06.2019 14:00 Uhr; der Rundgang durch die Altstadt beginnt im Innenhof des Dokumentationszentrums und schließt in der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in der Pfaffengassse 18 mit einem vertiefenden Vortrag ab.

Unter den am 22. Mai 1940 „in den Osten“ deportierten badischen Sinti befanden sich viele Familien, die zuvor in der Heidelberger Altstadt und in Ludwigshafen gelebt hatten. Gemeinsam mit der Bürgerrechtlerin Ilona Lagrene erinnern wir in Form eines Stadtrundgangs an diese Menschen. Die gebürtige Heidelbergerin Ilona Lagrene war von 1990 bis 1996 Vorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg und setzt sich unermüdlich dafür ein, die Erinnerung an die Heidelberger Sinti-Familien zu bewahren.

Im Rahmen der Kulturtage der Sinti und Roma im Juni 2019 führt Ilona Lagrene durch die Altstadt und berichtet vom Schicksal der Heidelberger Sinti-Familien. Der Rundgang findet in Anlehnung an den ersten Rundgang im Jahr 2015 in Kooperation mit der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Eber-Gedenkstätte statt.

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Öffentliche Kunstaktion „Unsere Heimat“

Im Rahmen der Kulturtage der Sinti und Roma 2019 vom 22.-26. Juni in Heidelberg.

22. Juni | 16 Uhr | Kornmarkt Heidelberg: Öffentliche Kunstaktion „Unsere Heimat“ mit dem Sinto-Künstler Alfred Ullrich, Dr. Andrea Edel vom Kulturamt der Stadt Heidelberg und Romani Rose vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

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Workshop Antiziganismus & Betteln

16. Juni 2019 11:00 – 14:30, Café Mondial, Café Mondial Konstanz. Zum Hussenstein 12, 78462 Konstanz

Im Rahmen der Themenwoche: Diskriminierung vom 10.06.-16.06. veranstaltet das StuVe-Referat für Nachhaltigkeit, Soziales und Gleichstellung mit der Hochschulgruppe Café Mondial zwei Workshops.

Zu dieser aktuellen Thematik haben wir für euch einen Workshop im Café Mondial, geleitet von Jannik Held und Lukas Mitsch.
Der Ablauf wird in etwa wie folgt aussehen:
– Vorstellungsrunde und bisherige Einschätzung über bettelnde Menschen aus Osteuropa in Konstanz
– Einführungsvortrag über Antiziganismus und die deutsche Aufarbeitung des Völkermords an Sinti und Roma
– Gruppenarbeit mit lokalen Zeitungsartikeln
– Diskussion der erarbeiteten Ergebnisse
– Mittagessen
– weitere Input über den Umgang der Stadt mit bettelnden Menschen
– Abschlussdiskussion

Vorherige Anmeldung per Email gewünscht: stuve.nasogl@uni-konstanz.de

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Film: Revision

Donnerstag, 13. Juni 2019, 20:15 Uhr , bis 23:30 Uhr, Kinothek Asta Nielsen, Stiftstraße 2, 60313 Frankfurt

REVISION
Buch: Merle Kröger und Philip Scheffner
Regie: Philip Scheffner
Deutschland 2012, 35mm, 106 min, OF

Anschließend Gespräch mit Silke Huropp und Smaranda Iuonas (Förderverein Roma e.V.), Moderation Gaby Babić (Kinothek Asta Nielsen)

Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die europäische Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“ In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat. Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und
Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.

Im Rahmen der Film- und Diskussionsreihe „Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus“

Eine Veranstaltung der Kinothek Asta Nielsen e. V. in Kooperation mit Mal Seh’n Kino, Nitribitt – Frankfurter Ökonomien, Förderverein Roma e.V., Forschungsstelle NS Pädagogik an der Goethe Universität, Pupille – Kino in der Uni, Offeneshaus Derkulturen und RomaTrial.

Gefördert vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main.

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30 Jahre nach dem Mauerfall – Konjunkturen des Antiziganismus seit 1989/90

Mi., 12. Juni 2019, 18Uhr, BILDUNGSFORUM GEGEN ANTIZIGANISMUS, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz,
Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße); Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Fakten*Fiktionen – Menschen im Objektiv 

18 Uhr Film: Revision (Deutschland 2012, 106 Min.; Buch: Merle Kröger und Philip Scheffner, Regie: Philip Scheffner)

20 Uhr Gespräch mit Hilde Hoffmann und Markus End: Konjunkturen des Antiziganismus seit 1989/90

„Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die damalige EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen.“

Im Film REVISION wird dieser „juristisch abgeschlossene“ Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen. Orte, Personen und Erinnerungen werden miteinander verknüpft und ergeben ein fragiles Gefecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“.

Dieser Film dient als Ausgangspunkt für ein Gespräch mit Hilde Hoffmann und Markus End über eine scheinbar gegenläufige Tendenz: Die Jahre 1989/90 sorgten durch die Öffnung der Mauer und den Fall des „Eisernen Vorgangs“ erst einmal für Euphorie und wurden als Entwicklung in Richtung zu mehr Freiheit und Demokratie verstanden. Ein Blick auf die Situation der Sinti und Roma in Europa in diesen und den Folgejahren zeigt allerdings, dass diese Sicht zu kurz greift und offenbart Konjunkturen des Antiziganismus: Angehörige der Minderheit sind im „geeinten Europa“ mit zahlreichen Einschränkungen und verschiedenen Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert. Antiziganismus als spezifische Form des Rassismus ist bis heute verbreitet und dient immer wieder als Grundlage und Legitimation politischer Entscheidungen zu Ungunsten von Angehörigen der Minderheit. Die mediale Berichterstattung wiederholt dabei allzu oft überlieferte Stereotype statt zu einer kritischen Auseinandersetzung beizutragen.

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Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma

Mittwoch  12 Juni  2019  19:00 , Erich- Zeigner Haus e.V., 21 Zschochersche Straße, 04229  Leipzig,

Gespräch mit anschließender Diskussion: Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa –
Gesprächspartnerinnen:
Anja Reuss (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)
N.N. (ADB Sachsen)
Moderation: Petra Cagali Sejdi (Romano Sumnal e.V.)
Sinti und Roma wurden in Deutschland 1996 als Minderheit anerkannt. Die deutsche Gesellschaft setzte sich über Jahrzehnte nicht mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Sinti und Roma auseinander. Erst mit der verstärkten Bürgerrechtsarbeit von Sinti und Roma in der Bundesrepublik seit der 1970er Jahre wurde die fehlende Aufarbeitung der NS-Verbrechen an Sinti und Roma Thema.
„Antiziganismus“ ist weder in Deutschland noch in Europa ein Phänomen am „rechten Rand“, sondern zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und ist eine Form von Rassismus, die eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt. Selbst Politiker*innen scheuen sich nicht davor, offen antiziganistische Haltungen zu vertreten – so etwa der italienische Innenminister Matteo Salvini, der 2018 eine Zählung und Ausweisung von Roma für sein Land forderte.
Antiziganismus führt dazu, dass Sinti und Roma in Deutschland und anderen europäischen Staaten weniger bis gar nicht am politischen und gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben können.
Die Veranstaltung soll Einblicke in aktuelle gesellschaftspolitische Themen von Sinti und Roma geben. Dabei sollen sowohl EU-Richtlinien und Maßnahmen, die die Minderheit betreffen, als auch Auswirkungen des Antiziganismus und daraus resultierende Diskriminierungserfahrungen diskutiert werden. Darüber hinaus wollen wir uns der Frage stellen, wie antiziganistische Strukturen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bekämpft werden können.
Der Eintritt ist frei.

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Sozialpsychologie des Vorurteils am Beispiel des Ressentiments gegen Sinti und Roma

Di., 11.06.2019, 18:30 – 20:45 Uhr; Kursgebühr 10,00 €; Trift 17, Raum 3, 29221 Celle

Die Vorstellungen von „Zigeunern“ sind tief in der europäischen Kultur verankert. Wie aber kommt es, dass viele Menschen das Vorurteil immer wieder neu für sich entdecken und glauben, dass ihre Erfahrung diese Vorurteile bestätigen? Der Vortrag bietet eine Einführung in das Entstehen und die Wirkungen von Vorurteilen und lädt zur Diskussion ein.
Tobias Neuberger ist Sozialwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover.

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Gekonnt handeln – gegen Antiziganismus

Der Erprobungsworkshop finden statt in Duisburg, am 09.06.2018, von 09:00 bis 17:00 Uhr.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb konzipiert in der Methoden-Handreichungsreihe „Gekonnt handeln“ eine Ausgabe zur kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus. Darin sollen Methoden und Aktivitäten zur Bekämpfung von Antiziganismus im Alltag vorgestellt werden, die von Praktikerinnen und Praktikern bereits erfolgreich eingesetzt werden.

Bevor die Drucklegung erfolgt, sollen die Aktivitäten in der Praxis getestet werden – durch geübte politische Bildnerinnen und Bildner. Dafür organisiert die bpb zwei Erprobungsworkshops an verschiedenen Orten Deutschlands: in Duisburg und in Frankfurt am Main.

Haben Sie Interesse, als Teilnehmerin oder Teilnehmer daran mitzuwirken? Dann bewerben Sie sich für eine  ganztägige Erprobung! Zielgruppe sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der schulischen und außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, Fortbildung und aus Vereinen, Verbänden, Initiativen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus.

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Gekonnt handeln – gegen Antiziganismus

Der Erprobungsworkshop finden statt in Frankfurt am Main, am 08.06.2018, von 09:00 bis 17:00 Uhr.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb konzipiert in der Methoden-Handreichungsreihe „Gekonnt handeln“ eine Ausgabe zur kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus. Darin sollen Methoden und Aktivitäten zur Bekämpfung von Antiziganismus im Alltag vorgestellt werden, die von Praktikerinnen und Praktikern bereits erfolgreich eingesetzt werden.

Bevor die Drucklegung erfolgt, sollen die Aktivitäten in der Praxis getestet werden – durch geübte politische Bildnerinnen und Bildner. Dafür organisiert die bpb zwei Erprobungsworkshops an verschiedenen Orten Deutschlands: in Duisburg und in Frankfurt am Main.

Haben Sie Interesse, als Teilnehmerin oder Teilnehmer daran mitzuwirken? Dann bewerben Sie sich für eine  ganztägige Erprobung! Zielgruppe sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der schulischen und außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, Fortbildung und aus Vereinen, Verbänden, Initiativen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus.

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Film: Io, la mia famiglia Rom e Woody Allen

Im Rahmen der Filmreihe „Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus“; 05.06.2019 ab 20:00 Uhr, Mal Seh‘n Kino, Adlerflychtstr. 6, 60318 Frankfurt

„Ich bin in Italien geboren, ich habe einen italienischen Personalausweis und einen bosnischen Reisepass. Aber meine Identität ist eine andere: Ich bin Romni.“ Laura Halilović beschreibt in ihrem Debütfilm die Geschichte, Träume und den Alltag ihrer Familie: Ihre Eltern haben einen Teil ihres Lebens zwischen Italien und Jugoslawien pendelnd verbracht. Das Leben im Wohnwagen haben sie aufgegeben und wohnen seit zehn Jahren in einer Mietwohnung in Norditalien; ein Teil der Verwandtschaft versucht weiterhin, in einer Wohnwagensiedlungen zu leben, errichtet auf einem gekauften Stück Land. Doch die lokalen Behörden gehen repressiv gegen die Siedlung vor.
Halilović erzählt mit Videoaufnahmen und Fotografien aus dem Familienarchiv sowie aktuellen Interviews eine Coming-of-Age-Geschichte zwischen rassistischer Ablehnung und unbeschwertem Alltag, zwischen Tradition und dem Wunsch nach einem eigenen Weg.

PAGES OF MY BOOK (SEITEN MEINES BUCHES)
Ungarn 2013, DCP, 7 min, OmeU
Regie: Galya Stoyanova
Kamera: Miklós Barna, Galya Stoyanova
Schnitt: Galya Stoyanova, Eszter Kovács, Miklós Barna Produktion: Elmér Sánta
Die bulgarische Romni Galya Stoyanova äußert in diesem Kurzfilm ihre tiefsten Unsicherheiten, Ängste und Hoffnungen durch die kraftvolle, aber oberflächliche Darstellung, wie andere uns, die Rom*nja, wahrnehmen. Am Ende überwiegt die Selbstakzeptanz der Kultur, der Vielfalt und der einen Sache, die wir nicht ändern können – unsere Herkunft.
Anschließend Gespräch mit Galya Stoyanova (Fotografin, Filmemacherin, Aktivistin), Moderation Gaby Babić (Kinothek Asta Nielsen)

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Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart

Fachtagung am 28. Mai 2019 – 29. Mai 2019, 15:00 Uhr,  Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg Kooperationsveranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und des Bildungsforums gegen Antiziganismus

Antiziganismus ist als spezifische Form des Rassismus bis heute weit verbreitet, gesellschaftlich breit akzeptiert und zu wenig geächtet. Die Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma und Menschen, die der Minderheit zugeordnet werden, reichen bis ins Mittelalter zurück und kulminierten im Völkermord an Sinti und Roma während des Nationalsozialismus. Auch nach 1945 erfuhren Sinti und Roma weiterhin Diskriminierung und der Völkermord als solches wurde erst im Jahr 1982 nach vielen Protestaktionen anerkannt.

In der Veranstaltung sollen Geschichte und Gegenwart von Antiziganismus untersucht werden. Welche (antiziganistischen) Bilder von Sinti und Roma werden – auch durch Kunst und Kultur – verbreitet? Wie ist das Verhältnis der Kirchen zum Thema? Wie zeigt sich Diskriminierung von Sinti und Roma heute und welche Gegenstrategien gibt es?

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, ist am 28. Mai zum Kamingespräch eingeladen.

Ein Besuch in der Dauerausstellung ist im Programm inbegriffen.

Um Anmeldung wird bis zum 13. Mai 2019 gebeten. Die Teilnahme ist kostenfrei, Unterbringung und Verpflegung sind inbegriffen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Förderung zum bundeszentralen Träger statt und wird unter anderem vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Sinti und Roma in Deutschland – Strategien zur Bekämpfung des Antiziganismus

Montag, 27. Mai 2019, 19 Uhr, Matthäus Gemeindehaus, Weinbergstr. 12, 88214 Ravensburg.
Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Begegnung in Oberschwaben (CJB).
Referent: Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma (Heidelberg).
Eintritt: frei.

Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma in Deutschland und leisten vielfäl- tige Beiträge zur kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des Landes. Aber auch der Antiziganismus ist Teil des kulturellen Erbes Europas. Seit über 45 Jahren kämpft die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma für die Anerkennung des Holocaust an 500 000 Sinti und Roma im NS-besetzten Europa. Aufsehenerregende Protestaktionen in den frühen 80er Jahren führten zur Anerkennung des Völkermords durch Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1982 und 1995 zur Anerkennung von Sinti und Roma als nationale Minderheit .

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Rassismus gegen Sinti und Roma, früher und heute

27. Mai 2019, 17:00 bis 19:00 Uhr, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Straße 5, 12439 Berlin
In Kooperation mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus und Amaro Foro e. V.
Am historischen Ort eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers beschäftigt sich der Workshop zunächst mit der Situation von Sinti und Roma zur Zeit des Nationalsozialismus. Angehörige der Minderheit wurden in Deutschland und Europa systematisch verfolgt, ausgebeutet und ermordet. Nach Schätzungen fielen 500.000 Menschen dem Völkermord zum Opfer. Die Überlebenden und ihre Angehörigen waren auch nach dem Zweiten Weltkrieg mit Rassismus konfrontiert. Im zweiten Teil des Workshops wird es um die heutige Situation verschiedener Gruppen von Roma und Sinti in Deutschland gehen. Der Fokus liegt dabei auf politischen und medialen Debatten sowie strukturellen Benachteiligungen und Erfahrungen von Rassismus im Alltag.

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Workshop „Pädagogische Methoden gegen Antiziganismus“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wir in Wiesbaden 2019“ laden der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, und die Hessische Landeszentrale für politische Bildung für Montag 27. Mai 2019, zu einem Workshop in die Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Taunusstr. 4-6, in 65183 Wiesbaden ein.

Die Referierenden, Elisa Schmidt und Dr. Markus End, vermitteln pädagogische Methoden aus einem von ihnen mitverfassten Handbuch („Methodenhandbuchs zum Thema Antiziganismus“, Unrast Verlag 2014), die für Antiziganismus sensibilisieren, Vorurteile in Frage stellen und tradierte Denkmuster aufbrechen sollen.
Mit diesem Rüstzeug sollen die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, zukünftig selbst Übungen durchführen zu können, um in schulischen und außerschulischen Bildungszusammenhängen antiziganistische Denkmuster zu reflektieren und zu überwinden.
Neben Informationen zum historischen und aktuellen Antiziganismus in Deutschland und Europa sowie zur Struktur und Funktionsweise antiziganistischer Ressentiments werden pädagogische Konzepte und verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von Übungsvorschlägen vorgestellt. Im Mittelpunkt der Fortbildung steht dabei stets die praktische Erfahrung.

Die Zielgruppen sind primär Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Menschen, die in der politischen Bildung tätig sind. Grundsätzlich ist die Fortbildung aber auch für alle anderen Interessierten offen.

Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldungen bitte unter Anmeldung@sinti-roma-hessen.de

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Von der Geschichte zur Gegenwart — Rassismus gegen Sinti und Roma, früher und heute

Montag, 27. Mai 2019, 17 Uhr, ca. 2h, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Straße 5, 12439 Berlin – workshop
In Kooperation mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus und Amaro Foro e. V.

Am historischen Ort eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers beschäftigt sich der Workshop zunächst mit der Situation von Sinti und Roma zur Zeit des Nationalsozialismus. Angehörige der Minderheit wurden in Deutschland und Europa systematisch verfolgt, ausgebeutet und ermordet. Nach Schätzungen fielen 500.000 Menschen dem Völkermord zum Opfer. Die Überlebenden und ihre Angehörigen waren auch nach dem Zweiten Weltkrieg mit Rassismus konfrontiert. Im zweiten Teil des Workshops wird es um die heutige Situation verschiedener Gruppen von Roma und Sinti in Deutschland gehen. Der Fokus liegt dabei auf politischen und medialen Debatten sowie strukturellen Benachteiligungen und Erfahrungen von Rassismus im Alltag.

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Bildung bitte! – „Ich habe keine Vorurteile, aber…“: Antiziganismus pädagogisch begegnen

23.05.2019, 16– 18 Uhr in der Aula der alten PH, Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg

Diese Veranstaltung ist Teil der öffentlichen Veranstaltungsreihe „Bildung bitte!“ – Bildung für demokratische Gesellschaften und wird von der Professional School veranstaltet. Was haben Vorurteile gegenüber Sinti und Roma mit Diskriminierungen zu tun? Und wie fühlen sich Menschen, die diskriminiert werden? Nach Erläuterung der Zusammenhänge soll anhand von Beispielen aus der Praxis Bewusstsein für antiziganistische Diskriminierung geschärft werden. Die Teilnehmenden üben zudem couragiertes Handeln und erhalten Anregungen, wie sie dies in ihrer pädagogischen Praxis anderen vermitteln können.

Dozent/inn/en:
Prof. Dr. Bettina Degner, Nadine Küßner

Wir möchten Sie zur besseren Planung der Veranstaltung bitten, sich für die einzelnen Vorträge unverbindlich anzumelden.

Ausführlichere Informationen dazu finden Sie hier.

 

Diskussion: Heimat und Identität – Politisches Gespräch mit StS. Dr. Markus Kerber (BMI)

Donnerstag, 23.05.2019 19:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Heimat und Identität sind zentrale Begriffe der gesellschaftlichen Selbstverständigung, die die aktuellen öffentlichen Debatten in Deutschland und Europa bestimmen. Sie werden jedoch immer zuerst von rechtspopulistischen und nationalistischen Kräften besetzt. Diese schüren damit häufig Vorurteile, Hass und Gewalt gegen Minderheiten, vermeintlich fremde Religionen und Geflüchtete.

Das deutsche Grundgesetz als Grundlage unseres gesellschaftlichen Lebens in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit widerspricht dagegen schon in Artikel 1 jeder Form menschenverachtender Einstellungen. Dies betonte auch der Bundesinnenminister Seehofer im März 2019 bei der konstituierenden Sitzung der „Unabhängigen Kommission Antiziganismus“, deren Einsetzung die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatte. Sie soll sich mit Erscheinungsformen zum Themenkomplex Antiziganismus in Deutschland auseinandersetzen und, so der Wunsch des Ministers, einen Abschlußbericht mit substantiellem Gehalt liefern, der Bundestag, Bundesregierung und der Minderheit der Sinti und Roma gleichermaßen Vorgaben für einen respektvollen Umgang macht

Zu diesem Anlass findet am 23. Mai, um 19 Uhr im Dokumentations- und Kulturzentrum eine Podiumsdiskussion statt, zu der das Dokumentationszentrum und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma alle Interessierten herzlich einladen. Auf dem Podium diskutieren Dr. Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Dr. Frank Reuter, Mitglied der Unabhängigen Kommission Antiziganismus und wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg, sowie Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums. Das Gespräch moderiert die Journalistin Ingrid Thoms-Hoffmann.

Die Gesprächsrunde, bei der auch Raum für Fragen aus dem Publikum ist, soll über die Arbeit der Kommission informieren und die Aktualität der Problematik des Antiziganismus reflektieren, sowie darüber hinaus zur kritischen Debatte über aktuelle politische Themen wie den Heimat- und Identitätsbegriff anregen.

Eintritt frei

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Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus: JUDGMENT IN HUNGARY (URTEIL IN UNGARN)

Mittwoch, 22. Mai um 19.30 Uhr im Mal Seh‘n Kino, Adlerflychtstraße 6, 60318 Frankfurt am Main, 60318 Frankfurt am Main

Anschließend Gespräch mit der Regisseurin Eszter Hajdú, Moderation Dr. Z. Ece Kaya (Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main) 2008 und 2009 verübten Rechtsextremisten eine Serie von Morden an Rom*nja.

Die Dokumentation gibt tiefe Einblicke in die Abgründe der ungarischen Gesellschaft. So sollen auch die Geheimdienste in die rassistisch motivierte Mordserie involviert gewesen sein. Eszter Hajdús Film fängt die Beklemmung in dem engen Gerichtssaal während der Verhandlungen ein und zeigt die Trauer und die Wut der Rom*nja, die bis heute kaum gehört wurden.

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Zur Verfolgung von Sinti und Roma – Einführung in die Geschichte des Antiziganismus im 20. Jahrhundert

Vortrag von Dr. Alexander Friedman am 21.05.2019 – 18:00 Uhr im Stadtarchiv, Deutschherrnstraße 1, 66117 Saarbrücken 0681 905-1258

Der Begriff „Antiziganismus“ beschreibt die Feindschaft gegenüber Roma, Sinti und anderen Gruppen, die von der Mehrheitsgesellschaft als „Zigeuner“ stigmatisiert werden, damit verbunden gesellschaftliche und staatliche Aus-grenzung, Diskriminierung und Verfolgung bis hin zu Vertreibung, Pogromen, Internierung, Zwangssterilisierung und staatlich organisiertem Völkermord.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus rückten ab den 1990er Jahren Roma in das Blickfeld von Wissenschaftlern, internationalen Organisationen, Regierungsinstitutionen und NGOs, welche die Geschichte und die aktuelle Situation dieser ethnischen Minderheit reflektieren und zudem die Entwicklung des Antiziganismus thematisieren.

Der Vortrag bietet einen Überblick zur Geschichte von Sinti und Roma in Deutschland und in Europa im 20. Jahr-hundert. Im Mittelpunkt stehen dabei der nationalsozialistische Völkermord an Sinti und Roma und seine Rezeption in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

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Deportation und Widerstand Ein Gespräch über das Gedenken

16. Mai 2019, 12:30 Uhr, Marchivum Mannheim, Friedrich-Walter-Saal 6. OG, Archivplatz 1, 68169 Mannheim

Karola Fings | NS-Dokumentationszentrum Köln

Ulrike Lorenz | Kunsthalle Mannheim

Uwe Neumärker | Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas Berlin

Kristina Vagt | KZ-Gedenkstätte Neuengamme Hamburg

Tim Müller | Moderator | VDSR BW

Am 16. Mai jährt sich die erste familienweise Deportation von etwa 2.800 Sinti und Roma vor allem aus den westlichen Teilen Deutschlands ins besetzte Polen. Im kollektiven Gedächtnis der Minderheit ist dieses Ereignis tief eingebrannt. Sinti und Roma wurden an ihren Wohnorten inhaftiert und an Sammelpunkten zusammengebracht.

Die Anordnung kam von der nationalsozialistischen Regierung, „ganz normale“ Polizeibeamte und Bahnmitarbeiter führten die Deportation durch. Auch aus dem Südwesten wurden ungefähr 800 Sinti und Roma vom Kleinkind bis zum Greis in das „Generalgouvernement“ verschleppt. Die Verhafteten aus der Pfalz, aus Württemberg und aus Baden sammelte man in der Festung Hohenasperg (Kreis Ludwigsburg). Nach „rassenkundlichen“ Untersuchungen wurden sie am 22.Mai 1940 mit einem Sonderzug nach Polen deportiert. Viele überlebten die Lager und Ghettos nicht. In dem von Daniel Strauß herausgegeben Buch „… weggekommen“ und in der gleichlautend betitelten Ausstellung des VDSR BW sind einige dieser Schicksale dokumentiert.

Aber nicht nur die Deportation ist ein Teil der Familiengeschichten von Sinti und Roma aus dem Südwesten Deutschlands. Am 16. Mai 1944 widersetzten sich Sinti und Roma im „Zigeunerlager BN e“ im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau der „Auflösung“ dieses Lagerabschnitts. Mit Steinen und Werkzeugen kämpften sie gegen ihre drohende Vernichtung, so dass die geplante „Vernichtungsaktion“ zunächst abgebrochen wurde. Später wurden die „Arbeitsfähigen“ in einer letzten Aktion in das Konzentra- tionslager Buchenwald deportiert. Das „Zigeunerlager“ wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 „liquidiert“. Die verbliebenen fast 3.000 Menschen starben in den Gaskammern. Bis heute ist dieser Akt des Widerstandes einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt.

Rechtsruck in Europa – Was bedeutet das für die Situation von Sinti und Roma?

16.05.2019, 19:00 – 21:00 Uhr, Rathaus München, Marienplatz 8, 80331 München

Die Fachstelle Demokratie München lädt gemeinsam mit der Beratungsstelle Madhouse gemeinnützige GmbH zur Veranstaltung „Rechtsruck in Europa – Was bedeutet das für die Situation von Sinti und Roma?“ am 16. Mai 2019 (19:00 Uhr) ins Münchner Rathaus ein.

Am 16. Mai 2019, dem 75. Jahrestag des Aufstandes der Sinti und Roma im KZ Auschwitz-Birkenau, und vor dem Hintergrund der bevorstehenden Europawahlen wollen wir gemeinsam mit drei Expert*innen insbesondere folgende Fragen diskutieren: Welche antiziganistischen Strategien und Initiativen verfolgen extrem rechte Akteure, Parteien und Regierungen in Europa? Inwiefern knüpfen sie damit – auch in Deutschland und München – an gesellschaftlich weit verbreitete Vorurteile gegenüber Sinti und Roma an? Und welche Auswirkungen hat das für unmittelbar von Antiziganismus Betroffene?

Mit Alexander Diepold (Madhouse gemeinnützige GmbH), Christoph Leucht (freiberuflicher Trainer und Projektberater, Freudenberg Stiftung) und Irina Spataru (Vorstandsmitglied von Romano Centro in Wien).

Moderation: Dr. Miriam Heigl (Fachstelle für Demokratie)

Eine Anmeldung unter fachstelle@muenchen.de ist erforderlich.

Manifestations of Antigypsyism in Policing

Do., 16.05.2019, 14:00 – 16:00 Uhr; Conference „Critical Approaches to Romani Studies“; Central European University (Budapest), Romani Studies Program

Panel 8: Manifestations of Antigypsyism in Policing

Chair: Vivien Brassoi (European Roma Rights Centre)

Papers: Anja Reuss (Central Council of German Sinti and Roma): A blind spot in the NSU complex – The antigypsyist investigations in the murder of Michèle Kiesewetter

Laura Soréna Tittel (Justus-Liebig-University Giessen): Roma as the Repressed “Other” in Political Philosophy and the Practices of Security Police

Verena Meier (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg): Fortune telling as a fraudulent profession? The antigypsyist motive of fortune telling under gender critical considerations

Markus End (Technical University Berlin): „Day Time Burglary“, „Mobile Organised Itinerant Crime Groups“ and „Mobile Perpetrators, Property Crimes“: Creation and Evolvement of a Racialised Angle of Police Investigation

Discussant: Huub van Baar (University of Giessen/University of Amsterdam)

Das Problem „Antiziganismus“ und das Beispiel antiziganistischer Kinderliteratur

Vortragsveranstaltung im Rahmen der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ am 15.05. 19 bis 21 Uhr im Erich-Zeigner-Haus e.V., Zschochersche Straße 21, 04229 Leipzig

Der Begriff „Antiziganismus“ ist bereits seit einigen Jahren in Verwendung. Er beschreibt rassistische Einstellungen gegenüber Sinti und Roma. Trotz längerer Untersuchungen antiziganistischer Strukturen in Deutschland ist der Mehrheitsgesellschaft weitgehend unbekannt, dass diese Form von Rassismus und Stigmatisierung überhaupt existiert. Stattdessen sind der diskriminierende Ausdruck „Zigeuner*in“ geläufig und stereotypisierte Bilder, Vorurteile und unrealistische Vorstellungen von Sinti und Roma weit verbreitet.

Wie definiert sich Antiziganismus und wie äußert er sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Warum ist eine kritische Betrachtung des Begriffes ebenso notwendig? Was beinhalten konkrete Zuschreibungen und Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Sinti und Roma? Und was sind die Auswirkungen antiziganistischer Haltungen? Diese Fragen sollen in dieser thematischen Einführung beantwortet werden.

Anschließend sollen antiziganistische Strukturen an einem ausgewählten Beispiel der Darstellung von Sinti und Roma in Kinderliteratur betrachtet werden. Eine Analyse soll aufzeigen, welche stereotypisierten Bilder und Äußerungen in dem Werk vorhanden sind.

Referentin: Gloria Pfister

Gloria Pfister konzipierte und organisierte im Rahmen ihres FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. die Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“. Sie setzt sich kritisch mit Ressentiments gegenüber Roma und Sinti auseinander und wird in ihrem Vortrag zum Thema Antiziganismus sprechen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Eröffnung der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention

Eröffnungsfeier der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention am Dienstag 14. Mai 2019 von 14.00 bis 16.00 Uhr in der Aula der pädagogischen Hochschule Heidelberg, Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg

Die Notwendigkeit zur Gründung der Arbeitsstelle hat sich insbesondere im Teilprojekt Antiziganismusprävention des Projektes TRANSFER TOGETHER gezeigt: Die dort gesammelten Erfahrungen lassen auf einen größeren Bedarf in Bezug auf Aufklärung und Sensibilisierung zum Themenbereich Antiziganismus schließen, der bisher nicht abgedeckt wird.

Die Arbeitsstelle Antiziganismusprävention soll das TT-Projekt um die Arbeitsbereiche pädagogische Forschung, Lehre und Beratung zum Thema Antiziganismus ergänzen. Sie fungiert als Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Diskriminierung und Sensibilisierung im Bereich der Antiziganismusprävention.

An die Eröffnungsfeier mit schließt ein Get-together an.

Um Anmeldung bis zum 07. Mai 2019 per Mail an presse@vw.ph-heidelberg.de wird gebeten.

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Antiziganismus im Netz – Erkennen, Monitoren, Melden

Seminar vom 10.05.2019 – 12.05.2019, 14:00 – 20:00 Uhr, DokuZ Sinti und Roma Berlin, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84.2, 3. OG (Zugang über Oranienstraße), 10969 Berlin

Thema und Hintergrund

Antiziganistische Hassrede ist in fast allen Online-Formaten und auf vielen Webseiten zu finden. Der Hass gegen Sinti und Roma, der in sozialen Medien, auf Webseiten und in Foren im Internet auftaucht, bedient sich dabei den tief verwurzelten und gesellschaftlich weit akzeptierten antiziganistischen Vorurteilen und Stereotypen.

Doch gegenwärtig gibt es keine angemessenen Monitoring-Strukturen für antiziganistische Hassrede im Netz und bei existierenden zivilgesellschaftlichen Projekten gegen Hass im Netz fehlt oft das Hintergrundwissen zu Antiziganismus, um Gegenstrategien zu entwickeln.

59 Prozent der rechtswidrigen Online-Beiträge stammen nicht aus einem rechtsextremen Umfeld, sondern aus der Mehrheitsgesellschaft – antiziganistische Aussagen sind sozusagen sozial akzeptiert.

Im Sommer 2018 führten jugendschutz.net, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ein Recherche-Pilotprojekt durch, bei dem gemeinsam antiziganistische Hassinhalte recherchiert und analysiert wurden. Unter den mehreren tausend dokumentierten Inhalten konnte eine Vielzahl an diskriminierenden Stereotypen, Hassinhalten und Gesetzesverstößen identifiziert werden.

Ziele der Veranstaltung
Das Ziel des Seminars ist es, sich besser zu vernetzen und Gegenstrategien zu antiziganistischem Hass im Netz zu entwickeln. Gemeinsam mit Sinti und Roma Netz-Aktivisit*innen und zivilgesellschaftlichen Akteuren im Feld soll es Erfahrungsaustausch geben und Überlegungen zu konkreten Handlungsoptionen.

Für die weitere Planung bitte wir um verbindliche Anmeldung bis zum 24. April 2019 unter berlin@sintiundroma.de

Die Teilnahme ist kostenfrei, Hotel und Reisekosten können erstattet werden.

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Buchvorstellung „Patterns of Symbolic Violence“

3. Mai 2019 von 18:30 bis 21:30 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg. Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V.

Die Literatur- und Filmwissenschaftlerin Radmila Mladenova stellt ihre Monografie „Patterns of Symbolic Violence. The Motif of ‘Gypsy’ Child-Theft across Visual Media“ vor. Der deutschsprachige Vortrag eröffnet zugleich das diesjährige Frühjahrstreffen der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V.

Im Zentrum des Buches stehen das Motiv des „Zigeunern“ seit Jahrhunderten zugeschriebenen Kinderraubs und dessen Visualisierungen innerhalb der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte zwischen dem 17. und 21. Jahrhundert. Anhand einer Reihe paradigmatischer Kunstwerke und visueller Medien untersucht Mladenova die unterschiedlichen Anpassungen des Motivs und arbeitet seine vielschichtigen Bedeutungen und Funktionen heraus. Dabei richtet die Autorin ihr Augenmerk besonders auf die Farbkodierung von Körpern und deren rassistische bzw. antiziganistische Verwendung. Die Analyse beginnt mit einer kritischen Betrachtung von Cervantes Erzählung „La gitanilla“ – dem literarischen Ursprung des Kinderraubmotivs. Ausgehend davon wird dessen Visualisierungsgeschichte von den holländischen Historienmalereien des 17. Jahrhunderts über die Drucktechniken des 19. Jahrhunderts bis hin zu Filmen des 20. Jahrhunderts nachgegangen. Den Abschluss bildet eine kritische Analyse des Kinderfilms „Nellys Abenteuer“ aus dem Jahr 2016.

Die Studie erscheint in der neuen Schriftenreihe „Antiziganismusforschung interdisziplinär“ (heiUp – Heidelberg University Publishing) der im Juli 2017 am Historischen Seminar der Universität Heidelberg eingerichteten Forschungsstelle Antiziganismus. Die Open-Access-Reihe zielt darauf ab, die Antiziganismusforschung stärker im akademischen Diskurs zu verankern und weitere Grundlagenarbeit anzuregen. Sie soll Einblicke in das noch junge, aber dynamische Forschungsfeld und dessen unterschiedliche methodische Zugänge geben.

Zur Autorin:
Radmila Mladenova ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin und promoviert am Slavischen Institut der Universität Heidelberg zum Thema „The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film“.
Sie hat Anglistik und Amerikanistik an der Universität Sofia studiert und den Masterstudiengang „Kultur im Prozess der Moderne“ an der Universität Mannheim abgeschlossen. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Rassismus und Kunst.

Strategien des Gedenkens – Dresdner Gedenkkultur zwischen Pädagogik und Emotionen

2. Mai 2019, 18 Uhr, Dalcroze-Saal im Festspielhaus Hellerau, Karl-Liebknecht-Straße 56, 01109 Dresden

Die Skulptur „9841“ wurde 2012 auf dem Gelände des Festspielhauses durch die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR aufgestellt. Sie erinnert an Johann „Rukeli“ Trollmann, der Deutsche Boxmeister im Halbschwergewicht von 1933, der als Sinto im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurde. NURR schrieben dazu: „In Medien, Politik und Alltagsbewusstsein werden Vorurteile zu Sinti und Roma beständig wiederholt. Im Einsatz gegen Rassismus und Antiziganismus darf sich niemand zurücklehnen“.

Dieses Denkmal ist im letzten Jahr in die politische Diskussion gekommen und soll gemäß Stadtratsbeschluss vom Gelände des Festspielhauses in den Sportpark an der Ostraallee umgesetzt werden. Die dazu im politischen Raum geführte Debatte hatte stark populistische Züge und fand ohne Einbeziehung der unmittelbar Betroffenen statt.

Erstmals kommen nun die Künstler der BEWEGUNG NURR selbst zu Wort. Zudem wird die Künstlerin Eszter Salamon, die sich über mehrere Jahre mit performativen „Denkmälern“ beschäftigt hat, einen Impulsvortrag halten. Im Panel sollen die sich daraus ergebenden Fragen kontrovers diskutiert werden:
Wie können Denkmäler unseren Anliegen gerecht werden? Kann ein Denkmal performativ als politische Aktion im Hier und Jetzt wirken? Wie emotional aufgeladen ist die Denkmalkultur in Dresden? Und wie reagiert die lokale Politik darauf?

Auf dem Podium:
Alekos Hofstetter (Künstlergruppe BEWEGUNG NURR),
Kathrin Krahl (Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Projekt RomaRespekt),
Justus H. Ulbricht (Dresdner Geschichtsverein und Denk Mal Fort)
und Eszter Salamon (Künstlerin)
Moderation: Frauke Wetzel (HELLERAU)

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Unbequeme Denkmäler“ und wird in Kooperation mit dem Dresdner Geschichtsverein e.V. und dem Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU durchgeführt. Sie ist zugleich Bestandteil des Festivals „Erbstücke“ (26. April bis 5. Mai 2019).

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Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus: TAIKON

Film- und Diskussionsreihe vom 24. April bis 13. Juni 2019: TAIKON; Mittwoch, 24. April um 20.00 Uhr im Mal Seh‘n Kino, Adlerflychtstraße 6, 60318 Frankfurt am Main

TAIKON ist das beeindruckende Porträt einer der wichtigsten Menschenrechtsaktivistinnen im Europa des 20. Jahrhunderts: Katarina Taikon. Oft als »Martin Luther King von Schweden« bezeichnet, lernte sie Lesen und Schreiben erst mit Ende Zwanzig und wurde zu einer der meistgelesenen Autorinnen Schwedens. Taikon war Kaldaraš-Romni, führend in der Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung ihres Landes,Schriftstellerin und Schauspielerin, die vor allem mit der Buchreihe Katizi Bekanntheit erlangte – basierend auf ihren eigenen Erfahrungen als Roma-Kind im Waisenhaus.

TAIKON erzählt nicht zuletzt von der Entstehung des modernen schwedischen Wohlfahrtsstaates und von der einen Gruppe, die darin keinen Platz hatte: die Minderheit der Rom*nja.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Gellert Tamas und Dr. Jane Weiß (Stiftungsrat der Hildegard-Lagrenne-Stiftung für Bildungsförderung von Sinti und Roma – angefragt), Moderation Nicolette Naumann (Nitribitt – Frankfurter Ökonomien)

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Symposium: Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas

Im Rahmen des Symposiums am 12.4.2019 im Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden hält RADMILA MLADENOVA um 10:45 Uhr den Vortrag Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas.

Das diesjährige Symposium, zu dem internationale Filmwissenschaftler*innen, Kulturtätige und Filmemacher*innen eingeladen sind, beschäftigt sich mit einem kontroversen Themenkomplex: Einerseits werden „Zigeuner“-Stereotype im Film, von der NS-Zeit bis Emir Kusturica, einer kritischen Revision unterzogen. Andererseits stehen Filme von Roma-Filmschaffenden und die Lebenswelten der Roma in Mittel- und Osteuropa im Fokus. Gerahmt wird die Filmretrospektive von Vorträgen, welche die (film-)historischen, soziopolitischen und kulturellen Aspekte des Themenkomplexes kritisch unter die Lupe nehmen.

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kNOw HATE CRIME! – Weiterbildung zum Problemfeld Hasskriminalität — 3. Aktuelle Formen von Antiziganismus

Freitag, 12.04.2019, 13:00 – 17:00 Uhr; Anne Frank Haus, Moltkestraße 20, 76133 Karlsruhe

Die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements und der bürgerschaftlichen Courage im Bereich der Hasskriminalität ist Ziel des Projekts „kNOw HATE CRIME!“, das die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V. (tgbw) landesweit umsetzt, gefördert durch den Fonds für Innere Sicherheit der Europäischen Union.

Wesentlicher Teil der dreijährigen Maßnahme ist eine Weiterbildungsreihe für Beratungs- und Handlungskompetenz im komplexen Problemfeld menschenverachtender Einstellungen, Benachteiligungen und Anfeindungen.

Diese Grundausbildung „kNOw HATE CRIME!“ setzt sich aus 8 Modulen zusammen, jeweils 4 Zeitstunden pro Modul, von März bis Juli 2019, dabei Modul 3:

Aktuelle Formen von Antiziganismus
Menschenverachtende Einstellungen, Benachteiligung und Anfeindungen

Inhalte:
• Antiziganistische Stereotype und Bilder in
Öffentlichkeit und Medien
• Strukturelle Benachteiligung von Sinti und Roma
durch Politik, Behörden und Polizei
• Reflexion eigener Stereotype und Vorurteile

Referent_innen: Dr. Markus End, Zentrum für
Antisemitismusforschung, TU Berlin;
Chana Dischereit, Verband Deutscher Sinti und Roma,
Landesverband Baden-Württemberg

Der Veranstalter, die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V., ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015 und zugelassener Träger nach dem Recht der Arbeitsförderung. Alle Teilnehmer_innen erhalten eine personalisierte Teilnahmebescheinigung.

Die Teilnahme an einzelnen Modulen ist möglich.

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»Verzerrte Menschen – Wie deutsche Dichter*innen ›Zigeuner‹ beschreiben«

09.04.2019, 19:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Ob deutsche Dichter*innen ihre »Zigeuner«-Figuren als Vagabunden, Bettler,Diebe und Kindesentführerinnen kriminalisieren oder als Zauberer,Hexen und Teufelsbrüder dämonisieren oder als bezaubern- de Tänzerinnen und virtuose Geiger oder Gitarristen preisen, in einem Punkt sind sie sich einig:»Sie sind doch anders als wir.« Der Germanist Wilhelm Solms zeigt in seinem Vortrag, dass die gesellschaftliche Haltung gegenüber Angehörigen der Sinti und Roma durch solche Verzerrungen und Romantisierungen geprägt wurde, die die deutsche Literaturgeschichte von der Frühen Neuzeit bis heute durchziehen.
WilhelmSolms ist Kuratoriumsmitglied des Dokumentationszentrums. In seinem 2018 erschienenen Buch »»Zwei Zigeuner, schwarz und
gräulich«— Zigeunerbilder deutscher Dichter«,das er an diesem Abend im Dokumentationszentrum vorstellt, bezieht Solms Position gegen die von Vertreter*innen von Sinti und Roma entschieden abgelehnten Versuche, ein »Wesen« des »Zigeunertums« wissenschaftlich zu definieren.
In Kooperation mit dem Amt für Chancengleichhei tder Stadt Heidelberg und HD.net-Respekt!

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„Voices of the Victims“ Sinti und Roma zwischen 1933-45

Mo, 08.04. 19-21.30h Anmeldung erforderlich; Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln; Eintritt frei | Nr. 2010S
Im Januar 2019 wurde das RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, öffentlich sichtbar und zugänglich. Ein internationaler Gedächtnisraum, der Geschichte und Kultur der Sinti und Roma sowie die Heterogenität ihrer unterschiedlichen nationalen und kulturellen Identitäten lebendig werden lässt. Dr. Ka- rola Fings, Historikerin im NS Dokumentations-zen- trum Köln, und Ruzdija Sejdovic vom Rom e.V. stel- len die Arbeit hinter dieser Plattform vor. Insbeson- dere berichten sie über den Teil des Archives, den sie maßgeblich mitgestaltet haben: Selbstzeugnisse von Sinti und Roma während der NS-Verfolgung.

Dr. Karola Fings und Ruzdija Sejdovic

Anmeldung erforderlich Nr. 2010S

Eröffnung des Roma-Tag-Festivals

am 8. April 2019 im Theater am Olgaeck, Charlottenstr. 44, 70182 Stuttgart

durch den Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Sinti und Roma Landesverband Baden-Württemberg Dr. Daniel Strauß und Vertreter der Stadt Stuttgart.

Romeo Franz, Abgeordneter im Europäischen Parlament, stellt Mare Manuscha vor, Innenansichten aus Kunst und Kultur der Sinti und Roma. In diesem Band melden sich Künstlerinnen und Künstler mit Roma-Hintergrund selbstbewusst zu Wort. Romeo Franz und Cornelia Wilß trafen dreizehn Gesprächspartner und -partnerinnen aus unterschiedlichen europäischen Ländern an verschiedenen Orten in Deutschland. Einige der in diesem Buch porträtierten Kulturschaffenden sind als Gäste zu einer Podiums-Diskussion dabei.

Musikalisch wird der Abend von Roma Musikern des Stuttgarter Vereins Romano Jilo begleitet.

Am 9. und 10. April wird in Literatur, Musik und Film die Kultur der polnischen und russischen Sinti und Roma präsentiert.

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Polizei und Antiziganismus

Am 05.04.2019, 19:30 – 21:30 Uhr im Infoladen Benario, Nürnberger Straße 82, 90762 Fürth

Schon seit dem 18. Jahrhundert fungiert der Zigeunerbegriff als polizeiliche Ordnungs- und Ermittlungskategorie. In Bayern markiert ein 1899 errichteter Nachrichtendienst den Beginn der antiziganistisch motivierten systematischen Personenerfassung, die eine der Grundlagen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik darstellte. Mit der Weiterführung der Sondererfassung von Sinti und Roma durch die Polizeibehörden unmittelbar nach Kriegsende geht auch die Kontinuität rassistischen Polizeihandelns einher. Der Vortrag behandelt die Geschichte und Gegenwart antiziganistischer Polizeipraxis mit Blick auf regionale Vorkommnisse.

Referent: Thomas Heilig

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Antiziganistische Zustände – Geschichte und Gegenwart der Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma“ im Infoladen Benario statt.

VeranstalterInnen: Antifaschistische Linke Fürth, Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein / Rosa Luxemburg Stiftung Bayern

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Antiziganismus Grundlagenwissen für Gevelsberger Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen

Mittwoch, 3.4.2019, 13:00-16:00 Uhr Kontakt: Alexandra Konstantinopoulos; tel.: 02332 771-300, Sabine Görke-Becker; tel.: 02332 555652

Referentin: Ricarda Erdmann, Leitung Migrations- und Integrationsdienste der AWO Dortmund

Offener oder latenter Antiziganismus, also Rassismus ge- gen Sinti und Roma, ist ein sensibles Thema am Lebensort Schule. Wissen über die Lebenssituation und die damit ver- bundenen Herausforderungen, Handlungsmöglichkeiten für ein gelingendes Miteinander, Kritikfähigkeit und Empathie sind wichtige Voraussetzungen auf dem Weg zu einer Schule der Vielfalt im inklusiven Kontext.

Grundlagenwissen zur Historie der Roma, zu Diskriminie- rung und Stigmatisierung werden in die Qualifizierungs- maßnahme einfließen.

Ziel ist es, die interkulturelle Kompetenz zu stärken und dazu beizutragen, Schulen langfristig zu diskriminierungskri- tischen Räumen weiterzuentwickeln.

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PAPUSZA – DIE POETIN DER ROMA

Dienstag, 2.4.2019, 20:00-22:15 Uhr, filmriss kino gevelsberg, 58285 Gevelsberg, Rosendahler Str. 18

Regie: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze, Polen 2013

Die Biografie von Papusza, der ersten Dichterin der polnischen Roma, ist eng verknüpft mit der Geschichte und Kultur der Roma in Polen im 20. Jahrhundert. Poetischer, in betörenden Schwarzweiß-Bildern gehaltener Film über das harte Leben der fahrenden Roma, die Verfolgung vor und nach dem Krieg bis hin zu den Zwangsmaßnahmen zur Sesshaftmachung durch die kommunistische Regierung Polens.

PAPUSZA schildert in einer großartigen Erzählung das Lebender Roma-Dichterin Bronisława Wajs, von ihrer Mutter liebevoll„Papusza“ genannt. Bei Papuszas Geburt 1910 in Ostpolen prophezeien ihr die Roma-Frauen, dass „sie allen großen Stolz oder große Scham“ bringen wird. Als junges Mädchen lernt sie heimlich bei einer jüdischen Buchhändlerin lesen und schreiben und entdeckt die Welt der Poesie. Als sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Schriftsteller Jerzy Ficowski trifft, ermutigt sie dieser, ihre Gedichte aufzuschreiben. Ihre Werke erzählen von ihren Wünschen und Träumen, von der Liebe zur Natur und der Sehnsucht nach dem gemeinschaftlichen Reisen. Jahre später werden ihre Gedichte ins Polnische übersetzt und veröffentlicht. Papusza wird schlagartig berühmt. Doch für den Ruhm zahlt sie einen hohen Preis…

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„Antiziganismus“ – Umgang mit Vorurteilen und Zuschreibungen von

1. April 2019 von 11:30 bis 12:30, Büro für Bürgerengagement Köln, Rubensstr. 7 – 13, 50676 Köln

Karola Fings,  Mitarbeiterin desNS- Dokumentationszentrums gibt in dem Vortrag einen Einblick in die Geschichte, die Herkunft, die aktuelle Situation und speziell die Situation in Köln sowie köln- und bundesweite Interessenvertretungen von Roma und Sinti. Außerdem wird das Thema behandelt, wie gehe ich mit Zuschreibungen und Vorurteilen um und wie kann ich diesen begegnen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des AK Hauptamtliche in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit statt.

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Spiel Zigeunistan

Musikalische Lesung mit Christiane Richers & Kako Weiss am 30.März 2019 um 19.30 Uhr im filmriss kino gevelsberg, Rosendahler Str. 18, 58285 Gevelsberg

Wolkly ist verschwunden. Sein Onkel Letscho macht sich auf die Suche nach ihm – und landet in dem Klassenzimmer, in dem Wolkly sich versteckt hatte. Er hat ihn jedoch knapp verpasst – und so haben nun beide Gelegenheit, zu erzählen:
von sich und den Vorurteilen, mit denen sie leben müssen.

Denn Wolkly und Letscho sind Sinti aus Hamburg. Das biografisch-fiktive Theaterstück über Wolkly und Letscho basiert auf Gesprächen mit Angehörigen der in Hamburg lebenden Familie Weiss und fragt danach, was hinter den Vorurteilen gegenüber Sinti und Roma steckt. Was hat es auf sich mit den Vorstellungen vom wilden und freien Leben oder aber den negativen Klischees, die sie an den Rand der Gesellschaft drängen? Wie fühlt sich ein junger Sinto im heutigen Hamburg, was macht seine Identität tatsächlich aus? Und warum glauben immer alle, die Sinti wären ein Wandervolk, wo sie doch bereits seit 600 Jahren in Deutschland leben?

Christiane Richers präsentiert ihren Text gemeinsam mit dem Jazz-Saxophonisten Kako Weiss, von dessen Leben das Stück handelt. Text und Musik erzählen gemeinsam die Geschichte.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe Antiziganismus. Einladung zum Perspektivenwechsel des Aktionsbündnisses für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt, in Kooperation mit:

filmriss kino gevelsberg, Integrationsagentur AWO EN, Büro für Vielfalt und Zukunftschancen,
Evangelische Erwachsenenbildung, Evangelischer Kirchenkreis Schwelm, Integrationsrat Gevelsberg, Gleichstellungsbeauftragte Gevelsberg.

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„Rassendiagnose Zigeuner“ — Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung

Finissage der Ausstellung „Rassendiagnose Zigeuner“ am 28. März, 17:30 – 19:00, Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109, 39104 Magdeburg

Gesprächsrunde – Integration kann gelingen mit

Susi Möbbeck, (SPD) Staatssekretärin Ministerium für Soziales und Integration, Integrationsbeauftragte der Landesregierung

Monika Hohmann, (DIE LINKE) Vorsitzende des Ausschusses Bildung und Kultur des Landtages von Sachsen-Anhalt

Chana Dischereit, Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Eine Veranstaltung von der Stadtbibliothek Magdeburg, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.

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Melanie Spitta „Das falsche Wort“: Filmvorführung & Gespräch

Am 28.03.2019, 19:00 Uhr im DokuZentrum Sinti und Roma Berlin, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Den Film „Das falsche Wort“, D 1987 von Melanie Spitta und Katrin Seybold zeigt das DokuZ Sinti und Roma Berlin in einer vom Filmmuseum München neu bearbeiteten Fassung.

Melanie Spittas Filme aus den 1980er Jahren wenden sich entschieden gegen die gesellschaftliche Ignoranz gegenüber den an Sinti und Roma während des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen. Indem sie sich bewusst aus der Perspektive der Minderheit für eine Auseinandersetzung mit diesen Verbrechen einsetzte, leistete die Filmemacherin auch einen wichtigen Beitrag zum Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft.

Darüber, welche Bedeutung die Filme von Melanie Spitta insbesondere für Aktivist*innen bis heute haben, sprechen die Veranstalter im Anschluss an die Filmvorführung mit der Schauspielerin Joschla Melanie Weiß.

Gastgeber: RomaniPhen und DokuZ Sinti und Roma Berlin

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Antisemitismus und Antiziganismus.

Mittwoch, 27. März 2019, 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr im Drucklufthaus, Am Förderturm 27, 46049 Oberhausen

– Geschichtsbewusste Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Antiziganismus
– Prof. Dr. Astrid Messerschmidt
– 27.03.2019, 18:00h, Druckluft Oberhausen

Wir wollen mit euch den Ähnlichkeiten und Unterschieden von Antisemitismus und Antiziganismus nachgehen, den Denkmustern der Abwertung, der Über- und Unterlegenheit, den Feindbildern und dem Fremd-machen.
Einen Schwerpunkt bilden hierbei die Kontinuitäten und Brüche beider ideologischer Konstellationen nach 1945 sowie deren aktuelle Erscheinungsformen und Wirkungen.
Ansätze der antisemitismus- und antiziganismuskritischen Bildungsarbeit werden zur Diskussion gestellt.

Dr. Astrid Messerschmidt ist Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität an der Bergischen Universität Wuppertal.

Veranstaltungsinformation, Text und Bild von Junges Forum DIG Ruhr

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Die Polizei bei der Verfolgung von Sinti aus Nordostwürttemberg im Nationalsozialismus

Vortrag von Udo Grausam am 26.03.2019, 19:00 Uhr im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Udo Grausam recherchiert seit Jahren als Kulturwissenschaftler und Regionalhistoriker über
Menschen, die von den Nazis als »Zigeuner«und »Zigeunermischlinge« in die Konzentrationslager verbracht wurden. Drei Aufsätze veröffentlicht er aktuell dazu in der 10-teiligen, regional ausgerichteten Buchreihe »Täter Helfer Trittbrettfahrer«
(THT) zu Tätern und Helfershelfern im Nationalsozialismus in Württemberg. Er wird in seinem Vortrag die Ergebnisse seiner Recherchen vorstellen und dabei vor allem über die Biographien von Anton Dorsch, Otto Abt und Martin Nauck sprechen.

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DISKUSSION „DIE LINKE UND DER ANTIZIGANISMUS“

22.03.2019, 18:00 – 22:00, BDP Infoladen, Leostraße 75, 33098 Paderborn; Veranstalter: antifa paderborn – kritik und praxis
Die letzten Jahre haben angemessenerweise viele Diskussionen über Rassismus und Antisemitismus in der Linken gesehen. Inwieweit in der Linken aber Antiziganismus reproduziert wird, ist nur selten Thema. Dabei gibt es auch hier viel zu tun. Zwischen Bauwagenromantik und Hass auf Arme, wie steht es um Antiziganismus in der Linken? Das wollen wir mit euch diskutieren! Um dem Ganzen auch etwas Praktisches zu geben, gibt’s anschließend einen Soli-Tresen für Terno Drom, einer Jugendorganisation für Roma in NRW. Also kommt vorbei, diskutiert mit und betrinkt euch mit uns für die Solidariät.

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Worte und Taten. Begriffe für menschenfeindliche Einstellungen und wie sie sich im Handeln zeigen.

Dienstag 19.3., 19:00 Uhr, KOMMA – Jugend und Kultur, Maillestraße 5-9, 73728 Esslingen

Rassismus, Sexismus, Antiziganismus – diese und viele andere Begriffe stehen für Versuche, Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen in Worte zu fassen. Doch was ist mit verschiedenen Worten gemeint und lassen sie sich überhaupt eindeutig definieren? Welche Verhaltensweisen folgen aus solchen Einstellungen und was macht dies mit den Betroffenen? Welche Handlungsstrategien gibt es? Auf dem Podium diskutieren Expert*innen und beantworten Publikumsfragen.

Podiumsteilnehmer*innen:

Argyri Paraschaki, Vorstandsmitglied im Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen Baden-Württemberg e.V.

Chana Dischereit, Wissenschaftliche Referentin für Politik und Gesellschaft im Verband Deutscher Sinti und Roma e.V. – Landesverband Baden-Württemberg

Heval Demirdöğen, Leiter Fach- und Beratungsstelle LEUCHTLINIE für Betroffene von rechter Gewalt

Stephanie Garff, Mitarbeiterin LAGO BW e.V. – Anlauf- und Vernetzungsstelle gegen Rassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus (Moderation)

Eine Veranstaltung des KOMMA in Kooperation mit LEUCHTLINIE und LAGO Baden-Württemberg

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Künstlerische Ausdrucksformen gegen Antiziganismus

Im Rahmen der Internationale Woche gegen Rassismus findet diese Kooperationsveranstaltung zur Auseinandersetzung mit der Diskriminierungsform Antiziganismus statt am 18.03.2019 um 19 Uhr im Interkulturellen Zentrum, Bergheimer Straße 147, 69115 Heidelberg.

Antiziganismus, die Diskriminierung von Sinti und Roma, ist eine spezielle Form des Rassismus, die im öffentlichen Diskurs oftmals nicht thematisiert wird. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus möchten Nadine Kuessner und Kathrin Schweizer vom Teilvorhaben Interkulturelle Bildung und die Heidelberger Lupe e.V. sich einem neuen Bereich widmen, in dem gegen Antiziganismus Stellung bezogen wird: der Kunst! Nach einem kurzen Input von Nadine (Pädagogische Hochschule Heidelberg) zum Thema Antiziganismus wird Lyrik und Musik Raum gegeben, die sich mit Antiziganismus auseinandersetzt. Ilona Lagrene liest hierfür aus dem Lyrikband ihres Mannes Gedichte auf Romanes, zudem tritt die Orientalische Musikakademie Mannheim e.V. auf. Außerdem wird André Jenö Raatzsch (Dokumentationsteams- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma) das RomArchive vorstellen und dabei auf die Bedeutung von Selbstzeugnissen der Sinti und Roma eingehen. Die Beiträge stehen dabei nicht nur für sich: Wir laden die Künstler*innen und das Publikum dazu ein, sie in einem Gespräch mit uns zu reflektieren.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit TRANSFER TOGETHER ausgerichtet, einem Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, das gefördert wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Veranstaltung wird darüber hinaus gefördert von der Stiftung gegen Rassismus und der Hildegard Lagrenne Stiftung.

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Internationale Woche gegen Rassismus: „Antiziganismus“-Vortrag

Montag, 18. März 2019 von 19:30 bis 21:30 Uhr, ver.di Bezirk Pfalz Kaiser-Wilhelm-Straße 7, 67059 Ludwigshafen am Rhein;  Vortragssaal im EG

Von 18. – 23. März 2019 findet unter dem Motto „Für Menschlichkeit – Klar gegen Rassismus“ die Internationale Woche gegen Rassismus in Ludwigshafen am Rhein statt.

An diesem Abend wird die Mannheimer RAin Ruhan Karakul den TeilnehmerInnen im Vortrag „Antiziganismus“ (Alltagsrassimsus) über ihre Funktion als Justiziarin beim Zentralrat deutscher Sinti und Roma berichten (bis Mitte 2018). Ergänzt wird ihr Vortrag durch Einblicke in den RNV-Rassismus-Skandal (2017), bei dem die Rechtsanwältin als Ombudsfrau eingesetzt war. Ruhan Karakul wird auch über Rassismus berichten, wie sie ihn selbst erlebt.
Aufstehen gegen Rassismus Rhein-Neckar und Die Linke Ludwigshafen/Rheinpfalz-Kreis laden zu dieser Veranstaltung ein.

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Alltag unter dem Druck antiziganistischer Vorurteile

Veranstaltung mit Silas Kropf am 15.03.2019, 19:30 – 21:30 Uhr, im Infoladen Benario, Nürnberger Straße 82, 90762 Fürth

Antiziganismus ist nicht nur in der deutschen Gesellschaft tief verwurzelt und von jahrhundertelanger Tradierung geprägt. Auch heute ist über die Hälfte der Gesellschaft ablehnend gegenüber der Minderheit der Sinti und Roma eingestellt. Die Mitglieder der Minderheit sind in ihrem Alltag permanent mit negativen Einstellungen konfrontiert und einem Rechtfertigungszwang ausgesetzt. Während des Vortrags wollen wir gemeinsam einen Blick in die vielfältigen Lebensrealitäten werfen und überlegen, wie dem Alltagsantiziganismus proaktiv entgegengewirkt werden kann.

Nach wie vor ist Antiziganismus eine der am weitesten verbreiteten Formen der Diskriminierung und Verfolgung in Europa. Während Antisemitismus in weiten Teilen der Bevölkerung zumindest geächtet ist, werden Vorurteile gegen Sinti und Roma nicht reflektiert und kritisiert. Die Problematisierung der Arbeitsmigration aus Osteuropa befeuert diese Stimmung. So bediente sich jüngst der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung dem Stigma von lärmenden Sinti und Roma, die nach Deutschland kommen, um Sozialleistungen zu erschleichen. Damit reiht er sich in die nicht enden wollenden Liste von Politiker*innen ein, die ,Zigeuner‘-Stereotype öffentlich reproduzieren.

VeranstalterInnen: Antifaschistische Linke Fürth, Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein / Rosa Luxemburg Stiftung Bayern

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Kriminalpolizist und DFB-Präsident. Felix Linnemann und der Genozid an den Sinti und Roma

Vortrag und Diskussion mit Dr. Hans-Dieter Schmid und Dr. Hubert Dwertmann am 14.März 2019, 18:30 – 20:30 Uhr in der HDI-Arena, Eingang Ost, Ebene 10, Robert-Enke-Straße 3, 30169 Hannover

Kaum eine andere Person verknüpft die Geschichte des Fußballs so folgenschwer mit der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma wie der ehemalige DFB-Präsident und Kriminalpolizist Felix Linnemann (1882–1948). Zwei Jahrzehnte stand er an der Spitze des deutschen Fußballs und machte zugleich Karriere als Kriminalbeamter. 1939 wurde er Leiter der Kripo-Leitstelle Hannover, war damit verantwortlich für die Bekämpfung der sogenannten „Zigeunerplage“ und die Auschwitz-Deportation niedersächsischer Sinti und Roma im März 1943.

Bagatellisierung und Verleugnung – so lässt sich der vergangenheitspolitische Umgang mit dem ehemaligen Fußballfunktionär nach 1945 beschreiben. Noch heute bestehen problematische Traditionsbildungen, wie das jährlich stattfindende Felix-Linnemann-Sportfest im niedersächsischen Steinhorst. Welche Verantwortung erwächst dem Fußball aus dieser dunklen Vergangenheit angesichts eines weitverbreiteten Antiziganismus heute?

Eine Veranstaltung des Projektes „Kompetent gegen Antiziganismus“ (KogA) in Kooperation mit 96-Plus, Fanprojekt Hannover und AK 96-Fans gegen Rassismus.

 

Phänomen „Antiziganismus“

Im Vielfalt-Café, Nellie Nashorn Soziokultur GmbH, Tumringer Straße 248, 79539 Lörrach

„Lörrach für alle – Wie können wir eine diskriminierungsfreie Gesellschaft erreichen?“, lautet die Frage beim nächsten Vielfalt-Café am 14. März von 19 bis 22 Uhr im „Nellie Nashorn“. Erreichtes und Erstrebenswertes? Wie könnte ein Miteinander aussehen, welche Hindernisse gilt es zu überwinden? Außerdem findet vorab ein Vortrag zur Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in der Bundesrepublik statt. Daniela Gress spricht zum Phänomen „Antiziganismus“.

„… was kann geschehen, um unsere Glaubensbrüder zu schützen“. Die Kirchen und der Genozid an den Sinti und Roma

Gedenktag Mittwoch 13|03|2019, ^19 Uhr, Max-Mannheimer-Platz 1 (ehemals Brienner Straße 34), 80333 München

Im Rahmen der zentralen Gedenkveranstaltung ab 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum hält Frank Reuter (Fachstelle Antiziganismus Heidelberg), nach Grußworten von Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum) und Erich Schneeberger (Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V.) diesen Vortrag“. Den Abend umrahmt die Tanzperformance „Inside our Space“ der Sinti Mädchengruppe „Tscheia“ unter der Leitung der Tanzpädagogin Jeany Seitz.

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Zur Erinnerung an die Deportation der Münchner Sinti und Roma

Gedenktag Mittwoch 13|03|2019, 15 Uhr 

Ort: Platz der Opfer des Nationalsozialismus, 80333 München; Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Madhouse gemeinnützige GmbH, dem Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V. und dem Stadtarchiv München 

Am 13. März jährt sich der Tag, an dem die Münchner Polizei 130 Münchner Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportieren ließ, zum 76. Mal. Etwa 500.000 Angehörige der Minderheit wurden bis Kriegs- ende ermordet. Seit 2018 erinnert die Landeshauptstadt München mit einem Gedenktag diesen Opfern des nationalsozialistischen Völkermords. 

In diesem Jahr findet ab 15.00 Uhr am Platz der Opfer des Nationalsozialismus eine öffentliche Namenslesung und Kranzniederlegung zum Gedenken an die aus München deportierten Sinti und Roma statt. 

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Antiziganismus früher und heute

12.03.2019 um 19:30 Uhr, Zentralbibliothek, Breiter Weg 109 , 39104 Magdeburg

Vortrag über Erscheinungsformen von Antiziganismus in Vergangenheit und Gegenwart mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Antiziganismusforschung, Markus End.

Im anschließenden Gespräch werden die Herausforderungen und Chancen für die Integration der mit vielen Vorurteilen behafteten Minderheit in Kommunen diskutiert.

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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Antiziganismus – Ein Seminar für Multiplikator*innen zur Selbstreflexion

Ismeta Stojkovic, Ingeborg Steinmann-Berns, 12. März 2019, 16:00 Uhr, Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Kartäuserwall 24 b, 50678 Köln

Antiziganistische Äußerungen in Deutschland sind in diesen Zeiten populistischer Redekultur wieder einmal gesellschaftsfähig. Das liegt u. a. auch daran, dass wir viel zu wenig über Sinti und Roma wissen und die Medien gängige Vorurteile stetig wiedergeben. Der Workshop vermittelt Grundlagen zur Geschichte von Sinti und Roma, arbeitet Stereotypen auf und gibt Menschen, die beruflich mit Jugendlichen und Kindern zusammenarbeiten, ein verbales Instrumentarium an die Hand, wie antiziganistischen Äußerungen begegnet werden kann. Koop: Ev. Schulreferat und Pfarramt für Berufskollegs, Informations- und Bildungszentrum gegen Rechtsextremismus (ibs), Melanchthon-Akademie, Rom e. V.

wiedergeben. Der Workshop vermittelt Grundlagen zur Geschichte von Sinti und Roma, arbeitet Stereotypen auf und gibt Menschen, die beruflich mit Jugendlichen und Kindern zusammenarbeiten, ein verbales Instrumentarium an die Hand, wie antiziganistischen Äußerungen begegnet werden kann. Koop: Ev. Schulreferat und Pfarramt für Berufskollegs, Informations- und Bildungszentrum gegen Rechtsextremismus (ibs), Melanchthon-Akademie, Rom e. V.

Dieser Kurs ist kostenlos.
Nr. 2007Z

Anmeldung erforderlich

Erscheinungsformen des Antiziganismus

12. März 2019, 18:00, Gemeindesaal der Stiftskirchengemeinde Landau, Stiftsplatz 9, 76829 Landau (Pfalz),

Vortrag mit Ruhan Karakul. In diesem Vortrag werden durch die Referentin Erscheinungsformen von Antiziganismus anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt. Frau Ruhan Karakul, u.a. ehemaliges externes Mitglied der Enquetekommission „Konsequenzen aus der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) / Entwicklungen des Rechtsextremismus in Baden-Württemberg – Handlungsempfehlungen für den Landtag und die Zivilgesellschaft“, verbandspolitische Justitiarin beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma mit den Themengebieten Internationaler Menschenrechtsschutz, Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit und Ombudsfrau der Untersuchungen im Rassismus-Skandal bei den Rhein-Neckar-Vertrieben (RNV), wird aufgrund ihrer mehrjährigen Erfahrung im Einzelnen Fälle aus Alltag, Medien und Behörden vorstellen. Darüber hinaus wird die Referentin den Teilnehmer*innen Handlungsmöglichkeiten/Strategien zur Bekämpfung von Antiziganismus präsentieren und Fragen aus dem Publikum beantworten. Der Vortrag wird mit einem Grußwort des Vorstandsmitglieds Herrn Michael Weiß vom Landesverband Deutscher Sinti und Roma eröffnet.

Veranstalter: Attac Landau, Aufstehen gegen Rassismus Südpfalz e.V.

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STADTRUNDGANG – ANTIZIGANISMUS IN PADERBORN

09.03.2019, 13:00 – 15:00, BDP Infoladen, Leostraße 75, 33098 Paderborn; Veranstalter: antifa paderborn – kritik und praxis

Der Porajmos, der Genozid an den Roma und Sinti durch Nazideutschland, ist eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Die nationalsozialistischen Deutschen ermordeten dabei schätzungsweise mehrere Hunderttausend Menschen. Unzählige mehr wurden Opfer staatlicher Repression und Gewalt im ganzen deutschen Reich. Dieser Genozid und seine Begleiterscheinungen aber auch die lange Geschichte der Bundesrepublik mit dem Antiziganismus haben Spuren hinterlassen und Schicksale geschaffen, derer gedacht werden muss. Bei diesem Stadtrundgang wollen wir mit euch durch Paderborn spazieren und diese Spuren und Geschichten in Paderborn erkunden. Treffpunkt ist der bdp Infoladen.

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Gedenkveranstaltung anlässlich des Völkermordes an den Sinti und Roma, insbesondere der Deportation der Sinti aus Hannover 1943

Sonntag, 3. März 2019, 12:00 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Vom 2. auf den 3. März 1943 wurden die Sinti aus Niedersachsen, über den Bahnhof Fischerhof in Linden, in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, unter ihnen 100 Kinder, Frauen und Männer aus Hannover.
Der Verein „Maro Dromm – Sui Generis“ aus Osnabrück eröffnet im Rahmen der Veranstaltung eine Ausstellung „Wege der Erinnerung“, die eine Fahrt mit Jugendlichen in die Gedenkstätte Auschwitz dokumentiert. Die Jugendlichen haben sich dort speziell mit dem Schicksal von Insassen des sogenannten „Zigeuner-Familienlagers“ auseinandergesetzt und künstlerisch ihre Eindrücke verarbeitet.
Die Ausstellung „Wege der Erinnerung“ wird bis Freitag, 5. April 2019 in der Gedenkstätte Ahlem gezeigt.
Die Region Hannover möchte gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Selbstorganisationen der Sinti und Roma, im Rahmen einer Gedenkstunde an die Opfer erinnern. Im Anschluss lädt die Region Hannover zu einem Empfang im Foyer der Gedenkstätte ein.
Veranstalterin: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
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Gedenken an die Deportation und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus Nähere Informationen folgen.

Die Gedenkveranstaltung findet um 16.00 Uhr an der Namensstele im Flora-Park (Olvenstedter Graseweg, Fußgängerzugang zum Florapark) statt.

Am 1. März 2018 jährt sich zum 75. Mal die Deportation der Sinti und Roma aus dem „Zigeunerlager“ am Holzweg/Silberberg in Magdeburg nach Auschwitz. Dort wurde 340 von ihnen – Kinder, Frauen und Männer – ermordet. Ihrer möchten wir an diesem Tag gedenken.

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Ausstellung: Rassendiagnose: Zigeuner – Der Völkermord an den Sinti und Roma

Die Vernissage zur Ausstellung findet am 28.02.2019 statt — 25.02.2019 bis 29.03.2019; Zentralbibliothek, Breiter Weg 109, 39104 Magdeburg

Über 500.000 Sinti und Roma fielen nach Schätzungen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer. Die Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma „Rassendiagnose: Zigeuner – Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“ zeigt den Genozid an der Minderheit von der Ausgrenzung und Entrechtung im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Zudem wird die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden, beleuchtet. Ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti-und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989 beschließt die Ausstellung.

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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Voices of Roma

28.02.2019,20 Uhr,  Iuliu Barasch street, no. 15, 3rd District, Bucharest, Rumänien

Dr. Viorel Achim, Dr. Nicoleta Bitu, Ioanida Costache,Mihaela Drăgan, Dr. Karola Fings, Dr. Petra Gelbart,Isabel Raabe, Franziska Sauerbrey

Vorträge, Lesungen, Musik und Aufführung des Stückes Kali Traš – Black Fear

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DOKU – FREMD IM EIGENEN LAND: SINTI IN DEUTSCHLAND

Film am 28.02.2019, 19:00 Uhr,BDP Infoladen Leostraße 75, 33098 Paderborn

„Wir Sinti wollen nicht länger fremd im eigenen Land sein“, sagt Ricardo Laubinger. Seine Heimat ist Hildesheim, wo die Sinti 1407 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Die Laubingers sind seit vielen Generationen in dieser Gegend ansässig, „Harz- und Heide-Zigeuner“, wie sie sich früher nannten. Im Sommer gingen sie auf Reisen, um als Händler und Handwerker ihren Lebensunterhalt zu verdienen, auch der 1959 geborene Ricardo ging noch hausieren. Seit der Wende 1989, mit dem Zustrom der Roma aus Südosteuropa, sind sie neuen rassistischen Angriffen ausgesetzt.“

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Mediengespräch: „Ethik und Moral im Boulevard“

27.02.2019, 19:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Phänomene wie Digitalisierung, Globalisierung und Social-Media, aber auch Fake-News und Filterblasen prägen unsere Medienwelt des 21. Jahrhunderts. Wie stellen sich klassische Printmedien wie die umstrittene und mittlerweile auch online stark präsente Boulevardzeitung BILD diesen Herausforderungen und welche gesellschaftliche Verantwortung tragen sie als Presseorgan in einem demokratischen Rechtsstaat? Ist Berichterstattung gewissen demokratischen und rechtsstaatlichen Werten und Normen verpflichtet und gibt es Grenzender Pressefreiheit? Darüber sprechen an diesem Abend

Julian Reichelt (Vorsitzenderder Chefredaktion der Bildzeitung),

Volker Stennei (Sprecher des Deutschen Presserats) und

Romani Rose.

In Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der StadtHeidelberg, HD.net-Respekt! und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

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Wie aus der ,Zigeunerin‘ eine ‚Sintezza‘ wu­rde – Frauen­ge­schich­ten aus der Nach­kriegs­zeit

Aus­stel­lungs­eröff­nung mit der Jazz-Mu­si­ke­rin Dotschy Reinhardt im Rat­haus in Gießen, Rat­haus am Berli­ner Platz, 35390 Gießen, am 25. Feb­ru­ar um 17 Uhr.

Für die Ausstellung „Wie aus der, Zigeunerin‘ eine ‚Sintez­za‘ wur­de – Frauen­geschich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“ haben die in Gießen an­säs­sigen Sinti-Fa­mi­li­en Fischer und Eckstein ihre Foto­alben ge­öff­net. Dabei haben sie ein­drucks­volle Auf­nahmen aus dem Leben von Frauen ent­deckt, die vom 25. Februar bis 8. März von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Rat­haus am Berli­ner Platz prä­sen­tiert wer­den.

Die Verfolgung und der Porajmos – das Wort bedeutet „Ver­schlin­gen“ und steht für den Völker­mord an den Sinti und Roma – im Natio­nal­sozia­lis­mus mar­kieren eine schmerz­hafte Zäsur, wel­che die Zer­störung der Jahr­hun­derte alten Kultur zum Ziel hatte. Die Aus­stel­lung soll zei­gen, dass es für die Über­lebenden wei­ter­ging und dass dies zu einem gro­ßen Teil ein Ver­dienst der Frauen war.

Der Fokus der Ausstellung liegt – das verdeutlicht der Unter­titel – auf „Frauen­geschich­ten in der Nach­kriegs­zeit“. Er­gänzt wird die Schau durch Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Geschichte und zum All­tag der Sinti.

Zur Eröffnung am Montag, 25. Februar, kommt die deutsche Jazz-Mu­sike­rin und Auto­rin Dotschy Rein­hardt nach Gießen. Ihre Musik unter­malt die Eröffnung.

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Geschichte des Antiziganismus

Am 22.02.2019, 19:30 – 21:30 Uhr im Infoladen Benario, Nürnberger Straße 82, 90762 Fürth

Der Nationalsozialismus verwirklichte das eliminatorische Potential des Antiziganismus: Die seit langem bestehende Diffamierung und Diskriminierung der Sinti und Roma wurden unter seiner Herrschaft zum Völkermord radikalisiert. Der Vortrag wird die Vorgeschichte dieser Radikalisierung, die nationalsozialistische Verfolgungs- und Vernichtungspolitik und den skandalösen Umgang mit den Überlebenden im Deutschland in den Nachkriegsjahrzehnten schildern – und dabei auch immer einen Blick auf die Region und Bayern werfen.

Referent: Ulrich Schlee

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Antiziganistische Zustände – Geschichte und Gegenwart der Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma“ im Infoladen Benario statt.

Nach wie vor ist Antiziganismus eine der am weitesten verbreiteten Formen der Diskriminierung und Verfolgung in Europa. Während Antisemitismus in weiten Teilen der Bevölkerung zumindest geächtet ist, werden Vorurteile gegen Sinti und Roma nicht reflektiert und kritisiert. Die Problematisierung der Arbeitsmigration aus Osteuropa befeuert diese Stimmung. So bediente sich jüngst der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung dem Stigma von lärmenden Sinti und Roma, die nach Deutschland kommen, um Sozialleistungen zu erschleichen. Damit reiht er sich in die nicht enden wollenden Liste von Politiker*innen ein, die ,Zigeuner‘-Stereotype öffentlich reproduzieren.

VeranstalterInnen: Antifaschistische Linke Fürth, Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein / Rosa Luxemburg Stiftung Bayern

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ANTIZIGANISMUS UND DER DISKURS UM ARMUTSMIGRATION

Markus End: 22.02.2019, 19:00 – 22:00 , BDP Infoladen, Leostraße 75, 33098 Paderborn∞ Veranstalter: antifa Paderborn
„Armutszuwanderung“? Anmerkungen zu einer antiziganistischen Hetzkampagne

In den letzten Jahren wurde in der deutschen Öffentlichkeit eine
Debatte über die Folgen einer sogenannten „Armutszuwanderung“
ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende „Anwohner“ berichten über „Müll“, „Lärm“ und „Kriminalität“, der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnten vor der „Gefährdung des sozialen Friedens“. Im Vortrag soll diese Entwicklung und insbesondere die mediale Berichterstattung genauer untersucht und kritisiert werden. Anhand verschiedener Beispiele wird die Konstruktion des Narrativs „Armutszuwanderung“ nachvollzogen und kritisiert, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren einzugehen:Gesetzesverschärfungen gegenüber Migrant*innen aus der EU, repressive Kommunalpolitik und eine Zunahme antiziganistischer Übergriffe.

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Sinti und Roma – Bildungsteilhabe Modul 3: Antiziganismus — diskursiv, institutionell und medial

Mi, 20.02.19, 14 -16.30 Uhr, Peterstraße 118, Behnisch Haus Eingang C, 1. Etage, Medienzentrum

Modul 3
Antiziganismus — diskursiv, institutionell und medial. Kritische Methoden und Übungen zur Sensibilisierung.
Handlungsempfehlungen und Lösungsvorschläge

Die Fortbildungsreihe „Bildungsteilhabe für Sinti und Roma“ setzt sich zum Ziel, eine kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit antiziganistischen Denkmustern zu fördern. Des Weiteren werden Traditionen und die Kultur der Familien der Ethnie Sinti und Roma insbesondere im Zusammenhang mit unregelmäßigem Schulbesuch und Schulabstinenz beschrieben. Es werden zudem für den beruflichen Alltag der Einsatz verschiedener Medien und Methoden zum Thema „Antiziganismus“ erprobt.

Der Referent Kasm Cesmedi ist in Deutschland aufgewachsen; seine Familie stammt aus Serbien. Er ist Lehramtsanwärter mit den Fächern Sozialwissen- schaften und Geschichte für die Sekundarstufe. Als Rom engagiert er sich ehrenamtlich für die Rechte und Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in verschiedenen Gremien und Roma-Selbstorganisationen.

Ziele:

  • Kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit antiziganistischen Denkmustern
  • Förderung pädagogischerAufmerksamkeit gegenüber der Tradition und Kultur der Familien mit Sinti — oder Roma-Hintergrund insbesondere  auch im Zusammenhang mit unregelmäßigem Schulbesuch und Schulabstinenz
  • Erprobung von Medien- und Methodeneinsatzzum Thema „Antiziganismus“ für den beruflichen Alltag

Die Veranstaltungsreihe besteht aus 3 inhaltlich getrennten Modulen. Die Module bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln gebucht werden.

 

Vortrag zu Antiziganismus

Vortrag im Bürgerbüro der LINKEN. Referent: Giano Weiß der in das Thema einführt.
Mittwoch, 20. Februar 2019 von 18:00 bis 20:00,DIE LINKE Kreisverband Paderborn,
Ferdinandstr. 25, 33102 Paderborn

Giano engagiert sich sehr gegen Antiziganismus und setzt sich für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen gegen Sinti und Roma ein, vor allem in Paderborn, wo bis heute keine Gedenkstätte daran erinnert.

Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit im Plenum mit dem Referenten zu diskutieren.

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ROMA: BÜRGER ZWEITER KLASSE?

Film am 14.02.2019, 19:00 – 22:00, BDP Infoladen, Leostraße 75, 33098 Paderborn

„Das schlechte Image von Roma ist dominant in ganz Europa und existiert seit Jahrhunderten. Warum begegnet die Mehrheitsbevölkerung gerade dieser Minderheit mit so viel Hass und Misstrauen? Die Filmemacher gehen in ganz Europa der Frage nach, weshalb sich Klischees und Vorurteile gegen Roma bis heute hartnäckig halten. Politische Fehlentscheidungen, Populismus und Fremdenhass – die Geschichte der Roma steht symptomatisch für ein Problem, das ganz Europa betrifft.“

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ANTIZIGANISMUS – EINE EINFÜHRUNG

08.02.2019, 19:00 – 22:00, BDP Infoladen, Leostraße 75, 33098 Paderborn

Zunächst soll im Einführungsvortrag der Antiziganismusreihe die Geschichte des Antiziganismus skizziert werden und vor diesem Hintergrund eingeordnet werden. Die verschiedenen Formen, in denen sich Antiziganismus ausdrücken kann, sollen aufgezeigt und kritisiert werden. Nicht zueltzt werden verschiedene Arten der Betrachtung von Antiziganismus vor allem im Zusammenhang mit Kapitalismus vorgestellt werden, die auch als Basis für eine Praxis gegen Antiziganismus und andere Unterdrückungsverhältnisse dienen können.

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Fortbildung: RomArchive – „Voices of the Victims“

Freitag, 1. Februar 2019, 10.00 bis 15.00 Uhr, Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Seminarraum 1; Die Teilnahme ist entgeltfrei.

RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, wird ab Januar Künste und Kulturen der Sinti und Roma sichtbar machen und ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte veranschaulichen. Im Archivbereich zum Holocaust werden frühe Selbstzeugnisse von Sinti und Roma zur NS-Verfolgung gezeigt, die die Historikerin Karola Fings im Rahmen ihres Projektes „Voices of the Victims“ zusammengetragen hat. Diese Fortbildung führt in die pädagogische Arbeit mit den Quellentexten ein.

Zu den von Karola Fings in zwanzig Ländern zusammengetragenen frühen Selbstzeugnissen von Sinti und Roma, die Opfer der NS-Verfolgung wurden, wird durch das RomArchive in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma eine didaktische Handreichung entwickelt, mit der bei der Fortbildung gearbeitet wird. Die Fortbildung im Anschluss an das Festival zum Start des RomArchive richtet sich an Multiplikator_innen in der Bildungsarbeit.

In Kooperation mit dem RomArchive und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Melden Sie sich bitte online an.

Bilderpolitik. Mediale Porträts von Sinti und Roma

Filmvorführung und Diskussion in Heidelberg am 31.01.2019, 19:00 Uhr im Heidelberger Forum für Kunst, Heiliggeiststraße 21, 69117 Heidelberg — Eintritt frei

Sinti und Roma werden medial häufig einseitig und verzerrt dargestellt. Wie aber kann die Beziehung zwischen Minderheiten und dem, was ihnen gegenüber als Mehrheit erscheint, in Film, Fotografie und Berichterstattung so dargestellt werden, dass bestimmte gesellschaftliche Werte und Normen gewahrt bleiben und sichtbar werden? In dieser Frage gründet die Forderung nach einer europäischen Bilderpolitik, die es uns allen ermöglicht, die komplexen Zusammenhänge unserer Gesellschaft und Geschichte wahrzunehmen. Eine solche Bilderpolitik könnte dazu dienen, das durch Verzerrung, Diskriminierung und Verfolgung zerstörte Selbstbild der Deutschen Sinti und Roma wiederherzustellen.

Bei der Veranstaltung werden Kurzfilme über aktuelle Bilderpolitiken in Medien, Archiven und mitten in unserer Gesellschaft gezeigt. Die Filme sind im Rahmen des internationalen Archiv-Projektes von Sinti und Roma „RomArchive“ entstanden.

Anschließend ist das Publikum zu einer Diskussion mit Era Trammer (Filmemacherin), Radmila Mladenova (Literaturwissenschaftlerin), Daniela Gress (Historikerin), Stefan Hohenadl (Kulturamt der Stadt Heidelberg) und André Raatzsch (Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma) herzlich eingeladen.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturamt Heidelberg.

#sintiundroma #romarising #heidelberg #medienkritik

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Sinti und Roma – Bildungsteilhabe; Modul 2: Schul- und Bildungssituation Lebensbedingungen in den Herkunftsländern und in Deutschland

Mi, 30.01.19, 14 -16.30 Uhr, Peterstraße 118, Behnisch Haus Eingang C, 1. Etage, Medienzentrum

Veranstalter: Kompetenzteam Stadt Krefeld

Modul 2
Schul- und Bildungssituation
Lebensbedingungen in den Herkunftsländern
und in Deutschland
Vorstellung bewährter Beispiele aus der Praxis

Die Fortbildungsreihe „Bildungsteilhabe für Sinti und Roma“ setzt sich zum Ziel, eine kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit antiziganistischen Denkmustern zu fördern. Des Weiteren werden Traditionen und die Kultur der Familien der Ethnie Sinti und Roma insbesondere im Zusammenhang mit unregelmäßigem Schulbesuch und Schulabstinenz beschrieben. Es werden zudem für den beruflichen Alltag der Einsatz verschiedener Medien und Methoden zum Thema „Antiziganismus“ erprobt.

Der Referent Kasm Cesmedi ist in Deutschland aufgewachsen; seine Familie stammt aus Serbien. Er ist Lehramtsanwärter mit den Fächern Sozialwissen- schaften und Geschichte für die Sekundarstufe. Als Rom engagiert er sich ehrenamtlich für die Rechte und Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in verschiedenen Gremien und Roma-Selbstorganisationen.

Ziele:
  • Kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit antiziganistischen Denkmustern
  • Förderung pädagogischerAufmerksamkeit gegenüber der Tradition und Kultur der Familien mit Sinti — oder Roma-Hintergrund insbesondere  auch im Zusammenhang mit unregelmäßigem Schulbesuch und Schulabstinenz
  • Erprobung von Medien- und Methodeneinsatzzum Thema „Antiziganismus“ für den beruflichen Alltag

Die Veranstaltungsreihe besteht aus 3 inhaltlich getrennten Modulen. Die Module bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln gebucht werden.

Heterotopie X 3. Installationen der Erinnerung

27.01.2019 bis 06.03.2019, Dokumentations-und Kultur Zentrum Deutscher Sinti und Roma, Im Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Für die Olympischen Spiele1936 sollte Berlin „zigeunerfrei“ gemacht werden. In ganz Berlin wurden Sinti und Roma aufgegriffen und in ein Internierungslager im Berliner Vorort Marzahn gebracht. Die schmerzhaften Erinnerungen an diese Zeit verstärken heute den Kampf der Sinti- und Roma-Selbstorganisationen um Gerechtigkeit und vermischen sich mit den gegenwärtigen Lebenserfahrungen der Roma aus Osteuropa. Die Ausstellung zeigt diese verbobenen Geschichten und Erinnerungen, die Berlin bewohnen und umkreisen.

Kurator: Álvaro Garreaud.

Künstlerische Umsetzung: Teobaldo Lagos Preller, Pamela Cuadros, Emanuel Barica, Slaviša Marković, Constanza Mendoza.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Amaro Foro e.V. und der Galerie Kai Dikhas mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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PROGRAMM ZUM INTERNATIONALEN HOLOCAUST-GEDENKTAG

27. Januar 2019, 16:30–18:00 Uhr, Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Die Historikerin Dr. Karola Fings gibt eine kurze Einführung in ihr Forschungsprojekt »Voices of the Victims«.

Lesung mit Edward Dębicki

Der polnische Rom Edward Dębicki, geboren 1935,überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Er liest aus seinem Buch Totenvogel (2018), in dem er seine Kindheit und Jugend sowie das Leid unter der deutschen Besatzung beschreibt.
In Kooperation mit der Friedenauer Presse

Filmvorführung und Gespräch

Der Kurzfilm Pamyataty / Remember (2016) des ukrai- nischen Regisseurs Petro Rusanienko handelt vom Schicksal einer während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis verfolgten Romni in der Ukraine und einer muti- gen Bäuerin, die versucht, sie zu schützen. Anschließendan die Filmvorführung findet ein Gespräch zwischendem Regisseur und Katalin Bársony, der Direktorin der Romedia Foundation und Kuratorin des Archivbereichs Film statt.

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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas

27. Januar 2019, 15 bis 16 Uhr, Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor

Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus laden der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das RomArchive, das DokuZ Sinti und Roma Berlin und die StiftungDenkmal für die ermordeten Juden Europas herzlich ein, gemeinsam an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma zu erinnern.

Die Gedenkstunde findet in Kooperation mit RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma am 27. Januar 2019 von 15.00 bis 16.00 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (Simsonweg, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor) statt. Es besteht die Möglichkeit, Blumen niederzulegen.

Es sprechen:

Michael Roth, Staatsminister für Europa
Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa
Matthäus Weiß, stellv. Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Uwe Neumärker, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Zoni Weisz, Überlebender des Holocaust

Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma

Gespräch mit Dr. Thomas Acton, Dr. Angéla Kóczé, Dr. Anna Mirga-Kruszelnicka, Dr. Jan Selling und Gästen am 25. Januar 2019, 15.00 Uhr, Akademie der Künste Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Die Wissenschaftler_innen und Kurator_innen des Archivbereichs Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma sind Expert_innen ihres Fachs. Im Rahmen des Festivals sprechen sie mit Ikonen der Bürgerrechts- bewegung, die persönliche Geschichten erzählen und über ihren Einsatz für die Minderheit, ihre Vermittlungs- arbeit und ihre Visionen für die Zukunft sprechen.

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Eröffnungsfestival „Performing RomArchive“

24.01.2019 – 27.01.2019, 20:00 – 22:00 Uhr, Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, wird ab Januar 2019 Künste und Kulturen der Sinti und Roma sichtbar machen und ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte veranschaulichen. Erstmals wird so durch selbst erzählte Gegengeschichten eine im Internet international zugängliche, verlässliche Wissensquelle entstehen, die Stereotypen und Vorurteilen mit Fakten begegnet.

Anlässlich der Veröffentlichung der Archiv-Webseite wird das interdisziplinäre Festival „Performing RomArchive“ ganz analog den Reichtum und die Vielseitigkeit der Kultur- und Kunstproduktion von Sinti und Roma zeigen. Das Programm in Berlin, Belgrad, Bukarest und Budapest möchte überraschen, begeistern und zu Diskussionen anregen.

Das detaillierte Festivalprogramm wird im November veröffentlicht.

https://blog.romarchive.eu/

RomArchive wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. https://www.facebook.com/kulturstiftung/

Kooperationspartner für die technische Umsetzung: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen https://www.facebook.com/MuseumfuerFilmundFernsehen/

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Antiziganismuskritische Pädagogik – Beispiele aus der schulischen Praxis

Am Montag, 21. Januar 2019 um 18 Uhr im Hörsaalzentrum 6, Norbert-Wollheim-Platz 1, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main hält Mirko Meyerding (Schulleiter Gesamtschule Ebsdorfergrund im Kreis Marburg-Biedenkopf), diesen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Erziehungswissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus in der postnationalsozialistischen Gesellschaft“ .

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„Der vergessene Holocaust. Mein Leben als Sinto, Unternehmer und Überlebender“

Der niederländische Sinto und Holocaust-Überlebende Zoni Weisz liest am 16. Januar 2019 um 18.15 Uhr in der Alten Aula der Universität Heidelberg (Grabengasse 1, 69117 Heidelberg) aus seiner Autobiografie „Der vergessene Holocaust“. Die anschließende Gesprächsrunde widmet sich aktuellen Formen von Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus  und  der drohenden Erosion demokratischer Werte in Deutschland und Europa. Es diskutieren Zoni Weisz, Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Frank Reuter (Forschungsstelle Antiziganismus) und Michael Blume (Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg).

Geboren 1937 in Den Haag überlebte Zoni Weisz als Einziger aus seiner Familie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Während seine Eltern und seine drei Geschwister im Mai 1944 in das „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, gelang Zoni Weisz mithilfe eines niederländischen Polizeibeamten in letzter Minute die Flucht. Versteckt in Wäldern, bei Bauern und schließlich bei seinen Großeltern überstand er das Kriegsende.

Nach 1945 wurde Zoni Weisz ein erfolgreicher Florist und Repräsentant der niederländischen Blumenindustrie. Erst in den 1990er Jahren begann er, öffentlich über seine Geschichte zu sprechen. Die niederländische Königin Beatrix ernannte ihn aufgrund seiner Verdienste zum Offizier des Ordens von Oranien-Nassau.

Der heute 81-Jährige Zoni Weisz hielt am 27. Januar 2011, dem Holocaust-Gedenktag, als erster Repräsentant der Sinti und Roma eine Ansprache im Deutschen Bundestag. Diese Rede war für die Minderheit der Sinti und Roma ein Moment von geschichtlicher Bedeutung. Auch bei der Einweihung des nationalen Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin am 24. Oktober 2012 sprach Zoni Weisz als Überlebender im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Er war ebenso der erste Vertreter der Sinti und Roma, der am 27. Januar 2016 zur Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen in New York als Redner geladen wurde.

Der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Eitel, wird das Grußwort sprechen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg statt. Der Eintritt ist frei.

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Was ist Antiziganismus?

13. Januar 2019, 11:00 – 16:00 Uhr, Uni Hamburg, Von-Melle-Park 6, 20146 Hamburg

Antiziganismus ist bis heute ein wissenschaftlich wie gesellschaftlich unterbelichtetes Phänomen. Gleichzeitig muss er nach wie vor als wirkmächtiges Gewaltverhältnis verstanden werden, auch in Deutschland: Regelmäßig kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf Rom*nja, Sinti*ze oder Menschen, die dafür gehalten werden, institutionelle Diskriminierung ist für Betroffene Alltag, in der Öffentlichkeit werden rassistische Diskurse zu ‚Armutszuwanderung‘ oder ‚Asyltourismus‘ ausgetragen.

Im Workshop werden wir zunächst Grundlagen zur Geschichte, zum Verständnis und zur Analyse des Antiziganismus erarbeiten. In einem zweiten Teil werden wir dann durch kleine Übungen vertieft auf einzelne Aspekte eingehen und uns dabei auch damit beschäftigen, welche Bilder und Denkmuster wir selbst im Kopf haben.

Dr. Markus End ist promovierter Sozialwissenschaftler und als selbstständiger wissenschaftlicher Autor und Referent tätig. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Theorien des Antiziganismus, antiziganismuskritische Bildungsarbeit und Antiziganismus in den Medien, bei Polizei- und Sicherheitsbehörden und in der Sozialen Arbeit.

Die Teilnahme ist nur nach bestätigter Anmeldung – per Mail an cornelia.springer@uni-hamburg.de – möglich!

In Kooperation mit dem Projekt „Slammen gegen Rechts – Slammen gegen Rassismus“  an der Universität Hamburg. Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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Chad Wyatt: Künstlergespräch zu seinem Projekt „RomaRising“

Am Sonntag, den 13. Januar, um 16 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Chad Wyatt im Heidelberger Forum für Kunst zu seinem Projekt „RomaRising“ statt. Heiliggeiststr. 21, 69117 Heidelberg

Chad Evans Wyatt ist kommerzieller Fotograf aus Washington DC. Für einen Fotoauftrag reiste er 2001 nach Tschechien und war schockiert über die Art und Weise, wie Roma dort in den Medien dargestellt werden. Wyatt, aufgewachsen in den USA zur Zeit der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung als Sohn eines schwarzen Vaters, wollte diesen rassistischen, stereotypen Bildern etwas entgegenstellen und startete das Fotoprojekt „RomaRising“. Mit seinen Fotografien von über 400 Persönlichkeiten zeichnet er das Portrait einer neuen Schicht selbstbewusster Sinti und Roma, die sich allen negativen Lebensbedingungen zum Trotz in der Gesellschaft ihrer jeweiligen Heimatländer behaupten.

Die Ausstellung zeigt 22 ausgewählte Porträtfotografien von Sinti und Roma aus Chad Wyatts „RomaRising“-Archiv.

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Chad Wyatts „RomaRising“ — Vernissage

Vernissage am Samstag, 12.01.2019 20:00 Uhr. Die Ausstellung findet im Heidelberger Forum für Kunst, Heiliggeiststr. 21, 69117 Heidelberg statt. Die Ausstellung wird dort bis zum 10. Februar zu sehen sein (Dienstag bis Sonntag zwischen 14.00 und 18.00 Uhr).

Chad Evans Wyatt ist kommerzieller Fotograf aus Washington DC. Für einen Fotoauftrag reiste er 2001 nach Tschechien und war schockiert über die Art und Weise, wie Roma dort in den Medien dargestellt werden. Wyatt, aufgewachsen in den USA zur Zeit der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung als Sohn eines schwarzen Vaters, wollte diesen rassistischen, stereotypen Bildern etwas entgegenstellen und startete das Fotoprojekt „RomaRising“. Mit seinen Fotografien von über 400 Persönlichkeiten zeichnet er das Portrait einer neuen Schicht selbstbewusster Sinti und Roma, die sich allen negativen Lebensbedingungen zum Trotz in der Gesellschaft ihrer jeweiligen Heimatländer behaupten.

Die Ausstellung zeigt 22 ausgewählte Porträtfotografien von Sinti und Roma aus Chad Wyatts „RomaRising“-Archiv. Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung wird der Künstler selbst zugegen sein und die Gäste begrüßen. Außerdem sprechen wird Stefan Hohenadl vom Kulturamt Heidelberg.

In Kooperation mit dem Kulturamt Heidelberg.

Der Eintritt  ist frei.

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„Django – Ein Leben für die Musik“ — eine kritischen Auseinandersetzung mit dem Film

Freitag, 11.01.2019 18:00 Uhr im Theatersaal des Augustinums Heidelberg, Jaspersstraße 2, 69126 Heidelberg

Frankreich, 1943. Der Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel seines Erfolges. Abend für Abend spielt er in ausverkauften Sälen und begeistert das Publikum mit seinem Gypsy-Swing, einer Musik voller Lebenslust und Witz, der sich auch die deutschen Besatzer nicht entziehenkönnen. Während andere Sinti und Roma in ganz Europa verfolgt werden, kann sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit wiegen – bis ihn die Nationalsozialisten auf Tournee nach Deutschland schicken wollen.

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma zeigt in Kooperation mit dem Augustinum Heidelberg Etienne Comars Biopic über den legendären Jazzgitarristen aus dem Jahr 2017 und lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Film ein.

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

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Sinti und Roma – Bildungsteilhabe

Mi, 09.01.19, 14 – 16.30 Uhr, Peterstraße 118, 47803 Krefeld
Veranstalter: Kompetenzteam Stadt Krefeld

Die Fortbildungsreihe „Bildungsteilhabe für Sinti und Roma“ setzt sich zum Ziel, eine kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit antiziganistischen Denkmustern zu fördern. Des Weiteren werden Traditionen und die Kultur der Familien der Ethnie Sinti und Roma insbesondere im Zusammenhang mit unregelmäßigem Schulbesuch und Schulabstinenz beschrieben. Es werden zudem für den beruflichen Alltag der Einsatz verschiedener Medien und Methoden zum Thema „Antiziganismus“ erprobt.

Der Referent Kasm Cesmedi ist in Deutschland aufgewachsen; seine Familie stammt aus Serbien. Er ist Lehramtsanwärter mit den Fächern Sozialwissen- schaften und Geschichte für die Sekundarstufe. Als Rom engagiert er sich ehrenamtlich für die Rechte und Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in verschiedenen Gremien und Roma-Selbstorganisationen.

Ziele:

  • Kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit antiziganistischen Denkmustern
  • Förderung pädagogischerAufmerksamkeit gegenüber der Tradition und Kultur der Familien mit Sinti — oder Roma-Hintergrund insbesondere  auch im Zusammenhang mit unregelmäßigem Schulbesuch und Schulabstinenz
  • Erprobung von Medien- und Methodeneinsatzzum Thema „Antiziganismus“ für den beruflichen Alltag

Die Veranstaltungsreihe besteht aus 3 inhaltlich getrennten Modulen. Die Module bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln gebucht werden.

Modul 2
Schul- und Bildungssituation
Lebensbedingungen in den Herkunftsländern
und in Deutschland
Vorstellung bewährter Beispiele aus der Praxis
Mi, 30.01.19, 14 -16.30 Uhr, Peterstraße 118, Behnisch Haus Eingang C, 1. Etage, Medienzentrum

Modul 3
Antiziganismus — diskursiv, institutionell und medial. Kritische Methoden und Übungen zur Sensibilisierung.
Handlungsempfehlungen und Lösungsvorschläge
Mi, 20.02.19, 14 -16.30 Uhr, Peterstraße 118, Behnisch Haus Eingang C, 1. Etage, Medienzentrum

 

 

 

Lesung in Düsseldorf – Annette Leo liest aus „Das Kind auf der Liste“

Am 16.12.2018, 15:30 Uhr in der Mahn-und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstr. 29, 40213 Düsseldorf

Willy Blum war sechzehn Jahre alt, als er in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, nur weil er als Sinto geboren worden war. Über Willy Blum und seine Familie wusste man bisher nichts. Sein Name stand auf einer Transportliste nach Auschwitz. Getippt worden war die Liste in der Häftlingsschreibstube des KZ Buchenwald: zwei Seiten mit den Namen von 200 Kindern und Jugendlichen. Der letzte Name, „Zweig, St.“ ist durchgestrichen. An seine Stelle wurde „Blum,Willy“ hinzugeschrieben.Der dreijährige Stefan Jerzy Zweig verblieb im KZ Buchenwald und überlebte.Seine Geschichte bildete später die Vorlage für den Erfolgsroman von Bruno Apitz „Nackt unter Wölfen“. Zwar löste die Liste mit den ausgetauschten Namen kontroverse Debatten aus, doch über Willy Blum und seine Familie wusste man bislang nichts.

Willy Blum wurde 1928 als das siebte Kind von Aloys und Toni Blum in Rübeland im Harz geboren. Erwuchs auf in einer Sinti-Familie, die mit einer Marionettenbühne durch das Land zog und in Gasthöfen und Gemeindesälen der Dörfer und Kleinstädte ihre Vorstellungen präsentierte. Das Buch erzählt von dieser mittlerweileversunkenen Welt der Wandermarionettentheater,sie handelt von Diskriminierung und Ausgrenzung, mit denen die Angehörigen der Minderheit seit Jahrhunderten gewohnt waren umzugehen.Bis schließlich der mörderische Rassismus der Nationalsozialisten ihre Existenz aufs äußerste bedrohte. Annette Leo erzählt die Geschichte der Familie Blum und zugleich auch die Geschichte des Verschweigens einer Opfergruppe in der Nachkriegszeit: die der Sinti und Roma.

Dr. Annette Leo, Historikerin und Publizistin, lebt in Berlin. Veröffentlichungen u.a.: „Vielstimmiges Schweigen. Neue Studien zum DDR-Antifaschismus“(Hg. mit Peter Reif-Spirek, 2001), „Leben als Balance-Akt. Wolfgang Steinitz —Wissenschaftler, Jude, Kommunist (2005), „Erwin Strittmatter. Die Biographie“ (2012).

Eine Veranstaltung im Rahmen der Gedenkveranstaltung für die aus Düsseldorf deportierten Sinti 1943

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Sinti und Roma in Berlin – während und nach dem Völkermord

15.12.2018, 17:00 – 20:00 Uhr, HAU Hebbel am Ufer (HAU 1), Stresemannstraße 29, 10963 Berlin

Am 16. Dezember 1942 erfolgte der sogenannte Himmler Auschwitz-Erlass mit dem die Nationalsozialist*innen die Deportation von Sinti und Roma in die Konzentrationslager anordneten. Anlässlich des 76. Jahrestages wird im HAU an die Verfolgung sowie Ermordung erinnert und aktuelle Kämpfe für eine verbesserte rechtliche und soziale Situation der Überlebenden und ihrer Familien in den Fokus gerückt. Neben einem Zeitzeugengespräch werden Berliner Schüler*innen der Anna- Freud-Schule, Ernst -Haeckel-Schule und der Fritz-Karsen-Schule- in Kooperation mit dem Houseclub des HAU- ihre Recherchen zu Erna Lauenburger, Ewald Hanstein und Johann „Ruckeli“Trollmann präsentieren. Das „Violinduo a Cuore“ wird unter der Leitung von Jean Berlescu die Veranstaltung für eine würdige, musikalische Umrahmung sorgen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für Politische Bildung.

Eintritt ist frei.

Für eine bessere Planung bittet das Hebbel am Ufer um Online-Anmeldung:

https://www.berlin.de/politische-bildung/veranstaltungen/veranstaltungen-der-berliner-landeszentrale/online-anmelden/formular.680951.php

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Einladung zur Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen

Am Donnerstag, den 13. Dezember 2018, um 11.00 Uhr erinnert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in der Gedenkstätte Sachsenhausen am zentralen Gedenkort Station Z (Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg/OT Sachsenhausen) mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma. Der Zentralrat nimmt mit einer Delegation von 40 Personen teil, darunter Holocaustüberlebende und Vorstände seiner Landes- und Mitgliedsverbände.

Vor 76 Jahren, am 16. Dezember 1942, unterzeichnete Himmler den sogenannten „Auschwitz-Erlass“, der die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anordnete – unter ihnen 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Insgesamt wurden im besetzten Europa mehrere Hunderttausend Sinti und Roma in Konzentrationslagern oder durch Einsatzgruppen der SS ermordet. Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren mehr als 1.000 Sinti und Roma inhaftiert.

10:30 Uhr: Treffpunkt am Neuen Museum, gemeinsamer Gang zur Station Z

Begrüßung durch Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Dr. Ulrike Gutheil,
Staatssekretärin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Ansprache von Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma

Kranzniederlegung

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

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Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit

Vortrag und Diskussion mit Dr. Markus End im NS-Dokumentationszentrum am 11.12.2018 um 19.30 Uhr, Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Kartäuserwall 24 b, 50678 Köln

In den letzten Jahren wurde in den deutschen Medien eine gesellschaftliche Debatte über die Folgen einer sogenannten „Armutszuwanderung“ ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende „Anwohner“ berichten über „Müll“, „Lärm“ und „Kriminalität“, der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnen vor der „Gefährdung des sozialen Friedens“.

Im Vortrag soll diese Debatte und insbesondere die mediale Berichterstattung genauer untersucht und kritisiert werden. Anhand verschiedener Beispiele wird die Konstruktion des Narrativs „Armutszuwanderung“ nachvollzogen und kritisiert, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren der Debatte einzugehen.“

Kooperation von Informations- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs), Rom e. V., NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln und Melanchthon-Akademie

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„Antiziganismus im Netz – Erkennen, Monitoren, Melden“

Seminar für Empowerment und Gegenstrategien, Freitag, 07. Dezember 2018,  16 Uhr bis Sonntag, 09. Dezember 2018, 14 Uhr im DokuZ Sinti und Roma Berlin, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG (Zugang über Oranienstraße), 10969 Berlin

Im Rahmen dieses Wochenend-Seminars wollen wir uns gemeinsam mit Sinti und Roma Netz-Aktivist*innen und zivilgesellschaftlichen Institutionen und Akteuren den Strukturen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit antiziganistischem Hass im Netz widmen. Wir wollen einen sicheren Raum schaffen, in dem Aktivist*innen über ihre eigenen Erfahrungen sprechen können und wir Strategien für den Selbstschutz und das eigene psychische Wohlbefinden entwickeln. Zudem möchten wir Sinti und Roma Netz-Aktivist*innen mit den institutionellen Akteuren in dem Bereich besser vernetzen und den Austausch fördern. Besonderes Augenmerk soll darauf liegen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, welche Ausdrucksformen und Sinnstrukturen Antiziganismus im Netz hat und wie Monitoring- und Meldestrukturen weiterentwickelt und ausgebaut werden können.

Aber eine Auseinandersetzung mit Antiziganismus im Netz bedarf nicht nur einer regelmäßigen und tiefgehenden Analyse und Berichterstattung, sondern auch einer breiten gesellschaftlichen Sensibilisierung. Zusammen wollen wir über Handlungs- und Gegenstrategien sowie Ansätze für die pädagogische Arbeit und politische Bildung nachdenken.

Zielgruppe der Veranstaltung

  • Online Aktivist*innen, die sich mit Antiziganismus im Netz auseinandersetzen
  • Medienbeauftragte von Sinti und Roma Selbstorganisationen
  • Mitgliedsorganisationen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich mit Hass in Netz auseinandersetzen

Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 21. November 2018. Eine Seminargebühr wird nicht erhoben, Übernachtung und Reisekosten können bei Bedarf erstattet werden.

Ein Online-Anmeldeformular finden Sie auf: https://www.surveymonkey.de/r/Antiziganismus-im-Netz

Fragen bitte an zentralrat@sintiundroma.de

AKE DIKHEA? Festival of Romani Film I vol. 2

Das Festival wird am 6. Dezember um 18.30 Uhr mit zwei Filmen im „Moviemento“, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin eröffnet, die sich aus verschiedenen Perspektiven dem auf dem ersten Blick klischeehaften Narrativ eines Roma-Boxers nähern: Der Kurzfilm WRESTLING WITH MY ROOTS vom britischen Regisseur Charles Newland, der bei AKE DIKHEA? seine Weltpremiere feiert, porträtiert den Kampf eines Boxers um die eigene Identität. Die Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms GHETTO BALBOA vom ungarischen Regisseur Árpád Bogdán stellt die Frage, ob der Boxsport auch ein Vehikel für den Aufstieg und das Entkommen aus einem prekären Leben sein kann. Beide Regisseure, die sich aktiv zu ihren Roma-Wurzeln bekennen, werden ihre Filme persönlich vorstellen.

Dieses Jahr bietet das Festival-Programm 25 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme an, zwei Schulscreenings, ein Workshop zu machtkritischen Bildern, eine Podiumsdiskussion über Roma-Frauen im Film und natürlich eine Party. Mit seinem Motto FÜR IMMER #EUROMA stellt das Festival ein Plädoyer für ein offenes Europa dar, in dem Roma seit Jahrhunderten zu Hause sind – und in dem sie nach Jahrhunderten der Unterdrückung endlich einen gleichwertigen, selbstbestimmten Platz in der Gesellschaft beanspruchen.
Eröffnungsabend mit Welt- und Deutschlandpremieren

Starke Romnja und Sintizze

Der Sonntag, 9. Dezember, wird dem Fokus auf Romnja und Sintizze im Film gewidmet: egal ob als Regiseurinnen oder Protagonistinnen. Alle Sonntag-Filme zeigen daher starke weibliche Protagonistinnen – egal ob weltberühmte Flamenco-Tänzerin LA CHANA im gleichnamigen Dokumentarfilm von Lucija Stojevic, ein armes Mädchen namens VALENTINA (von Maximilian Feldmann), das in einer baufälligen Einzimmer-Hütte im Roma-Viertel Shutka, in Skopje, Mazedonien, lebt, oder eine der wichtigten Menschenrechtsaktivist*innen im Europa des 20. Jahrhunderts wie TAIKON (von Gellert Tamas & Lawen Mohtadi).

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Haltung des prinzipiellen Verdachts: Antiziganismus und Polizei

Donnerstag – 06.12.2018, 20:00 Uhr, Vortrag: 21 Uhr, Kafe Marat, Thalkirchnerstraße 102, München

Beim Antifa-Café im Dezember stellt Dr. Markus End die Ergebnisse einer Kurzexpertise vor, die er im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma erstellt hat:

„Salvini will Roma zählen lassen“: Deutsche Medien haben die Pläne des italienischen Innenministers zurecht scharf kritisiert. Doch wie sieht es eigentlich in Deutschland aus?

Von der Einrichtung des sogenannten ‚Zigeunernachrichtendienstes‘ 1899 in München lassen sich personelle, institutionelle und materielle Verbindungslinien bis in die Bundesrepbublik ziehen. Im Nationalsozialismus waren Münchner Polizisten maßgeblich an der Organisation des Völkermordes beteiligt.
Der Schwerpunkt des Vortrags wird nach einer kurzen historischen und theoretischen Einbettung darauf liegen, die heutige Situation darzustellen. Dazu werden vielfältige Beispiele gegenwärtiger antiziganistischer polizeilicher Ermittlungsansätze vorgestellt, analytisch eingeordnet und kritisiert.

http://kafemarat.blogsport.de

Antiziganismus – die rassistische Diskriminierung von Sinti und Roma

Vortrag und Diskussion mit Ronny Blaschke am Mittwoch, 5. Dezember 2018 – 19.00 Uhr im Kulturladen Lalok Libre, Dresdner Str. 87, 45881 Gelsenkirchen-Schalke; Eintritt frei / Spende erwünscht

In einem Vortrag wird der Berliner Journalist und Buchautor Ronny Blaschke eine kleine Einführung in die Mechanismen, die Wirkweise und Geschichte des Antiziganismus, dem Rassismus gegen Sinti und Roma, geben. Unter anderem wird er auf einige Beispiele dieser Diskriminierungsform im Sport und Fußball eingehen.

Eine Veranstaltung der Schalker Fan-Initiative in Kooperation mit dem Kulturladen Lalok Libre und der Amadeu Antonio Stiftung.

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Papusza – Filmvorführung und Gespräch

Am 29.11.2018 um 17:00 Uhr findet in „Box 66“, Sonntagstraße 9, 10245 Berlin diese Filmvorführung und ein Gespräch darüber statt.

PAPUSZA schildert das Leben der Roma-Dichterin Bronisława Wajs (1910-1987), von ihrer Mutter liebevoll „Papusza“ genannt. Sie wurde 1910 in Ostpolen geboren. Als junges Mädchen lernt sie heimlich bei einer jüdischen Buchhändlerin lesen und schreiben und entdeckt die Welt der Poesie. Als sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Schriftsteller Jerzy Ficowski trifft, ermutigt sie dieser, ihre Gedichte aufzuschreiben. Ihre Werke erzählen von ihren Wünschen und Träumen, von der Liebe zur Natur und dem Horror des Holocausts. Jahre später werden ihre Gedichte ins Polnische übersetzt und veröffentlicht.

Zum Film:

Drehbuch und Regie: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze

Kamera: Krzysztof Ptak, Wojciech Staroń

Musik: Jan Kanty Pawluśkiewicz

Darsteller: Jowita Budnik, Zbigniew Waleryś, Antoni Pawlicki, Paloma Mirga, Andrzej Walden, Artur Steranko

Polen 2013, 131 Min. Originalfassung (Romanes/Polnisch) mit deutschen Untertiteln

Einführung und Gespräch mit Radmila Mladenova

Zur Referentin:

Radmila Mladenova ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Seit 2015 ist sie Doktorandin am Slavischen Institut in Heidelberg mit dem Projekt: „The ‘white’ mask and the ‘gypsy’ mask in film“. 2014 schrieb sie ihre Masterarbeit: „On gypsy representations in literature and film“ an der Universität Mannheim. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihren Debut Roman „Unser weißes Schlafzimmer“, ICU. Bevor sie nach Deutschland kam, arbeitete sie für eine Reihe Nichtregierungsorganisationen, die sich für Basisdemokratie und Menschenrechte einsetzen. Außerdem kurierte sie die Freiluft-Ausstellung „360° Bulgarien – 120 Luftaufnahmen von Alexander Ivanov“.

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Sinti und Roma im Unterricht

Fachtag in München am 29.11.2018, 14:00 – 19:00 Uhr, Kulturzentrum 2411, Blodigstr. 4, 80933 München

Als Abschluss der laufenden Projektphase von „BiG – Bildungsaufbruch gestalten durch Wissensvermittlung zu Antiziganismus und Geschichte der Sinti und Roma im Unterricht“ findet am 29. November 2018 in München ein Fachtag zum Thema „Sinti und Roma im Unterricht“ statt.

Die seit Anfang 2017 erarbeiteten Unterrichtsmaterialien zum Thema Sinti und Roma werden vorgestellt und diskutiert. Der Fachtag richtet sich insbesondere an Schulleitungen, Lehrkräfte und Pädagogen, sowie an alle Personen, die sich für Schule, Bildung und den Themenbereich Sinti & Roma interessieren.

Das Projekt wird von der Stiftung EVZ gefördert und von den Trägern Drom Sinti und Roma (Diakonie Hasenbergl e.V.) sowie Madhouse GmbH in Kooperation durchgeführt.

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Antiziganismusprävention Handlungsmöglichkeiten der außerschulischen politischen Bildung

Workshop in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung am 27. November 18, 16.00 – 20.00 Uhr in der Landeszentrale für politische Bildung Außenstelle Heidelberg, Plöck 22, 69117 Heidelberg

Die Diskriminierung von als sogenannte „Zigeuner“ stigmatisierten Menschen ist nur Wenigen be- kannt oder im Alltag präsent. In der Regel trifft sie Sinti*ze und Rom*nja, die auf eine lange Verfol- gungsgeschichte zurückblicken und insbesondere im Nationalsozialismus in großer Zahl einem Völ- kermord zum Opfer fielen. Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich seit den 1990er Jahren verstärkt mit der als Antiziganismus bezeichneten Ausgrenzung und Verfolgung dieser Menschen und leistet Aufklärungsarbeit. Denn das Schaffen eines Bewusstseins für Antiziganismus und für entspre- chenden Aussagen, Argumentationsweisen und Darstellungen, ist notwendig, um dieser Form der Diskriminierung etwas entgegenzusetzen.

Im Workshop Antiziganismusprävention ist zunächst eine intensive Auseinandersetzung mit dem Be- griff Diskriminierung in Bezug auf Antiziganismus geplant: Was ist Diskriminierung überhaupt? Wer sagt, dass ein Verhalten diskriminierend ist und wie äußert sich dies für Betroffenen. Außerdem wer- den die eigene Rolle im Umgang mit Diskriminierung sowie persönliche Handlungsmöglichkeiten thematisiert. Im weiteren Verlauf wird die Perspektive der Minderheit selbst in den Fokus genommen. Meist wird lediglich über Sinti*ze und Rom*nja gesprochen und nur selten mit Ihnen. Sie werden mit dem Stigma einer bildungsfernen bzw. bildungsablehnenden Gruppe belegt und dabei mehrheitlich als zu pädagogisierende Fälle angesehen und nicht als eigenständig handelnde Subjekte. Solche im Den- ken und Handeln oftmals fest verankerten Bilder werden hinterfragt und ein kritischer Umgang mit ihnen geschult.

Teilnahme: Um eine Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen gebeten.

Sinti und Roma als Häftlinge im KZ Sachsenhausen: Rundgang durch die Gedenkstätte

24.11.2018, 12:00 – 15:00 Uhr, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen,Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Die Führung beginnt um 12 Uhr und wird drei bis vier Stunden dauern. Treffpunkt ist entweder um 11.45 Uhr im Informationszentrum der Gedenkstätte oder um 10.30 Uhr am Gleis 4 am S-Bahnhof Gesundbrunnen, um gemeinsam zur Gedenkstätte zu fahren.

Das DokuZ Sinti und Roma Berlin lädt zusammen mit Amaro Drom e.V. und Amaro Foro e.V. zu einem Rundgang über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen ein, bei dem es speziell um die Sinti und Roma gehen wird, die dort in der Zeit des Nationalsozialismus inhaftiert waren.

Im KZ Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 etwa 1000 Sinti und Roma inhaftiert. Ausgehend von einzelnen Biografien wollen wir uns mit ihrer Geschichte, ihrer Situation im Lager und auch mit der Frage nach der Erinnerung an diese Häftlingsgruppe beschäftigen.
Der Genozid an den Sinti und Roma ist lange ein blinder Fleck in der bundesdeutschen Geschichtsforschung geblieben. Das hängt auch mit der auch nach dem Krieg anhaltenden Marginalisierung dieser Minderheit zusammen und mit der Weigerung, Antiziganismus anzuerkennen. 1956 urteilte der BGH, Sinti und Roma hätten keinen Anspruch auf Entschädigung, da sie nicht rassistisch verfolgt worden seien. Erst 2016 entschuldigte sich der BGH für dieses Urteil. Auch die offizielle Anerkennung des Genozid, dem schätzungsweise eine halbe Million Menschen zum Opfer fielen, fand erst 37 Jahre nach Kriegsende – im März 1982 – durch den damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt statt.

Um Anmeldung unter berlin@sintiundroma.de wird bis zum 22.November gebeten.

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Mari Parmissi Unsere Geschichte — Ausstellung über die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma

Im Rahmen des NSU-Tribunals: Wir müssen reden — hadi ist ab dem 23. November im RomnoKher, B7 Nr. 16, 68159 Mannheim die Ausstellung zu sehen:

Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma – Mari Parmissi Unsere Geschichte

Die Ausstellung umfasst thematisch die Geschichte der Abstammung der Sinti und Roma seit der ersten schriftlichen Erwähnung 475 v.u.Z. Sie zeigt den gesellschaftlichen Antiziganismus in den Bereichen Religion, Politik, und Wissenschaft. Die daraus von der Minderheit entwickelten Überlebensstrategien prägen ihre Identität zum Teil bis in die Gegenwart. Sie umfassen die Bereiche Sicherheit, Wohnen, Beruf, Musik, Erzählkunst und Sprache. Die Ausstellung markiert den Punkt vom politischen hin zum biologischen Antiziganismus und Völkermord. Der zweite Teil der Ausstellung handelt von der Nachkriegsgeschichte der Sinti und Roma. Es werden die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung vom 8. April 1971 in London bis in die aktuelle Gegenwart, den ersten Staatsvertrag in Baden-Württemberg 2013, aufgezeigt. Die Ausstellung reicht bis in das Jahr 2016 als die Eröffnung der ersten ‚Forschungsstelle Antiziganismus‘ an der Universität Heidelberg kurz bevor stand.

Nähere Infos zu: Wir müssen reden hadi!

Antiziganismus und Kapitalismus

Vortrag von Roswitha Scholz am 22.11.2018 – 18:00 Uhr, Stiftung Demokratie Saarland, Europaallee 18, 66113 Saarbrücken

Das Phänomen des Antiziganismus ist in europäischen Gesellschaften und in alltäglichen Ressentiments bis hin zu konkreten Angriffen weit verbreitet. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen auch nach dem Nationalsozialismus als „Zigeuner“ diskriminiert und verfolgt. Der Rechtsruck der letzten Jahre hat diese Situation noch verschlimmert.
Anliegen des Vortrag ist es – über die moralische Empörung hinaus – den Antiziganismus analytisch zu begreifen und seine Ursachen aufzuspüren, seine Funktion im Kapitalismus, in dessen Zentrum die Arbeit steht, darzulegen und das historische und aktuelle Bewusstsein hinsichtlich des Antiziganismus zu schärfen.Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e.V.

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# FAKTISCH ABGESCHAFFT — Antiziganismus in der Debatte zu „sicheren Herkunftsstaaten“

MITTWOCH, 21.11.2018 / 20.00 UHR / DESI / Brückenstraße 23 / 90419 Nürnberg

Die Debatte zu Flucht und Asyl ist in vollem Gange und in vielerlei Hinsicht geprägt von Rassismen und Ressentiments. Im Vortrag soll die Debatte um die Sicherheit der sogenannten ‘Westbalkanstaaten’ untersucht werden, die in ihrer neueren Variante seit 2010 immer wieder unterstellt, ‘Roma’ aus diesen Staaten begingen ‘Asylmissbrauch’. Die Analyse kann zeigen, welche Strategien und Argumente darüber hinaus eingesetzt werden, um Rassismus zu negieren und konkrete historische Verantwortung abzuweisen.

Dr. Markus End ist Politikwissenschaftler mit Fokus auf die Antiziganismusforschung. Zusammen mit Kolleg_innen hat er in Berlin ein Forum zu Antiziganismuskritik ins Leben gerufen und zwei Sammelbände zu Antiziganistischen Zuständen herausgegeben.

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Antiziganismuskritik in der Gegenwart

19. NOVEMBER, 18:15 – 19:45, Goethe Uni Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt
Vortrag von Dr. Markus End (Gesellschaft für Antiziganismusforschung) zum Thema:

«Antiziganismuskriitk in der Gegenwart»

im Rahmen der Ringvorlesung «Erziehungswissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitsmus und Antiziganismus in der postnationalsozialistischen Gesellschaft» der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt.

Campus Westend — Raum HZ6 — Beginn 18.15 Uhr

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Visuelle Dimensionen des Antiziganismus

Fachtagung der Forschungsstelle Antiziganismus im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg, Historisches Seminar – Forschungsstelle Antiziganismus, Hauptstraße 216, 69117 Heidelberg

Visuelle Medien spielen seit der Frühen Neuzeit eine Schlüsselrolle für die Genese des Antiziganismus. Erstmals widmet sich nun eine Tagung den zentralen Motiven und Semantiken des bildlich vermittelten „Zigeuner“-Konstrukts und fragt nach dessen gesellschaftlichen Funktionen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland präsentieren im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung aktuelle Forschungsergebnisse ihrer jeweiligen Disziplinen. Dabei sollen insbesondere intermediale Wechselbeziehungen diskutiert werden.

Als key note speaker wird Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal über „Die Vorschrift der VOR-BILDER. Zum Nicht-Sehen-Wollen von Roma“ um 18:15 Uhr referieren.

Die Tagung wird im Rahmen des vom Field of Focus 3 geförderten Forschungsprojekts „Stigma ‚Zigeuner‘. Visuelle Dimensionen des Antiziganismus“ organisiert.

Es handelt sich um die erste eigenständige Fachtagung der Forschungsstelle Antiziganismus, die im Juli 2017 am Historischen Seminar der Universität Heidelberg unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Edgar Wolfrum eröffnet wurde. In dieser bundesweit einzigartigen universitären Forschungseinrichtung werden Ursachen, Formen, Funktionen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart in interdisziplinärer Perspektive untersucht.

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Diversität in der Europäischen Union – Testfall Roma in Europa

Aus Anlass der Österreichischen Ratspräsidentschaft veranstaltet Romano Centro gemeinsam mit ERGO Network (European Roma Grassroots Organisations) und dem Haus der Europäischen Union in Wien
diese Podiumsdiskussion am Donnerstag, 8. November 2018, 18.30 Uhr im
Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien

Begrüßung
Georg Pfeifer, Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Österreich
Rabie Perić-Jasar und Mirjam Karoly, Romano Centro

Diskutant*innen
Gabriela Hrabanova, Direktorin ERGO Network (Brüssel)
Sheena Keller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, FRA (Agentur der EU für Grundrechte)
Ciprian Necula, Aktivist, Soziologe, Rumänien
Péter Niedermüller, Abgeordneter zum EU-Parlament (Demokratikus Koalíció, Ungarn)
Dijana Pavlović, Aktivistin, Italien
Alfiaz Vaiya, Koordinator ARDI (Arbeitsgruppe Antirassismus und Diversität, Europäisches Parlament)

Moderation
Peggy Piesche, Literatur- und Kulturwissenschafterin, Berlin

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Der nationalsozialistische Völkermord an Sinti und Roma und der Kampf um Anerkennung nach 1945

Der Vortrag und die Diskussion finden am 07.11.2018, 18:00 Uhr in der
„Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald“ statt; Belower Damm 1, 16909 Wittstock

Während des Nationalsozialismus wurden Sinti und Roma zunächst systematisch aus der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen, nach rassistischen Kriterien erfasst und in verschiedene Lager verschleppt. Dem Völkermord während des Zweiten Weltkriegs fielen europaweit ungefähr 500.000 Sinti und Roma zum Opfer.

Eine Anerkennung dieser Verbrechen seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft blieb nach 1945 aus. An der Tagesordnung waren vielmehr Kontinuitäten in personeller, ideologischer und teilweise auch rechtlicher Hinsicht. Erst die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma konnte die offizielle Anerkennung des Völkermordes in den 1980er Jahren erreichen und auf den fortgesetzten Rassismus und die daraus entstehende Diskriminierung hinweisen. Aus der Bürgerrechtsbewegung gingen mit dem Zentralrat sowie dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma zwei Institutionen hervor, die sich gegen den bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und für die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Sinti und Roma einsetzen.

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„Armer Bettler, böser Rom“: Antiziganismus im Armutsdiskurs

Eine Analyse des aktuellen medialen wie kommunalpolitischen Antiziganismus in Frankfurt vor dem Hintergrund seiner gesellschaftlichen Grundlage sowie seiner ungebrochenen historischen Kontinuität. Mit Benjamin Böhm, Politikwissenschaftler, Soziologe und Sozialarbeiter. Am 31.10.2018 von 19:00 bis 21:00 Uhr im Café KoZ, Campus Bockenheim, Mertonstr. 26, 60487 Frankfurt am Main

Als Italiens Innenminister Matteo Salvini im Sommer dieses Jahres vorschlug, alle RomNia Italiens polizeilich zu erfassen, war die Empörung deutscher Leitmedien über die protofaschistische Politik der Lega Nord groß. Der massenmediale Fingerzeig auf die italienischen Verhältnisse ignorierte jedoch die Tatsache, dass auch in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert RomNia, SintiZe und andere Markierte kriminalisiert und polizeilich erfasst werden. Erst vor Kurzem kam der Politologe Markus End zum Schluss, dass die kriminalpolizeiliche Kategorisierung der RomNia und SintiZe in Frankfurt bis in die heutige Zeit stattfindet.

Die antiziganistische Ideologie und ihr Widerhall in Deutschlands Politik und Gesellschaft zeichnen sich – trotz des deutschen Völkermords an den RomNia und SintiZe – durch eine erstaunliche Kontinuität aus. Nach 1945 hat sich das Sprechen über RomNia, SintiZe und andere Markierte jedoch auch verändert und wurde chiffriert, so dass Antiziganismus in Deutschland vollkommen enttabuisiert öffentlich reproduziert werden kann, selbst wenn Vernichtungsphantasien deutlich zutage treten: „Wann werden sie endlich vertrieben?“ fragt eine Boulevardzeitung etwa in einem Artikel über „aggressive Bettler“ in Frankfurt.

Eine besondere Konjunktur hat der Antiziganismus dabei stets in Zeiten ökonomischer Krisen und gesellschaftlicher Umbrüche. Im aktuellen Diskurs über Armut und binnen-europäische Migration (mediales Schlagwort: „Armutsmigration“) erlebt der Antiziganismus daher eine erschreckende Hochphase. Ausländische Wohnungslose und Arbeitssuchende werden als Gefahr für die deutsche Nation dargestellt. Die Hauptzielscheibe dieser nationalistischen Wut sind dabei vor allem RomNia und alle anderen, die der Antiziganismus markiert.

Der Vortrag veranschaulicht, wie sich einerseits im aktuellen Frankfurter Armutsdiskurs und anderseits in der örtlichen kommunalpolitischen Praxis Antiziganismus widerspiegelt und erinnert an dessen historische Kontinuität in Frankfurt. Dabei beschränkt sich der Vortrag nicht auf eine Analyse des Sprachlichen, sondern umreißt auf der Basis einer materialistischen Gesellschaftstheorie und der kritischen Kriminologie die gesellschaftlichen Grundlagen der antiziganistischen Ideologie.

Benjamin Böhm ist Politikwissenschaftler, Soziologe und Sozialarbeiter. In seiner beruflichen Praxis als Sozialarbeiter in der Wohnungslosenhilfe arbeitet er auch mit obdachlosen RomNia und SintiZe. Als freier Referent und Politologe beschäftigt er sich im Moment vor allem mit den Themen Antiziganismus, Antisemitismus, Obdachlosigkeit und neuer Armut in Europa. Er hält Vorträge und veröffentlicht Texte.

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Perspektiven auf Lebensrealitäten von Rom*nja in Frankfurt – Antiziganistische Vorurteilsstrukturen von der NS-Zeit bis heute“ der Forschungsstelle NS Pädagogik an der Goethe Universität, Frankfurt

Dr. Robert Ritter – Kriminal- und erbbiologische Selektion bei Jugendlichen der KZs Moringen und Uckermark

Ein Vortrag mit Andreas Kohrs, Göttingen, Donnerstag, 25. Oktober, 19 Uhr, Godehardstraße 11, Göttingen, 0551 29 34 69 01, info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu

In den Jugend-KZs Moringen und Uckermark inhaftierte Jugendliche wurden unter „rassehygienischen“ Gesichtspunkten selektiert. Im Göttinger Klinikum wurden dann auf Veranlassung Ritters Zwangs- sterilisationen an Jugendlichen aus dem KZ Moringen vorgenommen. Damit beschäftigt sich Andreas Kohrs, der die Jugend-KZs seit den 80iger Jahren erforscht.

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Die Akte Zilli Reichmann – Zur Geschichte der Sinti im 20. Jahrhundert

Die heutige 94-jährige Zilli Reichmann hat ein abenteuerliches Leben hinter sich. Auf der Grundlage vieler Gespräche mit ihr, ergänzt durch weitere Berichte und zahlreiche Untersuchungen, schildert Heiko Haumann ihr Schicksal im Zusammenhang mit der Geschichte der Sinti im 20. Jahrhundert – deren Traditionen, Kultur und Alltag, aber auch das vorherrschende „Zigeunerbild“, die systematische „Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ und die Radikalisierung ihrer Verfolgung während der nationalsozialistischen Herrschaft.

1942 wurde Zilli Reichmann in Straßburg verhaftet und ein Jahr später in das berüchtigte „Zigeunerlager“ im KZ Auschwitz-Birkenau eingeliefert. Hier traf sie auf Hermann Diamanski, der ihr als Lagerältester half und dem Heiko Haumann ein früheres Buch gewidmet hat. Nicht verhindern konnte Diamanski, dass Zilli Reichmanns kleine Tochter, ihre Eltern und weitere Familienangehörige 1944 ermordet wurden. Die Darstellung der Bedingungen, der Gewalt und der sozialen Beziehungen im „Zigeunerlager“ bilden einen Schwerpunkt des Buches.

Zilli Reichmann überstand die KZ-Haft und konnte nach Kriegsende ein neues Leben beginnen. Doch die Diskriminierungen setzten sich in der Bundesrepublik fort – nicht zuletzt im Rahmen der beschämenden „Wiedergutmachung“, aber ebenso in der Haltung der Bevölkerung. Die juristische Aufarbeitung der Verbrechen durch Prozesse gegen NS-Täter, in denen auch Zilli Reichmann als Zeugin befragt wurde, blieb unzureichend. Seit den 1970er Jahren verstärken sich schließlich Versuche, die in der Bundesrepublik lebenden Sinti zur Sesshaftigkeit zu bewegen und in die Gesellschaft zu integrieren. Doch immer noch ist der Umgang mit dieser Bevölkerungsgruppe gekennzeichnet von Romantisierungen auf der einen und extremer Diskriminierung auf der anderen Seite. Von der Geschichte der Abwertung und Verfolgung lassen sich Lebensweise, Selbstwahrnehmung, Ängste und Erwartungen der Sinti bis heute nicht trennen.

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Antiziganismus in den Medien

Fachtagung in Berlin am 24.10.2018, 09:00 bis 17:00 Uhr im Tagungshaus am Haupt­bahn­hof (Stadt­mis­sion), Lehr­ter Stra­ße 68, 10557 Berlin | An­mel­dung: hier

Amaro Foro führt seit 2014 ein systematisches Medien­moni­to­ring durch, bei dem die Bericht­erstat­tung zum The­ma „Roma“ in den Berli­ner Zeitun­gen be­rück­sich­tigt wird. Im Rah­men des Projektes „Do­ku­men­ta­tion antiziganistisch mo­tivier­ter Vor­fälle“ wird das Monitoring jähr­lich auf einer Pres­se­kon­fe­renz ver­öf­fent­licht.

Die alljährliche Fachtagung von Amaro Foro widmet sich in diesem Jahr anti­ziganis­ti­scher und stereo­typer Bericht­erstattung in den Medien. Ge­mein­sam mit Jour­na­list*in­nen, ande­ren Medien­schaf­fen­den, Ju­rist*innen und Wis­sen­schaft­ler*in­nen wird dis­ku­tiert, wel­che dis­kri­mi­nie­ren­den Muster in den deutschen Medien bis heute do­mi­nant sind, wel­che Ent­wick­lun­gen es ge­ge­ben hat und wie vor diesem Hinter­grund erfolg­ver­spre­chen­de Stra­tegien von Roma-Selbst­orga­ni­sa­tio­nen aus­se­hen kön­nen. Das Pro­gramm wird lau­fend aktua­li­siert, die An­mel­dung ist bereits mög­lich.

Einführungsvortrag von Dr. Markus End

Workshop 1: „Die Macht der Bilder. Visuelle Repräsentationen von Rom*nja“. Mit Dr. Frank Reuter, Wis­sen­schaft­li­cher Ge­schäfts­füh­rer der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus an der Uni­ver­si­tät Heidelberg und Markus End, Vor­sitzen­der der Gesell­schaft für Anti­ziganis­mus­for­schung.

Workshop 2: „Auf Augenhöhe? Antiziganistische Medien­diskurse und Ge­gen­strategien, mit Ver­tre­ter*in­nen von Selbst­organi­sa­tio­nen“. Mit Andrea Wierich, Pres­se­refe­ren­tin Ama­ro Foro e.V.

Podiumsdiskussion:
Ferda Ataman, Sprecherin der Neuen Deutschen Medienmacher und Spiegel-On­line-Ko­lum­nis­tin
Thomas Moritz, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Medienrecht
Vertreter*in des Presserats (angefragt)
Andrea Wierich, Pressereferentin Amaro Foro
Moderation: Neue Deutsche Medienmacher

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ANTIZIGANISMUS IN DER DEBATTE UM SICHERE HERKUNFTSSTAATEN

Info-Veranstaltung am 22.10.2018, 19:00 Uhr an der Universität Leipzig – Campus HS 12, Augustusplatz

Die Debatte zu Flucht und Asyl ist in vollem Gange und in vielerlei Hinsicht geprägt von Rassismen und Ressentiments. Im Vortrag soll die Debatte um die Sicherheit der sogenannten ‘Westbalkanstaaten’ untersucht werden, die in ihrer neueren Variante seit 2010 immer wieder unterstellt, ‘Roma’ aus diesen Staaten begingen ‘Asylmissbrauch’. Die Analyse kann zeigen, welche Strategien und Argumente darüber hinaus eingesetzt werden, um Rassismus zu negieren und konkrete historische Verantwortung abzuweisen.

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Schulprojekttage gegen Antiziganismus 15. Oktober – 26. Oktober

16. Oktober 15:00 Uhr Ausstellungseröffnung in Darmstadt-Eberstadt,  Aula der Gutenbergschule Eberstadt, Gabelbergstraße 4-8, 64297 Darmstadt

Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma – Wie ‚Zigeuner‘-Bilder und Vorurteile einen Völkermord möglich machen können…“

20. Oktober 17:00-21:00 Uhr Offener Abend (Schüler*innen-Guides leiten durch die Ausstellung)

26. Oktober 10:00-13:00 Uhr Offener Vormittag (Schüler*innen-Guides leiten durch die Ausstellung)

26. September 10:00-17:00 Workshop „Pädagogische Methoden gegen Antiziganismus“

Gefördert von der AG Aktion Weltoffenes Darmstadt

Veranstalter

AG Kinder und Jugend Eberstadt
mobile Praxis
Gutenbergschule
Hessischer Landesverband der Deutschen Sinti und Roma
Jugendbildungswerk

Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit Mit Roma und Sinti solidarisch verbunden

15. bis 16. Oktober 2018, Geschlossene Fachtagung Evangelische Akademie Villigst, Iserlohner Str. 25, 58239 Schwerte

Mit dem 2017 erschienenen Forschungsgutachten „Antiziga- nismus und Kirche“ wurde der Finger in die Wunde protestantischer Beteiligung an antiziganistischer Praxis und Denkweise gelegt. Der Weg vom Vorurteil über Sinti und Roma zur Zu- sammenarbeit mag bisweilen lang und mühevoll sein, aber er ist unumgänglich, um zu einem guten und konstruktiven Miteinander in Gesellschaft und Kirche(n) zu kommen. Der notwendige Diskurs über die Ursachen und Wirkungen des Antiziganismus stärkt die Demokratie und trägt dazu bei, mit Minderheiten respektvoll umzugehen und sie vor ausgrenzenden Vorurteilen in Schutz zu nehmen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der deutschen Sinti und Roma, seinen Landesverbänden und weiteren Selbstorganisationen haben die Evangelischen Akademien Berlin, Bad Boll und Villigst sich zum Ziel gesetzt, solidarische Netzwerke zwischen Sinti und Roma einerseits und der Kirche andererseits zu initiieren und diese nachhaltig zu stärken.

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Offizielle Übergabe des „Roma-Rising-Archivs“ an das Dokumentations- und Kulturzentrum in Heidelberg

08.10.2018, 11:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Chad Evans Wyatt (geboren in New York) ist kommerzieller Fotograf aus Washington D.C. Für einen Fotoauftrag reiste er 2001 nach Tschechien und war schockiert über die Art und Weise, wie dort Roma in den Medien dargestellt werden. Wyatt, der in den USA als Sohn eines Afroamerikaners zur Zeit der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung aufwuchs, wollte diesen rassistischen, stereotypen Bildern etwas entgegenstellen und startete das Fotoprojekt „RomaRising“: „Um einen Dialog zu beginnen, fotografierte ich erfolgreiche Roma und stellte mit den Bildern die Frage: wenn Euer Stereotyp über die Roma stimmt, wie könnt Ihr dann erklären, dass diese über 400 Persönlichkeiten erfolgreich sind? “

Das „RomaRising-Archiv“, das der Fotograf dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma überantworten wird, zeichnet das Portrait einer neuen Schicht selbstbewusster Roma, die sich allen negativen Lebensbedingungen zum Trotz in der Gesellschaft ihrer jeweiligen Heimatländer behaupten.

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, ist überzeugt, mit dem „Roma-Rising-Archiv“ ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen rassistische Zuschreibungen und Antiziganismus zur Verfügung zu haben: „Diese Bilder sind Zeugnisse von Selbstbewusstsein. Die Fotos machen Mut, dass es trotz rassistischer Strukturen und Denkmuster möglich ist, als Angehöriger unserer Minderheit den eigenen Weg zu gehen. Ich danke Chad Wyatt, dass er dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sein ‚Roma-Rising-Archiv‘ überlässt. Unser vorrangigstes Ziel muss es sein, die Portraits möglichst vielen Menschen – nicht nur in Heidelberg – zu zeigen.“

Zur feierlichen Übergabe dieser für die Minderheit der Sinti und Roma sowohl künstlerisch als auch politisch wertvollen fotografischen Sammlung laden wir Sie herzlich ein:

Programm

Begrüßung durch Romani Rose

Vorsitzender des Zentralrats sowie des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma

Rede Stefan Hohenadl

Kulturamt Heidelberg

Rede Chad Evans Wyatt

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Unter uns? Sinti in Ostfriesland und Leer

In der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden Sinti und Roma unter dem Sammelbegriff „Zigeuner“ als „fremdrassig“, „volksschädlich“, „arbeitsscheu“ und „asozial“ klassifiziert und kriminalisiert. Im darauf folgenden Völkermord, dem „Porajmos“, wurden bis zu 500.000 Sinti und Roma ermordet.

Die Überlebenden kämpften nach 1945 lange Zeit vergebens um eine Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus und um finanzielle Wiedergutmachung. Erst in den 1980er Jahren erkannte der deutsche Staat die Vernichtung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus als „Völkermord“ an. Auch heute noch kämpfen Sinti und Roma vielerorts gegen Ausgrenzung und für gesellschaftliche Anerkennung. In der Regional- und Lokalgeschichte kommen ihre Beiträge bis heute kaum vor, obwohl Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland zur Gesellschaft gehören.

Die Ausstellung „Unter uns? Sinti in Ostfriesland und Leer“ will einen Beitrag dazu leisten, diese Situation zu ändern. Sinti aus Leer und Ostfriesland haben in hohem Maße an der Entstehung mitgearbeitet, sie erzählen und dokumentieren „ihre“ Geschichte. In Archivalien, Bildern und Objekten werden Entwicklungen zwischen Mehrheit und Minderheit ab 1945 dargestellt, Zeitzeugeninterviews konnten für die Ausstellung neu erstellt werden, die die Stimmen der Betroffenen erstmals hörbar machen.

Ein Gemeinschaftsprojekt von dem Heimatmuseum und der Stadt Leer sowie dem 1. Sinti Verein Ostfriesland.

In der Gedenkstäte Ahlem zu sehen bis Donnerstag, 6. Dezember 2018.

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Superheroes and Holocaust representation: Sinti & Roma in Comics

Veranstaltung in englischer Sprache am 4. Oktober von 19:00 bis 21:00 Uhr im  DokuZ Sinti und Roma Berlin, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Superheroes, Hollywood Whitewashing, Holocaust representation and WWII: Sinti and Roma in American Comics

From the 1940s on, in the wake of WWII, American comics have become a field of political narrative and lobbying. During the late 1950s and early 1960s, in the so called “Silver Age of Comics”, Sinti and Roma characters gained presence on the pages
of Marvel and Dc, the two biggest comic editorials in the US.

In his talk Vicente Rodriguez, Founder of RomaPop and Roma Rights activist, will share about the extraordinary tale of Sinti and Roma representation in both American Comics and Superhero movies. We shall discuss WWII, Holocaust representation and the political consequences of whitewhasing in the Hollywood industry for Sinti and Roma.

 

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Verfolgung der Sinti zwischen Kraichgau, Neckartal-Odenwald und Bauland

02.10.2018, 20:00 – 22:00 Uhr Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Im ländlichen Raum waren Sinti schon seit Jahrhunderten unterwegs. Zahlreiche Maßnahmen „zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ erschwerten ihnen jedoch die Ausübung ihrer Wanderberufe. Während das Land Baden ihre Ansiedlung anstrebte, versuchten die Bevölkerung und Ortsbehörden dies zu verhindern. Im Nationalsozialismus verschärfte sich die Verfolgung der Sinti: zu lokalen sozialrassistischen Maßnahmen kam ausgehend von der Reichsebene ein biologistischer Rassismus hinzu, der im Völkermord gipfelte. Vor 75 Jahren (1943/44) wurden mindestens 116 Sinti – Männer und Frauen, Säuglinge, Kinder und Alte – aus den Altkreisen Sinsheim, Mosbach und Buchen ins „Zigeunerlager Auschwitz“ deportiert; nur wenige überlebten.

Arno Huth (KZ-Gedenkstätte Neckarelz) wird anhand seiner Dokumentation über die örtliche Verfolgung und Deportation der Sinti berichten.

Veranstaltet von: VVN-BdA Kreisvereinigung Heidelberg und Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

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Minderheitengeschichte als historische Subdisziplin?
 Minderheits- und Mehrheitskonstellationen am Beispiel der Sinti und Roma in der BRD

Veranstaltung im Rahmen des 52. Deutschen Historikertages in Münster mit folgenden Vorträgen:

  • Sebastian Lotto-Kusche (Sektionsleitung)

Minderheitengeschichte als historische Subdisziplin?
 Minderheits- und Mehrheitskonstellationen am Beispiel der Sinti und Roma in der BRD
Zeitgeschichte

  • Daniela Gress (Heidelberg)

Minderheiten und Demokratisierung. Bürger- und Menschenrechtsaktivismus von Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland

  • Frank Reuter (Heidelberg)

Perspektivwechsel. Die politische Emanzipation der Sinti und Roma im Spiegel der Fotografie

  • Yvonne Robel (Hamburg)

Antiziganismus vor Ort. Zum Potenzial lokal- und regionalgeschichtlicher Perspektiven

  • Moderation Karola Fings (Köln)

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Antiziganistische Bilder in Kunst und Kultur und die Rolle der staatlichen Förderpolitik

RomaTrial e.V. und GRIPS Theater laden zur Podiumsdiskussion ein am 28. September 2018, 17.00 Uhr, GRIPS Theater; Treffpunkt: Foyer des GRIPS, Hansaplatz, Altonaer Straße 22, 10557 Berlin

Sinti und Roma wurden seit dem Mittelalter immer wieder zu Objekten deutscher Kunst- und Kulturschaffender: Von populärer bildender Kunst wie Stefan Lochners „Zigeunerbildern“ des 15. Jahrhunderts bis zu Alexandras Schlager-Gassenhauer „Zigeunerjunge“ der 1960er Jahre. Wenngleich zeitgenössische Kunst- und Kulturproduktionen von sehnsuchtsvoll-romantisierenden Projektionen größtenteils absehen, machen derzeit zahlreiche Filme, Theaterstücke oder Bücher über Sinti und Roma soziale Probleme wie Armut, Diebstahl, sexuelle Frühreife oder Bildungsferne zu – oftmals zentralen – Gegenständen: allesamt Themen, an denen die klassischen Zuschreibungsmuster einer antiziganistischen Haltung entfaltet werden.

Wie begegnet man der fortwährenden Erneuerung solcher Muster? Gerade in einer Gesellschaft, in der wieder rechte Hetzjagden auf als „fremd“ wahrgenommene, rassistisch markierte Menschen stattfinden, wäre es unabdingbar wichtig, differenzierte und selbstbestimmte Bilder zu vermitteln. Anhand des Repertoire-Stücks des GRIPS Theaters „Phantom. Ein Spiel“ soll geprüft werden, wie diskrimierungsfreie Kunstproduktionen gelingen können.

Inwiefern befördert die Wiederholung antiziganistischer Bilder oder anderer stereotyper Zuschreibungen Antiziganismus oder Rassismus? Welche strukturellen Veränderungen sind erforderlich, damit sich Kulturinstitutionen diesem Diskurs öffnen? Wie kann eine solche Öffnung konkret gestaltet und gesichert werden? Welche Verantwortung haben die öffentlichen Träger oder Förderer der Einrichtungen innerhalb dieses Prozesses?

Mit: Dr. Markus End (wissenschaftlicher Autor und Referent, Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover, Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung); Philipp Harpain, Leiter des GRIPS Theaters;  Isidora Randjelović (Lehrbeauftragte an der Alice-Salomon-Hochschule für Soziale Arbeit und Sozialpädagogik Berlin und Leiterin des feministischen Romani-Archivs „RomaniPhen“);
Dr. Torsten Wöhlert (Staatssekretär für Kultur des Landes Berlin)

Moderation: Patrick Wildermann (Journalist)Eintritt frei, um Anmeldung zur Podiumsdiskussion wird gebeten. Wegen begrenzter Platzanzahl melden Sie sich unter folgender E-Mail gerne an: angelika.heine@grips-theater.de

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Workshop – Pädagogische Methoden gegen Antiziganismus

Am 26. September 2018 von 10 bis 17 Uhr im Haus der Vielfalt (Bürgersaal) Kirnbergerstraße 12, 64297 Darmstadt-Eberstadt

Die Fortbildung in Form eines eintägigen Workshops richtet sich in erster Linie an MultiplikatorInnen aus dem Bildungsbereich (Schulen, Jugendarbeit, Erwachsenenbildung), ist aber für alle Interessierten offen.
Die von den Referierenden vermittelten Methoden entstammen dem ersten Methodenhandbuch zum Thema Antiziganismus. Diese unterstützen dabei, für das Phänomen zu sensibilisieren, Vorurteile in Frage zu stellen und eingeübte Denkmuster aufzubrechen. Mit diesem Rüstzeug sollen die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, zukünftig selbst Übungen durchführen zu können, um antiziganistische Denkmuster zu reflektieren und zu überwinden.

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 25 begrenzt, um eine produktive Seminaratmosphäre gewährleisten zu können. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung unter andrea.krichbaum@darmstadt.de ist obligatorisch.

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»ARMUTS­ ZUWANDERUNG?« — ANMERKUNGEN ZU EINER ANTIZIGANIS­TISCHEN DEBATTE

Vortrag am 25. September 2018, 19:00 Uhr, Volkshochschule Dietzenbach, Wilhelm-Leuschner-Straße 33, 63128 Dietzenbach

In den letzten Jahren wurde eine Debatte über die Folgen einer sogenannten »Armutszuwanderung« ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende »Anwohner« berichten über »Müll, Lärm und Kriminalität«, es wird vor der »Gefährdung des sozialen Friedens« gewarnt. 

Im Vortrag soll insbesondere die mediale Berichter- stattung hinterfragt und auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren eingegangen werden: Gesetzesverschärfungen gegenüber Migrant* innen aus der EU, repressive Kommunalpolitik und eine Zunahme antiziganistischer Übergriffe. 

Anmeldung wird erbeten

 

Ausstellung „Auschwitz heute“

Die Ausstellung wird am 25. September 2018 um 19 Uhr feierlich eröffnet, wozu wir herzlich einladen. Sie wird bis zum 10. März 2019 im Dokumentations- und Kulturzentrum zu sehen sein. Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Der 2015 verstorbene Künstler Martin Blume erarbeitete von 2009 bis 2014 an der Gedenkstätte des KZ Auschwitz-Birkenau eine Fotoserie, die heutigen Betrachtern sowie kommenden Generationen den organisierten Massenmord der Nationalsozialisten im Bewusstsein halten soll. Hierfür setzte er bewusst Unschärfen ein, die während der Aufnahme durch intuitive Bewegung entstehen. In einer Sonderausstellung zeigen wir 25 ausgewählte Aufnahmen Blumes, die einen ungewöhnlichen Blick auf Auschwitz-Birkenau ermöglichen, der in seiner Offenheit zum Nachdenken und Nachspüren anregt.

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Bürgerrechtsarbeit – ein Workshop

Inklusive Ausstellungsführung mit Referent*innen des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma

Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit“, Godehardstraße 11, Göttingen am 23.09.2018, 14:00 – 18:00 Uhr

Flankierend zur Wanderausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“, die zur Zeit in den Räumen der Ausstellung zur NS-Zwangsarbeit in Niedersachsen in Göttingen gezeigt wird, führen wir zwei Workshops zur Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma durch, die jeweils auch eine Führung durch die Ausstellung beinhalten.

Anhand der vielen ausdrucksstarken Fotografien aus den Jahrzehnten der Bürgerrechtsarbeit werden die Kontinuitäten nach 1945, die fehlende Anerkennung des rassistisch motivierten Völkermords an Sinti und Roma und vor allem der Einsatz gegen die anhaltende Diskriminierung thematisiert. Die erste Demonstration in Heidelberg 1973, der Hungerstreik in Dachau, die Besetzung des Tübinger Universitätsarchivs,…  –  anhand dieser und anderer Ereignisse lässt sich viel über die Situation der Sinti und Roma in der Nachkriegszeit und die bürgerrechtliche Arbeit bis heute lernen.

Der Workshop am Sonntag, den 23. September von 14–18 Uhr ist grundsätzlich für alle Interessierten offen. Am Montag, den 24. September von 10– 15 Uhr sind speziell Multiplikator_innen zur Teilnahme eingeladen.

Da die Zahl der Teilnehmer_innen für beide Veranstaltungen begrenzt ist, bitten wir um Voranmeldung unter: 0551 / 29 34 69 01 oder info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu

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Sonderausstellung | 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

Bürgerrechtsarbeit mit Referent*innen des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Berliner Büro am Sonntag, 23. September,  14 – 18 Uhr für alle Interessierte; Montag, 24. September, 10 – 15 Uhr für Multiplikator*innen

Godehardstraße 11, 37073 Göttingen, 0551

Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt | bitte Voranmeldung
0551 / 29 34 69 01 | info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu

Die Ausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ zeigt die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damaligen „Zentral-Komitees der Sinti West-Deutschlands“ im Jahr 1971 bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse der Bürgerrechtsarbeit.

 

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Hinter.Fragen. Sinti und Roma – eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung

Eröffnung der Ausstellung am 20. September 2018, 19 Uhr,  Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma – Büro Berlin, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Wer sind Sinti und Roma eigentlich?
Was bedeutet es heute, Sinti oder Roma zu sein?
Wie wird an den Völkermord erinnert?
Diese und andere Fragen, die uns in unserer Arbeit immer wieder begegnen, dienten als Ausgangspunkt für Infopanels zu Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland.
Die 14 Tafeln vermitteln einerseits möglichst kompakt Informationen, andererseits werfen sie aber auch neue Fragen auf. In einem systematischen Teil thematisieren wir unter anderem Antiziganismus, stellen exemplarisch die Vielfalt der Selbstorganisationen von Sinti und Roma in Deutschland vor und portraitieren Angehörige der Minderheit.

Nach einem offiziellen Teil mit Grußworten und der Erklärung des Konzepts der Infopanels besteht die Möglichkeit, die Ausstellungstafeln zu besichtigen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Rundgang durch die Ausstellung: DER WEG DER SINTI & ROMA

Am 20. September 2018, 18:00 Uhr, Kreishaus Dietzenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, 63128 Dietzenbach

Udo Engbring-Romang ist Autor der Ausstellung und des Begleitbands. Bei der Führung geht der Autor auf Stationen der Ge- schichte der Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti und Roma vom 15. bis zum 21. Jahrhundert ein. Dabei benennt er die Macht der Bilder und Vorurteile, zeigt die Wirkung und Folgen der Vorurteile vor 1933, im Nationalsozialismus und nach 1945 auf. »Der Weg der Sinti und Roma« zeigt auch Aspekte der eigenen kulturellen Identität der Sinti und Roma und nicht zuletzt auch die eigene politische Aktivität bis hin zur Anerkennung als nationale Minderheit. 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie im Kreis Offenbach statt. Wir bitten um Anmeldung bis zum 17. September 2018 unter: patrick.zimmer@awo-of-land.de 

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Der nationalsozialistische Völkermord an Sinti und Roma und der Kampf um Anerkennung nach 1945

Vortrag und Diskussion; Mi., 19. September 2018 , 18 Uhr, Ort: Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, Belower Damm 1 , 16909 Wittstock

Während des Nationalsozialismus wurden Sinti und Roma zunächst systematisch aus der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen, nach rassistischen Kriterien erfasst und in verschiedene Lager verschleppt. Dem Völkermord während des Zweiten Weltkriegs fielen europaweit ungefähr 500.000 Sinti und Roma zum Opfer.

Eine Anerkennung dieser Verbrechen seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft blieb nach 1945 aus. An der Tagesordnung waren vielmehr Kontinuitäten in personeller, ideologischer und teilweise auch rechtlicher Hinsicht. Erst die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma konnte die offizielle Anerkennung des Völkermordes in den 1980er Jahren erreichen und auf den fortgesetzten Rassismus und die daraus entstehende Diskriminierung hinweisen. Aus der Bürgerrechtsbewegung gingen mit dem Zentralrat sowie dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma zwei Institutionen hervor, die sich gegen den bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und für die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Sinti und Roma einsetzen.

Mit Tobias von Borcke (DokuZ Sinti und Roma Berlin)

Weitere Informationen zur Gedenkstätte: http://www.stiftung-bg.de/below/

 

Djelem Djelem 2018 — 5. Dortmunder Roma Kulturfestival

19.09. Eröffnung | Theater im Depot; Große Bühne Friedensplatz, Immermannstraße 29, 44147 Dortmund; Pre-Opening 07.09. – 09.09. Musik
Zum 5. Mal bringt das Festival „Djelem Djelem“ Alteingesessene und Neuzugewanderte zusammen. Die vielfaltigen Roma-Kulturen werden in Musik, Theater, Film und Tanz erlebbar gemacht, Diskussionen regen zum Meinungsaustausch an. Das Festival „Djelem Djelem“ mit über 30 beteiligten Partner/-innen setzt ein deutliches Zeichen gegen jahrhundertealte Vorurteile, gegen Antiziganismus und neu belebte Feindbilder. Es wirbt für ein unverkrampftes Miteinander und den kulturellen Austausch. Inzwischen ist das Festival auch jenseits der Dortmunder Nordstadt zu einer festen kulturellen Größe in Dortmund und dem gesamten Ruhrgebiet aufgestiegen – ein Zeichen für eine beherzte Willkommenskultur.

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Antiziganismus in Deutschland

Im Rahmen der Fachtagung ALLE GEGEN ALLE? DISKRIMINIERUNG IN DER PLURALEN GESELLSCHAFT am 18.9.2018, 9.30 – 17.30 Uhr, Friedrich-Ebert-Stiftung, Konferenzsaal Haus 2, Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin-Tiergarten

führt Tobias von Borcke, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma diesen Workshop durch.

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Ausstellung: DER WEG DER SINTI & ROMA, Vortrag: Bildungsfern oder diskriminiert in der Bildung?

 Auftaktver­anstaltung zur Ausstellung  am 11. September, 18 Uhr, Kreishaus Dietzenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, Foyer.
Die Ausstellung geht vom 11. September – 12. Oktober 2018

Fatima Stieb lebt in Osthessen und ist Mitglied im Verband deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen.

Rinaldo Strauß lebt in Mittelhessen und ist stellvertretender Geschäftsführer des Landesverbandes.

Sinti und Roma sind bis heute struktureller Diskriminie- rung und Benachteiligungen ausgesetzt, insbesondere
im Bildungssystem. Wie eine Verbesserung der Bildungs- situation der Minderheit und ein Abbau von Diskrimi- nierungen gelingen könnten, ist Thema des Vortrags »Bildungsfern oder diskriminiert in der Bildung?« und der anschließenden Podiumsdiskussion mit Hessischen Sinti.

Die Ausstellung »Der Weg der Sinti und Roma« zeigt die Geschichte der Minderheit seit ihrer Ankunft im deutschsprachigen Raum vor über 600 Jahren. Sie thematisiert die Wirkung von Bildern und Zuschrei- bungen gegen Sinti und Roma vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, die Verfolgungen und Diskriminierungen bis zum Völkermord während des Nationalsozialismus, die Kontinuitäten der Bilder in der Nachkriegs- zeit und nicht zuletzt den Kampf gegen den Antiziganismus durch die Selbstorganisationen der deutschen Sinti und Roma seit 1980. Dabei werden die Erfolge der Bürgerrechtsarbeit ebenso dargestellt wie die massive Ablehnung durch einen großen Teil der bundesrepublikanischen Bevölkerung.

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Antiziganismus in Deutschland und Europa

Fachgespräch von Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion; Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Europasaal 4.900 (Eingang West), Konrad-Adenauer-Str. 1, 10557 Berlin, 04.09.2018, 16:30 Uhr – 21:30 Uhr, AK 3-Koordinationsbüro, Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Sinti und Roma leben bereits seit Jahrhunderten in Europa – und dennoch ist Antiziganismus in unserer Gesellschaft tief verwurzelt. Vorurteile, Stigmatisierungen und Diskriminierungen begegnen Angehörigen der Sinti und Roma in vielen Lebensbereichen ihres Alltags. Die Verbreitung antiziganistischer Feindbilder ist eine Gefahr für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Hetze und Gewalt gegenüber Angehörigen der Sinti und Roma darf nicht auf Gleichgültigkeit stoßen, sondern muss mit allen rechtsstaatlichen und gesellschaftspolitischen Mitteln bekämpft werden. Bereits seit langer Zeit fordern wir die Einrichtung einer Expertenkommission zum Thema Antiziganismus, die nun von der Bundesregierung schnell im Dialog mit Vertreter*innen der Sinti und Roma umgesetzt werden muss!

Im Fachgespräch wollen wir zusammen mit Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft, Verbänden, Expert*innen und Abgeordneten aus dem Deutschen Bundestag und dem Europäischen Parlament einen kritischen Blick auf das Phänomen des Antiziganismus in Deutschland und Europa richten. Gemeinsam besprechen wir gegenwarts- und zukunftsorientiert politische Handlungsoptionen und -strategien, um antiziganistische Ausgrenzungen und Vorurteile zu bekämpfen.

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„Trainer, du Zigeuner“ — Antiziganismus und Fußball

KULTURZENTRUM FAUST E.V., ZUR BETTFEDERNFABRIK 3, 30451 HANNOVER

Antiziganismus ist der Forschungsschwerpunkt des Kultur- und Sozialwissenschaftlers Tobias Neuburger. Bei seinem Votrag im Fanprojekt Hannover skizziert er Beispiele antiziganistischer Diskriminuerung im Fußball und führt in die Antiziganismus-Kritik ein. Die Veranstaltung ist Teil der  Antira Wochen des Fanprojekt Hannover in Zusammenarbeit mit dem AK 96-Fans gegen Rassismus.

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Sinti und Roma im KZ Sachsenhausen

Exkursion in die Gedenkstätte Sachsenhausen, Oranienburg am 4. August 2018; In Kooperation mit Amaro Drom und Amaro Foro

Um Anmeldung unter berlin@sintiundroma.de wird bis zum 2. August gebeten.

Im KZ Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 etwa 1000 Sinti und Roma inhaftiert. Ausgehend von einzelnen Biografien wollen wir uns mit ihrer Geschichte, ihrer Situation im Lager und auch mit der Frage nach der Erinnerung an diese Häftlingsgruppe beschäftigen.

Weitere Informationen zu Uhrzeit und Treffpunkt folgen.

Internationale Gedenkfeier am 2. August 2018 in Auschwitz-Birkenau

02.08.2018, 11:45 – 13:30 Uhr, Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau
Więźniów Oświęcimia 20 – Oswiecim

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma werden auch in diesem Jahr unter der Leitung von Romani Rose mit einer Delegation von 50 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpersonen, an dem Internationalen Roma-Gedenktag am 2. August in Auschwitz teilnehmen. Der Gedenktag am 2. August wird vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit dem Verband der Roma in Polen vorbereitet. Neben den Überlebenden nehmen zahlreiche Vorstände der Landes- und Mitgliedsverbände des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an dem Gedenkakt teil. Für die Überlebenden spricht die Holocaustüberlebende Rita Prigmore.

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„Da mussten wir doch was tun!“ – Gespräche zur Bürger_innen- und Menschenrechtsarbeit von Sinti und Roma mit Ilona Lagrene und Éva Ádám

Di., 01.August, 19 Uhr, DokuZ Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße) – In Kooperation mit Amaro Drom und Amaro Foro

In diesem Jahr möchten wir das Gedenken an die Ermordung des „Zigeunerfamilienlagers“ als Ausgangspunkt nehmen, um ins Gespräch über den langen Kampf der Sinti und Roma um Anerkennung und Bürger_innenrechte zu kommen. Eingeladen dazu ist Ilona Lagrene, die seit vielen Jahrzehnten in der Bürger_innenrechtsarbeit der Sinti und Roma engagiert ist. Sie kann sowohl von der Situation nach 1945 und den Anfängen der Bürger_innenrechtsbewegung als auch von vielen Herausforderungen bis in die Gegenwart erzählen.

Éva Ádám berichtet aus ihrer Arbeit mit jugendlichen Sinti und Roma und deren vielfältige Arten, engagiert ihre Stimme zu erheben und ihre Rechte einzufordern.

 

„DIKH HE NA BISTER“: Jugendgedenkfahrt nach Krakau/Auschwitz

29.07.2018 – 04.08.2018

Vom 29. Juli bis 4. August 2018 findet unter dem Titel „DIKH HE NA BISTER“ („Schau und vergiss nicht“) eine Jugendgedenkfahrt nach Krakau und Auschwitz/Birkenau anlässlich des internationalen Gedenktags zum Völkermord an den Sinti und Roma statt.

Mehr Informationen gibt es unter: http://2august.eu/events/2018-krakow/

Teilnahmeinteressierte aus Deutschland können sich hier anmelden.

Workshop: Sinti und Roma – wer sind sie und was wissen wir über sie? – Warum gibt es so viele Ressentiments ihnen gegenüber?

17.07.2018 16:00, Im Kulturhaus RomnoKher, B7 16, 68159 Mannheim

Antiziganismus –  bezeichnet eine Haltung in unserer Gesellschaft, bei der Menschen als „Zigeuner“ stigmatisiert, Vorurteile Ihnen gegenüber gehegt und Stereotypen geäußert werden. Dies führt dazu, dass sich Betroffene schikaniert und ausgeschlossen fühlen.

Jedoch sind Sinti und Roma seit mehr als 600 Jahren in Deutschland beheimatet und leben seit je her „zwischen Romantisierung und Rassismus“. Bis heute leben auch in anderen Ländern Europas Sinti und Roma, die in den meisten Fällen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert und häufig kriminalisiert und verfolgt werden, ja sogar von gewalttätigen Übergriffen bedroht sind. Sie zählen zu der größten nationalen Minderheit in Europa.

Durch Aufklärung kann verstärkt gegen Vorurteile und Diskriminierung vorgegangen werden.

Die Eindrücke und Erkenntnisse werden zusätzlich mit einer Führung durch die Ausstellung vertieft.

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Die Dialektik der Aufklärung als Antiziganismuskritik

Vortrag in der TU Darmstadt von Markus End am 11.07.2018, 18 Uhr in der TU Darmstadt, Hörsaal 226 im Alten Hauptgebäude (S1|03). Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt

Der Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen hat im Sommersemester 2018 eingeladen zu einer Vortragsreihe „Einführung  in die Antiziganismusforschung“ an der TU Darmstadt in Kooperation mit dem AStA.

Der Vortrag von Markus End markiert den Abschluss der Vortragsreihe.

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Antiziganismus, Kolonialismus, Neoliberalismus – eine Analyse aus Sicht der Selbstorganisationen

Donnerstag, 05.07.2018, 18 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5

Merfin Demir, Vorsitzender der interkulturellen Jugendselbstorganisation von Roma und Nichtroma in Nordrhein-Westfalen Terno Drom e. V.

Im Rahmen des Vortages wird der Rassismus gegen Sinti und Roma als ein historisch gewachsener Rassismus gegenüber als archaisch markierten Menschen dargelegt. Es wird auf die Wechselwirkung und die Abgrenzung gegenüber dem Kolonialrassismus und auch gegenüber dem Antisemitismus eingegangen. Besondere Bedeutung hat der Rassismus gegenüber Sinti und Roma im Zusammenhang der Leistungsgesellschaft als Teil des Neoliberalismus. Mit der Finanzkrise hat sich der Rassismus gegenüber Roma in Osteuropa verstärkt. Nicht zuletzt ist diese Analyse wichtig, um daraus Rückschlüsse, Konzepte und Handlungen zu folgern. Das gilt insbesondere für eine Gesellschaft, die auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung beruht und somit auch für eine demokratische Stadtgesellschaft. Daraus ergibt sich insbesondere, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden müssen, obwohl diese Erkenntnisse oft als zu theoretisch diskreditiert werden.

Kooperationspartner und Förderer

Die Veranstaltungsreihe wird vom Arbeitskreis Antiziganismus im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung durchgeführt in Kooperation mit dem Zentrum für  Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie.

Sie wird gefördert durch die Amadeu Antonio Stiftung und durch den AStA der Uni Duisburg/Essen.

Weitere Informationen

„Sehen, was wir nicht sehen oder wie Robin Hood zur ‚Zigeunerin‘ wird“.

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal am Do., 05. Juli, 20 Uhr im DokuZ Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Fakten/ Fiktionen* Menschen im Objektiv“

Während Prof. Bogdals Vortrag werden die folgenden Filme thematisiert:

Robin Hood (2010)
https://www.youtube.com/w…

Drei Birken auf der Heide (1956):
https://www.youtube.com/w…

Der König der Bernina (1957)
https://www.youtube.com/w…

I even met happy Gypsies (1967)
https://www.youtube.com/w…
https://www.youtube.com/w…

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Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenwirken. Partizipation, Empowerment und Chancengleichheit für Roma und Sinti

6.Vernetzungstreffen des Landesdemokratiezentrums für Vielfalt und Respekt, 28.06.2018, 09:30 – 16:30 Uhr, Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin

Über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ wie auch im Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus werden in Berlin Projekte gefördert, die sich gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung und für die Gleichbehandlung und das Empowerment von Sinti*zze und Rom*nja einsetzen. Auf der Veranstaltung werden verschiedene Ansätze dieser Arbeit vorgestellt und aktuelle Fragen der Prävention von Antiziganismus diskutiert.

Wir bitten Sie, sich zu der Veranstaltung spätestens bis zum 25.06.2018 unter folgender Adresse anzumelden

vernetzungstreffenlads@ariadne-an-der-spree.de

Sollten Sie Assistenzbedarf benötigen, möchten wir Sie bitten, uns diesen formloser in Ihrer Anmeldungsemail mitzuteilen.

Ausgegrenzt, verfolgt, ermordet. Ausstellung über das Leben von Sinti und Roma in Lichtenberg

Ausstellungseröffnung in Berlin am 22.06.2018, 19:00 Uhr; Veranstaltungsort: Museum Lichtenberg, Türrschmidtstraße 25, 10317 Berlin

Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele der in Lichtenberg lebende Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangslager in Marzahn – damals Ortsteil von Lichtenberg – war der Internierungsort hunderter in Berlin verhafteter Menschen. Unzählige von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Einige wenige überlebten. Stellvertretend für viele Ungenannte werden einige Schicksale vorgestellt, die mit den historischen Vorgängen im ehemaligen Bezirk Lichtenberg verbunden sind.

Zur Eröffnung sprechen:

Begrüßung: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister

Grußwort: Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.

Einführung: Barbara Danckwortt, Kuratorin

Musik: Martin Weiss, Janko Lauenberger

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Ausgrenzung und Antiziganismus in Duisburg-Marxloh

Freitag, 22.06.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5

Sylvia Brennemann, Kinderkrankenschwester, engagiert sich seit Jahren in ihrem Stadtteil Duisburg-Marxloh.

Der sogenannte Problemstadtteil Duisburg Marxloh landet in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen, wenn es darum geht, mit der Zuwanderung von Romafamilien mediale Stimmungsmache gegen selbige zu produzieren. Aus Sicht der Referentin handelt es sich um ein klares Ablenkungsmanöver, um von den eigentlichen Problemen, wachsende Armut, Ausgrenzung und Rassismus abzulenken. Die Referentin beschreibt in ihrem Vortrag die alltäglichen Probleme der betroffenen Romafamilien, denn noch immer ist ein Großteil der Betroffenen von staatlich existentiellen Leistungen ausgeschlossen, Tausenden fehlt noch immer der Zugang zu einer Krankenversicherung und somit zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung. Menschenwürdiger und bezahlbarer Wohnraum steht ihnen zumeist nicht zur Verfügung, noch immer fehlen hunderte Schulplätze.
Die Kinderkrankenschwester Sylvia Brennemann lebt in Marxloh und engagiert sich seit Jahren im Stadtteil u.a. im Petershof und in der Praxis für Menschen ohne Krankenversicherung, die im Petershof angesiedelt war. Ihre politische Forderung nach gleichen Rechten für alle stösst vor allem im örtlichen Rathaus auf großen Widerstand. Sylvia Brennemann dazu: „Die Vertreibungs- und Verdrängungsversuche seitens der Stadt zementieren eine humanitäre Katastrophe, der soziale Frieden im Stadtteil ist massiv gefährdet.“

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ANTIZIGANISMUS IM FILM AM BEISPIEL DES KINDER- UND JUGENDFILMS NELLYS ABENTEUER

Rote Flora, Achidi-John-Platz 1, 20357 Hamburg; Die Türen zur Flokü (Links neben den Treppen) öffnen um 19:00 Uhr – der
Vortrag beginnt um 20:00 Uhr.

Der 2016 in Deutschland und Rumänien produzierte Film Nellys Abenteuer sorgte im letzten Jahr für eine kontrovers geführte öffentliche
Debatte über Antiziganismus im Film. Auf der einen Seite betonte das Film-Team, dass der Film die Geschichte von Freundschaft und Überwindung kultureller Grenzen erzähle, da Nelly letztlich von den Roma-Kindern Tibi und Roxana gerettet wird. Auf der anderen Seite betonte die Kritik die der Geschichte zugrunde liegende Darstellung der Roma-Figuren im Film entlang antiziganistischer Stereotype. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung öffentlich rechtlicher Sendeanstalten und forderte von diesen, auf die Ausstrahlung des Films zu verzichten.

 

Der Vortrag soll neben einer kurzen Einführung in Begriff und Geschichte des Antiziganismus entlang dreier Fragestellungen eine Perspektive auf das Verhältnis von Antiziganismus und Film sowie Antiziganismus in öffentlichen Debatten eröffnen: Es sollen die Darstellungen im Film vor dem Hintergrund ihres gesellschaftlichen Bedeutungsgehalts erörtert werden, sowie die Debatte um den Film kritisch reflektiert und hieraus Thesen für antiziganismuskritische Filmanalysen entwickelt werden.

Pavel Brunßen ist Verfasser eines Gutachtens zum Film “Nellys Abendteuer” sowie Mitglied der Gesellschaft für Antiziganismusforschung.

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Vom Vergessen zum Porajmos, dem „Roma-Holocaust“

Vortrag an der TU Darmstadt von Ljiljana Radonić am 13.06.2018, 18:00 Uhr, TU Darmstadt Hörsaal 226 im Alten Hauptgebäude (S1|03), Hochschulstr. 1, 64289 Darmstadt
Hochschulstr. 1

Der Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen lädt im Sommersemester 2018 ein zu einer Vortragsreihe „Einführung  in die Antiziganismusforschung“ an der TU Darmstadt in Kooperation mit dem AStA.

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Ordnungsrecht und/oder Integration. Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien seit 2011

Freitag, 08.06.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, 47051 Duisburg

Joachim Krauß, M.A., Arbeitsgruppenleiter Migration und Integration der AWO in Duisburg und Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Joachim Krauß wird über die aktuelle Lage der Stadt Duisburg als Brandherd antiziganistischer Stimmungsmache sprechen und dabei insbesondere die Perspektive institutioneller Integrationsangebote berücksichtigen.

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Fachtag „Antiziganismus in der Sozialen Arbeit“

Wir möchten Sie herzlich zu diesem Fachtag einladen, der am Freitag, den 8. Juni, 10:00 Uhr bis 15:30 Uhr an der Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen, C-Gebäude, Kurt-Schumacher-Ring 18 (Wiesbaden) stattfindet.

Im Mittelpunkt des Fachtages stehen drei Vorträge (10:15 Uhr-12:00 Uhr) und themenbezogene Workshops.

Vorträge

  • Geschichtsbewusste Auseinandersetzung mit Antiziganismus, Prof. Astrid Messerschmidt (Bergische Universität Wuppertal)
  •  Antiziganismus in Schule und Gesellschaft, Romeo Franz (Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland sowie zukünftiger Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen)
  • Zur Gegenwart des Antiziganismus in Deutschland, Dr. Markus End (Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung)

Für die Workshops am Nachmittag bitten wir Sie, sich bis zum 30.Mai 2018 anzumelden, da die Teilnehmer*innenzahl begrenzt ist. Die Anmeldung erfolgt per mail unter: anmeldung@sinti-roma-hessen.de. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung den Workshop ihrer Wahl an.

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Gekonnt handeln – gegen Antiziganismus / Frankfurt am Main

Trainings zur kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus: 08.06.2018, von 09:00 bis 17:00, HAUS AM DOM, Bistum Limburg, Domplatz 3, 60311 Frankfurt a. M.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb konzipiert in der Methoden-Handreichungsreihe „Gekonnt handeln“ eine Ausgabe zur kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus. Darin sollen Methoden und Aktivitäten zur Bekämpfung von Antiziganismus im Alltag vorgestellt werden, die von Praktikerinnen und Praktikern bereits erfolgreich eingesetzt werden.

Bevor die Drucklegung erfolgt, sollen die Aktivitäten in der Praxis getestet werden – durch geübte politische Bildnerinnen und Bildner. Dafür organisiert die bpb zwei Erprobungsworkshops an verschiedenen Orten Deutschlands: in Duisburg und in Frankfurt am Main.

Haben Sie Interesse, als Teilnehmerin oder Teilnehmer daran mitzuwirken? Dann bewerben Sie sich für eine der beiden ganztägigen Erprobungen!

Bitte melden Sie sich bis zum 30. Mai 2018 an.

Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der schulischen und außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, Fortbildung und aus Vereinen, Verbänden, Initiativen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus.

Veranstalter ist die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Hanne Wurzel
Leiterin Fachbereich „Extremismus“
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Bürgerrechtsfilm „Kampf um Anerkennung“

Dienstag, 5.6.2018, 19 Uhr im Murnau-Filmtheater,  Murnaustr. 6, 65189 Wiesbaden. Eine Veranstaltung im Rahmen der Wiesbadener Kulturwochen gegen Anitiziganismus.

Der Dokumentarfilm „Kampf um Anerkennung“ dokumentiert die politische Organisierung und Bürgerrechtsarbeit der deutschen Sinti und Roma seit 1979. Im Gespräch mit damaligen Akteurinnen und Akteuren greift die Filmdokumentation wichtige Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit in Hessen aus vier Jahrzehnten auf. Dazu gehören insbesondere die Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche und die Errichtungdes Mahnmals für die deportierten Sinti und Roma in Wiesbaden Anfang der 1990er Jahre.

Im Anschluss Gesprächsrunde mit Margarethe Goldmann‚ Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden a.D.

 

 

Eröffnung der Wiesbadener Kulturwochen gegen Antiziganismus

Dienstag 29.05.2018, 19:00 Uhr, Stadtmuseum am Markt (Marktplatz 3, 65183 Wiesbaden)

Im März 2018 jährt sich die Deportation der Wiesbadener Sinti nach Auschwitz zum 75. Mal. Vom 29. Mai bis zum 22. Juni 2018 veranstaltet der Hessische Landesverband der deutschen Sinti und Roma gemeinsam mit zahlreichen KooperationspartnerInnen erstmals „Kulturwochen gegen Antiziganismus“ in der Hessischen Hauptstadt.

Im Rahmen der Kulturwochen wird die neue mobile Ausstellung des Landesverbands „Der Weg der Sinti und Roma“ im Wiesbadener Stadtmuseum am Markt ausgestellt, der neue Bürgerrechtsfilm des Verbands erstmals in Wiesbaden in einem Kino, dem Murnau-Filmtheater, gezeigt sowie ein Fachtag zu „Antiziganismus in der Sozialen Arbeit“ an der Hochschule RheinMain in Kooperation mit zwei Professorinnen stattfinden.

Beteiligt sind neben dem Stadtmuseum am Markt das Stadtarchiv und das Kulturamt der Landeshauptstadt, das Aktive Museum Spigelgasse, Demokratie Leben in Wiesbaden, gegen Vergessen – für Demokratie e.V., der DGB Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus, die Volkshochschule Wiesbaden, die Jugendinitiative Spiegelbild sowie weitere Kooperationspartner.

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Antiziganismuskritische Bildung in der national-bürgerlichen Konstellation

Freitag, 25.05.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, 47051 Duisburg

Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität an der Bergischen Universität Wuppertal.

Der Vortrag skizziert Konturen für eine historisch reflexive Auseinandersetzung mit Antiziganismus und verortet diesen in der Geschichte der Herausbildung von bürgerlichen Nationalstaaten. Der Antiziganismus stabilisiert sich im Kontext der Nationenbildung im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert in Europa. Bürgerlichkeit und nationale Identität gehen ein Bündnis ein und grenzen diejenigen aus, die als Fremde und Abweichende adressiert werden können. Nationalismus und Rassismus verschränken sich zu einer Konstellation der Ausgrenzung und Abwertung. Parallelen und Unterschiede zum Antisemitismus lassen sich feststellen. Die Wirkung und Bedeutung der Verfolgungsgeschichte bis zum NS-Völkermord ist für ein antiziganismuskritisches Geschichtsbewusstsein zu berücksichtigen. Wie die Mechanismen des Fremdmachens bis in die Gegenwart hinein funktionieren, ist Thema des Vortrags, wobei insbesondere Bildungsinstitutionen und Integrationsmaßnahmen kritisch betrachtet werden.

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Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart

Fortbildung am Donnerstag, 24. Mai 2018 in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Seminarraum 1 ,  Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin
Referierende: Tobias von Borcke, Lisa Willnecker, beide: Berliner Projektbüro des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma

Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in Europa. Bis heute sind sie mit Vorurteilen konfrontiert, die im kollektiven Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaft tief verwurzelt sind. „Antiziganismus“ ist eine Form der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und äußert sich von (non-)verbaler Diskriminierung bis zu gewalttätigen Übergriffen.

Wer sind „Sinti und Roma“ und was ist „Antiziganismus“? Und was hat das eine mit dem anderen zu tun? Neben der Vermittlung grundlegender Kenntnisse über Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma sowie Erscheinungsformen, Dimensionen und Wirkungsweisen des Antiziganismus werden pädagogische Handlungsoptionen thematisiert. Einblicke in die Arbeit des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma liefern dafür die Basis.

Die Fortbildung findet in Kooperation mit dem Berliner Projektbüro des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma statt.

Die Teilnahme ist entgeltfrei. Bitte melden Sie sich online an.

Julia Hasse
E-Mail: julia.hasse@senbjf.berlin.de
Tel.: 90227 4965
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Narrative des Widerstands von Sinti und Roma

Die Veranstaltung findet statt am Samstag, 19. Mai 2018, um 17 Uhr im DokuZ Sinti und Roma Berlin Prinzenstraße 84 Aufgang 2
10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

Ein Gespräch zum Gedenken an den 16. Mai 1944, den Roma-Widerstandstag. Mit Beteiligung von Rita Prigmore, Petra Rosenberg und dem Projekt Romane Krla.

Die Veranstaltung erinnert an den Aufstand, den gefangene Sinti und Roma am 16. Mai 1944 in Auschwitz-Birkenau organisiert haben. Anlass war der Versuch der SS, alle Sinti und Roma im Lager umzubringen.

Das Projekt Romane Krla lädt aus diesem Anlass zu einem Gespräch und befragt hierzu Sinti und Roma aus verschiedenen Generationen zu ihren persönlichen Geschichten und Erfahrungen von Überleben und Widerstand.

Gefördert wird die Veranstaltung von dem EVZ Programm Migration und Erinnerungskultur

Anmeldung unter jose@amarodrom.de bis zum 18.Mai 2018

 

Neue Bildungsmaterialien zum Widerstand von Sinti und Roma gegen den Nationalsozialismus

Mittwoch, 16.05.2018 09:00 Uhr – 14:00 Uhr,  Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin, Saal 2A

Lernwerkstatt und Multiplikator*innen-Fortbildung anlässlich des 74. Jahrestages des Aufstandes von Sinti und Roma im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau am 16. Mai 1944.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, in erster Linie aber an Lehrer_innen und Schulklassen. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung folgen bald.

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Stadtrundgang: Zur Geschichte der Heidelberger Sinti

Mittwoch, 16.05.2018 17:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Unter den am 22. Mai 1940 „in den Osten“ deportierten badischen Sinti befanden sich viele Familien, die zuvor in der Heidelberger Altstadt und in Ludwigshafen gelebt hatten. Gemeinsam mit der Bürgerrechtlerin Ilona Lagrene erinnern wir in Form eines Stadtrundgangs an diese Menschen. Die gebürtige Heidelbergerin Ilona Lagrene war von 1990 bis 1996 Vorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg und setzt sich unermüdlich dafür ein, die Erinnerung an die Heidelberger Sinti-Familien zu bewahren. Der Rundgang durch die Altstadt beginnt im Innenhof des Dokumentationszentrums und schließt dort im Seminarraum mit einem vertiefenden Vortrag ab.

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Von der Tsiganologie zum Antiziganismus: Antiziganismus als kritischer Perspektivwechsel

Am 15.05.2018 um 18:00 Uhr referiert Tobias Neuburger  in der TU Darmstadt Hörsaal 226 im Alten Hauptgebäude (S1|03), Hochschulstr. 1, 64289 Darmstadt

Der Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen lädt im Sommersemester 2018 ein zu einer Vortragsreihe „Einführung  in die Antiziganismusforschung“ an der TU Darmstadt in Kooperation mit dem AStA.

Momentaufnahme: 20. April 1951, NYC

Dienstag, 15.05.2018 18:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Als Burt Glinn am 20. April 1951 auf den Auslöser seiner Kamera drückt, fängt er einen ganz besonderen Moment ein. Sechs Frauen demonstrieren auf einer Militärparade mit Transparenten und Fahnen ihre Zugehörigkeit zur Sinti- und Roma-Minderheit und ihre Identität als Amerikanerinnen. Was wir nicht sehen können: Es handelt sich um eine zufällig eingefangene Szene einer ganzen Fotoserie, die sich in mitten der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Rolle der USA im Korea-Konflikt abspielt. André Raatzsch, Referatsleiter imDokumentationszentrum, stellt diese „Momentaufnahme“ vor und lädt dazu ein im Gespräch mit ihm die Bilderpolitik der Sinti- und Roma-Darstellungen zu hinterfragen, kritisch zu reflektieren und mit dem dazugehörigen fotografischen Diskurs zu verbinden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Heidelberger Museumswoche 2018 statt.

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Doing Gender und Doing Gypsy

Das Bild der „Zigeunerin“ als Potenzierung von Stereotypen: Anmerkungen zum Wechselverhältnis von Geschlecht und Ethnie; Vortrag am Dienstag, 15.05.2018, 17 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, 47051 Duisburg

Rafaela Eulberg, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Religionswissenschaft des Forums Internationale Wissenschaft der Universität Bonn.

Der Vortrag zeigt Parallelen in der diskursiven Konstruktion einer weiblichen Identität und einer spezifischen „Zigeuneridentität“ auf, als von der Norm abweichende Gruppen.

Die Konstruktion einer spezifisch weiblichen „Zigeuneridentität“ beinhaltet dabei vielfach eine Potenzierung der Konstruktion eines „zigeunerischen“ wie auch eines spezifisch weiblichen Wesens. Exemplarisch werden verschiedene Topoi der parallelen Konstruktion vorgestellt, wie die Gegenüberstellungen „saubere Kulturmenschen vs. schmutzige Naturkinder“ (Zigeuner und Frauen als naturnahe Wesen) und „religiöse Vernunft vs. magische Irrationalität“ (Zigeuner und Frauen als übersinnlich Begabte). Gemeinsam ist diesen konstruierten Gegensätzen ein gleichzeitiges Exotisieren wie auch Dämonisieren der als minderwertig angesehenen Gruppe. Die Potenzierung der Konstruktionen wird im Bild der wahrsagenden Zigeunerin wie auch der Zigeunerin als erotische femme fatale deutlich.

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Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile

Eintägige Veranstaltung der Ver­wal­tungs­aka­de­mie des Bun­des (VAB) am 7. Mai 2018 in Schloss Laudon (Se­mi­nar­nr: BS 207), Hohenstaufengasse 3, 1010 Wien, Österreich

Am Bei­spiel des Anti­ziganis­mus wird erarbeitet, wie Stereotype wir­ken und in wel­cher Weise sie de­konstru­iert wer­den kön­nen. Die Diskrimi­nie­rung einer Volksgruppe be­ein­träch­tigt deren Lebens­qua­li­tät er­heb­lich Relevante Begrifflichkeiten (z. B. Eigen- und Fremdbezeichnungen)

  • Geschichte und Verfolgung der Roma und Sinti
  • Fragen zur gegenwärtigen Diskriminierungssituation von Sinti und Roma un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Anti­ziga­nismus­be­rich­tes – Stand der For­schung
  • Individuelle und kollektive Selbstbehauptungspraktiken
  • Österreichische Beispiele für Best Practice: Präsen­ta­tion von Pro­jek­ten aus dem öf­fent­li­chen Sek­tor, die zu einer bes­se­ren In­klu­sion von Roma und Sinti bei­tragen.

Vortragende: Mag.a Andrea Härle, Romano Centro und Herr Samuel Mago, Romano Centro

Die Veranstaltung ist auch für Ge­mein­de- und Landes­be­diens­tete kosten­frei zu­gäng­lich. Eine An­mel­dung ist über den Dienst­weg erfor­der­lich. Bei of­fe­nen Fragen wen­den Sie sich an Frau Mag.a Margret Lammert (01-53115-2017236, margret.lammert@bmoeds.gv.at) von der Ver­wal­tungs­akade­mie des Bundes.

Eröffnung der „Begegnungsreihe Sinti & Roma in Europa“

Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg e.V. lädt zur Eröffnung der „Begegnungsreihe Sinti & Roma in Europa“ am Samstag, den 28. April 2018 um 18:00 Uhr im Kulturhaus RomnoKher, B7 16, 68159 Mannheit ein.

Im Fokus der Veranstaltung steht die kulturelle und traditionelle Welt der griechischen Roma.Das Motto des Abends „Romani Mera“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Tag der Roma“.

An diesem Abend werden durch gutes Essen und verschiedene Darbietungen alle fünf Sinne des menschlichen Organismus angesprochen: Hören, Sehen, Riechen Fühlen und Schmecken.

Der in Griechenland berühmte Gitarrist und Sänger Alexandros Chatzis und seine Bandkollegen Nikolaus Chassirtzis (Buzuki) und Emanouil Milonakis (Pianist) nehmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch Griechenland und schaffen mit traditioneller griechischer Romamusik eine besondere Atmosphäre.

Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen bis zum 16.04.2018 erforderlich, telefonisch unter 0621-911 091 00 oder per Email unter veranstaltung@sinti-roma.com.

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Verachtung und Romantisierung. Zur Sozialpsychologie der Roma-Feindlichkeit

Freitag, 27.04.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Dr. Sebastian Winter, Inhaber der Gastprofessur für kritische Gesellschaftstheorie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Zwei Merkmale, die alle Ressentiments gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit teilen, treten an der Roma-Feindlichkeit in besonderer Deutlichkeit hervor: Erstens die Ambivalenz von Verachtung und Romantisierung gegenüber der stigmatisierten Gruppe und zweitens die Aktivität „von unten“, welche den Staat drängt, institutionelle und rechtliche Diskriminierungen auszuweiten. In der kapitalistischen Leistungsgesellschaft werden Parias benötigt, die als exkludierte „homines sacri“ verkörpern, was allen droht, wenn sie nicht selbstdiszipliniert und arbeitsam genug sind. Umgekehrt können diese als nicht-bürgerliche „Outlaws“ dadurch aber auch zum Stellvertreter eines Glücksversprechens werden. Innere und äußere Exklusionen sind homolog: Die psychoanalytische Sozialpsychologie untersucht, wie der gesellschaftliche Ausschluss sich innerpsychisch über projektive Abwehrprozessen als Gefühlsambivalenz niederschlägt und in einem Verfolgungsdrang mündet.

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„Die Akte Zilli Reichmann. Zur Geschichte der Sinti im 20. Jahrhundert“

Vortrag und Buchvorstellung der Forschungsstelle Antiziganismus am 23. April 2018, 18.15 Uhr im Hörsaal des Historischen Seminars, Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg

Der Historiker Heiko Haumann gibt am Beispiel der Biografie von Zilli Reichmann (* 1924) tiefe Einblicke in Lebenswelten deutscher Sinti im 20. Jahrhundert. Er bettet die Zeitzeugenaussagen seiner Protagonistin und weitere historische Quellen in den Forschungsstand zur Gesamtgeschichte der Sinti und Roma ein. Im Zentrum seines Buches steht die Verfolgung von Zilli Reichmann im Nationalsozialismus.
An den Erinnerungen Reichmanns entlang erzählt Haumann auch von der fortgesetzten Diskriminierung der deutschen Sinti nach 1945 sowie von deren langem Kampf um politische und gesellschaftliche Anerkennung. Auf Grund der Dominanz der vormaligen Täter und der Persistenz rassistischer Deutungsmuster blieb das Leben der Minderheit im Nachkriegsdeutschland jahrzehntelang überschattet. So resümiert Andreas Wang in seiner Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 28. Februar 2017: Indem „Die Akte Zilli Reichmann“ unglaubliche Kontinuitäten aufzeige, werde sie „zu einer Anklageschrift“.

Prof. Dr. Heiko Haumann war von 1991 bis 2010 Professor für Osteuropäische und Neuere Allgemeine Geschichte am Historischen Seminar der Universität Basel.

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Elemente des Antiziganismus

Mittwoch, 18. April 2018 – 18:00 bis 22:00, S1|03 226, AStA der TU Darmstadt, Hochschulstr. 1, 64289 Darmstadt

Der Abbau von hartnäckigen und langjährig tradierten Vorurteilen erfordert eine fundierte Analyse und Kritik ihrer Grundlagen und Funktionsweisen.

Daher organisiert der Hessische Landesverband der deutschen Sinti und Roma in Kooperation mit dem AStA der TU Darmstadt im Sommersemester 2018 erstmals ein Podium, auf dem die Erkenntnisse der sozial- und politikwissenschaftlichen, pädagogischen sowie (sozial-)psychologischen Forschung einem vielfältigen Publikum aus Zivilgesellschaft und Politik nähergebracht werden.

Auch die seit einigen Jahren festzustellenden Aktivitäten von Nachwuchswissenschaftler_innen im Bereich der Antiziganismusforschung werden in die Diskussion einbezogen. Als semesterbegleitendes Podium zielt die angedachte Reihe nicht zuletzt darauf, auch junge Studierende für das Problem des Antiziganismus zu sensibilisieren und so die akademische Auseinandersetzung mit der Thematik für die Zukunft zu stärken. Die weiteren Veranstaltungen werden in Kürze auf Facebook sowie auf der AStA Website veröffentlicht.

Beim ersten Vortrag der Reihe wird das Thema Elemente des Antiziganismus von Franz Maciejewski erläutert:
Antiziganismus steht für ein kulturelles System von weitergegebenen Vorstellungen darüber, wie „Zigeuner“ angeblich sind und sich verhalten. Der Affektlage nach ein Ressentiment handelt es sich um ein tief eingeschliffenes Grundmuster von Xenophobie, vergleichbar nur dem Antisemitismus. Gefragt wird nach den historischen Wurzeln dieses langlebigen (aber nicht ewigen) Zigeunerhasses und den Bedingungen seines Fortbestehens.

Dialektik der Aufklärung als Antiziganismuskritik

Freitag, 13.04.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Dr. Markus End, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V.

Die deutschsprachige Antisemitismusforschung wie auch die Antisemitismuskritik eines Teils der deutschen Linken sind maßgeblich geprägt durch die „Dialektik der Aufklärung“ von Horkheimer und Adorno, insbesondere durch die Thesen zum Antisemitismus. Kaum lässt sich ein Text zum Thema finden, der sich nicht implizit oder explizit auf diese Thesen bezieht. Die sehr viel jüngere deutschsprachige Antiziganismusforschung wie auch die sich entwickelnde Antiziganismuskritik in der Linken haben sich häufig an diesen Vorannahmen und Thesen orientiert, sich auf sie bezogen oder sie modifiziert.

Im Vortrag soll diese Perspektive der Antiziganismuskritik erweitert werden, indem aufgezeigt wird, inwiefern im Text der „Dialektik der Aufklärung“ selbst, insbesondere im Kapitel zum „Begriff der Aufklärung“, bereits der Kern einer materialistischen Theorie des Antiziganismus formuliert ist. Daraus ergeben sich im Anschluss an diese Rekonstruktion weiterführende Thesen zum Verhältnis von Antisemitismus, Antiziganismus und (post-)kolonialem Rassismus.

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ANTIZIGANISMUS IN DER DEBATTE UM SICHERE HERKUNFTSSTAATEN. ZUR KATEGORISIERUNG VON SCHUTZSUCHENDEN.

Vortrag von Markus End, 12. April, Schlosskeller Darmstadt, Am Marktplatz 15, 64283 Darmstadt

Die Unterteilung in „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge, die in der
Öffentlichkeit seit Jahren diskutiert und praktiziert wird, richtet sich
derzeit im Wesentlichen gegen Schutzsuchende vom „Westbalkan“. Diese
werden dabei weitgehend ethnisiert und pauschal als „Roma“ dargestellt
und wahrgenommen.

Im Vortrag sollen einige Mechanismen dieser Debatte anhand einer Analyse
der Bundestagsdebatte zur Erweiterung der Liste sicherer
Herkunftsstaaten herausgearbeitet und analysiert werden. Dabei soll
dargestellt werden inwiefern diese Mechanismen dazu beitragen, eine
weitere Verschärfung des Asylrechts zu legitimieren.

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Antiziganismus/Rassismus gegen Sinti*ze und Rom*nia

Arbeitsgruppe am Fachtag des Anne Frank Zentrums für pädagogische Mitarbeiter in NS-Gedenkstätten und Multiplikatoren im Feld der Antisemitismusprävention — Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Schnittstellen zwischen Gedenkstättenpädagogik und Ansätzen der politischen Bildung am 11.04.2018, 10:00 – 16:00 Uhr

Veranstaltungsort: Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin

T0bias von Barke, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Berlin) Eva Adam, Amaro Drom e.V.
Moderation: Franziska Göpner, Anne Frank

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Projekt „Antiziganismusprävention“ — Teil des Großprojektes Transfer Together

11. April 2018 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr zur Kick-Off Veranstaltung des Projekts in der Festhalle der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg)

Das Transfer-Projekt Antiziganismusprävention an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist als Teil des Großprojektes Transfer Together in den Arbeitsbereich der Interkulturellen Bildung eingegliedert und im Fach Geschichte angesiedelt.

Im Zentrum des Teilprojektes Antiziganismusprävention steht die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Diskriminierungsform Antiziganismus. Diese ist im Verhältnis zu anderen Diskriminierungsformen meist unbekannt, weshalb zum einen diese Thematik mit der bereits großen Expertise der PH im Bereich der Inklusion und der Integration und den damit verbundenen bestehenden Strukturen verknüpft werden soll. Zum anderen geht es um eine pädagogische Ausrichtung des Projekts, bei dem die Ent- und Weiterentwicklung von Konzepten zur Antiziganismusprävention unter Partizipation der Minderheit zentral ist. Bisher gibt es keine hinreichend pädagogischen Materialien die zur Prävention verwendet werden können.

Um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, freue ich mich Sie am 11. April 2018 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr zur Kick-Off Veranstaltung des Projekts in der Festhalle der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg) begrüßen zu  dürfen. In einer interaktiven Veranstaltung wird das Konzept von Transfer Together sowie alle Teilprojekte aus den Bereichen Interkulturelle Bildung, Prävention und Gesundheitsförderung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und MINT-Bildung vorgestellt.

Im Programm der Veranstaltung stehen nach einer Begrüßung der Gäste durch den Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Hans-Werner Huneke, und Grußworten unter anderem ein Beitrag von Dr. Markus Gomer, Leiter des Bereichs Bildung, Gesundheit, Arbeitsmarkt der MRN GmbH, und ein Vortrag des Projektleiters Prof. Dr. Christian Spannagel, in dem die Grundidee, die Themen und die Ziele des Projekts vorgestellt werden. Das Projekt und seine Teilprojekte präsentieren sich im Anschluss im offenen Forum an interaktiven Ständen. Das Forum und ein anschließendes Get-together bieten allen Anwesenden Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken.

Um Anmeldung zur Veranstaltung wird bis zum 31.3.2018 gebeten unter transfer@ph-heidelberg.de; weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website des Projekts: www.ph-heidelberg.de/transfertogether.

Informationen zur Anreise finden Sie unter www.ph-heidelberg.de/wegbeschreibung.

Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen der Veranstaltung Bildaufnahmen zum Zwecke der Verwendung und Veröffentlichung erstellt werden. Selbstverständlich haben Sie das Recht und die Möglichkeit, uns darauf hinzuweisen, dass Sie nicht aufgenommen werden wollen.

Die Bürgerrechtlerin Hildegard Lagrenne und der Polizeisekretär Wilhelm Helten. Forschungsbericht

Sonntag, 8.04.2018, 15 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, Nicolás Brochhagen und Wolfgang Esch. Eine ZENTRUM FÜR ERINNERUNGSKULTUR, Karmelplatz 5, 47051 Duisburg

Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Bürgerrechtlerin Hildegard Lagrenne und der Duisburger Polizeisekretär Wilhelm Helten. Im Mai 1940 wurde die 19- Jährige Sinteza Hildegard Lagrenne von Duisburg aus in das besetzte Polen deportiert. Für die Verfolgung der Duisburger Sinti und Roma waren Wilhelm Helten und seine Kollegen von der Kriminalpolizei verantwortlich. Hildegard Lagrenne überlebte die NS-Verfolgung und Zwangsarbeit und kehrte 1945 nach Duisburg zurück, wo ihr derselbe Kriminalpolizist eine „Wiedergutmachung“ versprach….

Wie die Geschichte dieser Begegnung anfing und endet präsentieren Wolfgang Esch und der Historiker Dr. des. Nicolás Brochhagen gemeinsam mit Anne Ley-Schalles, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZfE, als Rezitatorin. Der Historiker Dr. Ulrich Opfermann führt die Gäste in das Thema ein. Die Veranstaltung präsentiert die neusten Rechercheergebnisse aus dem „Arbeitskreis Geschichte der Duisburger Sinti und Roma“ des ZfE.

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Workshop: „Antiziganismus entgegentreten!“

27.03.2018, 16:00 – 19:00 Uhr, Fanprojekt Fürth, Theresienstraße 17 (Eingang über Hirschenstraße)

Der Workshop sensibilisiert für antiziganistische Stereotype und möchte aufzeigen wie diesen konkret entgegengewirkt werden kann. In den verwendeten Fallbeispielen wollen wir auch einen Fokus auf die Bürgerrechtsarbeit und auf Fürth legen. Ein Ziel der Bildungsarbeit besteht in der Erweiterung der Methodenkompetenz für die pädagogische Arbeit zum Thema Antiziganismus.

Um Anmeldung zum Workshop wird gebeten: sinti.bayern@nefkom.net

 

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Fachveranstaltung: Racial Profiling & erweiterte DNA-Analysen in kriminalpolizeilichen Ermittlungen

27.03.2018, 11:00 – 16:00 Uhr, DokuZ Sinti und Roma Berlin, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Gemeinsame Fachveranstaltung von Zentralrat und Amadeu Antonio Stiftung

 

Seit November 2016 haben Ermittler, Politiker und Journalist die Forderung erhoben, die Anwendung erweiterter forensischer DNA-Analysen in Deutschland gesetzlich zuzulassen. Es geht dabei insbesondere um die Bestimmung der Haut-, Haar- und Augenfarbe (was unter dem Begriff DNA-phenotyping zusammengefasst wird) sowie der sogenannten „biogeografischen Herkunft“.

Aus Sicht von Wissenschaftler und Minderheiten-Vertretern sind erweiterte DNA-Analysen in der Forensik äußerst problematisch, da sich ein solches Verfahren vor allen Dingen gegen Minderheiten richtet. Schon 2016 formierte sich ein breites akademisches Bündnis und übte Kritik an der bevorstehenden Gesetzgebung, da zahlreiche Fragen zu den wissenschaftlichen Grundlagen, der Praxisanwendung oder den weitreichenden gesellschaftlichen Folgen nach wie vor ungeklärt waren und sind. Dennoch wurden diese Technologien in vielen Medien, in der Politik und von seiten der Ermittlungsbehörden einseitig als positiv dargestellt.

Bislang kam es in Deutschland offiziell nur in einem Fall zu einer erweiterten biogeographischen Herkunftsanalyse mittels DNA, und zwar im Fall der von dem sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) ermordeten Polizistin Michelle Kiesewetter. Diese erste Anwendung einer biogeographischen Herkunftsanalyse richtete sich ausschließlich gegen Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma.  Der Fall wurde als das „Heilbronn Phantom“ bekannt und ein über Amtshilfe in Österreich erstelltes Gutachten führte dazu, dass Sinti und Roma massiv in den Fokus der Polizei gerieten. Die Ermittlungsakten dokumentieren eindeutig den antiziganistischen Charakter der polizeilichen Ermittlungen, der sich dann in der Medienberichterstattung widerspiegelte.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiv und kritisch mit dem kriminalpolizeilichen Ermittlungsansatz der erweiterten DNA –Analyse, welcher mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf 2017 (Bundesratsinitiative aus Baden-Württemberg) in den Bundesrat eingebracht wurde und nun im Bundestag verabschiedet werden soll. Sowohl die CDU/CSU als auch die AfD hatten die Zulassung erweiterter DNA-Analysen in ihrem Bundestags-Wahlprogramm 2017. Auch im Rahmen der Regierungssondierungen mit der SPD ist das Gesetz ein Eckpunkt.

Im Sinne des Diskriminierungs- und Minderheitenschutzes ist es notwendig sich kritisch mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Nicht nur Sinti und Roma sondern auch andere Minderheiten und gesellschaftliche Gruppen sind davon betroffen. Sie werden dadurch pauschal kriminalisiert und massiv verdächtigt. Denn die Debatte um die Zulassung erweiterter DNA-Analysen knüpft unmittelbar an rassistische Diskurse an, durch die spätestens seit dem 11. September 2001 nicht-mehrheitsdeutsche Personen allein aufgrund ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft kriminalisiert und weitere stigmatisiert werden. Die Folgen sind Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Gemeinsam wollen wir daher diese Debatten kritisch begleiten, sie um differenzierte wissenschaftliche Positionen und Fragen erweitern, um eine breite öffentliche Diskussion zum Thema erweiterte DNA-Analysen anzustoßen.

Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 22. März 2018. Ein Online-Anmeldeformular finden Sie hier

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Wileroltigen ist überall – Antiziganismus Stammtisch

26.03.2018, Stube-im-Programm, Zugang via Spychergasse 4, 3011 Bern, Schweiz

Polizeischikane, rassistische Plakate, Arbeitsmarktdiskriminierung, Hetzkampagnen. Ob fahrend oder sesshaft — Roma, Sinti und Jenische erleben alltäglich Rassismus und Diskriminierung. Es gibt eine Kontinuität von den Einreiseverboten (Stichwort «Heimatlose») über die Sesshaftmachung (Stichwort «Vaganität»), die Kindswegnahme (Stichwort Kinder der Landstrasse) bis Wileroltigen.

Der Berner Rassismusstammtisch versucht zu entwirren, gemeinsam mit Andreas Geringer (Verband Sinti und Roma Schweiz), Mo Diener (Roma Jam Session Art Kollektiv) und Angela Mattli (Gesellschaft für bedrohte Völker).

Ein Beitrag zur Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus 2018

„Der Transport verlief ordnungsgemäß“. Antiziganismus – Entstehung und Auswirkungen eines Vorurteils

Donnerstag, 22.März 2018, 19.00 Uhr, Vorträge und Gedenkveranstaltung, in Buchen, Bücherei des Judentums, Obergasse 6, 74722 Buchen (Odenwald)

Anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation der Sinti aus dem Kreis Buchen nach Auschwitz laden die Stiftung Bücherei des Judentums, das Bündnis Herz statt Hetze Neckar-Odenwald und die KZ-Gedenkstätte Neckarelz gemeinsam zu einer öffentlichen Vortrags- und Gedenkveranstaltung ein, zu welcher die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.

Nach der ‚Machtergreifung‘ der Nazis 1933 in Deutschland wurden die Sinti vermehrt überwacht und viele ihre Erwerbsmöglichkeiten unterbunden. Ende September 1939 wurde ihnen unter Androhung von KZ-Haft das Reisen verboten. Nach ihrer sogenannten rassebiologischen Erfassung erließ Himmler im Dezember 1942 einen Befehl zur Deportation der Sinti-Familien ins Zigeunerlager des KZ Auschwitz. 35 Sinti – Männer, Frauen, Alte, Kinder, Säuglinge – wurden am 23. März 1943 aus den Orten Seckach, Hardheim, Osterburken und Ballenberg abtransportiert; wahrscheinlich nicht mehr als zwei überlebten. Verantwortlich für die Durchführung waren unter anderem der Buchener Landrat Karl Stiefel und die Ortspolizeibehörden.

Im zweiten Teil wird David Weiss vom Vorstand des Verbandes Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg anhand eigener Erfahrungen und von Untersuchungen zum Thema Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart berichten: Was ist Antiziganismus, wie äußern sich die Vorurteile, wie erleben die Betroffenen Antiziganismus, und wie stehen Staat und Gesetzgebung zum Völkermord, zur Minderheit der deutschen Sinti und Roma und zum Antiziganismus?

Im Anschluss an die beiden Vorträge besteht die Möglichkeit für Rückmeldungen und zur Diskussion.

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Filmvorführung und Vortrag: „Verfolgt und vergessen“

22.03.2018, 19:00 Uhr, Fanprojekt Fürth, Theresienstraße 17 (Eingang über Hirschenstraße); Veranstaltungsreihe: Antiziganismus entgegentreten!

1985 besuchte eine Gruppe deutscher Sinti das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie oder viele Mitglieder ihrer Familie während des Dritten Reiches interniert waren. In Interviews drücken sie ihre Gefühle beim Wiedersehen des Schreckensortes 40 Jahre nach der Befreiung aus. Im anschließenden Vortrag wird der Historiker Ulli Schlee eine Übersicht über die Verfolgung der Sinti und Roma unter dem Nationalsozialismus geben und dabei auch auf das Schicksal der verfolgten Fürther Sinti eingehen.

Keine Anmeldung erforderlich!

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Zur Kritik des Antiromaismus

Kraftwerk Mitte 32, 01067 Dresden, 22.03.2018, 18:00 – 19:30 Uhr

Workshop mit Audiofeature. Das Audio-Feature zeichnet den Weg vom Lager Lety in Tschechien bis nach Auschwitz nach, erzählt vom Widerstand und der Suche nach der eigenen Vergangenheit und Identität. Doch wer waren die Protagonistinnen und Protagonisten damals, wer sind sie heute? Was sind ihre Schicksale und was hat sie bewegt? Mit unterschiedlichen Perspektiven und Erzählsträngen involviert das Audio-Feature, klärt auf und regt an neue Wege der Auseinandersetzung einzuschlagen.
Roma und Sinti sind mit 12 Millionen Angehörigen die größte ethnische Minderheit in Europa und zugleich die am stärksten diskriminierte Gruppe. Seit dem Mittelalter leben sie in Europa. Ihre Ausgrenzung und Verfolgung begann in der Frühen Neuzeit mit der Herausbildung der Territorialstaaten und bildete ihren negativen Höhepunkt mit der nationalsozialistischen Verfolgung. Über 500.000 Roma und Sinti wurden aus rassistischen Gründen als „Zigeuner“ von den Nationalsozialisten in Deutschland und den besetzen Gebieten ermordet. Der Genozid wird auch als Porajmos bezeichnet. Bis heute tragen gesellschaftliche Ressentiments gegenüber Roma und Sinti zu Ausgrenzung und Diskriminierung bei. Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Antiromaismus und der Aufarbeitung des Völkermords an ihnen ist bisher nicht erfolgt. Der Workshop diskutiert anhand des Features Vergangenheit und Gegenwart dieses mörderischen Rassismus.

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Ausgrenzung, Selbstbehauptung und der ewige Kampf um Anerkennung Sinti und Roma in München nach 1945

Neues Rathaus, Marienplatz 8, 80331 München Kleiner Sitzungssaal, 19.03.2018, Beginn: 18:30 Uhr – Ende 20:30 Uhr

Vortrag, Performance und Diskussion mit Alexander Diepold, Behar Heinemann und Münchner Sinti und Roma

Das Gedenken an die Deportationen der Münchner Sinti und Roma fordert auch zum Blick auf die Gegenwart auf:

➢ Wie wirkt die Ausgrenzung über 1945 hinaus fort?
➢ Was bedeutet „Selbstbehauptung“?
➢ Und warum bleiben Sinti und Roma als Opfer bis heute oft unsichtbar?

Veranstalter: MADHOUSE gGmbH und Fachstelle für Demokratie der LHS München

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Themenrundgang: Sinti und Roma im KZ Dachau

Samstag, 17.03.2018, 14.00-16.30 Uhr, Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstraße 75,  85221 Dachau
Referent: Steffen Jost, Referent der KZ-Gedenkstätte Dachau
Anmeldung: Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis spätestens 13.45 Uhr
Kosten: 4 Euro

Lange Zeit spielte die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus in der deutschen
Erinnerungslandschaft kaum eine Rolle. Erst die Arbeit der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in den 1980er Jahren brachte das Thema langsam ins Bewusstsein der Gesellschaft.

Im Rundgang soll ein Bogen gespannt werden von der frühen Diskriminierung der „Zigeuner“ im Dritten Reich, über deren Deportation in Konzentrationslager wie Dachau, bis hin zum Kampf um die Anerkennung dieser Verfolgung in der Bundesrepublik. Dabei war die KZ-Gedenkstätte Dachau selbst Schauplatz dieser Auseinandersetzungen, so etwa beim Hungerstreik der Bürgerrechtsbewegung 1980.

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Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Deportation der Roma und Sinti aus Württemberg und Baden

Stiftskirche Stuttgart, Stiftstraße 12, 70173 Stuttgart am 15.03.2018, 14:00 – 17:00 Uhr

Am 15. März 1943 ging der erste Transport von Sinti aus Baden und Württemberg nach Auschwitz-Birkenau ins sogenannte „Zigeunerlager“. 456 Menschen aus 52 Orten in Württemberg und Baden waren es, die in jenem Monat dorthin deportiert wurden. Nur wenige haben überlebt. Dieser Verbrechen wird am 15. März 2018 in Stuttgart mit einem Gedenkgottesdienst, der Gedenkstunde der Landesregierung und dem Gedenken am Mahnmal der Deportationen am Nordbahnhof erinnert.

14:00 Uhr:
Ökumenischer Gedenkgottesdienst mit Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July, Stuttgart und Weihbischof Dr. Bernd Uhl, Freiburg in der Stuttgarter Siftskirche

16:00 Uhr:
Gedenken an der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ am Stuttgarter Nordbahnhof

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Verfemt, verfolgt, ermordet. Sinti und Roma in München

Stadtarchiv München, Winzererstr. 68, 80797 München Filmsaal 2. OG (eingeschränkt barrierefrei)

15.03. 2018, 18:00 Uhr – 20:00 Uhr

Rechercheworkshop zu Biographien von verfolgten Sinti und Roma mit Barbara Hutzelmann und Maximilian Strnad (Historiker)

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Phral mende – Wir über uns. Film und Gespräch über Perspektiven von Sinti und Roma in Deutschland

15. März, 19 Uhr, W. M. Blumenthal Akademie, Saal, 
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin (gegenüber dem Museum)

Phral mende – Wir über uns ist kein Film über Sinti und Roma, sondern ein vielstimmiges Selbstporträt. In biografischen Interviews sprechen Persönlichkeiten wie Anita Awosusi, Fatima Hartmann oder Ilona Lagrene mit Regisseurin Tayo Awosusi-Onutor über bürgerrechtliches Engagement, Erinnerungskultur und Alltagsrassismus. Aus ihren Perspektiven und individuellen Erfahrungen entsteht ein lebendiges Bild von Sinti und Roma in Deutschland, das sich stereotypen Sichtweisen widersetzt.

Nach dem Film findet ein Publikumsgespräch mit der Regisseurin und Protagonist*innen des Films statt – über Identität und Engagement, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Heimat und Herkunft.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Romnja Power Month 2018 in Kooperation mit der Jüdischen Akademie Berlin statt.

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„Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“

15.02.2018 – 14.03.2018 (Eintritt frei), Zentralbibliothek Bremen, Wall-Saal

Im Archiv der Universität Liverpool fand die dort leh­ren­de His­to­ri­ke­rin Eve Rosenhaft ca. 200 Fotografien, die das Leben der Sinti und Roma in den 1930er Jah­ren in Dessau-Roßlau do­ku­men­tie­ren. Sie gehen auf den damals in Roßlau le­ben­den Foto­jour­nalis­ten Hanns Weltzel zu­rück. Weltzel hatte ab 1931 inten­sive Kon­takte zu den Fa­mi­lien, die auf ihren Handels­wegen nach Des­sau-Roß­lauka­men. Die Fotos und er­hal­ten ge­blie­be­nen Briefe zeu­gen von einer freund­schaft­li­chen und von gegen­seiti­gem Ver­trauen und Respekt ge­präg­ten Atmos­phäre. Darin liegt die Be­sonder­heit dieses Foto­bestan­des, ins­beson­dere wenn man sie mit Pro­pa­ganda­fotos im National­sozialismus ver­gleicht.

Am Abend der Ausstellungseröffnung wird auch der vom AJZ Dessau pro­du­zier­te Kurzfilm „Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger“ ge­zeigt, der in einem Jugend­forschungs­projekt ent­stand. Unku gehörte mit ihrer Familie zu den aus Dessau-Roßlau Aus­gewie­se­nen und wurde mehr­fach von Hanns Weltzel foto­grafiert.

Im Rahmen des Programms zum „27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Ko­ope­ra­tions­partner: Heinrich-Böll-Stiftung.

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Apropos Roma presentacija – Präsentation – Antiziganismusbericht 2017

Präsentation des Antiziganismus-Berichts 2017 in Eisenstadt am 15.03.2018, 19.00  in den Burgenländischen Volkshochschulen Pfarrgasse 10, 7000 Eisenstadt, Österreich

Der Verein Romano Centro präsentiert den Bericht zu Antiziganismus in Österreich 2015 – 2017.
Der Bericht wird von Mag. Ferdinand Koller, Mitarbeiter des Romano Centro, vorgestellt.
Gemeinsam mit Partnerorganisationen wurden antiziganistische Vorfälle der letzten Jahre gesammelt und in einem
Bericht zusammengestellt. Das Ergebnis ist deutlich: Roma/Romnja und Sinti/Sintize sind in Österreich in allen Bereichen von Rassismus betroffen. Die Fälle reichen von verweigerten Dienstleistungen, Benachteiligungen am Arbeitsmarkt, Beleidigungen und Hetze im Internet, rassistischen Äußerungen von PolitikerInnen oder der Polizei, stereotypen Darstellungen in Medien bis hin zu Verhetzung und gewalttätigen Übergriffen.
Antiziganismus ist in Österreich weit verbreitet und wenig kritisch hinterfragt.
Antiziganistische Vorstellungen sind daher eher die Regel in der Mitte der Gesellschaft
als die Ausnahme am „rechten Rand“.

Eine Veranstaltung der Volkshochschule der burgenländigschen Roma, in Kooperation mit den Burgenländischen Volkshochschulen.

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Antiziganismus, Antiromanismus in Medien und sozialen Netzwerken

Veranstaltung mit Ausstellungseröffnung und veganer Vokü u a. mit dem Aktivisten Kenan Emini von „Alle Bleiben!“ u. Regisseur des Films „The Awakening“
(http://awakeningmovie.de); veranstaltet durch T.o.N Abend am 15.03.2018, 20:00 Uhr, Zielona Góra, Grünberger Straße 73 10245 Berlin

Schwerpunkte der Ausstellung sind sowohl das Bleiberecht von Rom*nja in Deutschland als auch die Situation abgeschobener Rom*nja in den Ländern Serbien, Kosovo und Mazedonien. Die Bilder aus Serbien thematisieren sowohl den Umgang mit diesen Überlebenden als auch die
Lebenssituation geflüchteter Roma heute: Viele von ihnen leben in Siedlungen unter unwürdigen Bedingungen.

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Fachtag Sinti und Roma — Zwischen Unwissenheit und Antiziganismus

Vortrag und Workshop am Mittwoch, den 14. März, 9:30-15:30 Uhr Martinshaus, Kanalufer 48 in 24768 Rendsburg

Vorurteile und Unwissen bestimmen das Bild der Sinti und Roma in Deutschland. Der Völkermord an den Sinti und Roma und die noch immer bestehende strukturelle und persönliche Diskriminierung, die viele Sinti und Roma heute Erfahren, erschweren das Leben der Menschen. Der Fachtag dient der Wissensvermittlung der Geschichten und Kulturen der Sinti und Roma.

Die geladenen Experten werden zum Thema aufklären. Der Historiker Sebastian Lotto-Kusche wird einen fachlich, historischen Input geben, nach dem Zeit für eine spannende Diskussion geplant ist. Anschließend wird Matthäus Weiß von seinen Erfahrungen aus der Arbeit in Schleswig-Holstein, dem Wohnprojekt Maro Temm und seinen Reisen in den Westbalkan berichten. Neben den Einführungsvorträgen, wird am Nachmittag die Arbeit in Arbeitsgruppen aufgenommen. Matthäus Weiß wird detaillierter über seine Erfahrungen berichten und dialogisch Wissen vermitteln. Im zweiten Workshop gibt es die Möglichkeit, methodisch an der eigenen interkulturellen Kompetenz zu arbeiten. Die Aufteilung in die Workshops erfolgt am Fachtag.

Referent*innen
Matthäus Weiß ist 1. Landesvorsitzender des Verbands Deutscher Sinti und Roma e.V./Landesverband Schleswig-Holstein und Referent für Europa und Politik. Sebastian Lotto-Kusche ist Historiker, arbeitet beim Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte und promoviert zum Thema: Anerkennung des NS-Völkermords an den deutschen Sinti und Roma. Solveigh Deutschmann und Wiebke Schümann arbeiten im Fachbereich Migration und Integration im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein.

„Meine Großmutter hat uns das Leben gerettet“

Zeitzeugengespräch mit Siegfried Heilig am 14.03.2018, 19 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München – Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München Auditorium

Im Rahmen der Projekttage „75. Jahrestag der Deportation der Münchner Sinti und Roma“ findet ein Zeitzeugengesprächmit Siegfried Heilig, geb. 1934 in Bloensdorf (Kreis Wittenberg) statt.

Veranstalter:
➢ NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit
➢ Landesverband Deutscher Sinti und Roma Bayern e.V.
➢ Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst

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Antiziganismus-Workshop

MADHOUSE gGmbH, Landwehrstr. 43, 1. Stock links, 80336 München, 14.03.2018, 14:30 Uhr – 17.00 Uhr

Begrüßung und Moderation durch Adrian Gaspar (Musiker und Pädagoge)

Interaktiver Workshop, mit dem Ziel Vorurteile gegenüber Sinti und Roma abzubauen. Adrian Gaspar spielt zunächst einen „Straßenmusikanten“, der gebrochen Deutsch spricht, worauf er sein Akkordeon und seinen Hut ablegt und „normal“ gibt. Auf einem Flipchart zeichnet er Fantasie-Figuren, die mit den TeilnehmernInnen vor Ort entwickelt werden und extremen Vorurteilen ausgesetzt sind. Die Umstände dieser erfundenen Personen werden analysiert. Das Ziel ist es, den Workshop Teilnehmern nahezulegen die Kommunikation zu suchen anstatt zu stereotypisieren.

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Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart. Wie handeln gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma?

Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg, Am Wienebütteler Weg 1, Lüneburg, 14.03.2018, 09:30 – 16:00 Uhr

Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Projekt Kompetent gegen Antiziganismus in Kooperation mit der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Bitte um Anmeldung wegen Planung und Mittagessen bis 05.03. unter bernd.grafe-ulke@stiftung-ng.de, Anfahrt: https://www.pk.lueneburg.de/anfahrt/

Von der religiösen Stigmatisierung zum Anti-Roma-Rassismus. Geschichte und Gegenwart des Antiziganismus

Dienstag, 13. März 2018, 18:30 Uhr VHS Celle, Trift 20, 29221 Celle: Vortrag & Diskussion mit Tobias Neuburger

Bereits im ausgehenden Spätmittelalter, an der Schwelle zur frühbürgerlichen Gesellschaft bildete sich der Antiziganismus, das Ressentiment gegen Sinti, Roma und andere als „Zigeuner“ stigmatisierte Bevölkerungsgruppen aus. Damit verweist der Antiziganismus zwar einerseits auf eine jahrhundertelange Geschichte, doch dies sollte andererseits nicht dazu verleiten diesen als ahistorischen oder „ewigen“ Hass zu begreifen. Die antiziganistischen Semantiken waren im Verlauf der Geschichte ebenso vielfältigen Metamorphosen und Wandlungen unterworfen. Der Vortrag versucht einige dieser Transformationen zu identifizieren und bietet auf diese Weise eine Einführung in die Geschichte des Antiziganismus.

Tobias Neuburger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover und Doktorand an der Universität Innsbruck.

Eine Veranstaltung aus der Reihe 75 Jahre Auschwitz-Erlass – Kontinuitäten des Rassismus gegen Sinti und Roma

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Erinnerung an die Verfolgung der Roma und Sinti in Europa

Stadtarchiv München, Winzererstr. 68, 80797 München, 13.03.2018, 9 – 13 Uhr

Impulsreferate und anschl. Podiumsdiskussion

Begrüßung durch Alexander Diepold, MADHOUSE gGmbH

Moderation durch Behar Heinemann

Referenten/Innen:

➢ Daniel Strauß (deutscher Sinti)
➢ Iovanca Gaspar (rumänische Rroma)
➢ Behar Heinemann (Kosovo Roma)
➢ José Alfredo Maya (spanische Gitano)
➢ Stefan Nikolic (Rom aus Serbien, Ex-Jugoslawien)

Es werden durch die Referenten/innen kurze Vorträge vorgestellt. Anschließend wird über den Sinn eines Denkmales und eines jährlichen Gedenktages anlässlich der Deportation der Münchner Sinti und Roma diskutiert.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Freudenberg-Stiftung, das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ der Europäischen Union und die MADHOUSE gGmbH

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Namenslesung zum Gedenken an die aus München deportierten Sinti und Roma

Platz der Opfer des Nationalsozialismus, 80331 München, 13.03.2018, 18:00 – 19:30 Uhr

Eine Veranstaltung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und der weiteren Veranstalter und Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Deportation der Münchner Sinti und Roma am 13. März 1943.

Am 13. März 2018 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem die Münchner Kriminalpolizei 130 Sinti und Roma aus München und Umgebung in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportieren ließ.
Die Landeshauptstadt München ehrt die Opfer des Porajmos in einer zentralen Gedenkveranstaltung am 13. März 2018 im Neuen Rathaus. Zuvor werden am Platz der Opfer des Nationalsozialismus die Namen der deportierten Sinti und Roma verlesen.

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Antiziganismus in Deutschland

Fabrik Osloer Straße, Osloer Str.12, 13359 Berlin, 12.03.2018, 16:00 – 19:30 Uhr

Antiziganistische Vorurteile und Stereotypen sind in der deutschen Gesellschaft tief verankert. In dem Workshop werden diese aufgegriffen und diskutiert sowie anhand verschiedener kurzer Videoportraits von Betroffenen Themen wie Diskriminierung im Alltag, ungleiche Bildungs- und Aufstiegschancen, Verdrängung und unsichere Aufenthaltsstatus behandelt. Der Workshop wird begleitet von einer Expertin des Amaro Drom e.V.

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Workshop „Antiziganismus“

Nürnberg: Antifa-Café der Autonomen Jugendantifa Nürnberg und der antifaschistischen Initiative [das schweigen durchbrechen]. 10.03.2018, 14.00 – 18.00 Uhr im Projekt 31 (An den Rampen 31).

Die Wahrnehmung von Sinti und Roma ist auch in der Gegenwart zumeist negativ behaftet. Ungeachtet dessen, dass es sich bei Sinti und Roma um eine äußerst heterogene Gruppe handelt, entwerfen große Teile der Mehrheitsgesellschaft und ihrer Institutionen weiterhin ein projektives Bild dieser Minderheit.
Der Workshop will sich mit verschiedenen Facetten des Antiziganismus auseinandersetzen.
Die Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus werden anhand verschiedener thematischer Zugänge geführt: Von der Kontinuität des Antiziganismus bei der Polizei über die Welt des Schlagers und des Hiphops bis hin zu den alltäglichen rassistischen Klischees in Medien und sozialen Netzwerken.
Abschließend sollen gemeinsam Möglichkeiten und Grenzen antirassistischen Handelns diskutiert werden.
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Sinti und Roma in Niedersachsen – Geschichte und Gegenwart

Tagung in Hannover der Abteilung Gedenkstättenförderung Niedersachsen der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Kooperation mit der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover und dem Projekt „Kompetent gegen Antiziganismus“ der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. 09.03.2018 – 11.03.2018, ganztägig. Veranstaltungsort: Haus der Region Hannover, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover

Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dokumentations- und Gedenkstätten in Niedersachsen, Mitglieder von Vereinen, Initiativen und Geschichtswerkstätten, Personen, die in der Erforschung und Vermittlung der Geschichte von Widerstand und Verfolgung 1933–1945 und den Folgen engagiert sind.

Die Einführungsvorträge und die Filmdokumentation am Freitag, 9. März sind öffentlich und können ohne Anmeldung besucht werden.

Kontakt: rolf.keller@stiftung-ng.de

Nähere Infos hier und hier

Zeitzeugengespräch mit Siegfried Heilig

Aus der Veranstaltungsreihe: Antiziganismus entgegentreten!

08.03.2018,  19 Uhr,  Fanprojekt Fürth, Theresienstraße 17 (Eingang über Hirschenstraße)

Siegfried Heilig konnte als Kind der nationalsozialistischen Verfolgung mit seinen Eltern und seinen Geschwistern entkommen. Herr Heilig.

berichtet über sein Schicksal und das seiner Familie während und nach der NS-Zeit. Das Publikum hat die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Keine Anmeldung erforderlich!

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„… durch die Polizei abgeholt“

Vortrag in Bremen von Dr. Hans Hesse am 07.03.2018, 19:00 Uhr im Schulmuseum Bremen, Auf der Hohwisch 61–63, 28207 Bremen

Dr. Hans Hesse berichtet von seinen aktuellen Recherchen über die Verhaftung von Schülerinnen und Schülern aus Bremischen Sinti- und Romafamilien und deren Deportation nach Auschwitz. Im März 2018 jähren sich zum 75. Mal die Tage, an denen aus Nordwestdeutschland und Bremen Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof aus in drei Transporten in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Unter ihnen waren zahlreiche schulpflichtige Kinder, die in den Morgenstunden aus den Schulen und den Unterricht „durch die Polizei abgeholt“ – wie die Schulleitungen nach 1945 bescheinigten – und in das provisorische Sammellager auf dem Schlachthof am Hauptbahnhof gebracht wurden. Am Beispiel einer Sinti-Familie zeichnet der Vortrag diese bislang wenig bekannten Informationen nach. Der Historiker Hans Hesse erforscht seit 1993 die NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland, zeitweise als Projekt mit dem Bremer Sinti-Verein. 2005 legte er mit „Konstruktionen der Unschuld“ das Standardwerk über die Entnazifizierung in Bremen und Bremerhaven vor und hat aktuell die erste große Monographie über das Projekt der STOLPERSTEINE herausgebracht. Hans Hesse lebt in Köln.

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„Ich arbeite auch mit Roma…“, Antiziganismus und soziale Arbeit

Fortbildung für außerschulische und schulische Fachkräfte am 07.03.2018 – 10.03.2018, Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e. V., Europäisches Bildungs- und Tagungshaus, Klosterweg 4, 29549 Bad Bevensen

Lehrende: Dozent & Dozentin: Markus End, Elisa Schmidt | Päd. Mitarbeiterin: Gabriele Wiemeyer

In Kooperation mit: Amaro Drom e.V., Berlin, Deutschland

Gefördert durch: Niedersächsisches Kultusministerium

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Zur Gegenwart des Antiziganismus in Deutschland

06.03.2018, 18:00 – 20:00, Universität Bielefeld Raum X-E0-001, Universitätsstraße 24, 33615 Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Referent: Dr. Markus End
Antiziganismus ist in der deutschen Gesellschaft lange tradiert und tief verankert. Dabei ist es wichtig festzuhalten, dass dieses Ressentiment nicht nur ‘am rechten Rand’, sondern in allen gesellschaftlichen Spektren auftritt. Nach einer kurzen historischen Einführung und Begriffsklärung werden im Vortrag verschiedene aktuelle Erscheinungsformen des Antiziganismus in öffentlichen Debatten, in der TV-Berichterstattung und in der Presse, bei der Polizei und anderen gesellschaftlichen Institutionen vorgestellt und kritisch analysiert.

Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich

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Roma und Sinti in Bergen-Belsen – Geschichten von Verfolgung, Erinnerung und Aufarbeitung

Workshop mit Daniel Tonn und Katja Seybold

Der Workshop richtet sich an Personen, die sich für das Thema Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart interessieren.
Im Rahmen der Veranstaltung setzen sich die Teilnehmenden mit der Verfolgungsgeschichte während des Nationalsozialismus sowie Kontinuitäten der Ausgrenzung nach 1945 bis heute auseinander: Wie kamen Angehörige der Gruppe nach Bergen-Belsen? Wie gestaltete sich ihr Leben unter den extremen Bedingungen im Konzentrationslager? Wie sind Überlebende von Bergen-Belsen mit ihren Lagererfahrungen umgegangen?

Die Teilnehmer_innen besuchen die Dauerausstellung und das historische Lagergelände und nähern sich anhand verschiedener Quellen dem Leben und Schicksal der Betroffenen. Ein Blick soll dabei ebenso auf die gegenwärtige Situation von Roma und Sinti gerichtet werden.

Zum Hintergrund: Ab 1944 kamen Sinti und Roma in das Konzentrationslager Bergen-Belsen, darunter überdurchschnittlich viele Kinder. Die meisten von ihnen hatten bereits mehrere Jahre der Verfolgung hinter sich und waren der Ermordung knapp entgangen. Bergen-Belsen war für die Mehrzahl der Roma und Sinti der letzte Ort der Verfolgung. Auch nach Kriegsende waren sie Opfer von Ausgrenzung und Diskriminierung. In der deutschen Gesellschaft war lange Jahre kaum jemand bereit, sich mit dem Schicksal der Sinti und Roma zu beschäftigen. Größere öffentliche Aufmerksamkeit erlangten sie mit einer internationalen Gedenkkundgebung 1979 auf dem ehemaligen Lagergelände in Bergen-Belsen.

Ihre Anmeldung für den Workshop nehmen wir gerne bis Mittwoch, den 26. Februar 2018 unter veranstaltung.bergen-belsen@stiftung-ng.de oder unter Tel. +49 (0) 5051 – 47 59-0 entgegen.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

75. Gedenktag zur Erinnerung an die Deportation der Sinti aus Niedersachsen am 3. März 1943 in der Gedenkstätte Ahlem

02.03.2018, 12:00 – 13:30 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover

  • Beginn um 12 Uhr im Gerson-Saal
  • Grußwort der Stadt Hannover
  • Grußwort der Region Hannover
  • Redebeitrag einer Selbstorganisation der niedersächsischen Sinti
  • Aufführung eines Theaterstücks zum Leben und Schicksal der Sintezza Erna Lauenburger, genannt Unku – Eine Kooperation zwischen dem Verein Maro Dromm SuiGeneris e.V. und der AG Antirassismus der Alexanderschule Wallenhorst in Osnabrück.
  • 13 Uhr Einweihung einer neuen Skulptur auf dem Gelände der Gedenkstätte Ahlem

Vor und nach der Veranstaltung kann die Dauerausstellung der Gedenkstätte besucht werden, die auch über die Verfolgung der niedersächsischen Sinti und Roma im Nationalsozialismus informiert.

Die Ausstellung ist von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

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Ceija Stojka. Ein Leben danach, nach Auschwitz!

Fr 02.03.2018, 19:00 Uhr, Galerie Kai Dikhas, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin

Fünf Jahre nach dem Tod Ceija Stojkas wird deutlich, welch großes Werk und welch große Wirkung die Künstlerin hinterlassen hat. Parallel zur Ausstellung „Ein Leben danach, nach Auschwitz!“ in der Galerie Kai Dikhas in Berlin ist mit der Ausstellung im Pariser La Maison Rouge „Die Roma-Künstlerin des Jahrhunderts“ der Künstlerin die möglicherweise umfangreichste und bedeutendste Retrospektive, die einer Künstlerin der Minderheit je gewidmet wurde, zu sehen. Auch mit dieser Resonanz ist Ceija Stojka eine Vorläuferin ihrer Künstlerkolleginnen und -kollegen, der anstehenden Entdeckung der Qualität der zeitgenössischen Kunst ihrer Minderheit durch die breite Mehrheit.

Moritz Pankok, Kurator

ZUR SITUATION ABGESCHOBENER ROMA IN DEN WESTBALKANSTAATEN

Ausstellung Freitag, 23. Februar 2018 bis Dienstag, 13. März 2018 VHS Celle, Trift 20, Celle

Seit die „Westbalkanstaaten“ zu „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt wurden, ist der Aufenthaltsstatus vieler in Deutschland lebender Roma gefährdet. Es kommt massenhaft zu Abschiebungen, Asylgesuche werden in Schnellverfahren als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt. Roma aus osteuropäischen Ländern gelten in Deutschland als Wirtschaftsflüchtlinge bzw. Asylbetrüger_innen. Dabei wird weder berücksichtigt, dass gerade die Vertreibungen und Enteignungen von Roma während des Kosovokrieges, der mit deutscher Unterstützung geführt wurden, zu ihrer Flucht geführt haben, noch, dass es sich bei diesen Personen häufig um die Nachkommen von Holocaust-Opfern handelt. Die Folgen des Krieges und der Nationalismus der Mehrheitsbevölkerung machen es Roma unmöglich, in den Ländern Ex-Jugoslawiens ein sicheres Leben aufzubauen.

Die Ausstellung des Roma Antidiscrimination Network zeigt, was für die hiesige Öffentlichkeit in der Regel unsichtbar bleibt: die Bleiberechtskämpfe von in Deutschland lebenden Roma und die Situation von aus Deutschland abgeschobenen Roma in den vermeintlich sicheren Westbalkanstaaten.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Freitag 9:00 Uhr – 13:00 Uhr und Dienstag und Donnerstag 15:00 Uhr – 18:00 Uhr

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„THE AWAKENING“ FILM UND DISKUSSION MIT DEM REGISSEUR KENAN EMINI

FREITAG, 23.02.2018, 19:00 UHR | FILM & DISKUSSION, VHS CELLE, TRIFT 20, CELLE

Der Film „The Awakening“ des Regisseurs KENAN EMINI (Roma Antidiscrimination Network) beleuchtet in Moment- aufnahmen die politische und die soziale Lage von Roma in Europa. Er zeigt den Kampf um das Bleiberecht, schildert die Folgen von Abschiebungen und macht deutlich, wie Roma als „Wirtschafts üchtlinge“ stigmatisiert und rechtlich ausgegrenzt werden. Wir sehen wie die Kriege der 1990er Jahre und der Kosovokrieg, wie die Entwicklungen nach dem Zerfall Jugoslawiens, wie rassistische Verfolgung und Ausgrenzung zu einer Situation geführt haben, in der Roma in den ex-jugoslawischen Ländern keine Zukunft mehr haben.

Ein wichtiger Film in einer Zeit, in der die Diskriminierung von Roma durch das Erstarken nationalistischer und völkischer Bewegungen in Europa und durch die Abschottung innerhalb der EU noch weiter zuzunehmen droht.

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Konferenz: Antiziganismus und Film

Fachgespräch „Die Ethik des Filmemachens: von, mit oder über Sinti und Roma“

Datum: 21. Februar 2018, 14 – 17 Uhr
Veranstaltungsort: Bayerische Vertretung in Berlin |Behrenstraße 21/22 |10117 Berlin
Anmeldung: Anmeldung bis 15. Februar, eine namentliche Anmeldung ist zwingend für den Einlass in die Bayerische Vertretung notwendig.

Konferenz „Antiziganismus und Film“
Datum:
22. – 23. Februar 2018, 9 – 18.30 Uhr, 9 – 15.30 Uhr
Veranstaltungsort: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma – Berliner Büro |Aufbau Haus am Moritzplatz | Prinzenstr. 84.2. | 10969 Berlin | 3. Obergeschoss

Anmeldung: Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 15. Februar. Eine Konferenzgebühr wird nicht erhoben, jedoch können auch keine Fahrt- oder Unterkunftskosten erstattet werden. Ein Online-Anmeldeformular finden Sie hier>>, Fragen bitte an: zentralrat@sintiundroma.de

Das Thema Antiziganismus und Film ist hochaktuell und eine tiefergehende Auseinandersetzung und Debatte dazu steht bislang aus. In den letzten Monaten gab es größere öffentliche Aufmerksamkeit und kritische Debatten zu gleich drei aktuellen Kinoproduktionen. Zum einen die inhaltliche Ausrichtung des Kinder- und Jugendfilms „Nellys Abenteuer” wie auch seine Produktionsbedingungen, die auf Einladung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma bei einem Fachgespräch am 14. September in Berlin kontrovers diskutiert wurden.  Zum anderen der französische Film „À bras ouverts” („Hereinspaziert”), der bereits Anfang des Jahres in Frankreich eine Debatte über Rassismus im Kino auslöste und nun auch in Deutschland und Österreich stark kritisiert wird. Auch die Besetzung einer männlichen Hauptrolle in der geplanten Verfilmung von Mikey Walsh’s Memoiren „Gypsy Boy” mit Benedict Cumberbatch hat in Großbritannien eine Diskussion über „whitewashing” im Kino angefacht.

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MINDERHEITEN UNTER DRUCK

SONNTAG, 18.02.2018, 12:00 UHR – 17:00 UHR, GEDENKSTÄTTE AHLEM, HEISTERBERGALLEE 10, HANNOVER

Menschenfeindliche Einstellungen Gestern und Heute – am Beispiel der historischen Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und der aktuellen Situation ge üchteter Roma in Deutschland. Im Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit der Geschichte und Gegenwart, mit Kontinuitäten und Wandlungen des Rassismus gegen Sinti und Roma auseinander. Angesichts der fortgesetzten Ausgrenzung und Stigmatisierung in der deutschen Nachkriegsgeschichte stellt sich auch im Kontext heutiger Fluchtbewegungen von Roma aus Südosteuropa die Frage nach einer historischen Verantwortung Deutschlands. Hier möchten wir mit dem Workshop Denkanstöße geben und die Teilnehmenden für prekäre Lebenssituationen von Menschen aus Minderheitengruppen sensibilisieren.

Der Workshop wird gestaltet von der Gedenkstätte Ahlem in Kooperation mit dem Roma Antidiscrimination Network. Gezeigt wird zudem der Film „The Awakening“ des Regisseurs KENAN EMINI (Roma Antidiscrimination Network). Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei. Begrenzte Teilnehmendenanzahl – es wird um Voranmeldung gebeten: ANMELDUNG: Tel.: 0511-616- 23745 oder Mail: gedenkstaette@region-hannover.de

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NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau

Ausstellung und Vortrag am 15.02.2018, 19:00 Uhr im Janusz-Korczak-Haus Berlin, Rathausstraße 17 (Eingang durch Am Nußbaum 10 im Nikolaiviertel), 10178 Berlin

Zu Gast beim Janusz-Korczak-Haus Berlin sind Wissenschaftlerinnen aus dem Ukrainischen Institut für Holocaust Studien „Tkuma“ (Dnipro, Ukraine), die an diesem Abend ihre Ausstellung “Die Tragödie der Roma: Vergangenheit und Gegenwart” präsentieren. Die Ausstellung ist ein Ergebnis des wissenschaftlichen Projektes zur Erforschung des NS-Genozids an den Roma auf dem Territorium der Ukraine und der Republik Moldau. Das Projekt wurde vom Ukrainischen Institut für Holocaust Studien „Tkuma“ (Dnipro, Ukraine) mit Unterstützung der „International Holocaust Remembrance Alliance“ durchgeführt.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Programm:

  • Vortrag “NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau: Geschichte und Erinnerung“ Iryna Radchenko and Maryna Strilchuk, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Ukrainischen Institut für Holocaust Studien „Tkuma“, Dnipr
  • Präsentation der Ausstellung und Gespräch “Die Tragödie der Roma: Vergangenheit und Gegenwart”
  • Gemeinsamer Ausklang

Nähere Infos  Anmeldung unter: anmeldungberlin@ejka.org

INSTITUTIONELLER RASSISMUS GEGEN ROMA IN EUROPA

MITTWOCH, 14.02.2018 | 19:00 UHR | VORTRAG & DISKUSSION KARGAH E.V. | ZUR BETTFEDERNFABRIK 1 | HANNOVER

Die 2016 von der Grundrechteagentur der Europäischen Union durchgeführte Erhebung zu Minderheiten und Dis- kriminierung (EU-MIDIS II) offenbart einen europaweit ausgeprägten institutionellen Rassismus gegen Roma. Insti- tutionelle Diskriminierung und Rassismus zeigen sich im Bildungs- und Ausbildungssektor, dem Arbeitsmarkt, der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, dem Gesundheitswesen, der Polizei und weiteren Behörden. Die zentralen Ergebnisse stellen rechtlich wie politisch ein schweres Versagen in der EU und ihren Mitgliedstaaten dar.

PROF. DR. ELIZABETA JONUZ ist Sozialwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Soziale Arbeit, Migration und Inter- nationales an der Hochschule Hannover.

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Katzenstreu. Lesung mit Stefan Horvath

Do., 8. Februar, 19 Uhr, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin

Stefan Horvath begegnet in seiner Erzählung „Katzenstreu“ dem Terror des 4. Februar 1995, einem Attentat, bei dem vier Roma aus Oberwart ihr Leben verloren, darunter einer seiner Söhne.

Zum Autor: Geboren 1949, lebt in der Roma-Siedlung in Oberwart. 1995 verlor er bei der Detonation der Oberwarter Rohrbombe unweit der Siedlung einen Sohn. Von diesem Ereignis schwer traumatisiert, litt er an schweren Schlafstörungen, da er das Geräusch der detonierenden Bombe immer wieder in seinen Träumen zu hören glaubte, bis er eines Tages ein probates Mittel zur Überbrückung dieser Zeit fand: er begann zu schreiben. 2003 erschien sein erstes Buch „Ich war nicht in Auschwitz“ und 2007 das Buch „Katzenstreu“, zu dem mit Willi Spuller auch ein gleichnamiges Hörbuch produziert wurde. 2013 erschien sein bislang letztes Buch „Atsinganos – Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe WASS KETNE! * Lasst uns zusammenkommen!

ANERKENNUNG, GLEICHBERECHTIGUNG UND BLEIBERECHT

DIE BÜRGERRECHTSBEWEGUNG DEUTSCHER SINTI UND ROMA UND DIE BLEIBERECHTS- KÄMPFE GEFLÜCHTETER ROMA SEIT DEN 1990ERN

 VORTRAG & DISKUSSION am DONNERSTAG, 08.02.2018 | 19:00 UHR | VER.DI-HÖFE | GOSERIEDE 10 | HANNOVER

Seit Ihren Anfängen streitet die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma um Wiedergutmachung für im NS erlittenes Unrecht. Der Vortrag von Behar Heinemann zeichnet die Geschichte der Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma nach, verdeutlicht die Schwierigkeiten im Kampf um Recht und Gerechtigkeit und eröffnet damit Einblicke in ein wenig bekanntes Gebiet der jüngeren und jüngsten deutschen Geschichte. Dzoni Sichelschmidt thematisiert die Geschichte der Bleiberechtskämpfe ge üchteter Roma seit den 1990ern. Ge ohen vor Vertreibungen und ethnischen Säuberungen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens suchten sie unter anderem Schutz in Deutschland. Doch auch hier wurde den oft traumatisierten Flüchtlingen vielfach mit Diskriminierung und Ausgrenzung begegnet. BEHAR HEINEMANN ist Bürgerrechtlerin, Autorin und war an der Realisation der ersten Ausstellung in Heidelberg zur Geschichte der Bürgerrechtsbewegung beteiligt. DZONI SICHELSCHMIDT ist Roma-Bildungsberater und engagiert sich seit vielen Jahren im Kampf um Anerkennung und Bleiberecht für ge üchtete Roma.

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Diskriminierung von Sinti und Roma. Geschichte und Gegenwart des Antiziganismus

Montag, 5. Februar 2018, 10:30 – 16:00 Uhr, Hannover, Tagesseminar für Multiplikator_innen der historisch-politischen Bildungsarbeit, in Kooperation mit der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung

Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in Europa. Vertreibungen, Entrechtung und Versklavung kennzeichnet ihre lange Geschichte in Europa. Hunderttausende Sinti und Roma wurden Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns, in Konzentrations- und Vernichtungslagern und durch Massenerschießungen ermordet.

Erst in der jüngeren Vergangenheit rückte der Völkermord an dieser Bevölkerungsgruppe in den Fokus der Erinnerungspolitik. Viele Jahrzehnte war er ein „vergessener Holocaust“ (Zoni Weisz). Doch auch mit der gedenkpolitischen Anerkennung ist die antiziganistische Diskriminierung nicht einfach aus der Welt. Sinti und Roma werden weiterhin, auch in Deutschland, mit offener Ablehnung und subtiler Diskriminierung konfrontiert.

Das Seminar vermittelt Basiswissen über die (Verfolgungs-) Geschichte der Sinti und Roma, sensibilisiert für aktuelle Formen antiziganistischer Diskriminierung und diskutiert Handlungsstrategien für mehr gesellschaftliche Teilhabe von Sinti und Roma.

Leitung: Bernd Grafe-Ulke und Tobias Neuburger (Projekt „Kompetent gegen Antiziganismus – in Geschichte und Gegenwart“, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten)

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Anmeldung: http://www.aewb-nds.de/fortbildung/fortbildungsprogramm/

Antiziganismus in der Deutschen Nachkriegszeit und der Kampf um Anerkennung

Freitag, 2. Februar, 19:00 Uhr, Volkshochschule Burgstraße / Saal, Burgstraße 14, 30159 Hannover

Die gesellschaftliche Atmosphäre gegenüber den überlebenden Sinti und Roma war geprägt von Missgunst und Feindseligkeit. Auch in der deutschen Nachkriegszeit blieben die ideologisch-rassistischen Deutungsmuster nahezu ungebrochen erhalten und bestimmten den Diskurs über und Umgang mit der Minderheit. Die überlebenden Sinti und Roma mussten sich nicht nur eine neue Existenz aufbauen und einen Umgang mit dem Verlust ihrer Angehörigen und ihren eigenen traumatischen Erfahrungen finden, sondern auch dem allgegenwärtigen offenen Antiziganismus und den gesellschaftlichen und politischen Ausgrenzungsmechanismen in deutschen Behörden und in der Mehrheitsgesellschaft entgegentreten.
ANJA REUSS ist Historikerin und Mitarbeiterin im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.

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Gedenkstunde und Ausstellungseröffnung „Die NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Berlin“

Mo., 29. Januar, 16 Uhr, Gedenkstunde am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (Simsonweg, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor) 

Es sprechen:

  • Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
  • Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e. V.
  • Oswald Marschall, stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg

 

Ausstellungseröffnung im DokuZ Sinti und Roma Berlin, 18.00 bis 20.00 Uhr in den Räumlichkeiten des DokuZ Sinti und Roma (Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin) 

Bei der Eröffnung spricht unter anderem die Historikerin Josephine Ulbricht (Leipzig) zum Thema: „Verwaltet und verwertet. Der Umgang der NS-Behörden mit dem Vermögen deportierter Sinti und Roma“ (Arbeitstitel).

Die Ausstellung ist bis zum 4. April zu sehen. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 9.30 bis 16 Uhr sowie auf Anfrage (berlin@sintiundroma.de)

Era Trammer und André Raatzsch zeigen Filme, die sie für den Archivbereich Bilderpolitik von RomArchive produziert haben, und sprechen mit dem Publikum über Bilderpolitik.

Diskriminierung, Verfolgung, Ermordung. Der nationalsozialistische Genozid an den Sinti und Roma. Vortrag – Gespräch – Ausstellung.

Samstag, 27.01.2018, 19.30 Uhr, Altes Rathaus, Göttingen,  Markt 9, 37073 Göttingen

Bis zu 500.000 Sinti und Roma wurden während des Nationalsozialismus ermordet. Auch heute noch haben Sinti und Roma mit Diskriminierung und Ausgrenzung zu kämpfen. Wir berichten über Sinti im Jugend-KZ Moringen und ihre Deportation nach Auschwitz, über Antiziganismus und Rassismus, Bürgerrechtsarbeit und die Kämpfe um Anerkennung und Bleiberecht der Gegenwart. Es sprechen u.a. Kenan Emini (Roma-Center Göttingen) und Dr. Dietmar Sedlaczek (KZ-Gedenkstätte Moringen). Eine begleitende Ausstellung des Roma Antidiscrimination Networks und des Roma-Center Göttingen zeigt die Bleiberechtskämpfe von Roma in Deutschland und die Lage abgeschobener Roma in den Ländern Ex-Jugoslawiens.

Veranstaltet vom Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Kooperation mit dem Roma-Center Göttingen.

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Warum die Wunde offen bleibt

Filmvorführung und Diskussion zum Internationalen Holocaust Gedenktag am Samstag, 27. Januar 2018, 11.00 bis 13.30 Uhr im Kino Arthouse Uto, Kalkbreitestrasse 3, 8004 Zürich

Der Film «Warum die Wunde offen bleibt» der österreichischen Künstlerin und Aktivistin Marika Schmiedt beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die soge- nannte «2.» und «3. Generation». Schmiedt schafft ein eindrückliches Porträt über den Umgang von Roma und Sinti mit ihrer traumatischen Vergangenheit, die einer gesellschaftlichen und poli- tischen Anerkennung entbehrt. Gleichzeitig werden Strategien gegen Rassismus und Diskriminie- rung aufgezeigt in einer Zeit, in der autoritäre Tendenzen in Europa wieder salonfähig geworden sind.

Im Anschluss an den Film folgt ein Gespräch darüber, wie sich die fehlende Auseinandersetzung und die Nichtanerkennung des Holocaust auf den Alltag und die Kultur der Sinti und Roma in der Schweiz auswirken, wie Kritik daran geäussert und rezipiert wird und welche Allianzen es braucht, um gegen strukturellen Rassismus und anhaltende Diskriminierung vorzugehen.

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Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

Einladung zur öffentlichen Veranstaltung am 27.01.2018, 17 Uhr, in der Rathaushalle, Ratsstraße 19, 99974 Mühlhausen

Den diesjährigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar begeht die Stadt Mühlhausen mit einer zentralen Gedenkveranstaltung unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns im historischen Rathaus. Gemeinsam laden dazu der Christlich-jüdische Arbeitskreis Mühlhausen, der Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein sowie der Rotary-Club Mühlhausen ab 17 Uhr alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in die Rathaushalle ein.

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns und einer Ansprache von Pfarrer Teja Begrich vom Christlich-jüdischen Arbeitskreis Mühlhausen wird sich Dr. Frank Reuter, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, in seinem Vortrag „Von der Ausgrenzung bis zur Vernichtung“ mit dem nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma auseinandersetzen.

 

ANTIZIGANISTISCHE ERMITTLUNGSANSÄTZE DER POLIZEI- UND SICHERHEITSBEHÖRDEN

DONNERSTAG, 25.01.2018, 19:00 UHR, VORTRAG von Markus End, DISKUSSION, VHS HANNOVER, BURGSTRASSE 14, 30159 HANNOVER

 Deutsche Polizeibehörden haben spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen, rassistische Ermittlungsansätze gegen Sinti und Roma zu etablieren. Von der Einrichtung des sogenannten „Zigeunernachrichtendienstes“ 1899 lassen sich personelle und materielle Verbindungslinien bis in die Bundesrepublik ziehen. Im Nationalsozialismus waren Polizeibehörden maßgeblich an der Organisation des Völkermordes beteiligt. Im Vortrag werden nach einer kurzen historischen und theoretischen Einbettung vielfältige Beispiele gegenwärtiger rassistischer polizeilicher Ermittlungsansätze vorgestellt, analytisch eingeordnet und kritisiert.

Antiziganismus-Gestern und Heute

Vortrag und Diskussion im Offenen Antifa Café Bochum und Freiraum e.V. am Mittwoch, den 24.01.2018, ab 18:30 Uhr; Soziales Zentrum Bochum, Josephstr.2

In der Veranstaltung sollen zunächst die aktuelle Erscheinungsformen, die sich gegen Roma, bzw. sogenannte “Zigeuner*innen” richtende Ausgrenzungsstrategien in den Blick genommen werden.

Einen weiteren Schwerpunkt des Vortrages bildet die Darstellung der historischen Diskriminierung von “Zigeuner*innen” in Deutschland -besonderer Focus hierbei auf Bochum und Wattenscheid- beginnend  im 15. Jahrhundert bis hin zur NS-Verfolgungspraxis.

Desweiteren sollen Parallelen und Unterschiede von antiziganistischen und antisemitischen Projektionen dargestellt werden.

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Antiziganismus in Ungarn

23.01.18, 18 Uhr, 49377 Vechta, Driverstrasse 22, Raum Q115 mit Benjamin Horvath

In Ungarn – wie in allen Nationalstaaten – existieren seit jeher verschiedene Formen der Diskriminierung nationaler Minderheiten. Spätestens seit dem verstärkten Rechtsruck in Ungarn, der sich in den Stimmengewinnen der rechtsradikalen JOBBIK und der Regierungsmehrheit von FIDESZ-KDNP seit 2010 niederschlägt, werden vermehrt antiziganistische Ressentiments im politischen Mainstream bedient. Antiziganistische Meldungen aus Ungarn sind gelegentlich auch in deutschen Medien zu finden. Doch werden diese zuletzt von anderen Negativschlagzeilen aus Ungarn überschattet. Dass es weiterhin berichtenswerte antiziganistische Vorfälle gibt, darüber wird der Vortrag von Benjamin Horvath zum Thema „Antiziganismus in Ungarn“ aufklären.

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Europäischer Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart

18.12.2017, 18:30 Uhr, Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa, Sophienstr. 28-29, 10178 Berlin

Was bedeutet „Antiziganismus“ und was kann dagegen getan werden? Woher kommt der hartnäckige und weit verbreitete Hass gegen Angehörige der Minderheit? Wer sind „Sinti und Roma“ und was steckt hinter der Doppelbezeichnung? Wie ist die Situation von Sinti und Roma heute in Europa und Deutschland? Diese und weitere Fragen möchten wir mit Ihnen und unseren Gästen diskutieren.

Über Ihre Teilnahme freuen wir uns und bitten um Anmeldung online (s. unten) oder per E-Mail. Durch Ihre Anwesenheit bei der Veranstaltung stimmen Sie zu, dass die dort entstandenen Fotos für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden dürfen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma statt. Anne Frölich und Tobias Borcke, Projektmitarbeitende des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma nehmen teil. Sie wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesfamilienministerium gefördert.

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75 JAHRE GEDENKEN AN DEN AUSCHWITZERLASS

 16. Dezember, 18:30 Uhr 19:00 Uhr im Kulturhaus RomnoKher B7/16, 68159 Mannheim

Als Auschwitzerlass wird der Erlass Heinrich Himmlers vom 16. Dezember 1942 bezeichnet, mit dem die Deportation der Sinti und Roma in Deutschland angeordnet wurde, um sie als komplette Minderheit zu vernichten.

In diesem Jahr jährt sich dieser Gedenktag am 16. Dezember 2017 zum 75. Mal. Zusammen mit der Landtagspräsidentin Muhterem Aras werden wir dessen in unseren Räumlichkeiten gedenken.

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Gedenkveranstaltung in Sachsenhausen für die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma

14.12.2017, 12:00 Uhr, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Am Donnerstag, den 14. Dezember 2017, erinnert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in der Gedenkstätte Sachsenhausen mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma. An der Veranstaltung nimmt eine Delegation von 40 Personen teil, die aus Überlebenden und deren Familienangehörigen, sowie Vorständen der Landesverbände des Zentralrats besteht. Für die Überlebenden spricht Lona Strauss-Dreißig.

Begrüßung
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ansprachen
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma
Lona Strauss-Dreißig

Kranzniederlegung

Ort: Gedenkort „Station Z“ 

In Kooperation mit der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen

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»Mit einer Rückkehr ist nicht mehr zu rechnen …« Die Verfolgung der Sinti und Roma in Mannheim

EINLADUNG ZUR BUCHVORSTELLUNG am Mittwoch, 13. Dezember 2017, 14 Uhr im Kulturhaus RomnoKher B7/16, 68159 Mannheim

Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg , in Kooperation mit dem Stadtarchiv Mannheim-ISG und Freunde des Stadtarchivs Mannheim-ISG

Wie überall in Deutschland wurden im März 1943 Sinti und Roma aus Mannheim von den nationalsozialistischen Machthabern in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ziel war wie bei den Juden die Beseitigung der als »außereuropäische Fremdrasse« bezeichneten Menschen. Die Diskriminierung und Verfolgung begann aber nicht erst in der Zeit des Nationalsozialismus; schon früher wurden sie ausgegrenzt und waren bereits in der Weimarer Zeit staatlichen Repressionen ausgesetzt. Selbst nach 1945 lassen sich – wie Udo Engbring-Romang quellennah zeigt – entsprechende antiziganistische Ressentiments in der Politik, bei Behördenmitarbeitern und auch in den Medien vor Ort aufzeigen, wenn es etwa um Fragen einer „Wiedergutmachung“, um Anerkennung des Völkermords oder konkret um die Zuweisung von Wohnungen ging.

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75 Jahre Auschwitz-Erlass – Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Voraussetzungen, Verlauf, Erinnerung 


Vortrag & Diskussion mit Dr. Frank Reuter am Montag, 11. Dezember 2017, 19:00 Uhr, im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover

Am 16. Dezember 2017 jährt sich mit dem sog. Auschwitz-Erlass der zentrale Erlass des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma zum 75. Mal. Der Referent zeichnet die wichtigsten Entwicklungslinien des NS-Völkermords an den Sinti und Roma anhand zentraler Dokumente und historischer Fotografien nach: von der gesellschaftlichen Ausgrenzung bis zur staatlich organisierten Vernichtung. Dabei geht er auch auf die antiziganistischen Vorstellungsmuster ein, die tief in der europäischen Kulturgeschichte verwurzelt sind und die zu den Voraussetzungen des Genozids gehören. Am Ende wird der Frage nachgegangen, warum die Verbrechen an den Sinti und Roma erst so spät Eingang in die Erinnerungskultur fanden.

Dr. Frank Reuter ist langjähriger Mitarbeiter des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma und wird ab 2018 die Geschäftsführung der neuen Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg übernehmen.

Eine Veranstaltung aus der Reihe „75 Jahre Auschwitz-Erlass – Kontinuitäten des Rassismus gegen Sinti und Roma“

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LASST UNS REDEN … … über Antiziganismus!

Vom 8. bis 10. Dezember 2018 führt das Projekt „ZusammenWachsen“ im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel das dritte Forum unter dem Motto „Lass uns reden … über Antiziganismus!“ statt.  08. Dezember 2017 – 10. Dezember 2017 durch.

Projekt „ZusammenWachsen“ Ort: Am Tannenwald 1, 66459 Kirkel,Telefon (06849) 909-0

Das Forum soll Raum zum Austausch verschiedener Menschen und Gruppen bieten.

Es richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahre und junge Erwachsene. Gemeinsam mit den Teilnehmenden arbeiten wir uns mittels Vorträgen und Workshops in das Themenfeld Antiziganismus ein und beleuchten es unter dem Schwerpunkt Migration und Flucht intensiver. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus münden in die Ausgestaltung des Projektes.

Dabei soll das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch verschiedener Erfahrungen nicht zu kurz kommen.

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Taikon. Filmvorführung und Gespräch

Fr. 8. Dezember, 19 Uhr, DokuZ Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

Katarina Taikon (1932-1995), schwedische Roma-Aktivistin und Autorin, kämpfte in den 60er und 7oer Jahren für die die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Roma in Schweden, für das Bleiberecht von Roma-Flüchtlingen und schrieb – einzigartig in Europa – in den Jahren 1969 bis 1981 eine dreizehnteilige Kinderbuchserie, um einen Mentalitätswandel in der Mehrheitsgesellschaft zu erreichen. Diesen schwedische Klassiker gibt es auf Deutsch leider nur in einer vergriffenen und nichtautorisierten Fassung.

Der Film von Lawen Mohtadi und Tamasz Gellert von 2015 zeigt mit viel dokumentarischem Material Ausschnitte aus dem Leben und Kampf Katarina Taikons.
Wir zeigen den Film auf schwedisch mit deutschen Untertiteln.
Ute Wolters (pensionierte Lehrerin für Jugendliteratur und Politik, langjährige Rezensentin der AG Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)) ergänzt die Informationen des Films durch weiteres biografisches Material und Hinweise auf die Rezeption.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Filmreihe „Fakten/Fiktionen* Menschen im Objektiv“

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Vortrag: Auschwitz-Erlass Himmlers zur Deportation der Sinti und Roma vom 16.12.1942

Vortrag von Herbert Heuß am 07.12.2017, 18:30 – 20:30 Uhr, Ludwig Bergsträsser-Saal im Kollegiengebäude, Luisenplatz 2, Darmstadt

Im Rahmen des Darmstädter Gedenkjahrs 2017 „Gegen das Vergessen!“ hält Herbert Heuß am Donnerstag, 7.12.2017, 18:30 – 20:30 Uhr, einen Vortrag mit dem Titel „Auschwitz-Erlass Himmlers zur Deportation der Sinti und Roma vom 16.12.1942“.

Veranstalter ist der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen in Kooperation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

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Buchvorstellung: »Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit«

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit Forschungssstelle Antiziganismus (Universität Heidelberg); Donnerstag, 07.12.2017, Veranstaltungsort: Hörsaal des Historischen Seminars, Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
Die Historikerin Karola Fings hat sich in ihrem Buch der nicht einfachen Aufgabe gestellt, die 600-jährige „Geschichte einer Minderheit“ auf nur 120 Seiten übersichtlich und differenziert zugleich zu schreiben.
Neben der Vorstellung des Bandes wird die Autorin auch über die methodischen Fallstricke ihrer Arbeit sprechen: So sei jedes Schreiben über Sinti und Roma, auch wenn es in aufklärerischer Absicht geschieht, „ein Akt von Diskursmacht“ und laufe Gefahr zu homogenisieren sowie Stereotype zu reproduzieren. Karola Fings wird zeigen, wie es dennoch gelingen kann, durch eine um Dekonstruktion bemühte Beschreibung exemplarischer Prozesse und Ereignisse tradierte Wissensbestände in Frage zu stellen.

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Filmvorführung: »Roma: Bürger zweiter Klasse?«

05.12.2017, 18:00 – 20:30 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Der 90-minütige Dokumentarfilm von Samuel Lajus zeigt die strukturellen Mechanismen und vielfältigen Dimensionen des Antiziganismus in Europa auf und beleuchtet das Versagen und die Verantwortung von staatlichen Institutionen. Zu Wort kommen sowohl Menschen, die täglich von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind, als auch Angehörige der Minderheit, die sich politisch im Kampf gegen Antiziganismus in Europa engagieren.

Im Anschluss findet ein Gespräch (auf Englisch) mit dem Regisseur statt.

Samuel Lajus | Der Filmemacher recherchierte zwei Jahre für die Umsetzung der Dokumentation. Ein Schwerpunkt war dabei, keine einfachen Antworten auf die komplizierte Frage zu geben, wie es dazu kommen konnte, dass eine über Jahrzehnte andauernde Förderungsmaßnahme katastrophal scheitern konnte.

Eintritt frei

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Vom Vorurteil zur Zusammenarbeit Hin zu einer besseren Kooperation von Sinti, Roma und Kirchen

1. – 2. Dezember 2017, 09:00 – 17:00 Uhr, Geschlossene Fachtagung, Tagungsnummer 59/2017,  Evangelische Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll

Rassismus gegen Sinti und Roma ist europaweit fast konsenshaft verbreitet. Die Sozialwissenschaft geht davon aus, dass über 50 Prozent der europäischen Bevölkerung diese Volksgruppen ablehnen. Selbst wenn die Situation der Roma in Mittelosteuropa dramatisch angespannt ist, gibt es keinen Grund, die Situation in Deutschland schönzureden. Auch hier ist die Ablehnung sehr groß, die Diskriminierung massiv. Deshalb wollen wir uns mit Vertreterinnen der Landesverbände der Sinti und Roma und kirchlichen Verantwortlichen austauschen, wie Kirche sich in dieser Situation produktiv gegen Diskriminierung und Verachtung stellen und für eine veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung und Haltung gegenüber Sinti und Roma einsetzen kann.

Bilderpolitik. Das Bild und sein Betrachter. Bilderpolitik in Museen, Archiven und anderen medialen Porträts der Minderheit.

Do., 30. November, 19 Uhr im DokuZ Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz,
Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

„Die Wirklichkeit wird immer stärker gleichgesetzt mit dem, was in Medien, Film und Fotografie dargestellt wird. Ob dies jedoch wirklich die Realität ist, darf infrage gestellt werden. Es ist unsere Verantwortung und unser demokratisch gewährtes Recht, zu entscheiden, was wir in Bildern sehen: Sehen wir „Fremde“ oder sehen wir unsere „Mitbürger*innen“?

Era Trammer und André Raatzsch zeigen Filme, die sie für den Archivbereich Bilderpolitik von RomArchive produziert haben, und sprechen mit dem Publikum über Bilderpolitik.

Era Trammer ist als Regisseurin und Cutterin tätig. Sie produzierte diverse Dokumentarfilme Dokumentationen und Musikvideos. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt hauptsächlich im Bereich Gesellschaftspolitik, z.B. Machtstrukturen, Diskriminierung, Kulturpolitik und Geschlechterverhältnisse.

André Raatzsch setzte mehrere künstlerische und kulturelle Projekte um. Darin werden mit dokumentarischen, partizipativen und künstlerischen Methoden die bildlichen Darstellungen, anders gesagt die Bilderpolitik der Sinti und Roma Darstellungen hinterfragt, kritisch reflektiert und mit dem dazugehörigen fotografischen Diskurs verbindet. André Raatzsch ist Mitarbeiter der Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und Künstlerischer Leiter der Archivbereichs Bilderpoltik des Projekts RomArchive, Digitales Archiv der Sinti und Roma.

Nähere Infos

 

»Roma versus Menschenrechte – Wie kann die Menschenrechtssituation der Roma in Deutschland und Europa verbessert werden?«

 30.11.2017 18:00, taz-café, Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin

Wie sehen die Lebensrealität und die rechtliche Situation der Roma in Deutschland und in den Ländern des Westlichen Balkans aus?

Sinti und Roma sind die größte Minderheit Europas und Antiziganismus ist ein allgegenwärtiges Problem auf dem ganzen Kontinent. Die Mehrheit der Roma lebt unter wesentlich schlechteren Lebensbedingungen als die Mehrheitsgesellschaft. Auch in Deutschland ist die Diskriminierung der Sinti und Roma sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene immer noch beobachtbar. Mangelndes Bewusstsein für die Situation der Roma auf dem Balkan zeigt u.a. das Konzept der „sicheren Herkunftsstaaten“ in der Asylpolitik, welches die kumulative Diskriminierung der Roma völlig ignoriert.

Deshalb muss auf die Missstände hingewiesen werden. Auf dem Podium besprechen Kefaet Prizreni(Protagonist in „Trapped by Law“, Roma-Rapper und Aktivist), Kenan Emini (Filmemacher „The Awakening“, Vorsitzender Roma Center e.V./ Bündnis „Alle bleiben“), Allegra Schneider (Journalistin mit Schwerpunkt Migration, Flucht und Rassismus) und Christian Hanke (SPD, ehemaliger Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte) gemeinsame Handlungsmöglichkeiten.

Ausschnitte der Filme „The Awakening“ von Kenan Emini und „Trapped by Law“ von Sami Mustafa veranschaulichen das Thema. Außerdem wird unser Projektpartner Dejan Marković aus Serbien vor Ort sein und über seine unmittelbaren Erfahrungen berichten.

Als Abschluss des Abends wird die Rap-Combo Inclusion4real schließlich einen Einblick geben, was „Solidarität mit Roma“ für sie bedeutet.

Isidora Randjelović führt moderierend durch den Abend.

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Politik im Geiste der „Zigeuner- und Arbeitsscheuengesetze“

Eine Analyse der aktuellen antiziganistischen Aufwallung in Frankfurt und ihrer gesellschaftlichen Grundlagen.

Roter Stern Frankfurt e.V., Sonntag, 26. November 17:0020:00 im Centro Frankfurt, Al-Rödelheim 6, 60489 Frankfurt
„Umzingelt vom Elend“ titelte die FNP über eine von RumänInnen bewohnte Frankfurter Brache und brachte damit den Konsens vieler SprecherInnen im Armutsdiskurs zum Ausdruck: Ausländische Wohnungslose werden als Gefahr dargestellt und das Objekt kommunaler Kriminalpolitik und medialer Entwürdigung. Hauptzielscheibe dieser Wut gegen die RepräsentantInnen der sichtbaren Verelendung sind dabei vor allem RomNia und alle anderen, die der Antiziganismus trifft. Der Vortrag analysiert das Ausmaß dieser Aufwallung, erinnert an die Kontinuitäten des Antiziganismus und verknüpft die Analyse der Voraussetzungen dieser Ideologie mit Erkenntnissen der kritischen Kriminologie und der materialistischen Gesellschaftstheorie.

Benjamin Böhm ist Politikwissenschaftler, Soziologe, Sozialarbeiter, beschäftigt sich mit den Themen Antiziganismus, Obdachlosigkeit und materialistische Gesellschaftsanalyse.

Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht. Rassistisches, Antisemitisches, Nationalistisches und Sexistisches Verhalten wird auf der Veranstaltung nicht toleriert.

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Was ist eigentlich Antiziganismus?

 26.11.2017, 20:00 – 22:00 Uhr, Wohn- und Kulturprojekt B12, Braustraße 20, 04107 Leipzig

Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma hat in Europa eine lange Tradition und ist gleichzeitig hochaktuell. Sei es in der Abschiebepraxis der Bundesrepublik, in öffentlichen Debatten um vermeintliche „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder die immer gleichen antiziganistischen Stereotype z.B. von Mobilität, Musikalität und Kriminalität.
Der Vortrag beschäftigt sich sowohl mit der Geschichte von Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung von Sinti und Roma in Deutschland, als auch den damit einhergehenden rassistischen und diskriminierenden Zuschreibungen. Es werden theoretische Hintergründe und praktische Auswirkungen antiziganistischer Stereotype untersucht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der Entstehungshintergründe überlieferter antiziganistischer Stereotype, die heute noch maßgeblich das Bild der größten europäischen Minderheit prägen.
Der Vortrag richtet sich an interessierte Menschen, die sich mit Antiziganismus im Alltag auseinandersetzen wollen und möchte mit den Teilnehmer_innen Interventionsmöglichkeiten diskutieren.

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DIE ROLLE DER KULTUR UND DER BILDENDEN KUNST IN DER BEKÄMPFUNG DER ROMAPHOBIE

GOETHE-INSTITUT BUKAREST, Str. Tudor, Arghezi 8-10, RO-020945 Bukarest

Das Projekt Die Rolle der Kultur und der bildenden Kunst in der Bekämpfung des Romaphobie wird in Partnerschaft mit der Demokratischen Föderation der Roma durchgeführt. Ebenfalls gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Nationalen Kulturzentrum der Roma – Romano Kher, dem Europäischen Roma Institut für Kunst und Kultur (Berlin) und der Roma Kulturstiftung (Budapest).
Im Rahmen dieses Projekts zeigen wir die von Timea Junghaus kuratierte Fotoausstellung Roma Body Politics – No Innocent Picture vom 23. November bis zum 10. Dezember im Museum Nicolae Minovici. Die Ausstellung wird am 23. November um 17:30 Uhr eröffnet, gefolgt von einem Konzert der New Saraiman Fusion Band. Die mit Unterstützung von Roma-Künstlern und –Aktivisten realisierte Ausstellung zeigt, wie die Körper der Roma als historisches Unterklassen-Konstrukt dargeboten werden, dessen Herkunft in der Institution der Sklaverei und den Darstellungen der Medien zu finden ist.
Die exploratorische Studie über die Darstellung und Selbstdarstellung der Roma in den visuellen Künsten problematisiert ebenso wie die Ausstellung die Repräsentation der Roma im Laufe der Geschichte durch stereotype Bilder sowie die Art und Weise, wie sich das kollektive Bewusstsein aufgrund dieser Bilder aufgebaut hat.
Am 24. November von 10:00 – 12:30 wird Timea Junghaus vom Europäischen Roma Institut für Kunst und Kultur einen Vortrag halten mit anschließender Diskussion, gefolgt von einem Gespräch über die Rolle der Roma-Künstler bei der Konstruktion und Dekonstruktion von Mythen, Stereotypen über Roma von 14:30 – 16:00 Uhr und von 16:30 – 18:00 Uhr. Am 25. November von 10:00 – 12:00 Uhr sollen dann die Ergebnisse präsentiert werden.
In Zusammenarbeit mit Muzeul Municipiului București und Muzeul „Nicolae Minovici”

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»Every Day is Romaday! Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland«

Fachkonferenz »Every Day is Romaday! Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland« am 22. November 2017 in Berlin, 11.30 Uhr – 20 Uhr, Tagungsort: Parochialkirche, Klosterstraße 67, Berlin-Mitte; Workshops und Seminare finden im Palais Podewil, Klosterstraße 68-70, statt.

»Sinti und Roma müssen auch heute um ihre Rechte kämpfen. Deshalb ist es eine deutsche und eine europäische Aufgabe, sie dabei zu unterstützen, wo auch immer und innerhalb welcher Staatsgrenzen auch immer sie leben.« (Bundeskanzlerin Angela Merkel, Berlin, 24. Oktober 2012)

Es ist fünf Jahre her, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Worte in ihrer Rede anlässlich der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma äußerte. Doch wer nimmt sich dieser Aufgabe an? Werden die Rechte von Roma und Sinti in Deutschland eingehalten und hat sich die Chancengleichheit für sie hierzulande seitdem verbessert?

Als Bündnis aus Roma- und Nicht-Roma-Organisationen ist das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europasdeutschlandweit im Kampf gegen Antiziganismus aufgestellt. Mit unserem Aufruf »Every Day is Romaday! « erinnern wir an die tägliche Diskriminierung von Sinti und Roma. Um effektiv dieser Diskriminierung entgegentreten zu können, möchten wir Akteur*innen aus den Vereinen, Verwaltungen, Parlamenten und Bildungseinrichtungen des gesamten Bundesgebietszusammen bringen. Gemeinsam wollen wir bereits bestehende Antidiskriminierungsmaßnahmen, die Praxis in den Bereichen Arbeit, Bildung, Soziales und Wohnen sowie Zuwanderung dokumentieren, diskutieren und auswerten. Wo gibt es noch Handlungsbedarf? Was muss getan werden, um weiterhin bestehende, oft verborgene Benachteiligungen abzubauen? Wo muss zielgerichtet gefördert und wo müssen die bestehenden Angebote verbessert werden?

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Wie können die (politischen) Teilhaberechte der Minderheit der Roma und Sinti abgesichert werden?

 21.11.2017 18:30, Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V., im Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84.1, 5.OG, 10969 Berlin

Der Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V. und die Berliner Landeszentrale für politische Bildung laden erneut zur kritischen Auseinandersetzung aktueller Themen und mit der Landes-Politik ein.Es ist wieder soweit: Beim politischen Salon gehen diesmal u. a. Karin Korte (SPD),Cornelia Seibeld (CDU) mit der Frage nach der Sicherung von Teilhaberechten für Roma und Sinti nach. Nach der Podiumsdiskussion können Interessierte sich gerne in die Diskussion einmischen. Wir freuen und über eine lebendige Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft!
Die Bundesländer sind unterschiedliche Wege gegangen, die Teilhaberechte der Minderheit hervorzuheben, in Brandenburg sind die autochthonen Sinti und Roma eine anerkannte Minderheit, in Baden-Württemberg wurde ein Staatsvertrag geschlossen. Im Koalitionsvertrag in Berlin wird ein Staatsvertrag angestrebt, der auch die zugewanderten Roma mit einbeziehen soll. Welche Felder der sozialen, ökonomischen und auch politischen Teilhabe sollen geregelt werden, was wünschen sich die in Berlin lebenden Roma und Sinti?

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Vortrag über die Errichtung und den Unterhalt von Lagern durch die Stadt Frankfurt von 1929 bis 1945 zur Internierung unterschiedlicher antiziganistisch verfolgter Menschen

„Zigeuner“ ist dabei von jeher der Begriff, mit dem die Täter ihre Opfer markieren und gleichzeitig rechtfertigen, warum diese Opfer sind. Zum „Zigeuner“ kann jede_r erklärt werden, die_der keinen festen Wohnsitz hat, keiner geregelten Arbeit nachgeht, oder anderweitig gegen die Ordnungsvorstellungen des bürgerlichen Nationalstaats verstößt.

Frankfurt stellt im Kontext antiziganistischer Verfolgung eine Besonderheit dar, da hier bereits vor 1933 ein Lager errichtet wurde, in dem Menschen, die unter dem diskriminierenden Begriff zusammengefasst wurden, festgesetzt wurden.
Vom ehemaligen Lager an der Friedberger Landstraße, das schon früh dazu genutzt wurde Roma und Sinti von der Innenstadt fernzuhalten, über das Lager in der Dieselstraße (nahe des Osthafens), das u.a. der Internierung von Arbeitskräften für Frankfurter Betriebe und von „Anschauungsobjekten“ für die Rassenbiologische Forschungsstelle diente, bis zum Lager in der Kruppstraße, von dem die größte Deportation von Sinti und Roma in Hessen nach Auschwitz-Birkenau ausging.

Der Referent, Tobias Teichmann, ist Historiker und am Historischen Museum Frankfurt beschäftigt. Seit mehreren Jahren forscht er bereits zu Antiziganismus.

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»Kampf um Anerkennung« Ein Film zu vier Jahrzehnten Bürgerrechtsarbeit des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Hessen

Dienstag, 14.11.2017 18:30 Uhr – 20:30 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Der Film „Kampf um Anerkennung“dokumentiert die politische Organisierung und Bürgerrechtsarbeit der deutschen Sinti und Roma seit 1979. Im Gespräch mit damaligen Akteurinnen und Akteuren greift die Filmdokumentation wichtige Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit aus vier Jahrzehnten auf. Dazu gehören insbesondere die Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche und die Errichtung des Mahnmals für die deportierten Sinti und Roma in Wiesbaden Anfang der 90er Jahre.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit: Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen e.V.

Eintritt frei

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Fachtagung: Erscheinungsformen des Antiziganismus

Eine Kooperationsveranstaltung des Verbands Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Baden-Württemberg (VDSR) und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)
Termin: 13. bis 14. November 2017, Bad Urach, Haus auf der Alb

Die Fachtagung möchte einen Beitrag dazu leisten,“jeglichen Diskriminierungen von Angehörigen der Minderheit entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Antiziganismus wirksam zu bekämpfen“. Sie geht der Frage nach, wo und in welcher Form sich Stigmatisierung und Diskriminierung in der Gegenwart zeigen und thematisiert die historischen Entwicklungslinien. Forschungsergebnisse werden vorgestellt, Handlungsfelder vermessen und pädagogische Handlungsoptionen aufgezeigt.

In verschiedenen Arbeitsgruppen besteht außerdem die Möglichkeit, aktuelle Fragestellungen vertiefend zu diskutieren.

Programm Fachtagung: „Nichts oder fast nichts hat die Gesellschaft daraus gelernt…“ Erscheinungsformen des Antiziganismus“ (Download als PDF)

Online-Anmeldung (Anmeldefrist 24. Juli 2017)

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Lesung von Rike Reiniger „Theatermonolog- Zigeunerboxer“

„Machs gut, Zigeunerboxer“, sagte ich zum Abschied. Der Zug fuhr schon an, da rief er mir zu: „Machs auch gut, Hans. Im Übrigen heiße ich Wilhelm Weiss. Meine Freunde nennen mich Ruki. Zigeuner nennensie mich nicht.“
Rike Reingers berührender Theatermonolog „Zigeuner-Boxer“ über den 1944 im KZ Buchenwald ermordeteten Sinto-Boxer Rukeli Trollmann, soll einen Beitrag zur Erinnerungskultur an die im Nationalsozialismus Ermordeteten leisten.
Rike Reiniger ist Regiseurin und Autorin. Neben Theaterstücken schreibt sie Prosa. „Zigeuner-Boxer“ wurde mit dem Publikumspreis des Heidelberger Stückemarktes ausgezeichnet.
Der Eintritt ist frei. Die Autorin liest selbst und steht danach für Fragen zur Verfügung.

Rassistisches, nationalistisches, antisemitisches und aexistisches Verhalten wird auf der Veranstaltung nicht toleriert

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Filmreihe »Selbstbilder im Fokus«: JOŽKA und DUI ROMA

09.11.2017 19:00, Evangelische Akademie zu Berlin, Blauer Saal, Haus der EKD, Charlottenstr. 53/5, 10117 Berlin
Zum dritten Mal veranstaltet die Ev. Akademie nun die Filmreihe Sinti und Roma im europäischen Film. Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V.,  RomaTrial sind mit dem Filmfestival „Ake Dikhea?“ Kooperationspartner dieser Reihe.
Ziel dieser Filmreihe ist, Selbst- und Fremdbilder von Sinti und Roma in ihren filmästhetischen und politischen Aspekten wahrzunehmen und zu diskutieren. Werke verschiedener Genres werfen dabei Aufarbeitungsfragen der Kinder und Enkel der Verfolgungsopfer des Nationalsozialismus auf und reflektieren Filme als Mittel der Arbeit gegen Rassismus gegen Roma und Sinti. Die Folgen der NS-Verfolgung, der fehlenden Bearbeitung nach 1945, die bleibende Verfolgung und die anhaltende Diskriminierung sind in diesen Filmen zu finden; auch Lebensrealitäten, die sich nicht auf den ersten Blick in diesem Kontext erschließen, Widerständiges, Suchendes, Eigenes und Fremdes mit einer Perspektive auf Befreiung von den Rassismus, Ausgrenzungen und Negativ-Zuschreibungen.
In diesem Jahr diskutieren Gäste aus Film, Politik, Kunst und Selbstorganisationen mit dem Publikum insbesondere die Arbeiten von Regisseuren und Schauspieler*innen aus der Community, die am ersten Abend von musikalischen Beiträgen des Dotschy Reinhard Trios gerahmt werden.

Fachtagung: SINTI, ROMA UND GADJE

Am 8. November 2017 findet diese Fachtagung statt von 09.00 — 15.30 Uhr im LVR-Zentrum für Medien und Bildung Bertha – von – Suttner – Platz 1, 40227  Düsseldor.

Es ist ein Lernangebot „Zur Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in NRW“. Akim Jah, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim International Tracing Service (ITS), stellt während der Tagung die Lernangebote des ITS vor.

Vor 75 Jahren, am 16. Dezember 1942, ordnete Heinrich Himmler mit dem sog. „Auschwitz-Erlass“ die Deportation der im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz an. Schulische und außerschulische Lernangebote können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass Jugendliche eine offene, respektvolle Haltung gegenüber Bevölkerungsminderheiten wie den Sinti und Roma einnehmen.

Zielgruppe: Interessierte Lehrkräfte und Multiplikatoren, Moderatorinnen und Morderatoren der Kompetenzteams, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerschulischer Lernorte, Studierende, Referendare und Fachleitungen der Lehrerausbildung, Schulbuchverlage

Veranstalter: Bildungspartner NRW in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung NRW

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Abseits im eigenen Land. Sinti- und Roma-Sportler

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: Podiumsgespräch/Ausstellungseröffnung, Mo 30.10.2017 | 19:00 Uhr, Aufbauhaus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84-85, 10969 Berlin

Zur Ausstellungseröffnung gibt es ein Podiumsgespräch mit Oswald Marschall, Pavel Brunßen, Breschkai Ferhad und Andrzej Bojarski, Moderation: Ronny Blaschke

In der Ausstellung werden unter anderem die Biografien von Oswald Marschall, Walter Laubinger und Sergio Peter dargestellt.

Bis Ende 2017 ist die Ausstellung Montag und Mittwoch von 9:30 bis 16:00 Uhr sowie auf Anfrage (berlin@sintiundroma.de) geöffnet.

Eintritt frei

Was ist eigentlich Antiziganismus?

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 20 Uhr, Intro-Café in der B12, Braustraße 20, 04107 Leipzig
Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma hat in Europa eine lange Tradition und ist gleichzeitig hochaktuell. Sei es in der Abschiebepraxis der Bundesrepublik, in öffentlichen Debatten um vermeintliche „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder die immer gleichen antiziganistischen Stereotype z.B. von Mobilität, Musikalität und Kriminalität.
Der Vortrag beschäftigt sich sowohl mit der Geschichte von Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung von Sinti und Roma in Deutschland, als auch den damit einhergehenden rassistischen und diskriminierenden Zuschreibungen. Es werden theoretische Hintergründe und praktische Auswirkungen antiziganistischer Stereotype untersucht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der Entstehungshintergründe überlieferter antiziganistischer Stereotype, die heute noch maßgeblich das Bild der größten europäischen Minderheit prägen.
Der Vortrag richtet sich an interessierte Menschen, die sich mit Antiziganismus im Alltag auseinandersetzen wollen und möchte mit den Teilnehmer_innen Interventionsmöglichkeiten diskutieren.

Bürgerrechtsaktivistin Uta Horstmann im Gespräch

Donnerstag, 26.10.2017 19:00 Uhr – 21:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

1980 hat Uta Horstmann am Hungerstreik einer Gruppe Sinti auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau teilgenommen, um gegen die gesellschaftliche Ignoranz gegenüberden NS-Verbrechen an Sinti und Roma sowie die fortgesetzte Ausgrenzung und Diskriminierung in der Bundesrepublik zu protestieren. Als langjährige Wegbegleiterin der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma wird sie im Rahmen der Ausstellungspräsentation „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im Gespräch mit Herbert Heuß (Zentralrat Deutscher Sintiund Roma) über den Hungerstreik in Dachau und ihr Eintreten für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe von Sinti und Roma sprechen.

Sonderausstellung »45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma« — Führung

Mittwoch, 25.10.2017 17:30 Uhr – 19:00 Uhr, Ausstellungsgebäude, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Die einstündige Führung durch die Ausstellung thematisiert, wie es der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sintiund Roma seit den 1970er Jahren gelungen ist, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten. Neben vielen einzelnen Persönlichkeiten werden die aufsehenerregenden Aktionen, wie etwa der Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1980, näher beleuchtet und der Blick auf den noch immer notwendigen Einsatz für Bürger- und Menschenrechte gelenkt.

„Schlachtet sie alle!“ – Die kollektive Gewalt und Dynamik der Anti-Roma-Maßnahmen in der Tschechoslowakei und danach 1918-1942

Ein Vortrag von Pavel Baloun zu Antiziganismus. 24.10.2017  |  18:00  –  21:15   |  Rabensteig 3, 1010 Vienna, Österreich

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) veranstaltet im Rahmen der Reihe VWI goes to… einen Vortrag von Herrn Pavel Baloun(Karlsuniversität Prag), Historiker, derzeit Junior Fellow des VWI, der am 24. Oktober um 18 Uhr zum Thema „Schlachtet sie alle!“ – Die kollektive Gewalt und Dynamik der Anti-Roma-Maßnahmen in der Tschechoslowakei und danach 1918-1942 in englischer Sprache vortragen wird. Vortragsort: Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI), Research Lounge, 3rd floor.

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45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

Dienstag, 24.10.2017 19:00 Uhr – 21:00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Die Ausstellung zeigt die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damals „Zentral-Komitee der Sinti West-Deutschlands“ genannten und 1971in Heidelberg gegründeten Sinti-Verbands bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse aus 45 Jahren Bürgerrechtsarbeit.

Mit einer Begrüßung von Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma) und thematischer Einführung durch die Ausstellungsmacher.

Entstehung und Auswirkungen von „Zigeunerbildern“

Die Partnerschaft für Demokratie Dietzenbach lädt zur Demokratiekonferenz 2017 ein mit einem Fachtag zum Antiziganismus für Montag, 23. Oktober 2017, von 16.30 bis 19.30 Uhr im SVV-Saal, Rathaus Dietzenbach, Europaplatz 1, 63128 Dietzenbach

Gemeinsam mit Mitarbeitern und Referenten des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, widmet sich dieser Fachtag mit Filmvorführung, Vortrag, Ausstellung und Gesprächsrunde der Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus.

Rückmeldungen bitte per Email an:

michael.becker@dietzenbach.de

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PROF. DR. WOLFGANG BENZ: ANTISEMITISMUS UND ANTIZIGANISMUS SEIT DEM 19. JAHRHUNDERT

LITERATUR, VORTRAG, GESPRÄCH. VERANSTALTER: Gedenkstätte Buchenwald, Besucherinformation, 99427 Weimar-Buchenwald. VERANSTALTUNGSORT: Tourist Information Weimar, Markt 10, 99423 Weimar

Mit dem „Antisemitismus“ versuchten Judenfeinde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die in Mode gekommenen Rassetheorien auch auf die Juden zu übertragen. Aus religiösen Gründen waren sie bereits seit Jahrhunderten ausgegrenzt, gegenüber dem Antijudaismus, der die Minderheit verdammte, weil sie die christliche Heilslehre verweigerte, hatte der Antisemitismus eine neue Qualität: Er behauptete, die angeblich schlechten Eigenschaften der Juden seien in ihrer „Rasse“ begründet. Das sollte in unzähligen Traktaten und Pamphleten „wissenschaftlich“ bewiesen werden. Gegenüber einer anderen Minderheit, den Sinti und Roma, die man verächtlich „Zigeuner“ nannte, waren solche Anstrengungen nicht nötig. Aus langer Überlieferung glaubte jedermann zu wissen, dass „die Zigeuner“ nicht anpassungsfähig an die Gesellschaft der Mehrheit seien, weil sie als „freiheitsdurstiges Nomadenvolk“ mit unüberwindlichen kriminellen Gewohnheiten ausgestattet, jeder Zivilisation trotzen würden. Die rassistischen Ressentiments kulminierten unter der nationalsozialistischen Ideologie und Herrschaft im Völkermord an Juden wie an Sinti und Roma.

Prof. Dr. Wolfgang Benz, Jg. 1941, ist Zeithistoriker und leitete bis März 2011 als Professor an der Technischen Universität Berlin das dortige Zentrum für Antisemitismusforschung.

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„Die Polizei und Minderheiten – das Beispiel Antiziganismus“ Diskussionsveranstaltung

Di., 17. Oktober, 11 bis 13 Uhr in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin

Vorstellung der Studie: „Antiziganismus in der Polizei – Formen ethnischer Kategorisierung von Sinti und Roma durch Polizei- und andere Exekutivbehörden des Bundes und der Länder“ von Markus End (erstellt im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma)

Im Anschluss diskutieren auf dem Podium:  Dieter Burgard, Bürgerbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz und Beauftragter für die Landespolizei, Markus End, Autor der Studie „Antiziganismus in der Polizei“, Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Karen Taylor, Mitglied im Vorstand des Europäischen Netzwerkes gegen Rassismus (ENAR); Moderation: Andrea Dernbach, Der Tagesspiegel

Das Podium wird für Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Plenum offen sein. Die Wortbeiträge werden in Gebärdensprache gedolmetscht.

Anmeldungen werden bis zum 10. Oktober unter presse@ads.bund.de erbeten. Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen.

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Podiumsgespräch: „Zwischen Bewunderung und Ausgrenzung – Antiziganismus in Deutschland“

13. Oktober 2017, 19.30 Uhr , Café L Lebenshilfe, Hafergasse 5, 67547 Worms

Dotschy Reinhardt (Künstlerin, Buchautorin und Menschenrechtsaktivistin) und Jacques Delfeld (Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma) berichten von den Erlebnissen ihrer Familien und den eigenen Erfahrungen, was es heißt, als Sinti in Deutschland zu leben und sich dazu auch zu bekennen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Stadt Worms – Schwerpunkt Nordend/Neuhausen statt und wird unter anderem gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

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Auf den Spuren des „Heilbronner Phantoms“. Zur Verdachtshaltung gegenüber Sinti und Roma bei Polizei und Medien

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Anna Lipphardt (Uni Freiburg) am Fr., 13. Oktober, 19 Uhr im DokuZ Sinti und Roma, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84, Aufgang 2, 3.OG, 10969 Berlin (Zugang über Oranienstraße)

Während in München der NSU-Prozess zum Abschluss kommt, ist aus dem Blick geraten, dass unter anderem in Bezug auf die (Fehl-)Ermittlungen zum Heilbronner Polizistenmord 2007 weiterhin viele Fragen ungeklärt sind. Zwei Jahre lang, bis zum Auffliegen der „Wattestäbchen-Affäre“ 2009, suchten Polizei und Medien nach einer „unbekannten weiblichen Person“ – im Fokus standen dabei vor allem Frauen aus Roma-Familien. Der Vortrag widmet sich der Erfindung und der Wirkmächtigkeit des „Heilbronner Phantoms“, und nimmt dabei vor allem das Zusammenspiel von Polizei- und Pressearbeit in den Blick sowie den Einsatz forensischer DNA-Analysen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe WASS KETNE! * Lasst uns zusammenkommen! In Kooperation mit der Gesellschaft für Antiziganismusforschung

djelem djelem – 4. dortmunder roma kulturfestival: the awakening (das erwachen)

  • So, 8. Oktober 2017 um 19:00 Uhr,       sweetSixteen-Kino, Immermannstr. 29, 44147 Dortmund

Zum 4. Mal bringt das „Djelem Djelem – Dortmunder Roma Kulturfestival“ Alteingesessene und Neuzugewanderte zusammen. Djelem Djelem setzt ein deutliches Zeichen gegen jahrhundertealte Vorurteile, gegen Antiziganismus und neu belebte Feindbilder. Es wirbt für ein unverkrampftes Miteinander und den kulturellen Austausch. Wir zeigen in Anwesenheit des Regisseurs Kenan Emini die Doku The Awakening, eine Momentaufnahmen der politischen und sozialen Lage von Roma in Europa. Der Film ist eine Art Work in Progress und wird stetig verändert, um aktuellen Geschehnissen gerecht zu werden. Was sich nicht verändert, sind die grundlegenden Themen, die der Film behandelt: der Kampf der Roma fürs Bleiberecht, die Folgen für die von Abschiebung Betroffenen sowie der Rechtsruck in Europa.

offizielle Filmseite

Vortragsreihe EMPOWERMENT & IDENTITÄT

Donnerstag, 5. Oktober 2017, VERBAND DEUTSCHER SINTI UND ROMA, Landesverband Baden-Württemberg, B7 / 16, 68159 Mannheim

Empowerment aus der Geschichte und Kultur heraus: Mario Franz, Vorstandsvorsitzender der niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma

Entwicklungen in der Bürgerrechtsbewegung von Sinti und Roma in der EU: Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR BW

Aktuelle Entwicklungen der Hildegard-Lagrenne Stiftung: Romeo Franz, Geschäftsführer der HLS

Gesprächsrunde mit dem Publikum
Moderatorin: Iane Simon, Internationale christliche Bildungs- und Sozialen Initiative für Sinti und Roma Offenburge.V. – angefragt

Eintritt: 6,- EUR, ermäßigt: 3,- EUR Mitglieder: frei. Weitere Infos

Unter Generalverdacht – Lebensrealitäten von Rom*nja in Berlin

Veranstaltung von Amaro Foro e.V. am Donnerstag, 5. Oktober 2017 um 20 Uhr im k-fetisch, Wildenbruchstraße 86, 12045 Berlin

„Mit solchen Leuten wollen wir nichts zu tun haben. Gehen Sie, oder wir rufen die Polizei.“ Solche Äußerungen sind für viele der in Berlin lebenden Rom*nja auch heute noch eine bittere Realität. Antiziganismus ist eine der am stärksten verbreiteten Formen von Rassismus; die Bandbreite der Diskriminierungserfahrungen besonders von nichtdeutschen Rom*nja ist groß und erschwert ihre gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe massiv.

Amaro Foro e.V. ist eine transkulturelle Jugendselbstorganisation von Rom*nja und Nicht-Rom*nja und vertritt vor allem die nichtdeutschen Rom*nja in Berlin, die mit strukturellen Benachteiligungen zu kämpfen haben. Seit 2014 dokumentiert der Verein antiziganistische Vorfälle systematisch; die Dokumentation ist einzigartig in Deutschland. Erfasst werden dabei strukturelle Diskriminierungen ebenso wie individueller Rassismus, außerdem werden Medienberichte und soziale Medien ausgewertet.

Auf der Veranstaltung stellen Georgi Ivanov, Mitarbeiter der Anlaufstelle von Amaro Foro e.V., und Andrea Wierich, Pressereferentin des Vereins, die im Frühjahr veröffentlichte Jahresauswertung 2016 des Projektes „Dokumentation antiziganistisch motivierter Vorfälle und Stärkung der Opfer von Diskriminierung“ vor und präsentieren Fallbeispiele aus verschiedenen Lebensbereichen. Anschließend gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

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Romane Thana – Orte der Roma und Sinti

Das Vorarlberg-Museum in Bregenz, Österreich,  Kornmarktplatz 1, zeigt noch bis Sonntag, 8. Oktober, die Ausstellung „Romane Thana – Orte der Roma und Sinti“.  In der Bregenzer Ausstellung werden auch die Vorarlberger und Salzburger Etappen des Schicksals der Zigeunerfamilie Reinhardt thematisiert.

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„Antiziganismus“ für Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit sowie Interessierte

Vortrag von Dr. Yvonne Robel, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH); 04.10.2017 von 18.00-20.00 Uhr, Diakonie Hamburg, Dorothee-Sölle-Haus, Königstraße 54, Raum 9
22767 Hamburg

Menschen, die sich als Roma oder Sinti verstehen, sind in vielen europäischen Ländern immer wieder offener Gewalt seitens des Staates, der Mehrheitsbevölkerung oder rechter Gruppierungen ausgesetzt. Doch auch Sprache kann Gewalt antun. Es sind die stereotypen Vorstellungen von „dem Zigeuner“, der zwar mittellos und bildungsfern, dafür reich an Lebensfreude, Emotionalität und Freiheit sei, die die Phantasien anregen und oftmals eine verheerende Wirkung haben.

Im Workshop wollen wir gemeinsam fragen, in welchen Formen uns Antiziganismus auch in unserem Alltag begegnet und welche Funktionen er haben kann. Woher kommt Antiziganismus? Wie äußert er sich? Wer ist davon betroffen? Was heißt es, mit Antiziganismus konfrontiert zu sein? Wie können wir uns selbst für Vorurteile und verletzende Sprache sensibilisieren?

Mit ihrem interaktiven Vortrag möchte Yvonne Robel, Kulturwissenschaftlerin, die oft sehr hartnäckigen Bilder im Kopf beleuchten, Mythen hinterfragen und Begrifflichkeiten ordnen. Dabei werden wir gezielt auf die Situation von Roma und Sinti in Deutschland eingehen, die ohne diesen übergreifenden, europäischen Hintergrund nicht zu verstehen ist.

 

Anmeldung nur per email (bis zum 28.09.2017) an: Anmeldung.me@diakonie-hamburg.de

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Lesung und Gespräch mit Samuel Mago am 4.10. um 19 Uhr im Theater im Depot

Diese Veranstaltung  am 04.10.2017 um 19 Uhr wird vom Planerladen e.V. in Kooperation mit der Alevitischen Gemeinde Dortmund und bodo e.V. im Rahmen des Djelem Djelem Festivals durchgeführt. Ort: Theater im Depot, Immermannstr. 29, 44147 Dortmund

Samuel Mago (Jahrgang 1996) ist Schriftsteller, Musiker, Roma-Aktivist. Er wurde in Budapest geboren. Er stammt aus einer Roma-Familie mit mütterlicherseits jüdischen Wurzeln. Seit seinem vierten Lebensjahr lernte er Deutsch und übersiedelte mit seinen Eltern nach Wien. Derzeit studiert er Soziologie und Transkulturelle Kommunikation an der Universität Wien und setzt sich als Roma-Aktivist gegen Antiziganismus und für die Rechte der Volksgruppe ein.

Samuel Mago studiert derzeit Soziologie und Transkulturelle Kommunikation an der Universität Wien und setzt sich als Roma-Aktivist gegen Antiziganismus und für die Rechte der Volksgruppe ein. Er arbeitet als Antiziganismustrainer, engagiert sich im Romano Centro und schreibt für das jüdische Magazin NU.

 

 

Ausstellungsbesuch „Mari Parmissi” — Unsere Geschichte

 2.10. – 6.10.2017 Montag bis Freitag (Dienstag geschlossen), geöffnet von 15:00 bis 17:30 Uhr. Führungen jeweils um 15:00 Uhr und 16:30 Uhr,  VERBAND DEUTSCHER SINTI UND ROMA, Landesverband Baden-Württemberg, B7 / 16, 68159 Mannheim

Die Ausstellung umfasst thematisch die Geschichte der Abstammungder Sinti und Roma seit der ersten schriftlichen Erwähnung 475 V.u.Z. Sie zeigt den gesellschaftlichen Antiziganismus in den Bereichen Religion, Politik und Wissenschaft. Es werden die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung vom 8.Apri l1971 in London bis in die aktuelle Gegenwart, den ersten Staatsvertrag in Baden-Württemberg, aufgezeigt.

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Antiziganismusprävention — „Mein Herz war wie aus Stein…“ (Hildegard Lagrenne)

2. Oktober, 18:00 Uhr,RomnoKher Mannheim, B7 16, Mannheim68159

 

Ein Konzept für pädagogische Fachkräfte, Nadine Povoden, Gesellschaft für Antiziganismusforschung GfA

Möglichkeiten und Grenzen antiziganismus-kritischer Bildungsarbeit, Markus End, Vorstandsvorsitzender der GfA

Antiziganismusprävention in Form von Sensibilisierung und Selbstdarstellung, Aaron Weiss, Vorsitzender des Landesrats Roma und Sinti Rheinland-Pfalz        

Gesprächsrunde mit dem Publikum, Moderator: Romeo Franz, Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland

Eintritt: 6,- EUR            Ermäßigt*: 3,- EUR       Mitglieder: frei

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Herbsttagung der GfA

Zusammen mit Madhouse bereitet die GfA eine Tagung in München vor. Sie setzt die Veranstaltungsreihe zum politischen Antiziganismus fort. Der Schwerpunkt wird auf der Justiz liegen. Bitte den Termin schon mal vormerken!

Rassismus, Diskriminierung und Antiziganismus

Workshop am 26.9.2017, 10-13 Uhr, Leitung: Malte Clausen, pädagogischer Mitarbeiter des Landesverbandes der Sinti und Roma, TRIO, Nieder-Modauer Str. 10,  64372 Ober-Ramstadt.

Anmeldungen unter: Barbara.O.Ludwig@t-online.de, (SprecherInnenkreis des DGB Ortsverbandes Ober-Ramstadt)

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„Protestantismus und Antiziganismus“ Kirche und Wissenschaft im Dialog zum aktuellen Forschungsstand

Mittwoch, 20. September 2017 von 11.00 bis 15.30 Uhr, Evangelische Akademie zu Berlin
Blauer Saal, Charlottenstr. 53/54, 10117 Berlin

Eine Kooperationsveranstaltung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus.

In einem gemeinsamen Fachtag möchte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen mit der Evangelischen Akademie zu Berlin sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus nun die Ergebnisse des Gutachtens „Protestantismus und Antiziganismus“ vorstellen und die aufgeworfenen offenen Forschungsfragen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche und Wissenschaft diskutieren.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 14. September 2017 verbindlich an unter:

hodeige@eaberlin.de

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Preisverleihung Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma

Eröffnung der 4. RomnoKher Kulturwochen, 20.09.2017,  Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg, B 7, 16, 68159 Mannheim

FolgendePreisträgerwerdenan diesemAbendausgezeichnet

Henri Franz
für seinen Kampf für gleichberechtigtenTeilhabevon Sinti und Roma in Berlin. Als Gründungsmitgliedund Vorsitzender der 1978 gegründeten „Cinti Union Berlin e.V.” — heute Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg,legte er dazu die Grundlage.

Laudatio: Rorneo Franz, Geschäftsführer der Hildegard-LagrenneStiftung für Bildung,InklusionundTeilhabevonSintiundRomainDeutschland

Prof. Gert Weisskirchen
für seinen Kampf den gesellschaftlichen Antiziganismus in das öffentliche Bewusstseinzu tragen.SeineUnterstützungbeiderInstitutionalisierungderersten „ForschungsstelleAntiziganismus”an der Karl-RuprechtsUniversität Heidelberg, war dabeimaßgebend.

Laudatio: Prof. Rita Süssmuth,Bundespräsidentina.D.

Ehrengast
für ihr Wirken bei der Entwicklungder Bürgerrechtsbewegungder Sinti und Roma

in den 80er Jahren. Bei der Realisierungdes „Dokumentations-und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma” und auch beim Aufbau der Hildegard-Lagrenne Stiftung,leistete sie unschätzbare Unterstützung.

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Niemand ist ein Zigeuner. Zur Ächtung eines europäischen Vorurteils

Veranstaltung mit Prof. Wolfgang Wippermann (Historiker, Berlin), Bergische Volkshochschule
Solingen – Wuppertal, Schulstraße 20, 42103 Wuppertal, 18. 09.2017, 19:30-21:00

Sinti und Roma sind durch die „Armutswanderung“ aus Südosteuropa wieder verstärkt ins Blickfelder der Öffentlichkeit getreten. Und wieder feiern tief sitzende Vorurteile und Ressentiments gegen die Menschen ihre Wiederbelebung. Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa werden Sinti und Roma ausgegrenzt. Der Historiker Prof. Wolfgang Wippermann geht den Vorurteilen auf den Grund und unterscheidet dabei religiöse, soziale, romantisierende und rassistische Motive: Bausteine der Ideologie des „Antiziganismus“. Wippermanns These: Sie dient der Abgrenzung vom vermeintlich Fremden und der Legitimation von Herrschaft. Dabei verletzt sie den europäischen Wertekanon und muss genauso geächtet werden, wie es der Antisemitismus wird. „Es wird Zeit, dass Europa begreift: Niemand ist ein Zigeuner!“ Der Historiker diskutiert darüber in der Politischen Runde.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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„Wege der Sinti und Roma“ Ausstellung

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt zeigt der DGB Ortsverband in Kooperation mit dem Hessischen Landesverband der Sinti und Roma und dem Jugendzentrum TRIO in Ober-Ramstadt die Ausstellung bis zum 26. September.

Zum Auftakt am 15.9.17 um 19.00 Uhr im TRIO, Nieder-Modauer Weg 10, 64372 Ober-Ramstadt, führt Rinaldo Strauß, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes der Sinti und Roma, durch die Ausstellung und steht anschließend zum Gespräch bereit.

Öffnung: Montag, 14-17:00, Dienstag und Mittwoch 10-16:00, Donnerstag, 14-18:00, Freitag 10-13:00 Uhr.

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Fachgespräch : Antiziganismus und staatliche Filmförderung

Veranstalter: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma; 14. September 2017, 14:00 – 17:00, Aufbau Haus, Prinzenstr. 84, Berlin, 10969
Anläßlich der Veröffentlichung eines vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma aktuell in Auftrag gegebenen Gutachtens zum Kinder- und Jugendfilm „Nelly´s Abenteuer“ möchten wir Sie zum Fachgespräch „Antiziganismus und staatliche Filmförderung“ herzlich einladen.

Der  Zentralrat kritisiert den mit über 900.000 Euro staatlich geförderten Kinder- und Jugendfilm „Nellys Abenteuer“, der antiziganistische Vorurteile reproduziert und damit zur fortwährenden Stigmatisierung von Sinti und Roma beiträgt.

Im Fachgespräch soll zum einen die Kritik des Zentralrates vorgestellt und im Dialog mit Filmschaffenden überprüft und gleichzeitig sollen die die Minderheit betreffenden Kriterien der Filmförderung diskutiert werden.

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’ … und du wirst sehen, die Leute, die hier wohnen, werden aus den Fenstern schauen und Beifall klatschen.’

Rostock-Lichtenhagen als antiziganistisches Pogrom und konformistische Revolte  — Donnerstag, 31. August 19:3022:00, k-fetisch, Wildenbruchstraße 86, 12045 Berlin

Die antiziganistische Dimension des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen bleibt in Rückschau und Analyse häufig unterbelichtet, sowohl in Bezug auf den Mob auf der Straße als auch in Bezug auf die Legitimation der Abschaffung des Asylrechts.
Im Vortrag soll diese Dimension eingehender beleuchtet und auf ihre Funktion hin analysiert werden.

Die Veranstaltung findet als Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe des Bündnisses “Irgendwo in Deutschland” statt.
Alle Veranstaltungen und Aufruf: irgendwoindeutschland.org

25 Jahre später – Antiziganistische Normalzustände

 Themenabend anlässlich des 25. Jahrestages des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen am Dienstag, 29. August 19:3022:00 im Djäzz Jazzkeller Duisburg, Börsenstrasse 11, 47051 Duisburg (Bei gutem Wetter findet die Veranstaltung draußen, auf dem Hinterhof des Djäzz statt.)
Im Vortrag werden der Ablauf und die Hintergründe des Pogroms beleuchtet. Da damals in Rostock hauptsächlich Roma angefeindet, angegriffen und unter großem Beifall einer Masse an Rostocker Bürger*innen aus dem Stadtteil Lichtenhagen vertrieben wurden, wird der Vortrag ebenfalls schwerpunktmäßig Antiziganismus behandeln. Ein Thema welches in dem Zusammenhang fatalerweise selten besprochen wird und das, obwohl es seit Jahrhunderten eine konstante antiziganistische Stimmung in Europa gibt. Ein Thema mit welchem sich gerade in Anbetracht des anhaltenden Rechtsrucks der Gesellschaft, stärker auseinander gesetzt werden muss.

» Wir, die Gruppe Crème Critique, unterstützten den Aufruf „Rassistische Kontinuitäten“ zu bundesweiten Aktionen anlässlich des 25. Jahrestages der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen des „Irgendwo in Deutschland“ Bündnisses.

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Antiziganismus und Geschlecht

Aus der Veranstaltungsreihe „Antiziganistische Zustände – Eine Einführung in Theorie und gesellschaftliche Aspekte“
Donnerstag, den 24. August 2017, 19 Uhr, Jugendzentrum SUB, Bohlweg 55, 38100 Braunschweig

Wer sah Triebdiebin im bunten Rock? Sexualisierte und vergeschlechtlichte Dimensionen des Antiziganismus von Markus End.

Die Kategorien Geschlecht und Sexualität spielen im Antiziganismus eine zentrale Rolle, gleichzeitig bestehen bis heute nur bruchstückhafte Analysen dieses komplexen Verhältnisses. Im Vortrag sollen verschiedene dieser Bruchstücke vorgestellt und diskutiert werden.

Die Veranstaltungsreihe „Antiziganistische Zustände – Eine Einführung in Theorie und gesellschaftliche Aspekte“ wird von der DGB Braunschweig in Kooperation mit der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig und dem Antifa – Referat des AStA Braunschweig organisiert.

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Antiziganismus und Arbeitsgesellschaft

Aus der Veranstaltungsreihe „Antiziganistische Zustände – Eine Einführung in Theorie und gesellschaftliche Aspekte“
Donnerstag, den 17. August 2017, 19 Uhr, Jugendzentrum SUB, Bohlweg 55, 38100 Braunschweig

In dem Vortrag von Roswitha Scholz werden antiziganistische Tendenzen im Zusammenhang mit neuzeitlichen Disziplinierungsprozessen und der Herausbildung der Arbeitsgesellschaft analysiert. Dabei werden auch Parallelen und Differenzen zwischen Antisemitismus und Antiziganismus aufgezeigt.

Die Veranstaltungsreihe „Antiziganistische Zustände – Eine Einführung in Theorie und gesellschaftliche Aspekte“ wird von der DGB Braunschweig in Kooperation mit der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig und dem Antifa – Referat des AStA Braunschweig organisiert.

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Internationaler Roma Gedenktag – Gedenkfeier in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Datum: 02.08.2017, 13:00 Uhr

Veranstaltungsort: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau Więźniów Oświęcimia 20,
32-603 Auschwitz

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma werden auch in diesem Jahr unter der Leitung von Romani Rose mit einer Delegation von 60 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpers