QUELLEN ZUM NS-VÖLKERMORD AN DEN SINTI UND ROMA IN EUROPA

DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT FÖRDERT DIGITALE EDITION AN DER FORSCHUNGSSTELLE ANTIZIGANISMUS DER UNIVERSITÄT HEIDELBERG

Eine groß angelegte digitale Edition führt Quellen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusammen und macht sie für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich. Publiziert werden sollen rund 1.200 Dokumente – Schriftstücke aus dem Verwaltungs- und Verfolgungsapparat, ergänzt um Quellen aus der Perspektive der Opfer. Angesiedelt ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. Für die Gesamtlaufzeit von neun Jahren stehen Fördermittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Vorhaben basiert maßgeblich auf der digitalen „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“, die seit Juli 2020 ebenfalls an der Forschungsstelle entsteht.

Die Edition stützt sich inhaltlich auf die digitale „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“, die mit Förderung durch das Auswärtige Amt an der Forschungsstelle Antiziganismus entsteht. Sie führt das weit verstreute, oft schwer zugängliche historische Wissen zum Völkermord und seinen Ursachen, Strukturen und seinem Verlauf zusammen und leistet damit eine wesentliche Vorarbeit für die digitale Quellenedition. Begleitet wird das Vorhaben, das sich auf ein Netzwerk von mehr als 100 Expertinnen und Experten aus 26 Ländern stützt, durch einen internationalen wissenschaftlichen Beirat.

Die Forschungsstelle Antiziganismus wurde als europaweit erste und bislang einzige akademische Institution mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt am Historischen Seminar der Universität Heidelberg etabliert. Seit 2017 wird dort zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart geforscht.

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