Unsere Stimmen - unsere Erfahrung. Gemeinsam gegen Antiziganismus. Für Sichtbarkeit, Dialog und eine gleichberechtigte Gesellschaft.
7. 11. 2026, 11:00-16:00 Uhr & 8. 11. 2026, 14:00-17:00 Uhr, Beratungszentrum Rom und Cinti Union e.V., Am Neumarkt 38a, 22041 Hamburg
Die Veranstaltung wird gemeinsam von drei Hamburger Selbstorganisationen gestaltet:
- Rom und Cinti Union e.V.
- Landesverein der Sinti in Hamburg e.V.
- Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V.
Geschichte, Erfahrungen und Perspektiven der Roma und Sinti werden sichtbar gemacht, über Antiziganismus aufgeklärt und der gesellschaftlichen Dialog gestärkt.
Der erste Veranstaltungstag steht im Zeichen von "Geschichte, Bildung, Jugend und gesellschaftlicher Teilhabe".
Den Auftakt bildet die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Dr. Boris Weinrich, die gemeinsam mit dem Landesverein der Sinti in Hamburg e.V. präsentiert wird.
Im weiteren Verlauf stellen die drei Vereine ihre Arbeit, ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und ihre Erfahrungen aus der täglichen Praxis vor.
In verschiedenen Workshops und Gesprächsrunden werden unter anderem die Lebensrealitäten junger Roma und Sinti, die Herausforderungen im Bildungsbereich, Diskriminierungserfahrungen, sowie Fragen der gesellschaftlichen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung behandelt. Dabei soll nicht nur über Roma und Sinti gesprochen werden, sondern vor allem mit ihnen. Persönliche Erfahrungen, eigene Perspektiven und der direkte Austausch stehen im Mittelpunkt.
Der zweite Veranstaltungstag widmet sich der Literatur, Erinnerungskultur und dem generationsübergreifenden Austausch.
Im Mittelpunkt steht eine Lesung aus dem Buch „Zwei Welten“ von Arnold Weiß und weiteren Autoren. Die Lesung bietet Einblicke in persönliche Lebensgeschichten, historische Erfahrungen und die unterschiedlichen Lebenswelten von Roma und Sinti.
Anschließend gibt es einen offenen Community-Austausch. Gespräch über Vergangenheit und Gegenwart, persönliche Erfahrungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.
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Leben im Schatten – Transgenerationales Trauma von Sinti und Roma und sein Einfluss auf die politische Selbstorganisation
13. Nov., 17.30 Uhr – 15. Nov. 2026 in der Evangelischen Tagungsstätte Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll
Die Vergangenheit beiseitezuschieben ist vielen Menschen nicht möglich. Angehörige der Sinti und Roma sind mit ihr konfrontiert: in Träumen, in Gefühlen wie Schuld und Scham, und sogar in epigenetischen Veränderungen. Wir nehmen auf der Veranstaltung die Folgen der Traumata in den Blick.
Die französische Schriftstellerin Cécile Wajsbrot, deren Großvater in Auschwitz ermordet wurde, schrieb über die Überlebenden: „Gemessen daran [am Leid der ermordeten Vorfahren] hat nichts Bestand. Weder ihr Leben, noch alles andere“.
Gespräch mit Wissenschaftler*innen und mit Nachkommen der zweiten und dritten Generation. Sie erhalten nicht nur Informationen, sondern hören auch vom Umgang und der Bearbeitung der Traumata.
Es wird thematisiewrt, wie sich die Traumata auf die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen auswirkt und diskutieren, wie Erinnerungsarbeit zukünftig aussehen kann.
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Wer bin ich? – Lern mich kennen.
Sprache verbindet. Identität verdient Anerkennung. Teilhabe braucht Mitgestaltung.
Anlässlich des Internationalen Tages der Roma-Sprache lädt das Roma Integration Zentrum e. V. zum Dialog mit Politik und Stadtgesellschaft ein. Wie stärken wir Romanes, kulturelle Identität und die Teilhabe der Roma? Was können Politik und kommunale Institutionen konkret tun, um die Sprache, kulturelle Identität und gesellschaftliche Teilhabe der Roma zu stärken?
14. November 2026, 15:00–17:30 Uhr, Max-Planck-Ring 66a, 46049 Oberhausen
Mit Dr. Jörg Schröer (Mitglied des Rates der Stadt Oberhausen - SPD) und Heike Hansen. (Mitglied des Rates der Stadt Oberhausen - Die Linke).
Vortrag und Moderation: Asan Ademi.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Frauen stärken – Traditionen bewahren, Vielfalt gestalten“ statt. Gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.
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Vorstellung des MIA Berichts 2025: Antiziganismus in Bayern
16. November 2026, 19:00 bis 20:30 Uhr, Online.
Veranstalter: Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus Nürnberg und Domberg-Akademie
Der Vortrag zum Thema „Antiziganismus in Bayern“ stellt die Ergebnisse des neuen Jahresberichts der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Bayern vor. Die Folgen von Ausgrenzung und antiziganistischer Diskriminierung für die Betroffenen sowie mögliche Gegenmaßnahmen werden durch die Erfahrungen der im bayerischen Landesverband der deutschen Sinti und Roma angesiedelten communitybasierten Antidiskriminierungsberatung dargestellt.
Referenten sind der wissenschaftlicher Mitarbeiter Thomas Höhne sowie Michelle Berger von der Antidiskriminierungsberatung des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern.
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„Nicht ohne uns über uns“
Generationsübergreifende Erzählungen von Sinti* und Roma* als Selbstermächtigungsstrategie und Rassismuskritik: Ein Ausstellungsprojekt vom 18.11.2026 - 04.12.2026, 9:00-18:00 Uhr (samstags & sonntags geschlossen); Campus Kleefeld der Hochschule Hannover, Gebäude 3E, Blumhardtstraße 2, 30625 Hannover. Eröffnung der Ausstellung unter Anwesenheit der Ausstellungsmacher*innen sowie des Forschungsteams 11-13 Uhr.
80 Jahre nach dem NS-Völkermord an den Sinti* und Roma* machen sich junge Nachfahren aus der Community der Überlebenden auf die Spurensuche. Sie interviewen Kinder von Überlebenden zu ihren Lebens-, Verfolgungs-, Widerstands- und Leidensgeschichten, zu dem an ihren Familien begangenen nationalsozialistischen Unrecht und dessen Fortsetzung nach 1945 bis in die Gegenwart. Herausgekommen ist eine Form von Biographie- und Erinnerungsarbeit, die Erfahrungen zur Sprache bringt, die in den meisten Geschichtsbüchern fehlen. Sie erzählt die Geschichte aus den Lebensgeschichten der Betroffenen und gibt ihnen so ihre Würde zurück. – Die Ergebnisse sind in einer Wanderausstellung dokumentiert, die vom 18.11. bis 4.12.2026 in der Fakultät 5 der Hochschule Hannover am Campus Kleefeld zu sehen sein wird.
Ein Projekt der Sinti Allianz Deutschland e.V., ein communitybasiertes Projekt, ein Projekt der Selbstermächtigung und des Widerstands gegen Rassismus.
Pädagogische Leitung: Romina Kirsch & Jonny Wernicke (Sinti Allianz Deutschland e.V.)
Wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. Elizabeta Jonuz, Hochschule Hannover
Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) sowie den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Das Projekt ist Teil des Programms „JUGEND erinnert vor Ort & engagiert“.
Ausstellungszeit: 18.11. bis 4.12.2026., tgl. Ausstellungsort: Campus Kleefeld der Hochschule Hannover, Gebäude 3E, Blumhardtstraße 2.
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Wenn Diskriminierung hingenommen wird: Antiziganismus verstehen erkennen und verstehen
25.11.2026 – 16:00 bis 18:30 Uhr im Haus der Viefalt, Am Nordbahnhof 1A, 38106 Braunschweig
Am 25. November veranstaltet die Antidiskrimninerungsstelle Braunschweig in Zusammenarbeit mit der Kompetenzstelle gegen Antiziganismus den Workshop "Wenn Diskriminierung hingenommen wird - Antiziganismus erkennen und verstehen". Die Teilnehmenden werden in die Geschichte und Funktionsweise von Antiziganismus eingeführt und lernen Antiziganismus im Alltag zu erkennen und seine Wirkung zu verstehen. Der Workshop richtet sich an alle Interessierten, die mehr über den spezifischen Rassismus gegen Sinti*, Roma* und dafür gehaltende Menschen wissen möchten.
Vorstellungen, Annahmen und Bilder über Sinti*, Roma* und dafür gehaltene Menschen sind weit verbreitet aus Nachrichten, Filmen oder Gesprächen im Alltag. Doch woher kommen diese eigentlich? Was sagen sie über die Menschen, über die gesprochen wird aus, was über unsere Gesellschaft?
In diesem Workshop wird Antiziganismus als eine spezifische und weitverbreitete Form von Rassismus sichtbar gemacht. Er trifft vor allem Sinti*, Roma* und dafür gehaltene Menschen und kann durch andere Diskriminierungsformen verstärkt werden. Antiziganismus gefährdet die Gesundheit und Lebenschancen der Betroffen und ist Teil extremistischer Einstellungen und Bestrebungen. Wie entsteht Antiziganismus, welche Funktionen hat er und warum besteht er über Jahrhunderte bis in die Gegenwart fort.
Der Workshop richtet sich an alle, die sich erstmals oder vertiefend mit dem Thema beschäftigen möchten. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.
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Antiziganismus erkennen und Diskriminierung verstehen
26.11.2026 19:00 Uhr, Andreas-Hofer-Platz 11, 24147 Kiel
Antiziganismus ist eine historisch gewachsene Form von Rassismus, von der Sinti und Roma am häufigsten betroffen sind, und welche häufig übersehen oder verharmlost wird.
Der Workshop, den die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Schleswig-Holstein durchführt, soll ganz allgemein darüber informieren, was Antiziganismus eigentlich bedeutet und in welchen Lebensbereichen Menschen besonders betroffen sind. Neben einem Einblick in historische Kontinuitäten von
Antiziganismus wird zudem ein Fokus auf dem Bereich der institutionellen Diskriminierung liegen.
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AVOIDING THE TRAPS OF ANTIGYPSYISM IN FILM
FORUM FOR FILMMAKERS AND CREATIVES on Thursday, 3 December 2026, 09:00 - 17:30 in German Film Museum (Frankfurt am Main), Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
Avoiding the Traps of Antigypsyism in Film is a one-day forum for filmmakers and creatives exploring how antigypsyist stereotypes, narratives and visual conventions are produced and reproduced in film. The first part of the day is open to the public and brings together film, presentations and discussion. The second part offers a more intimate space for up to 30 filmmakers and creative professionals to engage with the topic through practical exercises, exchange and collaborative reflection.
Part I: Public Program; 09:00-13:15
Keynote by Dr. Radmila Mladenova (Critical Film & Image Hub at the Research Center on Antigypsyism, Heidelberg University)
Screening “Wesley Swims”, Q&A with Adrian Oeser
Screening “The Angry Bird”, Q&A with Lisa Smith
Panel discussion
Part II: Workshop for filmmakers & other creatives; 14:30-17:30
Ethical Production and Collaboration
Exercise: Develop your pitch!
Roundtable
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„Es ist überall…“
Antiziganistische und antisemitische Alltagserfahrungen in Hessen. Donnerstag, 3. Dezember 2026, 19 bis 21 Uhr
35037 Marburg, Seminargebäude, Pilgrimstein 12, 2. OG, Raum +2/0050
Die Jahresberichte der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Hessen (MIA Hessen) und der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) zeigen eine extrem hohe Verbreitung und einen starken Anstieg antiziganistischer und antisemitischer Vorfälle in Hessen. Die Einrichtungen stehen jeweils Betroffenen von Antiziganismus und Antisemitismus solidarisch zur Seite, dokumentieren Vorfälle aus diesen Phänomenbereichen nach wissenschaftlichen Kriterien, erarbeiten qualitative Analysen und wollen die Gesellschaft sensibilisieren, Antiziganismus wie Antisemitismus zu erkennen und entgegenzutreten.
Auch geht es darum, ein Lagebild zu schaffen, das den alltagsprägenden Charakter dieser Erfahrungen abbildet.
In dieser Veranstaltung beleuchten die Kooperationspartnerinnen RIAS Hessen und MIA Hessen Auswirkungen von Antisemitismus und Antiziganismus auf den Alltag. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Vorfällen,
die sich im Bildungsumfeld, Wohnumfeld oder Arbeitskontext ereignen.
Begrüßung: Dr. Susanne Urban RIAS Hessen / Universität Marburg
Grußwort: Joachim Brenner Projektleiter MIA Hessen
Antiziganismus in den Lebensbereichen: Bildung, Wohnen und Arbeit: Leonie Zander und Katja von Auer MIA Hessen
Antisemitismus in den Lebensbereichen: Bildung, Wohnen und Arbeit: Gabriel Hoppe RIAS Hessen
Alltagsprägende antiziganistische und antisemitische Vorfälle im Vergleich MIA und RIAS Hessen
Kommentare aus den Communities, Diskussion mit dem Publikum - Moderation: Susanne Urban
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„Ich bin gezwungen, es doppelt so gut wie die anderen zu machen.“
Antiziganismus in der Schule. Im Gespräch mit jungen Sinti und Roma. Am 04.12.2026 / 14:00 – 17:00 Uhr im Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin
Kinder und Jugendliche aus den Communities der Sinti und Roma erleben die Schule nicht nur als Ort des Lernens und Lebens. Vielmehr erfahren sie oft Abwertung, Ausgrenzung und systematische Diskriminierung. Seien es aggressive Mitschüler*innen, voreingenommene Lehrkräfte, klischeehafte Unterrichtsmaterialien sowie das Unwissen über den VöIkermord an der Minderheit oder auch die regelhafte Einweisung in Förderschulen: Die Herausforderungen sind groß. Ausgehend von den Erfahrungen junger Sinti und Roma aus ihrer Schulzeit wollen wir ausloten, wo es schon gute Ansätze zur Überwindung antiziganistischer Diskriminierungen gibt und wie diese weiterentwickelt und nachhaltig in den Schulalltag implementiert werden können.
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Vergangene Termine
SpuRom:nja
am Donnerstag, 5. November 2026 um 16:00 Uhr in der Kölner Innenstadt (Der genaue Treffpunkt wird nach Anmeldung bekanntgegeben.)
Am 05.11.2026 laden wir herzlich zur SpuRom:nja in Köln ein – einem politischen, erinnerungskulturellen Stadtspaziergang, bei dem die Geschichten von Rom:nja und Sinti:ze in Köln sichtbar gemacht werden. Der Stadtspaziergang gibt Einblicke in Biografien, Kämpfe und Perspektiven von Rom:nja und Sinti:ze und verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf empowernde Weise.
Die Veranstaltung ist Teil von „Upre Kethane! Aktionswochen Sinti Roma“: Vom 5. Oktober bis zum 5. November finden die Aktionswochen bundesweit statt. Dabei werden die Perspektiven und Geschichten von Rom:nja und Sinti:ze in den Fokus gestellt und sichtbar gemacht.
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Bock auf Schach?
Podiumsdiskussion und Romani Street Food am SONNTAG, 1. NOVEMBER, 16:00 - 20:00 Uhr im Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München
Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antiziganismus lädt der Verein D.A.S. e.V. zum offenen Kennenlernen ein. Im Mittelpunkt steht ein lockeres Podiumsgespräch mit Vertreter*innen der Selbstorganisation der Sinti* und Roma* über Geschichte und die aktuelle Situation von Sinti* und Roma* in Deutschland — Fragen sind ausdrücklich willkommen.
Begleitet wird das Ganze von Romani Street Food, damit neben der Theorie auch echte Begegnung und das Kennenlernen der Kultur möglich werden. Was es mit dem Titel „Bock auf Schach“ auf sich hat, erfahren die Gäste vor Ort.
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Zum Zusammenhang von Antiziganismus und Arbeitsethos
Vortrag und Diskussion mit Anna-Sophie Schönfelder (Gesellschaft für Antiziganismusforschung) am 29.10.2026, 18 Uhr im Club Commune, Weserstr. 17, 34125 Kassel
Anders als andere Formen des Rassismus werden Stereotype über Sinti:ze und Rom:nja noch immer kaum als das benannt und kritisiert, was sie sind: Ressentimentgeladene Zuschreibungen, die mit realen Personen nichts zu tun haben. Für Betroffene bedeuten sie oft Stigmatisierung und Ausgrenzung. Dass sich das antiziganistische Ressentiment so hartnäckig behauptet, liegt – unter anderem – an seiner engen Verbindung mit dem Arbeitsethos. Mit Entstehung der modernen Gesellschaft hatten die Menschen die Disziplin zur unermüdlichen Arbeit, die zuvor in hierarchischen Dienstverhältnissen durch Gewalt erzwungen worden war, zunehmend aus sich selbst heraus aufzubringen. Arbeit wurde als Pflicht gegenüber der Gemeinschaft moralisch aufgewertet, während Wünsche nach mühelosem Glück unterdrückt und hassen gelernt werden mussten. Gegen diese moralischen Normen zu verstoßen ist die Unterstellung, mit der der Antiziganismus soziale Minderheiten verfolgt. Im Vortrag wird beleuchtet, wie Antiziganismus und Arbeitsethos im 15. Jahrhundert entstehen, warum beide Ideologien so gut zusammenpassen, und wie gewaltsam sie sich über Jahrhunderte hinweg auf Sinti:ze, Rom:nja und andere betroffene Gruppen ausgewirkt haben. Mit Hilfe der Kritischen Theorie schauen wir uns an, wie der unterdrückte Selbsthass bürgerlicher Subjekte sich in die Chimäre von einem essenziell kriminellen, arbeitsscheuen und vorzivilisierten Sozialcharakter übersetzt.
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Wie weiterleben nach dem Überleben?
28. Oktober 2026, 19.00 Uhr im Vortragssaal der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main
Am 28. Oktober 2026 widmet sich eine Abendveranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek transgenerationellen Traumata und Dynamiken der Erinnerung nach der Shoah und dem nationalsozialistischen Völkermord an Sinti und Roma.
Im Fokus stehen das generationenübergreifende Erzählen, Beschweigen und Weitergeben von Traumaerfahrungen in jüdischen und Sinti- und Roma-Familien.
Nach einführenden Beiträgen von Dr. Sylvia Asmus (Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek) und Dr. Susanne Urban (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen)) diskutieren Sabena Donath (Jüdische Akademie des Zentralrats der Juden in Deutschland), Irina Ginsburg (OFEK e.V.) und Rinaldo Strauß (Hessischer Landesverband Deutscher Sinti und Roma). Es moderiert Ina Hammel (Evangelische Akademie).
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Upre Kethane: Erinnern für die Zukunft
26.10.2026 19:00 Uhr Evangelisches Bildungswerk (EBW), Am Ölberg 2, 93047 Regensburg
Am Montag, 26.10.2026 lädt die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg zu einem Abend mit Christian Pfeil ein: Er erzählt von den Erfahrungen seiner Familie während des Holocausts, der anhaltenden Diskriminierung, die Sinti und Roma auch nach Ende des Kriegs erfahren mussten, und davon, warum er sich trotz allem weiter gegen Hass und Ausgrenzung einsetzt.
Der „vergessene Holocaust“ wird die Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten noch immer genannt: Anhaltende Vorurteile und Diskriminierung gegen die Minderheit blockierten lange die Anerkennung des Völkermords und seine Aufarbeitung. „Das Ende des Krieges bedeutete für uns Sinti und Roma nicht das Ende von Ausgrenzung, Erniedrigung und Verfolgung“, so Christian Pfeil, deutscher Sinto und Überlebender des Holocausts. Die Anerkennung des Völkermords ist vor allem dem Einsatz Überlebender, ihrer Familien und Verbündeten zu verdanken.
Doch die Erinnerungsarbeit steht auch über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor Herausforderungen: „Es erfüllt mich mit großer Sorge, wenn ich heute wieder den zunehmenden Nationalismus, Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus in der Welt sehe. Meine Familie und ich mussten erfahren, wozu rassistischer Hass und Gewalt führen“, so Christian Pfeil weiter. Seine Familie wurde im Mai 1940 von Trier aus deportiert; er selbst wurde 1944 in einem nationalsozialistischen Lager nahe Lublin geboren. Viele Verwandte der Familie wurden ermordet, doch Pfeil, seine Geschwister und Eltern überlebten wie durch ein Wunder und kehrten nach Trier zurück.
Christian Pfeil ist ausgebildeter Sänger und betrieb als Gastronom erfolgreich mehrere Lokale. In den 1990er Jahren wurden rechtsextreme Angriffe auf ihn und sein Lokal verübt. Seit Jahren tritt Christian Pfeil öffentlich als Überlebender für das Erinnern an den Holocaust an den Sinti und Roma ein und engagiert sich gegen Antiziganismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Vor allem der Austausch mit Jugendlichen macht ihm Mut und Hoffnung: „Es geht mir nicht darum nur von meiner Familiengeschichte zu erzählen, sondern sie zu ermutigen gegen Unrecht aufzustehen“.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Upre Kethane! Aktionswochen Sinti Roma” statt, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland.
Eine Veranstaltung der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (GS OSES) in Kooperation mit Amaro Drom, Evangelisches Bildungswerk e. V., European Research Council, Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Leibniz ScienceCampus Europe and America in the Modern World, Universität Regensburg, Zentrum Erinnerungskultur.
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