Die Bundesregierung hat am 06.07.2026 die Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 beschlossen. Damit schafft sie die Voraussetzung für einen unabhängigen Aufarbeitungsprozess und setzt eine zentrale Empfehlung der Unabhängigen Kommission Antiziganismus um.
Die neue Kommission soll dazu beitragen, das nach 1945 an Sinti und Roma begangene Unrecht umfassend aufzuarbeiten, bislang ungehörte Perspektiven einzubeziehen und den Erfahrungen der Betroffenen und ihrer Nachkommen einen festen Platz in der deutschen Erinnerungskultur zu geben. Ziel ist es, die Folgen dieses Unrechts anzuerkennen und Impulse für eine nachhaltige gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit Antiziganismus und seinen Kontinuitäten zu geben. Die Geschäftsstelle der Kommission ist bei der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) angesiedelt. Die Stiftung begleitet die unabhängige Kommission organisatorisch und fachlich und unterstützt sie bei der Erfüllung ihres Auftrags. Am 3. November kommt die Kommission in Berlin zur konstituierenden Sitzung zusammen.
Die Geschäftsstelle der Kommission ist bei der Stiftung EVZ angesiedelt. Sie begleitet die unabhängige Kommission organisatorisch und fachlich und unterstützt sie bei der Erfüllung ihres Auftrags.
Mitglieder der Kommission
Der Parlamentarische Staatssekretär und Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Michael Brand, hat die Mitglieder der Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 berufen.
Mitglieder der unabhängigen Kommission sind:
Mustafa Jakupov – Melde- und Informationsstelle Antiziganismus MIA, Board European Roma Grassroots Organizations (ERGO)
Mirjam Karoly – Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien
Jonathan Mack-Sroka – Critical Film & Image Hub der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg
Dr. Verena Meier-Zekic – Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg
Sara Paßquali – Trainerin und Beraterin mit u.a. Schwerpunkt Antiziganismus
Dr. Christian Staffa – Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland für den Kampf gegen Antisemitismus
Prof. Dr. Jens-Christian Wagner – Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
PD Dr. Jane Weiß, Heisenberg-Fellow, Institut für Erziehungswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin
Mit der Einsetzung der Kommission reiht sich Deutschland in eine europäische Entwicklung staatlicher Aufarbeitungsprozesse ein. Zugleich trägt Deutschland eine besondere historische Verantwortung. Die Auseinandersetzung mit dem Völkermord an den Sinti und Roma und die Aufarbeitung des nach 1945 begangenen Unrechts sind untrennbar miteinander verbunden.