Eine Auswahl der Publikationen unserer Mitglieder

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Arman, Francesco (2026)

Wirtschaftswunder, Wiedergutmachung und der Diskurs über den vergessenen Völkermord an Sinti* und Roma* sowie anderen Randgruppen in der Bundesrepublik Deutschland

in: Tittel, Laura Soréna / Schönfelder, Anna-Sophie u. a. (Hrsg.): Kapitalismus und unsichere Positionen von Minderheiten. Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus in der materialistischen Kritik (Politiken der Sicherheit 18), Baden-Baden: Nomos 2026, S. 157–191, auch online: https://doi.org/10.5771/9783748972600 (Open Access).

Tittel, Laura Soréna / Schönfelder, Anna-Sophie u. a. (Hrsg.) (2026)

Kapitalismus und unsichere Positionen von Minderheiten

Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus in der materialistischen Kritik (Politiken der Sicherheit 18), Baden-Baden: Nomos 2026, auch online: https://doi.org/10.5771/9783748972600 (Open Access).

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Verlagsinformation:
Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus werden oft isoliert voneinander erforscht. Indem die Autor:innen dieses Bandes die verschiedenen Ressentiments als Herrschaftsmechanismen kapitalistischer Gesellschaften fassen, zeigen sie sowohl das Potenzial einer gemeinsamen materialistischen Analyse als auch die Konflikte zwischen den einzelnen Ansätzen auf. Sie arbeiten heraus, dass die Ursachen der Konflikte in unterschiedlichen Verständnissen davon liegen, was Herrschaft im Kapitalismus ausmacht und in welchem Verhältnis zu ihr die jeweiligen Ressentiments zu verorten sind. In ihrer Vielfalt liefern die zehn Beiträge ein neues Fundament für eine integrierte Theoriebildung über unsichere Minderheitenpositionen.
Mit Beiträgen von:
Francesco Arman | Randi Becker | Martin Dornis | Hannes Kaufmann | Felix Kronau | Ulrike Marz | Anne D. Peiter | Helge Petersen | Tanita Jill Pöggel | Jan Rickermann | Anna-Sophie Schönfelder | Roman Thurn | Laura Soréna Tittel | Stefan Vennmann | Max Waibel

Kuhn, Melanie; Küßner, Nadine; Uslu, Özge (2026)

Mediale Antiziganismen – Von der interdisziplinären Analyse zur kritischen Medienkompetenz (MeAviA)

Teilprojekt C: Qualitative Rezeptionsforschung. Studienreport, Universität Bremen, September 2026, DOI: doi.org/10.26092/elib/5854. – Forschungsdaten: Kuhn, Melanie; Küßner, Nadine: Transkripte der Interviews und Gruppendiskussionen [dataset]. Qualiservice, PANGAEA, 17.09.2026, doi.org/10.1594/PANGAEA.995742.

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Der vorliegende Studienreport dokumentiert eine qualitative Studie zur Rezeption medialer Antiziganismen. Ziel der Untersuchung war es zu rekonstruieren, wie unterschiedliche Akteursgruppen – darunter von Antiziganismus betroffene Personen sowie wei-tere gesellschaftliche Akteur*innen – mediale Inhalte wahrnehmen, interpretieren und bewerten. Methodisch basiert die Studie auf einem qualitativen Forschungsdesign mit narrativ-biographischen Interviews und Gruppendiskussionen, die auf Grundlage der reflexiven Grounded Theory sinnrekonstruktiv ausgewertet wurden. Der analytische Fokus liegt auf der Rekonstruktion von Deutungsmustern und kollektiven Sinnbildungsprozessen, die die Rezeption medialer Darstellungen strukturieren, sowie auf der Analyse von medialem Diskriminierungserleben und der empirischen Explikation von widerständigen Strategien gegen medialen Antiziganismus. Die Studie leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung von Medien für die Tradierung von und den Aktivismus gegen Antiziganismus und die Herausforderungen und Ambivalenzen, die mit medialen Selbstrepräsentationen einher gehen. Weiter unterstreicht sie die Relevanz einer qualitativen Rezeptionsfor-schung für die Antiziganismusforschung sowie für Debatten über mediale Diskriminierung, Repräsentation und Voicing und die gesellschaftliche Teilhabe marginalisierter Gruppen.

Rauschenberger, Joey (2026)

Wiedergutmachung für Sinti und Roma. Eine Praxisgeschichte der Entschädigung in Baden-Württemberg

Paderborn: De Gruyter Oldenbourg, 2026.

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Verlagsinformation:

Über dieses Buch

Im Zweiten Weltkrieg sollten Sinti und Roma nach dem Willen der nationalsozialistischen Machthaber in Europa ausgelöscht werden. Die auch in der Forschung präsente Vorstellung, dass den Überlebenden dieses Völkermords nach 1945 eine Wiedergutmachung verweigert worden sei, unterzieht Joey Rauschenberger einer gründlichen empirischen Überprüfung. Er untersucht erstmals umfassend, am Beispiel Baden-Württembergs, wie Sinti und Roma in der Bundesrepublik entschädigt wurden. Dabei ergibt sich ein weitaus differenzierteres Bild als bisher. Die große Mehrheit der antragstellenden Sinti und Roma hat Zahlungen erhalten, die oft durchaus substanziell waren.

Rauschenberger ordnet die Verfahren in ihre administrativen Kontexte ein und entwirft eine exemplarische Mikrogeschichte der südwestdeutschen Entschädigungsverwaltung. Sie legt das komplexe Geflecht menschlicher Interaktion zwischen Sachbearbeitern, Antragstellenden, Rechtsanwälten und anderen Akteuren offen, die das Entschädigungsverfahren zur „Kontaktzone“ machte. Alltägliche Begegnungen, erfahrungsbedingte Erwartungen, tiefsitzende Vorurteile und spontane Handlungen beeinflussten die Praxis und Wahrnehmung von Wiedergutmachung. Dabei entstehende Enttäuschungen überschatteten und konterkarierten oftmals die materiell geleistete Entschädigung.

Gliederung:

I Einleitung
II Normen und Diskurse der „Z[…]“-Entschädigung bis in die 1970er-Jahre
III Doch wiedergutgemacht? Die Praxis der Entschädigung von Sinti und Roma im quantitativen Zugriff
IV Der Weg zur Wiedergutmachung: Verwaltungspraxis im Spannungsfeld von Distanz und Nähe
V Schlussbetrachtung: Von Paradoxien und Missverständnissen

Rezension:

Hans Günter Hockerts: Enttäuschung trotz Entschädigung. Erstmals hat der Historiker Joey Rauschenberger eine Analyse über die Wiedergutmachungspraxis für Sinti und Roma nach dem Holocaust vorgelegt. Die Ergebnisse überraschen – auf den ersten Blick, in: Süddeutsche Zeitung, 05.10.2026, S. 18, auch online (04.10.2026): https://www.sueddeutsche.de/politik/entschaedigung-sinti-roma-deutschland-studie-praxis-wirkung-joey-rauschenberger-li.3555208 (kostenpflichtig)

Ray, Avishek (2026)

Narrating the “Indian Origin”: Musealization and Racialization of the Romani Identity

in: Museum Anthropology 49 (Fall 2026), Issue 2, https://doi.org/10.1111/muan.70046 (kostenpflichtig).

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Abstract:
This paper examines how museological curation, understood as a historically contingent regime of knowledge production, mediates the racialization of Roma identity through the “Indian origin” theory. Focusing on the Museum of Romani Culture, a state-subsidized organization, Czech Republic (MRC), and its permanent exhibition The Story of the Roma, I analyze how the chronicling, mapping, and visual narration of the Roma’s putative Indian heritage are shaped by the intertwined histories of Czech nationalism, racialized whiteness, and minority governance. While Critical Romani Studies has traced the genealogy of the “Indian origin” trope across philological, ethnographic, and later serological and genetic paradigms, its musealization has remained largely unexamined. I argue that the MRC’s curatorial voice simultaneously reproduces colonial epistemes and stages the Roma as both internal European minorities and externalized, civilizational “others.” Drawing on critical race theory, scholarship on musealization and racialization, and raciolinguistics, the paper shows how museum practices rearticulate Roma identity through Orientalist genealogies while displacing the epistemic violence embedded in these frameworks.

Damm, Michelle (2026)

Die Verfolgung von Sinti, Roma und Jenischen

in: Becker, Randi / Damm, Michelle (Hrsg.): Ausstellungskatalog zur Wanderausstellung „Wo hatte man eine solche Entwürdigung verdient? So begegnete man keinem Vieh.“ Mittelhessische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück, o. O [Wiesbaden]: Hessische Landeszentrale für politische Bildung, o. J. [2026], S. 66–69. Online unter: https://hlz.hessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Ausstellungen/2025-11-26_Ausstellungskatalog_Mittelhessische_Frauen_final.pdf