Ausstellung der Stiftung Kai Dikhas am 26.06.2026, 16:00 Uhr, Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin
Die Metamorphose des Denkens ist eine tiefgreifende, schrittweise Transformation des Geistes, die von starren, alten Überzeugungen über Unbehagen und Erkunden zu einem neuen, integrierten Zustand der Erkenntnis und Selbstwahrnehmung führt. Ausgelöst durch provokative Herausforderungen oder bewusste Anstrengungen spiegelt dieser Prozess biologische Veränderungen wieder und ermöglicht es dem Einzelnen, seine Identität, seine Perspektiven und seine mentale Landschaft neu zu gestalten, um den gesellschaftlichen Fortschritt und Inklusion zu fördern und Rassismus und Antiziganismus zu bekämpfen.
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von Kai Dikhas soll diese Ausstellungen eine breitere Perspektive auf die Arbeit der Stiftung und ihren Kontext herstellen. Historische Kunstwerke treten in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst und zeigen das Weiterdenken der Künstler*innen, die an den Wandel und die Gestaltbarkeit von gesellschaftlichem Zusammenleben und und unserer Welt glauben.
Im Zentrum der Ausstellung steht ein Gast: Der griechische Künstler Christophoros Katsadiotis mit seiner Druck-Werkstatt. Der Ausstellungsraum soll zu einem Ort und eine Art lebendem Organismus künstlerischer Produktion werden. Christophoros Katsadiotis nutzt gefundenen Bilder und Erinnerungen aus denen er Neues collagiert. Fundstücke und traditionelle Bilder formen sich zu seiner eigenen neuen Welt. Aus der Synthese des alten entsteht etwas Neues. Ganz ähnlich wie in der Arbeit von Kálmán Várady, der mit gefundenen oftmals christlichen Figuren seine so genannten Gypsy Warrior schafft, bearbeitet Christophoros Katsadiotis neben traditionellen griechische Motive oftmals Christlich-orthodoxe Ikonen. In der Ausstellung spielt also das Thema der Religion eine besondere Rolle. Historisch betrachtet waren religiöse Darstellung in der Kunst oft hegemonial. Für die Kunst Produktion war die Kirche Auftraggeber. Christliche und religiöse Motive bestimmten die Bildwelt der Menschen. Die Ausstellung zeigt Umformung christlicher Motive, oder die Veränderung ihrer Bedeutung in der heutigen Zeit. Oftmals werden solche Bilder als provokativ verstanden, auch wenn die Bearbeitung von klassischen christlichen oder religiösen Motiven durch Künstler durchaus respektvoll gemein sind, und eben ein Teil einer denkerischen Metamorphose und Umformung von historischen Bildwelten sind.
So wird in der Ausstellung ein Bild des deutschen Künstlers Otto Pankok aus seinem Passions Zyklus gezeigt. Die Kohlezeichnung Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? stellt den von den Nationalsozialisten am Anfang der Diktatur inhaftierten und gefolterten kommunistischen Düsseldorfer Künstler Karl Schwesig dar. Pankok griff das christliche Motiv auf, um den damals aktuellen Kontext politisch zu kommentieren. In Düsseldorf war das Gesicht dieses Künstlers bekannt, das Bild wurde so zu einer unmissverständlichen Botschaft. Otto Pankok nutzte die Passions-Geschichte als ein Material, um während der nationalsozialistischen Zeit einen Zyklus zu schaffen, der letztendlich zum Widerstand gegen die totalitäre Herrschaft aufrief. Die Ausstellung der Reihe „Die Passion“ wurde von den Nationalsozialisten untersagt und nur knapp konnte das Bild vor der Beschlagnahmung gerettet werden. Die dramatischen Erfahrungen des 21. Jahrhunderts von Genozid, Krieg und Vertreibung, erschütterten für Viele ihren Glauben an Gott. Die Sintizza Petra Rosenberg berichtet in einem Radiobeitrag in der Ausstellung über den Zweifel und Glauben ihres Vaters, Otto Rosenberg während seiner Inhaftierung in den Konzentrationslagern.
Der französische Rom Gabi Jiménez hat mit seiner Arbeit KT DRALE – Notre Dame des expulsions Entwürfe für Kirchenfenster geschaffen, die Vertreibungen, Ausgrenzung und die Verfolgung von Sinti und Roma zeigen. Denn leider wurden historisch gesehen solche Verfolgung und Ausgrenzung oft im Namen der Religion ausgeführt und die meist tiefgläubigen Sinti in Deutschland konnten sich nicht der Solidarität der Kirche sicher sein. Zum Beispiel ist die Deportation von 35 Sinti Kindern aus dem katholischen St. Josef Jugendheim in Mulfingen im Jahr 1944 bekannt. Das Motiv des Heiligen Georg, des Drachentöters wurde (und wird z.T. heute noch) als Symbol für den Kampf gegen die in Ungläubigen verwendet. Bei Christophoros Katsadiotis erlegt der Heilige Georg aber nicht einen Drachen, sondern er betätigt sich als Schmetterlingsfänger, wobei der Schmetterling ein Symbol für die Metamorphose, die Vergänglichkeit, aber auch für Zauber und Wiedergeburt ist. Die Ikonen des Christophoros Katsadiotis provozierten 2025 im Athener Nationalmuseum einen Skandal: Der Abgeordneter der rechtsextremen Partei Niki (Partei des Sieges), Nikos Papadopoulos, randalierte in der Ausstellung und riss einige seiner Bilder zu Boden. Eine breite politische Einheit von konservativen bis linken Politiker*innen stellten sich schützend vor die Kunstfreiheit und kritisierten den Akt. Diese Bilder sind heute auch Bestandteil der Ausstellung Metamorphose des Denkens. Das Punk Gebet der russischen Band Pussy Riot in der Moskauer Erlöser Kathedrale am 21.2. 2012 gegen die Allianz der Russisch-Orthodoxen Kirche mit dem Putin Regime führte zu der mehrjährigen Inhaftierung der Bandmitglieder. In ihrem veröffentlichten Video ist zu hören „Mutter Gottes, Jungfrau, verjage Putin“ und „Der Patriarch glaubt an Putin, obwohl er an Gott glauben sollte.“ Stellvertretend für das Kollektiv ist Marija Aljochina in die Künstler*innenliste aufgenommen.
Als einer der Begründer kritischer Kunst, ja als Vorläufer der Moderne insgesamt gilt vielfach der von der französischen Aufklärung beeinflusste spanische Künstler Francisco de Goya. Insbesondere dessen Karikatur-haften und surrealen Grafiken beginnend mit der Serie Die Capricchos hielten der der festgefahrenen spanischen absolutistischen Gesellschaft einen kritischen Spiegel vor. In der Ausstellung wird seine vollständige letzte Serie Disparates, die Ungereimtheiten gezeigt, die in ihrer künstlerischen Freiheit ihrer Zeit voraus war. Vier der Platten veröffentlichte er in Spanien nie, nahm sie aber mit ins französische Exil, wo sie erst 1877 in Paris posthum veröffentlicht wurden. Auch diese Werke sind Teil der Ausstellung. Die surreale und abseitige Bildwelt von Christoforos Katsadiotis erinnert durchaus an Goya. Ebenso lässt sich inhaltliche und ästhetische Verwandtschaft zu den Künstler*innen Delaine Le Bas und Luna De Rosa finden, die wie Katsadiotis oft in Collagen arbeiten. Wie Katsadiotis lässt Le Bas mit Bildern unseres Alltags das Unheimliche aufscheinen. Kinderspielzeug und Puppen, oft in Collagen-artigen Installationen arrangiert, erzeugen ein Gefühl der Angst und Ausgrenzung. Ausgestellt wird eine sowohl für die Sammlung Kai Dikhas als auch die Arbeit der Stiftung ikonisches Werk, die Installation Which Hunt der Künstlerin, die die Hexenverfolgung thematisiert. Während Delaine Le Bas und ihr Ehemann und künstlerischer Weggefährte Damian Le Bas seit Beginn von Kai Dikhas zentrale einflussreiche Künstler der Gruppe waren, gibt es heute jüngere Künstler wie Luna De Rosa, die wie Le Bas ebenfalls in Textilkunst und Performance, die Methodik der Collage nutzt, um in ihrer Kunst Systeme der Unterdrückung zu entlarven. Die beiden Künstlerinnen sind unterschiedlicher Generation, aber schafften einen ähnlichen Kosmos, der die Angst und Unterdrückung hegemonialer Systeme mit Kunst aufspürt und zu Wandel aufruft.
Der brasilianische Künstler Brunn Morais ist genauso Künstler wie Wissenschaftler. In seiner Arbeit Das Fenster der Liebe beschäftigt er sich mit der Geschichte der portugiesischen Nonne und Äbtissin Maria do Alcoforado. Bekannt geworden durch die Lyrik ihrer in Französisch verfassten Liebesbriefe, scheiterte nicht nur ihre Liebe, sondern ihr als Frau wurde sogar aufgrund der Qualität der Sprache der Briefe von der damaligen Öffentlichkeit die Autorenschaft aberkannt. Sie wurde schließlich Äbtissin ihres Klosters. David Weiss propagiert das reine Sehen als Denken. Neben Holzschnitten präsentiert der Gypsy-Dadaist einen Kometen aus Schrott, der sich als Lichtzeichen einer neuen Zeit den Galerieraum performativ queren wird.
Das berühmte im Louvre ausgestellte Gemälde von Theodore Géricault, Das Floß der Medusa, ist ein ikonisches Werk der französischen Kunstgeschichte und zugleich ein frühes Beispiel für politische Kunst. Der Maler war davon besessen, ein tragisches Ereignis der französischen Kolonialgeschichte darzustellen, bei dem ein Expeditions-Schiff, welches die nach Napoleon von Großbritannien verwalteten westafrikanischen Kolonien Frankreichs wieder in Besitz nehmen sollte, 1816 auf einer bekannten Sandbank strandete. Die Schuld lag beim Kapitän, der zwar noch unter König Ludwig XVI. gedient hatte, aber seit der Revolution kein Schiff mehr befehligt hatte. Der neue Marineminister hatte Hunderte von napoleonischen Offizieren entlassen und durch loyale aristokratische Veteranen des Ancien Régime ersetzt. Frankreich war tief gespalten zwischen radikalen Royalisten auf der einen Seite und Bonapartisten und Liberalen auf der anderen. Der Bericht des Schiffsarztes Jean-Baptiste Henri Savigny und des Ingenieurs Alexandre Corréard von dem Disaster wurden zu Bestsellern, und der Schiffbruch der Méduse wurde zum Symbol für die Übel der Restauration. Es führte zum Sturz des Marineministers und zur Massenentlassung seiner Protegés. Dieses Gemälde machte nicht nur erneut auf den empörenden Vorfall aufmerksam, sondern der zentrale Held von Géricaults Gemälde ist ein schwarzer Mann, der die Rettung für die verzweifelten Schiffbrüchigen sieht, was in der damaligen Zeit eine Provokation war.
Die Überwindung von Rassismus und Ausgrenzung ist eine Ziel und eine Triebfeder, der Bewegung der Künstlerin und Künstler, die Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma sind. Ihre selbst Bilder konfrontieren die in der Gesellschaft vorherrschenden Stereotypen über die Minderheiten mit einem lebendigen Selbstbild. Sie tragen zu einer Metamorphose des Denkens aktiv bei. Die Künstlerinnen und Künstler konstruieren eine neue Form einer offenen Gesellschaft, sie ermöglichen uns ein respektvolles und offenes, einander neugieriges Zusammenleben. Ganz im Sinne der Aufklärung ist diese Bewegung eine Selbst-Ermächtigung der Künstlerinnen.
Ganz am Anfang der Ausstellung steht inmitten der Kunst eine Druckerpresse als ein Werkzeug künstlerischen Arbeitens, der Reproduktion und Vervielfältigung. Seit 15 Jahren ist Kai Dikhas, auf Romanes in etwa Der Ort des Sehens, ein Ort der Begegnung für Künstler*innen und ihr Publikum. Es ist ein Ort der Freiheit der Kunst, aber auch des Schaffens und Arbeitens, denn es ist viel zu tun.
Kurator Moritz Pankok
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Offensive gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma
Am 30. Juni spricht Verena Meier (Forschungsstelle Antiziganismus) auf dem Podium während des Fachtags, organisiert von der Antidiskriminierungsstelle und dem Oberbürgermeister Belit Onay der Landeshauptstadt Hannover. Auf dem Podium werden ebenfalls Sylvia Bruns (Dezernentin der Antidiskriminierungsstelle), Jill Strüber (Niedersächsischen Verband für Sinti und Roma e.V.), Danijel Cubelic (Vizepräsident der europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR)) und Alexander Diepold (Vorsitzender der Bundesvereinigung der Sinti und Roma) sprechen. (Ein online Programm gibt es noch nicht)
Polizeilicher Antiziganismus mit dem Konzept der „Clankriminalität“
Mittwoch, 1. Juli, 19 Uhr, Aquarium, Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin
Deutsche Polizeibehörden haben in den letzten 120 Jahren über fünf staatliche Systeme hinweg eine zentrale Rolle bei der Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik gegenüber Sinti*zze und Rom*nja gespielt. Im Nationalsozialismus waren deutsche Polizisten direkt für die Organisation der Deportationen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verantwortlich. In der frühen Bundesrepublik hatten diese NS-Täter weiterhin die Deutungshoheit inne und konnten die antiziganistische polizeiliche Praxis über Jahrzehnte prägen. Sondererfassung und eine Haltung des prinzipiellen Verdachts waren also über die längste Zeit der jüngeren deutschen Geschichte und bis in die Gegenwart vorherrschende polizeiliche Praktiken, die die Erfahrungen von Communities der Sinti*zze und Rom*nja bestimmt haben.
In der Veranstaltung wird wir auf Basis von Vorfallsberichten aus Monitoringstellen die Auswirkungen des kriminologischen Konzepts der „Clankriminalität“ als aktuellster Form antiziganistischer Polizeipraxis beleuchtet.
Markus End, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Valerie Laukat, Dosta/MIA Berlin, Amaro Foro e.V.
Alexander Cramer, MIA Bund
Moderation: Stephanie Schmidt, Universität Hamburg
Veranstaltet vom Institut für Bürgerrechte & öffentliche Sicherheit e.V./ Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei/CILIP
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Antiziganismus als gesellschaftliches Verhältnis – Dimensionen, Kontinuitäten und Erscheinungsformen
03.07.2026 | 18:00 Uhr - 19:30 Uhr, Landeszentrale für politische Bildung, Heilbronner Straße 35, 70191 Stuttgart
Antiziganismus ist eine prägende, aber zu selten thematisierte Facette Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist. Antiziganismus wirkt in öffentlichen Debatten, Medienbildern, politischen Diskursen und alltäglichen Zuschreibungen gegenüber Sinti:zze und Rom:nja.
Referentin Nadine Küssner beleuchtet in ihrem Vortrag aktuelle Erscheinungsformen, gesellschaftliche Dynamiken und Besonderheiten dieser Diskriminierungsform. Ziel ist es, den Blick für subtile und strukturelle Ausgrenzung zu schärfen und ihre Bedeutung für die eigene politische Bildungsarbeit zu reflektieren.
Romani Voices in Stuttgart
4 Juli, 2026, 15:00 Uhr, Hotel Silber, Dorotheenstraße 10, 70173 Stuttgart
Junge Stimmen: o tsiro pal mende, o tsiro glan mende – Die Zeit hinter uns, die Zeit vor uns
Eine Nachmittagsveranstaltung mit Lesungen, eigenen Texten und Dialogen einer Gruppe junger Sinti und Roma aus Baden-Württemberg.
Familiäre Zeugnisse, Erinnerung und Gegenwart verbinden sich zu einem vielstimmigen Bild zwischen überlieferten Geschichten und heutiger Selbstverortung als Angehörige der größten europäischen Minderheit.
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“ICH STEHE HIER, WEIL MEIN BAPU DAS KZ ÜBERLEBT HAT“ DER VERGESSENE GENOZID – ANTIZIGANISMUS IN DEUTSCHLAND
Montag, 6. Juli 2026, 10:30 Uhr, Kristanplatz 1, 99974 Mühlhausen/Thüringen, Haus der Kirch; Akademie am Vormittag.
Talina Connolly, Zentralrat der Sinti und Roma
Kenisha Weiß, Abiturientin und Musikerin aus Mühlhausen
Kenisha Weiß, Abiturientin und Musikerin aus Mühlhausen, erzählt die Geschichte ihres Großvaters. Georg Weiß wurde mit seiner Familie nach Auschwitz und weitere Konzentrationslager deportiert, erlebte die Ermordung seiner Schwester, Hunger, Angst und Zwangsarbeit. Die 19-jährige Kenisha Weiß begibt sich auf die Spuren dieser schmerzlichen Familiengeschichte im National-sozialismus, deren Traumata bis heute fortwirken. In einer Seminar-
facharbeit hat sie die Ereignisse aufgearbeitet. Bis zu einer halben Million Sinti und Roma aus ganz Europa waren dem Völkermord der Nazis zum Opfer gefallen. Talina Connolly vom Zentralrat der Sinti und Roma setzt sich mit der langen Geschichte des Misstrauens und der Diskriminierung auseinander.
Mit rund 10 bis 12 Millionen Men-schen sind Sinti und Roma eine der größten und ältesten Minder-heiten in Europa und seit vielen Jahrhunderten fester Bestandteil der europäischen Kultur. Unwis-sen, Vorurteile und romantisieren-de Vorstellungen führen nicht sel-ten direkt zu Diskriminierung, so Talina Connolly. Sie ist Bildungsbotschafterin gegen Antiziganismus beim Zentralrat der Sinti und Roma und leitet in Bielefeld ein Projekt mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine. Mit ihren Vorträgen wollen die beiden Referentinnen für das Thema sensibilisieren.
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Mit Recht gegen Antiziganismus?
Publikationsvorstellung vom Bildungsforum gegen Antiziganismus am Moritzplatz, Berlin oder Online am 8. Juli 2026, 15:00 – 18:00 Uhr
Ob Antiziganismus erkannt und anerkannt wird, kann in Gerichtsverfahren einen entscheidenden Unterschied machen – die Frage hat Einfluss für die Beurteilung und sogar Verfolgung von Straftaten, das Strafmaß oder die Ansprüche auf Schadensersatz. In diesem Jahrhundert hat die Sichtbarkeit von und die Sensibilität für Antiziganismus zugenommen, was sich auch in der gerichtlichen Praxis zeigt. Wird er hingegen nicht erkannt oder nicht ernst genommen, hat dies einen Effekt nicht nur in der gerichtlichen Praxis, sondern auch für Betroffene, wie jüngere Beispiele zeigen.
Diesen Fragen widmet sich die erste Publikation des Rechtshilfenetzwerks gegen Antiziganismus „Mit Recht gegen Antiziganismus? Eine Analyse ausgewählter Entscheidungen aus der Rechtsprechung und Verfahrenspraxis der letzten 25 Jahre“.
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Ambivalenzen staatlicher Sicherheit: Ethnische Zuschreibungen, Kontrolle und Selbstverständnis der Volkspolizei gegenüber Sinti und Roma
Vortrag von Verena Meier (Forschungsstelle Antiziganismus) am 9. Juli, 12:10 bis 13:10 auf dem 35. Kolloquium zur Polizeigeschichte, 8 bis. 10. Juli an der Deutschen Hochschule der Polizei. Universität der Polizeien des Bundes un der Länder (DHPol) in Münster, Zum Roten Berge 18-24, 48165 Münster.
Das Kolloquium wird organisiert von Gundula Gahlen (DHPol) und Haydée MareikeHaass (DHPol).
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ROMANI RESPONSES TO PERSECUTION: TRANSNATIONAL HISTORIES OF REPRESSION AND RESISTANCE (1850–1950)
INTERNATIONAL RESEARCH WORKSHOP IN JULY 2026
July 13–14, 2026, United States Holocaust Memorial Museum, 100 Raoul Wallenberg Pl SW, Washington, DC 20024, USA
The Mandel Center will co-convene this workshop with Adrian-Nicolae Furtună, Romanian Academy and National Centre of Roma Culture, and Verena Meier, Research Center on Antigypsyism at the University of Heidelberg. The workshop is scheduled for July 13–24, 2026, and will take place at the United States Holocaust Memorial Museum.
This workshop investigates the longue durée of the persecution of Romani people from 1850 to 1950, a century anchored by the emancipation of Roma from enslavement in the Romanian principalities and culminating in the genocidal violence of the Holocaust.
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40 Jahre Bürgerrechtsarbeit: Der Verband der Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Podiumsgespräch anlässlich des 40-jährigen Bestehens des VDSR-BW e.V. am 15. Juli, 18 Uhr - MARCHIVUM - Haus der Stadtgeschichte, Archivplatz 1, 68169 Mannheim
Romno Kher und das MARCHIVUM laden zu einem Gespräch über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma ein.
Daniel Strauß, Vorstand und Gründer des Landesverbandes, setzt sich für die Anerkennung des nationalsozialistischen Völkermordes sowie für gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe ein. Mit Peter Cellestino Kraus kommt auch eine jüngere Generation zu Wort, die auf der Arbeit der Bürgerrechtsbewegung aufbaut. Prof. Gert Weisskirchen, ehemaliges SPD-Bundestagsmitglied und früherer persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus, unterstützt die Arbeit des Landesverbandes seit vielen Jahren. Eine wissenschaftliche Perspektive liefert Daniela Gress von der Forschungsstelle Antiziganismus, Universität Heidelberg.
Moderiert wird die Veranstaltung von Manja Schuecker-Weiss, Aktivistin und Projektleiterin im Bereich Frauen-Empowerment.
Mit Daniel Strauß, Peter Cellestino Kraus, Prof. Gert Weisskirchen und Manja Schuecker-Weiss sowie Daniela Gress von der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg
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Vergangene Termine
Erinnerungskultur, Antiziganismus und eine bis heute offene Forderung
Workshop zur GB*Stadtteilpartnerschaft im GB*Stadtteilbüro, Quellenstraße 149, 1100 Wien am 23.6., 17–19.30 Uhr
Warum gibt es kein zentrales Denkmal für die im Porajmos ermordeten Romnja und Sintizze? Ein Workshop über Geschichte, Anerkennung und gesellschaftliche Verantwortung.
Der Workshop der Initiative Minderheiten widmet sich der Geschichte und Gegenwart von Romnja und Sintizze in Österreich. Im Mittelpunkt stehen die Verfolgung während der NS-Zeit, die Ermordung von über einer halben Million Rom*nja im Porajmos sowie die bis heute oft unzureichende gesellschaftliche Aufarbeitung dieser Verbrechen.
Nach einer Einführung in die Geschichte von Romnja und Sintizze sowie in die Entwicklung des Antiziganismus beschäftigt sich der Workshop mit Fragen der Erinnerungskultur. Besonderes Augenmerk gilt der Forderung nach einem zentralen Denkmal für die Opfer des Porajmos in Österreich – einem Anliegen, das von vielen Vertreter*innen der Community seit Jahren eingebracht wird.
Workshopleiterin Martha Darvas lädt dazu ein, historische Entwicklungen und aktuelle Debatten gemeinsam zu reflektieren.
Der kostenlose und barrierefreie Workshop richtet sich an Erwachsenenbildner*innen sowie alle interessierten Personen und findet im Rahmen der Ausstellung „Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich“ statt.
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Bronisława Wajs in the Black-and-White Film Papusza (2013, PO): A Case Study of Lighting, Framing and Facial Visibility
Vortrag von Dr. Radmila Mladenov auf der NECS Conference „In|Visible“, 18.–20. Juni 2026 ,Université Paul-Valéry Montpellier, 145 Avenue du Val de Montferrand, 34090 Montpellier, France
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Transnational Networks and Practices of Exclusion: Racial-Biological Assessments and ‚Mixed‘ Jewish and Romani Families in the Reich and Annexed Territories
Vortrag von Verena Meier (Forschungsstelle Antiziganismus) am 17. Juni (17:30-19:00) auf der Konferenz "‚Mixed' Couples in Europe under Axis Rule“, 17. bis 19. Juni, im Institut für Zeitgeschichte München, Leonrodstraße 46 b, 80636 München
Die Konferenz wird organisiert von Michaela Raggam-Blesch (IfZ, Zentrum für Holocaust-Studien) und Laurien Vastenhout (NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies Amsterdam). (Ein online Programm gibt es noch nicht, nur den CfP: https://www.ifz-muenchen.de/zentrum-fuer-holocaust-studien)
Kriminalpolizei und Sinti sowie Roma 1850–1950
Vortrag von Verena Meier am Donnerstag, 11.06.2026, 18:00 - 19:00 Uhr im Polizeimuseum Niedersachsen, Lange Straße 20-22, 31582 Nienburg
Im Vortragsprogramm zur Sonderausstellung „Die vergessenen Helden. Sinti und Roma im Sport“ hält die Historikerin Verena Meier einen Vortrag über das Verhältnis kriminalpolizeilicher Arbeit und der Verfolgung der Sinti und Roma.
Verena Meier beschreibt, wie sich das Verhältnis zwischen Polizei und Sinti und Roma vom Kaiserreich bis nach 1945 entwickelte. Sie zeigt, wie polizeiliche Routinen schon früh entstanden und später die NS-Verfolgung ermöglichten. Sie blickt dabei jedoch nicht nur auf damalige polizeiliche Praktiken, sondern fragt auch nach den Handlungsspielräumen einzelner Täter*innen und Verfolgten.
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On the Narrative Utility of Antigypsyist Tropes
Vortrag von Dr. Radmila Mladenova (Universität Heidelberg) auf der 41. ISSN-Konferenz „Narrative 2026“, 4.–6. Juni 2026, at Bartholins Allé 11, 8000 Aarhus Dänemark; Online; Room 8: Seminar Room, 1441-110 (hybrid)
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